urheberrechtsverletzung? folgen?

...komplette Frage anzeigen

7 Antworten

Logos, also zumeist Bildmarken bzw. Wort-Bild-Marken, gehören als "Gebrauchsgrafiken" meist zu den "Werken der angewandten Kunst" und genießen deshalb in der Regel keinen Schutz als Werk im Sinne des Urheberrechts § 2. Die üblichen Argumente der Gerichte dazu findet man hier zusammengefasst: http://de.wikipedia.org/wiki/Schöpfungshöhe#Angewandte_Kunst

Falls ein Logo aber dennoch einmal ausnahmsweise eines der "4. Werke der bildenden Künste" nach § 2 UrhG darstellt, dann gilt, was für fast jedes Foto und Gemälde gilt: "§ 53 Vervielfältigungen zum privaten und sonstigen eigenen Gebrauch" sind erlaubt, auch durch Fremde - so lange die kein Geld dafür nehmen, oder, wie es im UrhG heißt: "... sofern dies unentgeltlich geschieht oder es sich um Vervielfältigungen auf Papier oder einem ähnlichen Träger mittels beliebiger photomechanischer Verfahren oder anderer Verfahren mit ähnlicher Wirkung handelt."

Ob eine Händyhülle aus "Papier oder einem ähnlichen Träger" besteht, wäre demnach nicht unwichtig. T-Shirt-Bedrucker im Netz weigern sich in der Regel, etwas zu drucken, wenn Zweifel daran bestehen, ob der Auftraggeber/Kunde wirklich Inhaber der Rechte an dem Bild ist.

Soweit zum Urheberrecht. Nun zum Markenrecht: Ein Logo als Markenzeichen (Markenname, Bildmarke, Textmarke, Bild-Text-Marke) ist nicht gegen jegliche Verwendung durch Dritte geschützt! Die üblichen Möglichkeiten nennt Markengesetz § 14.

Geschützt ist demnach jeweils nur die Benutzung einer geschützten Marke "im geschäftlichen Verkehr"! Das kann einen Drucker schon mal (oft zu recht, wenn er Geld dafür nimmt - oder gar dafür wirbt) abschrecken. Wenn ich mit meinem Telefonsack aber nur privat herumlaufe, kann ich die Logos sämtlicher Firmen der Welt draufkopieren - ob die nun geschützte Werke sind oder nicht.

Gruß aus Berlin, Gerd

register23421 20.10.2012, 23:30

also erst mal noch mal danke für diese sehr ausführliche antwort. und die handyhülle ist ja aus plastik und kommt halt um ihr handy ... sie hat nicht vor damit werbend durch die stadt zu laufen ... also geht das klar, so wie ich es verstanden hab ?

0
Fischstaepchen 20.10.2012, 23:48
@register23421

Ja... heisst einfach: Die wenigsten Logos sind urheberrechtlich geschützt, und noch weniger Leute interessiert ob das Logo auf deinem Case geschützt ist.

0
GerdausBerlin 20.10.2012, 23:57
@register23421

Ob auf Papier, Baumwolle oder Plastik - wenn der Drucker deinen Auftrag annimmt und ausführt, musst du dir keine Gedanken machen, ob der das darf.

Du darfst! Und wenn du es selber machst (so mit Klebefolie aus deinem Drucker oder so), ist das auch in Ordnung - so lange du das beklebte oder bedruckte Teil nicht anbietest oder verkaufst oder sonstwie "in Verkehr bringst".

Gruß aus Berlin, Gerd

0

aber hier soll es jetzt nicht darum gehen, ob das logo jetzt geschützt ist oder nicht, sondern was passiert, wenn sie es trotzdem machen lässt und es geschützt ist?

was sich ja schon mal in sich selbst widerspricht....

Mal davon abgesehen davon, dass Logos regelmäßig keinen urheberrechtlichen Schutz genießen - so ist das Vorhaben im Sinne des Markenrechts zulässig, denn dies wäre hier einschlägig wenn das Logo als Marke eingetragen ist. Aber auch hier gilt, privat ist alles erlaubt...

der anbieter sollte sowas überprüfen, ansonstern passiert gar nix wenn sie das Ding nur privat für eigene zwecke verwendet.

Wie soll er das bitte herausfinden aber was bringt es dir wenn jetzt z.B: lacoste da hionten draufsteht ist doch nur werbung lass dir doch lieber die initalien oder so reinmachen dann bist du auf der sicheren seite

Eigentlich macht sie nur noch Werbung für die Marke.. und nutzt es nicht um iwie Vorteile daraus zu ziehen... Ich glaube nicht das es für sowas überhapt eine Strafe gibt.

Lineup 20.10.2012, 22:46

Da liegst du gewaltig falsch! Beispiel aus eigener Sache:

Jemand hat unerlaubt eine professionelle Fotografie verwendet, die ich angefertigt habe und somit Urheber bin. Derjenige hat das (professionelle) Motiv für Werbeflyer verwendet, die in einer Auflage von 2.000 Stück auf einer Einkaufsstraße verteilt wurden.

Der normale Preis für das Foto wäre ca. 200 EUR gewesen. Durch die unerlaubte Verwendung konnte ich das Motiv nicht mehr anderweitig exklusivrechtlich vermarkten.

Ich habe eine Schadensersatzklage von 2.700 EUR (zzgl. den ganzen Anwaltskosten) erfolgreich durchgesetzt.

0
Fischstaepchen 20.10.2012, 22:56
@Lineup

Bei deiner Fotografie handelt es sich ja auch um ein komplexes Eigenständiges Werk... und nicht um ein Logo, was dazu entworfen wurde um die Firma zu repräsentieren und Werbung zu machen!

0
Fischstaepchen 20.10.2012, 23:05
@Fischstaepchen

Ich untermauere das mal mit Wikipedia: "Als unerheblich für den Urheberrechtsschutz gelten der Aufwand und die Kosten, mit denen eine Leistung erbracht wurde. Die rein handwerkliche Leistung, die jedermann mit durchschnittlichen Fähigkeiten ebenso zustande brächte, mag sie auch auf anerkennenswertem Fleiß und auf solidem Können beruhen, liege außerhalb der Schutzfähigkeit, betont die deutsche Rechtsprechung (so das Landgericht Berlin in einer Entscheidung zu Btx-Grafiken).[7] In einer jüngeren Entscheidung des Oberlandesgerichts Hamburg zu Handylogos (siehe auch unten) wird ebenfalls festgestellt, es komme nicht darauf an, ob die Herstellung der Logos aus einzelnen Bildpunkten („Pixel für Pixel“) möglicherweise zeitaufwändig war.[8] Damit gilt in Deutschland das Sweat-of-the-brow-Argument nicht."

Bestes Beispiel: ARD Logo

0
register23421 20.10.2012, 23:20
@Fischstaepchen

und das heißt auf einem nivuo ( wie auch immer man das schreiben mag .. ) eines 15 jährigen mädchens?

0
Fischstaepchen 20.10.2012, 23:32
@register23421

Das heisst: Desto aufwändiger das Werk, desto wahrscheinlicher ist es das es Urheberrechtlich geschützt ist.. aber ich würde sagen, mach einfach.. passiert eh nix.. Ein 15 jähriges Mädchen hat eigentlich genug Niveau um Niveau richtig zu schreiben ^^

0

Wenn der Urheber dies erfährt, kann er eine Unterlassungs- und Schadensersatzklage auf den Weg bringen. Je nach dem was es ist, kann so was unter Umständen teuer werden. Auch nicht ganz zu unrecht.

Man sollte Urheberrechte respektieren!

Fischstaepchen 20.10.2012, 22:44

Urheber: "Omg, ein Mädchen hat mein Logo auf ihrem Handy, und macht damit Werbung für meine Produkte -.- Da hol ich mir doch gleich nen teuren Anwalt und zeig die an! Die Richter wollen auch mal was zu lachen haben..."

0
Lineup 20.10.2012, 22:48
@Fischstaepchen

Du wirst dich wundern, wer bei so was als letztes lacht. Aber bitte, mir soll es egal sein. Ich würde als Urheber dagegen vorgehen.

0
register23421 20.10.2012, 22:50
@Lineup

also es geht ja um das logo eines musikers .. also meint ihr, da würde der künster das sooo streng sehen ?

0
Fischstaepchen 20.10.2012, 22:53
@Lineup

Welchen Sinn siehst du in dem Augenblick indem du beschließt, ein Mädchen anzuzeigen was Werbung für dein Unternehmen macht?

0
Fischstaepchen 20.10.2012, 23:08
@Fischstaepchen

Entweder, du schätzt das Logo ein und überlegst ob es Anhand des Aufwand urheberrechtlich geschützt sein kann, oder du fragst auf der Website des Musikers nach.. Ich persönlich würde einfach so bestellen und gut..

0

noch ein mal für alles, die diese frage lesen und beantworten wollen .... es geht um ein logo eines MUSIKERS.

Was möchtest Du wissen?