Urheberrechtsverletzung durch falsche Bildangabe

... komplette Frage anzeigen

4 Antworten

Du kannst "bestimmen, ob das Werk mit einer Urheberbezeichnung zu versehen und welche Bezeichnung zu verwenden ist."*) Hast du das getan? Und was hast du bestimmt?

Hast du nichts bestimmt, und auch nichts auf das Werk geschrieben, dann kann das bedeuten: "Ich will, dass das Bild ohne Urheberbezeichnung verbreitet wird." Oder aber: "Schreibst doch drunter, was ihr wollt!" (Das ist nicht unüblich in manchen Branchen.)

Das muss es aber nicht bedeuten. Das kommt auf die Umstände an. Wie ein Nichts-Sagen konkludent korrekt auszulegen wäre, das entscheidet im Streitfall ein angerufenes Gericht.

Ein Gericht könnte sogar zu dem Schluss gelangen, dass es konkludent klar hätte sein müssen unter den geschilderten Umständen, dass der Urheber seinen vollen Vor- und Zunamen am Bild sehen wollte!

Will man das wissen, muss man klagen. Dies lohnt sich eventuell nicht angesichts des Kostenrisikos. Denn was springt selbst im vollen Gewinnfalle dabei heraus?

§ 97 Absatz 2 UrhG spricht im letzten Satz von einem immateriellen Schaden, vulgo Schmerzensgeld. Etwa wegen verletzten Egos. Und davor von Schadensersatz. Etwa wegen entgangener Folgeaufträge.

Das kann natürlich auch viel sein. Geht es einem wiederum eher um's Prinzip und ist man flüssig, stellt sich eine solche Nutzen-/Risiko-Abwägung natürlich ganz anders :-).

Gruß aus Berlin, Gerd

*) § 13 UrhG: http://www.gesetze-im-internet.de/urhg/index.html

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von halldiegail
28.10.2012, 22:18

Vielen Dank Gerd , sehr , sehr hilfreiche Antworten LG HDG,

0
Kommentar von stelari
29.10.2012, 06:51

Deshalb ja meine Frage nach der Absprache mit der Agentur - hat die (wie so oft) ein ausschließliches Nutzungsrecht, dann hat er mit deinen Argumenten meist schlechte Karten. Anträge auf fiktiven Schadensersatz wegen mutmaßlich entgangener Aufträge verlaufen regelmäßig im Sande - darauf sollte man sich nicht verlassen.

0

Wie sieht denn die vertragliche Gestaltung zu der Agentur aus? Unter welchen Bedingungen nehmen die deine Bilder bzw unter welchen Bedingungen vergibst du die Bilder?

Ohne das zu wissen macht es keinen Sinn und es wäre reine Spekulation sich darüber auszulassen....

Zutreffend ist jedenfalls, dass du Anspruch darauf hast, korrekt genannt zu werden § 13 UrhG - was nach § 107 UrhG strafbewehrt ist

§ 107 Unzulässiges Anbringen der Urheberbezeichnung

(1) Wer

  1. auf dem Original eines Werkes der bildenden Künste die Urheberbezeichnung (§ 10 Abs. 1) ohne Einwilligung des Urhebers anbringt oder ein derart bezeichnetes Original verbreitet,

  2. auf einem Vervielfältigungsstück, einer Bearbeitung oder Umgestaltung eines Werkes der bildenden Künste die Urheberbezeichnung (§ 10 Abs. 1) auf eine Art anbringt, die dem Vervielfältigungsstück, der Bearbeitung oder Umgestaltung den Anschein eines Originals gibt, oder ein derart bezeichnetes Vervielfältigungsstück, eine solche Bearbeitung oder Umgestaltung verbreitet,

wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft, wenn die Tat nicht in anderen Vorschriften mit schwererer Strafe bedroht ist.

(2) Der Versuch ist strafbar.

ob sich daraus nun schon ein Schadensersatz - auch fiktiven - ableiten lässt, wage ich etwas zu bezweifeln. Wenn dann in der Höhe des üblichen Honorares für die Nutzung zzgl. 100% für die falsche Urheberkennzeichnung (lt.Liste MFM).

Erteilst du der Agentur Nutzungsrechte wie bspw auch Facebook mit einer Möglichkeit zur Unterlizensierung, dann sieht es eher schlecht aus für dich - wie bereits erwähnt ist alles nur Mutmaßung ohne das Vertragsverhältnis zu kennen.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von halldiegail
28.10.2012, 17:58

vielen herzlichen Dank .. sehr hilfreich

hdg

0

Das wird dir ein Anwalt für Medienrecht sagen können - da bist du auf der sicheren Seite, was die Auskunft anbelangt.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von halldiegail
28.10.2012, 22:19

spassbremse1

Vielen Dank HDG

0

Schadenersatz ist möglich - in der Höhe des Schadens, der dir dadurch entstanden ist.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von halldiegail
28.10.2012, 12:39

Vielen Dank ..genau da habert es an der Höhe , man weiß es nicht, daher Medienanwalt w.unten vorgeschlagen lg hdg

0

Was möchtest Du wissen?