Urheberrechtsverletztung durch Ersteller?

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6 Antworten

In der Regel darf man zu Hause legale fremde Werke fast beliebig benutzen, wenn man alleine ist oder nur unter engen Bekannten.

Eine Ausnahme betrifft aber die Verfilmung eines fremden Werkes:

UrhG § 23 Bearbeitungen und Umgestaltungen

"Bearbeitungen oder andere Umgestaltungen des Werkes dürfen nur mit Einwilligung des Urhebers des bearbeiteten oder umgestalteten Werkes veröffentlicht oder verwertet werden. Handelt es sich um eine Verfilmung des Werkes, um die Ausführung von Plänen und Entwürfen eines Werkes der bildenden Künste, um den Nachbau eines Werkes der Baukunst oder um die Bearbeitung oder Umgestaltung eines Datenbankwerkes, so bedarf bereits das Herstellen der Bearbeitung oder Umgestaltung der Einwilligung des Urhebers."

Das StGB kennt zudem noch den Mit-Täter. Dazu könnte auch der Kameramann gehören, der wissentlich einem Dritten einen Film dreht, den der Dritte dann verbreiten will.

Dann könnte auch für den Filmemacher UrhG § 106 Unerlaubte Verwertung urheberrechtlich geschützter Werke gelten:

"(1) Wer in anderen als den gesetzlich zugelassenen Fällen ohne Einwilligung des Berechtigten ein Werk oder eine Bearbeitung oder Umgestaltung eines Werkes vervielfältigt, verbreitet oder öffentlich wiedergibt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft. (2) Der Versuch ist strafbar."

Gruß aus Berlin, Gerd

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Kommentar von ThomasMorus
10.12.2015, 20:57

Hmmm.

Gerd weißt du vielleicht was unter einer Verfilmung eines Werks in der Rechtsprechung genau verstanden wird?

Ich kannte den Paragraphen natürlich, hatte aber "Verfilmung eines Werks" bisher als die Verfilmung eines Drehbuchs oder Romans verstanden.

Dass es eine "Verfilmung eines Werks" sein soll, wenn man drei urheberrechtlich geschützte Youtube-Videos zusammenschneidet oder beim Filmen des Sohnemanns eine Picasso-Replik mit auf dem Video hat, hätte ich bisher nicht so verstanden.

Kennst du da vielleicht ein Urteil?

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Hallo DieRichteLop,

nein die Erstellung eines Videos mit urheberrechtlich geschützten Materialien ist nicht rechtswidrig. Denn:

1. Du durftest dir das Material zur privaten Nutzung besorgen. Denn Urheberrechtlich geschütztes Material auf den eigenen Rechner zu laden ist gemäß dem Recht auf "Privatkopie" nach §53 UrhG gestattet.

2. Du durftest auch eine "Bearbeitung" (also zB. einen Zusammenschnitt von Material zu einem Video) erstellen. Denn nach §23 ist es lediglich verboten eine solche "Bearbeitungen" zu "veröffentlichen" oder zu "verwerten". Sie für den privaten Gebrauch zu erstellen ist nicht verboten.

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Er macht das also im Auftrag? Beispiel: Kunde will ein bestimmten Videoschnitt mit Hintergrundmusik. Dazu hat der Kunde konkrete Bild und Tonvorlagen. Du erstellst das Video und übergibst es an den Kunden. Was der damit macht ist eigentlich nicht dein Problem. es sei denn, er hat dir von seinem Vorhaben erzählt und  du speziell deswegen das Video angefertigt.

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Rein theoretisch ist es verboten, urheberrechtlich geschützte Materialien ohne Erlaubnis zu nutzen (z.B. für einen privaten Wallpaper, der die eigene Festplatte nie verlässt). Wenn man es aber nicht veröffentlicht, interessiert das nicht wirklich jemanden...

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Hi,

nein, wenn er das Video oder Bild nicht verbreitet, verkauft oder Veröffentlicht, macht er sich auch nicht strafbar.


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Nein, dass ist keine Geldfälschung, wo bei bereits die Vorbereitung und der Ansatz strafbar ist. Eine Urheberrechtsverletzung muss vollendet sein. Außerdem ist das ein sogenanntes Antragsdelikt, daher kann die reine Erstellung nie strafbar sein, es sei denn der Urheber klagt dagegen!


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