Urheberrecht bei einem Video?

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5 Antworten

Es geht dabei nicht um irgendwelche Besitzrechte - klar hast du das Video erstellt, das macht dir auch keiner streitig. Es geht darum, dass du unerlaubt Inhalte Dritter in das Video gepackt hast - somit hat Facebook sehr wohl das Recht dir zu untersagen Videos upzuloaden wenn du schon des öfteren Aufgefallen bist. Im Grunde kannst du froh sein - YouTube löscht deinen Account, Facebook dagegen behält dich - sie wollen ja Daten von dir haben zum verschärbeln.

Fakt ist - wer Inhalte Dritter verwendet und damit deren Rechte verletzt weil er keine Erlaubnis dazu hat muss mit den Konsequenzen leben - bei Facebook eben nie wieder Videos hochladen.... deine Beschwerde wäre somit gegenstandslos weil unbegründet.

blacknut 27.03.2012, 18:59

aber wie kann ich jemals wieder videos auf facebook stellen?

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concertidee 28.03.2012, 08:49
@blacknut

Zwei Möglichkeiten:

Alle Inhalte des Videos selbst erschaffen, also auch die Hintergrundmusik (und damit ist nicht gemeint, dass Du selbst was nachspielen sollst!).

Oder von den Rechteeinhabern der gewünschten Musik die Verwertungsrechte einholen. Das müsstest Du dann aber noch Facebook verklickern... bei Youtube ist das einfach. Da kann man seine Dokumente dann einreichen.

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stelari 28.03.2012, 09:33
@blacknut

Das ist nun deine Strafe... vermutlich nie wieder mit diesem Account

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Ob facebook das Recht hat,

  1. ein Video zu löschen oder zu sperren,
  2. das Hochladen von Videos für einen Nutzer zu sperren (und wie lange),
  3. einen Nutzer zu sperren (z. B. wegen des Hochladens von "geklauter" Musik in seinem Video - oder von "geklauten" Videos),

das ergibt sich zunächst aus dem Vertrag, den man mit facebook geschlossen hat. Ein Vertrag wird meist geschlossen, indem ein Nutzer ein Häkchen in eine Box vor einer Frage stellt, die meist so lautet: "Hiermit stimme ich den Nutzungsbedingungen zu."

Wenn jetzt in diesen Nutzungsbedingungen (oder Allgemeinen Geschäftsbedingungen = AGBs) steht, "Dem Nutzer ist es nicht erlaubt, Werke hochzuladen, an denen er nicht die Nutzungsrechte besitzt", dann ist dieser Fall prompt eingetreten, wenn man in seinem Video Musik verbreitet, an der man keine Nutzungsrechte zur "öffentlichen Zugänglichmachung" (also per Internet) besitzt.

Das war die erste Frage: Was ist verboten. Die zweite Frage ist: Was darf der eine Vertragspartner (hier: facebook) tun, wenn der andere Vertragspartner gegen diesen Passus des Vertrages verstößt?

Möglich ist eine Abmahnung oder eine Vertragsstrafe oder eine außerordentlich Kündigung oder eben eine Sperre oder eine Teil-Sperre (hier für das Hochladen von Videos). Es kommt halt darauf an, was in den Nutzungsbedingungen steht.

Und was steht da? Ich bin nicht Mitglied in sämtlichen Sachen. Ist es denn sehr schwer, dort mal nachzulesen und die entscheidende Passage hier zu zitieren?

Die dritte Frage wäre dann, ob diese Passage rechtlich überhaupt wirksam ist. Dazu lese man §§ 305 - 310 des BGB: http://www.gesetze-im-internet.de/bgb/index.html Dort steht auch der wichtigste: § 305c Überraschende und mehrdeutige Klauseln

"(1) Bestimmungen in Allgemeinen Geschäftsbedingungen, die nach den Umständen, insbesondere nach dem äußeren Erscheinungsbild des Vertrags, so ungewöhnlich sind, dass der Vertragspartner des Verwenders mit ihnen nicht zu rechnen braucht, werden nicht Vertragsbestandteil. (2) Zweifel bei der Auslegung Allgemeiner Geschäftsbedingungen gehen zu Lasten des Verwenders."

Das war die dritte Frage. Kurz: "Ist diese Sanktion, diese Sperre, per AGB überhaupt wirksam?" Oder war die Klausel über diese Sperre zu ungewöhnlich, zu überraschend, oder etwa zu versteckt in den AGBs?

Die vierte Frage wäre nun, welche rechtlichen Schritte man unternehmen kann für den Fall, dass man die Sanktion, die Sperre für rechtswidrig hält. Hier sehe ich zwei Möglichkeiten: Man kann außerordentlich kündigen und man kann Schadensersatz verlangen für den Schaden, der eingetreten ist durch diese Sperre. (Das könnte auch ein Schmerzensgeld sein, wenn z. B. ein virtueller Heiratsantrag gesperrt und deshalb eine Ehe verhindert worden war :-).)

Eine Verpflichtung des Vertragspartners, seine vertraglichen Leistungen auch wirklich zu erbringen, gibt es selten, wenn man stattdessen den Schaden ersetzt, der entsteht durch die Nicht-Erfüllung des Vertages. Anders sähe es nur aus, wenn ein Kontrahierungszwang bestünde (wie bei Stadtwerken usw.) - was bei facebook wohl noch nicht der Fall ist ;-).

Gruß aus Berlin, Gerd

Wenn die Hintergrundmusik Urheberrechtsgeschützt ist, was auch warscheinlich der Fall ist, dann ja. Du musst dir dann wenn die Lizens oder sowas holen.

blacknut 27.03.2012, 18:22

wie hole ich mir eine lizenz?

Ja aber kann ich jetzt nie wieder videos bei facebook raufladen

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stelari 27.03.2012, 18:36
@blacknut

Vergiss die Lizenz - die wirst du nicht finanzieren können bei weltweiter Verfügbarkeit des Videos... die würde irgendwo im mittleren fünfstelligen Bereich liegen ...

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Warum du gar keine Videos mehr reinstellen kannst weiß ich allerdings auch nich :(

Ich hab mich mit sowas nie richtig beschäftigt. Musst mal nen Experten oder so Fragen tut mir leid.

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