Uran oder Plutonium ohne Strahlung?

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Radioaktive Elemente zerfallen immer zu nichtradioaktiven Stoffen, zum Beispiel zu Blei.

Uran wurde früher zu Farben verarbeitet, mit denen Wände gestrichen wurden; auch diente es zum Färben von Glas (intensiv grünes "Uranglas").

Wenneine Uran- oder Plutonium-Probe nicht mehr radioaktiv ist, folgt daraus, dass es kein Uran oder Plutonium mehr in der Probe gibt, da es zerfallen ist.

Plutonium-293 oder Uran-235 sind alles andere als hochgradig radioaktiv! Plutonium-239 hat eine Halbwertszeit(Hwz) von 24000 Jahren, Uran-235 hat eine Halbwertszeit von 7*10^8 Jahre. Warum sollen diese Stoffe (Radio-Nuklide) hochgradig radioaktiv sein? Das relativ gefährliche bei Uran/Plutonium sind die natürlichen Zerfallsprodukte wie Radium-223 (Hwz=11,4 Tage), das Edelgas Radon-219 (Hwz=4s), Polonium-215 (Hwz=1,8ms), Blei-211 (Hwz=36 min),... . All diese natürlichen Zerfallsprodukte, welche nebenbei auch in unserer natürlichen Umgebung anzutreffen sind (jedoch eher aus der U-238-Reihe), besitzen aufgrund ihrer geringeren Halbwertszeit (Hwz) eine dementsprechend viel höhere Radioaktivität als Plutonium-239 oder Uran-235. Wenn überhaupt zählt man Plutonium-239 zu den mittel-radioaktiven Radio-Nukliden. Uran-235 oder Uran-238 sind nun unumstritten weniger als schwach-radioaktiv. Leider wird dieser Umstand sehr oft vernachlässigt. Also nochmal, das relativ Gefährliche am Uran sind die natürlichen Zerfallsprodukte, nicht das Uran selbst. Eine Ausnahme gibt es jedoch, dass natürlich fast nicht vorkommende Uran-232 Isotop (Hwz=70 Jahre). Leider ist dieses Wissen, welches man eigentlich in der 10'ten Klasse erlernt, für die Presse oder die meisten Menschen einfach viel zu langweilig, als dass es sie interessieren könnte. Das würde ja bedeuten, dass gewisse Panikmache völlig unverhältnismäßig sind :-). Aber schau selbst. Du entnimmst die Daten, welche ich hier angeführt habe, einer Nuklid-Karte (z.Bs. Karlsruher Nuklidkarte). Weiter folgt daraus, das man frische Brennelemente sehr wohl völlig ohne Sorge anfassen kann. Das macht man natürlich auch. Schau dir mal Bilder aus der Brennelementfertigung an. Etwas anders steht es mit den Uran-Plutonium-Misch-Oxid-Brennelementen (MOX). Da Plutonium eine relativ höhere Radioaktivität als Uran besitzt (Radioaktivität ist anti-proportional zur Hwz), geht von frischen MOX-Brennelementen eine etwas höhere Radioaktivität aus, als von reinen Uran-Elementen. Weiter entsteht im zivilen Reaktor-Plutonium, welches sich ja in den MOX-Elementen befindet, durch die Spontane-Kernspaltung (hier von Pu-240) und durch mehrfachen Neutronen-Einfang im Plutonium-239 auch Americium-241, welches ein relativ starker Gamma-Strahler ist. Also, frische Uran-Brennelemente kann man sehr wohl völlig ohne Bedenken anfassen. Abgebrannte Brennelemente, oder Elemente welche eine bestimmte Zeit dem Neutronenfeld eines Reaktors ausgesetzt waren, sind natürlich absolut tödlich. In abgebrannten Elementen befindet sich jetzt auch die nukleare Asche, die Spalt-Produkte. Bei den Spalt-Produkten handelt es sich um sehr kurzlebige Radio-Nuklide, welche somit die Radioaktivität des abgebrannten Elements erheblich steigert (siehe Wiki "Spaltprodukte"). Aber ließ bitte den Artikel bei Wikipedia zu "Uran","Spaltrodukte" und auch gleich noch den Artikel zur „Radonmessung“ und bitte, bitte zur „Strahlenbelastung“. Das empfehle ich übrigens jedem, welcher sich eine naturwissenschaftlich fundierte Meinung bilden möchte. Die Aussagen, welche in der einschlägigen bundesdeutschen Presse gemacht werden, sind sehr oft völlig übertrieben und spiegeln nicht die naturwissenschaftliche Realität wieder. Man darf nicht vergessen, unsere „liebe“ Presse baut auf Zeitungs-Absatz. Daher wird hier sehr oft mit dem Mittel der emotionalisierten Überspitzung gespielt. Man sollte Aussagen der Presse allenfalls als Motivation zum „Nachhaken“ , Nachforschen nehmen. Wie sinnvoll unsere Presse ist, habe wir wohl alle bei der Schweine-Vogel-Grippe oder bei der Gurken-Pest (EHEC) gesehen. Hier wurde nicht informiert sondern nur Panik verursacht. Bitte denkt daran, es gibt auch noch Sachbücher und das Internet. Glaubt um Himmelswillen nicht alles eins zu eins, so wie es in der Presse gedruckt und verkauft wird.

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