Urheberrechtsfrage *fülltext*

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3 Antworten

Kurze Texte sind in der Regel nicht geschützt als Werk im Sinne des Urheberrechts, also durch UrhG § 2. Dazu fehlt ihnen meist die nötige Schöpfungshöhe. Das ist bei den meisten Filmtiteln der Fall.

Die genießen also höchstens Titelschutz nach § 5 Markengesetz oder noch Markenschutz nach § 4 ebenda. Dieser Schutz greift aber in der Regel nur für Werbung und Vertrieb von Werken mit Titeln bzw. von Waren und Dienstleistungen mit Markenzeichen.

Ein Nickname in Foren ist weder noch. Also darf man da auch geschützte fremde Titel oder Marken verwenden.

Bei einer E-Mail-Adresse kann es anders aussehen. Hier tritt man evtl. geschäftsmäßig auf, so dass eine Konkurrenz entstehen könnte zu geschützten Marken und auch Geschäftsbezeichnungen, also Firmennamen.

Wenn es eine Firma namens "Dr. Schiwago" gibt, greift womöglich bei "Dr.Schiwago ät Gratismailer Punkt de" Markengesetz § 15: "(2) Dritten ist es untersagt, die geschäftliche Bezeichnung oder ein ähnliches Zeichen im geschäftlichen Verkehr unbefugt in einer Weise zu benutzen, die geeignet ist, Verwechslungen mit der geschützten Bezeichnung hervorzurufen." Und dann noch Absatz 3 lesen!

Gruß aus Berlin, Gerd

Das Urheberrecht greift da, wo die Interessen des Urhebers gefährdet werden, insbesondere durch Vorgänge analog § 15 UrhG. Wenn du also z.B. einen Filmtitel als Nickname wählst, gefährdest du die Interessen des Autors nicht, weil du damit ja nicht den Film öffentlich aufführst, sondern im Gegenteil förderst du sie, indem du die öffentliche Bekanntheit des Titels weiter verbreitest. Etwas anderes würde nur für einen Titel gelten, der dem Markenschutz unterliegt (§ 14 Abs. 3 MarkenG).

Du kannst deinen Nickname also ruhig ändern, Homer Simpson!

xXbLuBBXx 06.01.2013, 17:30

Danke sehr, jetzt bin ich beruhigt.

"> Du kannst deinen Nickname also ruhig ändern, Homer Simpson!"

ich musste so feiern xD

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stelari 06.01.2013, 18:40

im Gegenteil förderst du sie, indem du die öffentliche Bekanntheit des Titels weiter verbreitest.

und wenn der Rechteinhaber das aber nicht will? - eine mutmaßliche Werbung als Gegenargument hindert ihn nicht daran seine Ansprüche aus dem MarkenG durchzusetzen

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blackleather 06.01.2013, 18:58
@stelari

Korrekt. Setzt aber voraus, dass er die Marke geschützt hat. Deswegen sage ich ja: Etwas anderes würde nur für einen Titel gelten, der dem Markenschutz unterliegt.

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Das Markenrecht kennt den Werktitel und Namensschutz nach § 5 Abs.3 MarkenG

(3) Werktitel sind die Namen oder besonderen Bezeichnungen von Druckschriften, Filmwerken, Tonwerken, Bühnenwerken oder sonstigen vergleichbaren Werken.

Ist der Titel schutzfähig, dann schreibt das Gesetz keine besondere Handlung vor, es muss also nichts angemeldet werden. Ein Registrierungsverfahren, wie man es bei Marken gewohnt ist, sieht das Gesetz nicht vor. Hier ist aber nur dann der Titel selbst geschützt und nicht der Inhalt, der ist durch das Urheberrecht geschützt.

Trittst du mit dem Namen im geschäftlichen Verkehr auf, dann ist der Ärger vorprogrammiert...

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