Urheberrecht eines gemalten Bildes verletzt?

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3 Antworten

Du hast der Gemeinschaft damals also laut UrhG § 31 Einräumung von Nutzungsrechten zumindest ein "einfaches Nutzungsrecht" eingeräumt. Dazu sagt dieser Paragraf in Absatz 1 Satz 2:

"Das Nutzungsrecht kann als einfaches oder ausschließliches Recht sowie räumlich, zeitlich oder inhaltlich beschränkt eingeräumt werden."

Falls ihr damals kein Wort (weder schriftlich noch mündlich) darüber verloren habt, ob du der Gemeinschaft das Nutzungsrecht zeitlich beschränkt eingeräumt hast oder nicht, greift automatisch die Vertragszwecks-Theorie nach Absatz 5 ebenda:

"(5) Sind bei der Einräumung eines Nutzungsrechts die Nutzungsarten nicht ausdrücklich einzeln bezeichnet, so bestimmt sich nach dem von beiden Partnern zugrunde gelegten Vertragszweck, auf welche Nutzungsarten es sich erstreckt. Entsprechendes gilt für die Frage, ob ein Nutzungsrecht eingeräumt wird, ob es sich um ein einfaches oder ausschließliches Nutzungsrecht handelt, wie weit Nutzungsrecht und Verbotsrecht reichen und welchen Einschränkungen das Nutzungsrecht unterliegt."

War am Vertragszweck also zu erkennen, dass das Nutzungsrecht nur zeitlich begrenzt eingeräumt worden war - etwa für ein Logo für das nächste Vereinsfest á la "Gaudi 2012" -, dann sollte auch eine solche zeitliche Begrenzung greifen; wenn nicht, dann nicht!

Dann gibt es nur noch zwei Möglichkeiten für den Urheber, seine Nutzungserlaubnis zu beenden:

  • § 41 Rückrufsrecht wegen Nichtausübung
  • § 42 Rückrufsrecht wegen gewandelter Überzeugung

§ 42 greift aber nicht schon, wenn man den Verein nicht mehr mag oder umgekehrt. Ein klassischer Fall wäre eher, wenn man ein Plakat gemalt hatte, das für Schweineschlachter wirbt, man mittlerweile aber Vegetarier, Jude oder Moslem geworden ist oder umgekehrt.

Und selbst dann müsste man den Verein dafür in der Regel entschädigen: "(3) Der Urheber hat den Inhaber des Nutzungsrechts angemessen zu entschädigen. (...) Der Rückruf wird erst wirksam, wenn der Urheber die Aufwendungen ersetzt oder Sicherheit dafür geleistet hat."

Gruß aus Berlin, Gerd

PS. Die "Bearbeitungen und Umgestaltungen" laut § 23 UrhG, die die Kollegin an der Grafik vorgenommen hat, können das Urheberrecht des ersten Grafikers nicht beschädigen - falls dieser überhaupt eines erworben hatte für sein evtl. schlichtes Logo, siehe Wikipedia-Schöpfungshöhe-Gebrauchsgrafik.

Ich würde mal behaupten, eine Debatte über das Urheberrecht ist in diesem Falle nicht angesagt, da es sich bei dem strittigen Werk, welches ja hier auch als "Logo" bezeichnet wird, allenfalls um eine sogenannte Gebrauchsgrafik handelt, die nicht unter das Urheberrecht fällt.

Möglicherweise käme daher vielleicht eine Eintragung des Werkes als Geschmacksmuster in Betracht (obwohl ich auch dabei Zweifel habe). Der Schutz wäre dann ähnlich, wie der Urheberrechtsschutz.

Genau genommen, hat Gerd sicherlich mit dem recht, was er schreibt.

Allerdings bezieht sich deine eigentliche Frage meines Verständnisses nach, nicht auf die vorausgegangene Nutzung oder im zuge dessen diese Umgestaltung, sondern eher, dass sie nun eine "kopie" deines Werkes als ihr neues Logo benutzen.

Also ich gehe in diesem Fall einfach davon aus, dass die ähnlichkeit beider Logos so offensichtlich ist, dass man hier von keiner Verblassung des alten Werkes vor dem neuen sprechen kann, zumal hier ja davon gesprochen wird, dass die Grafiker(in) das Bild nie gesehen habe. Weiter davon ausgehend, dass dein Werk vorlag, als es von Papier auf den PC übertragen wurde.

Dann befinden wir uns wieder ganz klar und deutlich in § 23 UrhG "Bearbeitungen oder andere Umgestaltungen des Werkes dürfen nur mit Einwilligung des Urhebers des bearbeiteten oder umgestalteten Werkes veröffentlicht oder verwertet werden."

Demzufolge es wieder dein Einverständnis zur benutzung bzw in dem Sinne bearbeitung benötigt.

Da es nicht rechtens ist, ein Werk ohne Erlaubnis zu vervielfältigen, zu bearbeiten oder in anderer art und weise zu benutzen

Es sei denn, es handelt sich um Schranken wie § 59 UrhG Werke an öffentlichen Plätzen (z.B. abmalen/ fotografieren von schönen alten Häusern von der Straße aus) , § 53 UrhG Verfielfältigung zum privaten und sonst eigenen Gebrauch (nicht erwebszweckdienlich...) uvm.

Zudem sei noch gesagt, dass dein Urheberrecht erst "post mortem auctoris" 70 Jahre nach deinem Tod erlischt.

Die Frage ist nun, willst du es auf einen Rechtsstreit hinaus laufen lassen? Ist das Logo so offensichtlich eine Kopie von deinem und wiederrechtlich entstanden, stehen die Chancen gut für § 97 Nr. 1 UrhG auf "Unterlassung" zu klagen.

Und Nutzungsrechte hast du ja (ich würde sagen) eingeräumt, § 31a UrhG über unbekannte Nutzungsarten kann es nicht sein, also § 31 Nr. 2 und 3 (wie gerd schon sagte) einfach oder ausschließlich. Für mich hört es sich nach Nr. 2 den "einfachen Nutzungsrechten" an.

Zudem ist die Frage, ob wenn sie dein Logo nutzen, sie nicht verpflichtet sind, eine "angemessene Vergütung" nach § 32 UrhG zu zahlen. "Ist die höhe der Vergütung nicht bestimmt, so gilt eine angemessene Vergütung als vereinbart"

Also wie nun verfahren?

§ 41 und 42 UrhG Ich verstehe, aus deiner eigenen Aussage, dass du einverstanden warst mit der Bearbeitung und auch damit, wie es nun aussieht, denn es hört sich für mich so an, als ob du auch nach Fertigstellung und Benutzung noch in dieser "Gemeinschaft" warst.

Da fällt §41 UrhG raus. Bleibt dir §42 UrhG ich weiß nun nicht welcher Art diese Gemeinschaft entspringt also je nachdem wäre diese Argumentation schlüssig, allerdings bist du dann auch verpflichtet [...den Inhaber der Nutzungsrechte angemessen zu entschädigen]

Bei einem Rechtsstreit, wäre also Unterlassung der Anspruch, der durch die Nutzungsrechte abgegolten sein wird. Dann wäre da deine Vergütung, bei denen gute Chancen bestehen. Und deine einzige Chance bleibt § 42 UrhG allerdings (warscheinlich) mit Finanziellen einbußen.

MFG

Ich wollte mich erst einmal informieren,bevor ich es auf einen Rechtsstreit hinauslaufen lasse. Ich bat wie schon gesagt vor meinem Austritt die Leute,dass sie bitte nicht mehr dieses Logo nutzen sollen, da der Kern des aktuellen bearbeiteten Logos sich sehr von meinem ähnelt.

Dies ist also mein gezeichnetes Werk:

http://imageshack.us/photo/my-images/255/scannen0002x.jpg/

Wie man sehen kann,ist die Grundidee die Selbe von meiner: Schwert in der Mitte,Banner trifft Schwert, im Hintergrund diese "Flügel".

Bevor ich mein Werk schuf wurde lediglich erwähnt was die anderen gern drin haben würden (dazu gehörten natürlich auch Ideen von mir),die letztendliche Umsetzung jedoch habe ich vollzogen,es ist also durch meine Hände entstanden. Sprich ich habe die Kobination so geschaffen wie sie nun zu sehen ist. Ich zeigte den Personen mein Bild. Wurde denn gefragt ob es per Pc noch mal gemacht werden darf. Ich gab mein Ok da ich ja dazu gehörte. Nun da ich nicht mehr dort bin,möchte ich aber nicht mehr,das sie damit werben,wie gesagt die Grundidee ist meine wie man deutlich sehen kann.

Nun ist die Frage: Könnte ich auf Unterlassung der weiteren Nutzung klagen? Bzw habe ich überhaupt irgendwelche Rechte wo ich sicher sein kann,dass sie es defintiv nicht mehr beutzen dürfen? Im Internet fand ich folgenede Frage mit Antwort:

Frage: Ist es erlaubt von einem lebenden Maler ein Bild eigenhändig zu kopieren (nachzumalen) ohne dessen Einwilligung vorher einzuholen, oder wird dessen Persönlichkeitsrecht damit verletzt?

Antwort: Der Maler eines Werkes ist auch gleichzeitig der Urheber des Werkes und darf darüber bestimmen, was mit seinem Bild gemacht werden darf. Wenn Sie ein solches geschütztes Bild kopieren (genauso abmalen), läge darin eine Urheberrechtsverletzung und der Künstler hätte gegen Sie Unterlassungs- und Schadensersatzansprüche. Allerdings würde der Maler davon nichts erfahren, wenn Sie das Bild lediglich zu Hause an die Wand hängen. Wenn Sie das Bild allerdings zur Grundlage eines eigenen Kunstwerkes machen, d.h. derart abwandeln, dass es zu einem selbständigen Kunstwerk wird, ist das Urheberrecht des ersten Künstlers durchbrochen und Ihnen steht das Urheberrecht an diesem neuen Kunstwerk zu.

Ich habe einige befragt und ihnen mein Bild und das überarbeitete gezeigt. Jeder ist der Meinung es ist kein selbstständiges Kunstwerk (also die Abwandlung). Demnach müsste ich doch das Recht haben auf Unterlassung zu klagen oder sehe ich es falsch? Ich habe einen Freund der einen Bekannten hat der Jura studiert. Er erklärte ihm das Problem (ich vermute zeigte ihm auch die Bilder). Dieser war der selben Meinung wie ich und alle anderen die es sahen. Nur müsse man beweisen können,dass es wirklich als erstes entstand. (Ich habe Skizzen und Original auf dem Datum und Kürzel von mir zu sehen sind). Ich möchte einfach auf nummer sicher gehen und nichts übersehen, daher stelle ich hier auch noch die Fragen um mich wirklich abzusichern.

MfG

Ps.: Ich schicke im Anschluss den zweiten link,da pro Post nur einer gesendet werden darf.....

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@Kekshupe

Du hast eine Einräumung von Nutzungsrechten laut § 31 UrhG vorgenommen - ohne zeitliche Begrenzung. Warum sollte deine damalige Willenserklärung nicht mehr bindend sein für dich, nur weil du mittlerweile nicht mehr dem Verein angehörst? Dafür gibt es keinen rechtlichen Grund.

Du hast der Veröffentlichung einer Bearbeitung deines Werkes zugestimmt laut § 23 UrhG. Dieser Zustimmung kannst du nachträglich nicht mehr widersprechen.

Die Ausnahme in UrhG § 42 haben wir genannt. Aber du hast keinen Grund genannt, warum diese Ausnahme greifen könnte.

Wie Savenna aber richtig schrieb, steht dir eine Angemessene Vergütung laut § 32 UrhG zu. Und damit hat sich die Sache.

Gruß aus Berlin, Gerd

PS. Falls es sich bei der Bearbeitung um eine Freie Benutzung nach § 24 UrhG handeln sollte, steht dem Urheber des Originals überhaupt kein Recht zu bei der Verwertung der Freien Benutzung. Ausführlich wird diese Frage hier erörtert.

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