Urlaub gerichtlich Einklagen?

3 Antworten

In einem laufenden Arbeitsverhältnis gegen den Arbeitgeber zu prozessieren ist immer eine heikle Sache. Vor allem, wenn man auch noch Recht bekommt.

Am besten ist es, den Job zu kündigen und beim Austritt den nicht gewährten Urlaub auszahlen zu lassen. Wenn der Arbeitgeber dann fragt, warum man geht, kann man ihm immer noch erklären, dass er, wenn er seinen Leuten nicht mzwischendurch mal freigibt, er eben dann permanent auf ihre Mitarbeit verzichten muss.

In einem laufenden Arbeitsverhältnis gegen den Arbeitgeber zu prozessieren ist immer eine heikle Sache. Vor allem, wenn man auch noch Recht bekommt.

Das ist wohl wahr.

Man muss da aber auch unterscheiden: Handelt es sich um eine gerichtliche Klärung wegen unterschiedlicher rechtlicher Auffassung in einer strittigen Frage, oder geht es darum, dass man sein Recht durchsetzen muss, weil der Arbeitgeber ständige Rechte/Ansprüche des Arbeitnehmers verweigert.

Im ersten Fall sollte man das sachlich-"sportlich" sehen (so kenne ich das), im zweiten Fall sollte man sich gleichzeitig/rechtzeitig nach einer neuen Stelle um sehen (einen solchen Arbeitgeber braucht niemand).

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@Familiengerd

Da ist dir nicht zu widersprechen. Die wenigsten können allerdings einen Prozess mit ihrem Arbeitgeber "sportlich" sehen. Da ist meistens sehr viel Verbitterung, Enttäuschung oder Wut im Spiel.

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@Altersweise

Die "sportliche" Sicht wollte ich eigentlich eher dem Arbeitgeber zugewiesen haben.

Es wird auch immer wieder die ungleiche "Machtverteilung" zum Nachteil des Arbeitnehmers viel zu wenug beachtet und dass er sich als individuelle Einzelperson einem Arbeitgeber als juristische Person/"Apparat" (wenn es sich nicht gerade um den sprichwörtlich kleinen Handwerksmeister als Arbeitgeber handelt) gegenübersteht.

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Gesetzlicher mindest Urlaub muss dir im Jahr gewährt werden. Der Zeitraum ist natürlich vom Arbeitgeber freizugeben.

In Ferien bekommen meist Leute mit Kindern frei, Firmen Politik eben

leider auch nur Theoretisch

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@Pxaxtxrxixcxk

Der Arbeitgeber muss vom Grundsatz her den Jahresurlaub der Beschäftigten nach deren Wünschen gewähren, so § 7 Abs. 1 BUrlG. Das bedeutet: Liegt keine mit dem Betriebsrat ausgehandelte Betriebsvereinbarung – etwa für Betriebsferien – vor (dazu unter Nr. 7), so gehen die Wünsche der Mitarbeiter vor. Der Chef muss die Urlaubsanträge folglich eigentlich wie gewünscht genehmigen. Ausnahmen gelten dann nur, wenn dringende betriebliche Belange (§ 7 Abs. 3 BUrlG) oder das Berücksichtigen sozialer Aspekte anderer Arbeitnehmer dem Urlaubswunsch Einzelner entgegenstehen. Dann kann der Urlaubsantrag im Einzelfall verweigert werden, ansonsten aber nicht.

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Der Zeitraum ist natürlich vom Arbeitgeber freizugeben.

Nein. Es ist vom Arbeitgeber zu begründen, warum zu dem beantragten Zeitraum kein Urlaub genommen werden kann. Permanente Unterbesetzung ist z. B. kein ausreichender Grund.

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@ExM0nster

Welcher noch nicht verfügbar war, als ich meinen Betrag schrieb.

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Kündigen.

Und zwar so, dass maximaler Schaden für den Chef entsteht, ohne dass man sich selbst schadet (also erst, wenn man 'nen neuen Job hat, Fristen einhalten usw.).

Woher ich das weiß: eigene Erfahrung

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