Unwissenheit darüber, ob ich mich einem Psychologen/Psychiater/Therapeuten anvertrauen sollte oder ob es zu "übertrieben" wäre...?

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6 Antworten

Bei langen Vorreden, die unter anderem zum Verlassen der Seite auffordern, ist die Wahrscheinlichkeit bissige Kommentare zu erhalten, wesentlich höher als ohne. Es mag nicht immer schön oder angemessen sein, jedoch muss man in einem öffentlichen Forum damit rechnen, dass nicht jede Antwort den eigenen Vorstellungen und Wünschen gerecht wird. Dies nur als Rat für zukünftige Beitrage.

"Ich bin mir überhaupt nicht darüber klar, ob ich einfach kerngesund bin [...]"

darauf folgt dann 

  • "[...] Zwangsstörungen, also Zwangshandlungen [...]"
  • "[...] Drang dazu habe, mich selbst zu verletzen."
  • "[...] durch Schmerzen das alles zu unterdrücken."
  • "[...] eine richtige "Down-Phase" habe [...]"
  • "[...] mir nichts sehnlicher wünsche, als hier und jetzt zu sterben, [...]"

Kerngesund ist in diesem Fall anders. Natürlich hat jeder seine schlechten Tage oder auch Wochen, in denen es ihm oder ihr nicht gut geht, jedoch sind diese zeitlich sehr überschaubar und lassen auch mit der Zeit immer weiter nach. Bei einer permanenten, sich auch wiederholenden, Symptomatik wie dieser, die du hier sehr ausführlich beschreibst, besteht jedoch ein therapeutischer Handlungsbedarf. 

Dieser lässt sich auch relativ leicht festmachen. Der Handlungsbedarf besteht dann, wenn ein Leidensdruck entsteht und man selbst nicht wieder aus dieser Situation herauskommt beziehungsweise diese Symptomatik von selbst nachlässt. Weiterhin natürlich auch dann, wenn bestimmte Symptomatiken auftreten wie suizidale Fantasie und selbstverletzendes Verhalten, die du beide in deinem Text beschreibst. 

Aufgrund dieser Beschreibung deiner aktuellen psychischen Konstitution, würde ich eine therapeutische Unterstützung anraten. Mit dieser zusammen kannst du auch deine beschriebene Ungewissheit ("[...]manchmal bin ich mir nicht sicher, ob [...]" et cetera) schildern und Klarheit schaffen - gemeinsam mit einem Therapeuten, im Rahmen einer Therapie. Einen sehr schönen Überblick, rund um das Thema Psychotherapie, findest du in diesem Frequently Asked Questions der PTK Bayern:

https://www.ptk-bayern.de/ptk/web.nsf/gfx/D4B39DD1F62D6450C125770D002B3D83/$file/FAQ-Psychotherapie.pdf

um dir einen Überblick, über das Angebot an ambulanten Therapeuten, zu verschaffen, würde ich dir diese Suchmaschine empfehlen wollen:

https://www.therapie.de/psyche/info/

Dort hast du auch, nachdem du deine Postleitzahl oder Stadt angegeben hast, die Möglichkeit, die Ergebnisse nach Geschlecht, Abrechnung et cetera zu filtern und bekommst damit die optimalen Ergebnisse, die auf deine Bedürfnisse zugeschnitten sind. Rufe bei den Therapeuten, bei Bedarf, einfach an und erkundige dich - alles weitere klärt sich, sobald dir jemand einen Platz anbietet, in den probatorischen Sitzungen.

Sich im Zweifel einen Therapeuten anzuvertrauen, ist immer die richtige Entscheidung - auch wenn man zu Beginn unsicher ist.

Leider ist, du siehst es vermutlich auch, deine Frage nicht vollständig zu lesen - es scheint zumindest noch ein Teil zu fehlen, da der letzte Satz in der Mitte unterbrochen wurde. Ich schätze, dass die maximale Länge für die Frage überschritten wurde. Falls du also noch weitere Fragen hast oder Anmerkungen, so schreibe gerne einen Kommentar und ich ergänze gerne meine Antwort um die fehlenden Aspekte.

Ich wünsche dir alles Gute und viel Erfolg im Rahmen einer Therapie, sofern du diese anstrebst.

Liebe Grüße.

Nachtrag:

Soeben habe ich auch den fehlenden Teil deiner Fragestellung gelesen und möchte bei meiner bisherigen Einschätzung bleiben, dass eine Inanspruchnahme von therapeutischer Unterstützung der richtige und auch wichtige Schritt wäre.

Insbesondere dann, wenn es einem schwer fällt, sich nahestehenden Menschen anzuvertrauen, könnt ein Therapeut, der im ersten Moment "Außenstehend" ist, womöglich eine Plattform für Gespräche bieten, die du ohne diese Unterstützung nicht hättest. 

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Ja, geh mal lieber. Klingt als ginge es dir echt nicht so toll desshalb. Der Psychologe/Psychologin sagt schon, wenn du keine Therapie brauchst, aber glaub mir, bei dir würde das niemand sagen. Zumal du dich damit schon länger rumquälst. Selbstverletzendes Verhalten ist immer ein Grund sich Hilfe zu holen!

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Hey,

meiner Meinung nach solltest du dich einem Psychologen/Therapeuten/Psychiater anvertrauen. Am sinnvollsten wäre - denke ich - ein Therapeut ;)

Also zu übertrieben um damit mit jemandem von Fach zu sprechen ist eigentlich nichts.

Gerade deine Probleme sind alles, nur nicht übertrieben. Schon alleine eine Zwangsströrrung ist ein sehr guter Behandlungsgrund. Selbstverletzendes Verhalten, egal wie und egal weswegen ist auch ein Grund sich zu behandeln zu lassen. Das ist etwas, was man nicht unterschätzen sollte und das ganz schnell aus dem Ruder laufen kann, ohne dass man das möchte. Diese Heulattacken, wie du sie nennst, machen auch ein wenig stutzig. An so was sollte man auch mit einem Therapeuten/Psychologen/Psychiater arbeiten. Dass Down-phasen auch ein Behandlungsgrund sind, dürfte ersichtlich sein...
besonders, wenn das so weit geht, dass du nicht mehr leben möchtest.

Suizidgedanken, egal ob man auf sie eingeht oder nicht, sollten, besonders wenn sie öfter auftreten, auf jeden Fall ernst genommen werden!

Alles Gute dir

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Das heißt, dass ich mir (meist) eine Nagelschere zur Hand nehme und loslege. Ich weiß, dass das dumm ist und dass eine Nagelschere vielleicht auch nicht gerade hygienisch ist aber in solchen Momenten ist mir das egal. Es ist eigentlich lange her, ich habe es bestimmt ein paar Monate nicht mehr gemacht aber seit ein paar Wochen fängt auch das wieder an. 

Auch seelisch versuche ich mich manchmal zu bestrafen oder zu belasten, was dann so (idiotisch) aussehen kann: "Ha ha, ich packe mir nur ein halbes Brot für den ganzen Tag ein, damit ich dann den restlichen Tag Hunger habe, bis ich wieder Daheim bin am Abend." (Nein, es geht nicht immer um das Essen, ich bin mit meiner Figur zufrieden und möchte nicht unbedingt abnehmen oder zunehmen) 

Was mich ziemlich belastet sind solche, ich nenne sie mal "Heulattacken". Es passiert manchmal bei einer normalen Sprechstunde beim Arzt wegen des Blutabnehmens (ständige Kopfschmerzen, Unkonzentriertheit, Müdigkeit, Vergesslichkeit; Körperlich alles fit, Blut super, er meinte es wäre alles der Psyche zuzuschreiben) oder bei einem Gespräch mit meiner Anleitung bei der Arbeit, wo man sich gegenübersitzt und Dinge bespricht. Die Person war total überrascht, als ich plötzlich wie aus dem nichts angefangen habe, zu zittern, zu schluchzen und nicht mehr sprechen konnte, weil ich so geheult habe. Einfach zusammenhangslos. Oftmals muss ich es mir auch auf der Arbeit (Kindergarten; Praktikum) verkneifen, zu weinen. Manchmal zusammenhangslos, manchmal weil zum Beispiel jemand mir blöd gekommen ist oder ich gestresst bin. 

Ich bin sehr vergesslich und das macht mir auf der Arbeit öfters zu schaffen. Ich sehr introvertiert und habe sehr ungerne Kontakt zu anderen Menschen. Demnach habe ich auch keine Freunde, mit denen ich mich treffe. Und das ist auch gut so, denn ich bin nicht so gerne unter Leute. Wenn ich im Alltag beim Busfahren zum Beispiel begrüßt werde, sage ich manchmal aus Nervösität heraus etwas wie "Tschüss" oder "Morgen". Ich schaffe es nicht, jemanden in die Augen zu sehen beim Sprechen und wenn ich zum Beispiel an der Kasse bei McDonalds bin, sage ich mir schon drei Minuten vorher -Eine Apfeltüte bitte, Eine Apfeltüte bitte, Eine Apfeltüte bitte...- Ja. Und dann bin ich dran und habe tatsächlich schon einmal voller Nervösität gesagt "Einen Big Mac bitte!" 

Ich denke tatsächlich immer, ich sei unerwünscht, egal ob ich einen alten Schulfreund mal bei Facebook anschreibe oder im Zug eine alte Klassenkameradin treffe, wo ein Gespräch dann in etwa so aussieht: Sie: "Hey, nächste Woche ist in XY die Disco offen, ich gehe mit der und der dahin, kommst du mit?" Und ich dann etwas stammle wie: "Oh, ich kann leider nicht, habe viel zu tun." Dabei meide ich Feste, Schwimmbäder, Discos, Veranstaltungen, große Menschenmengen und so weiter generell. 

Meine Mutter ist wütend, weil ich angeblich permanent "negativ, schlecht gelaunt und zu gar nichts zu motivieren bin seit langem" und so Unrecht hat sie gar nicht. Sie sagt auch gerne, ich sei nicht normal und meinte neulich, ich würde gar nichts auf die Reihe bekommen und müsse einmal zum Psychologen. 

Naja, mit meinem Vater spreche ich über so etwas nicht, ich sehe ihn selten. Mein Stiefvater ist da eindeutig die falsche Person, er hat eindeutig psychopatische Züge und macht sich regelmäßig über mich lustig etc. bei meinen Eltern suche ich also besser keinen Rat. Ansonsten habe ich keine Verwanden, denen ich nahestehe oder die ich so gut leiden kann, dass ich mit ihnen darüber sprechen würde. Generell kann ich es mir nicht vorstellen, überhaupt mit jemanden darüber zu sprechen. 

Ach ja und wegen der Verletzungen, die sind natürlich immer von meiner Katze! Sowas würde ich doch niemals tun, nein! ^^ Tatsächlich beabsichtige ich nicht, von meinen Mitmenschen Aufmerksamkeit zu bekommen oder so, ich verstecke es eben (viel ist es nicht!) und sollte es dazu kommen, dass jemand eine der wenigen Narben sieht, war es eben meine Katze oder der Reiskocher. Man muss eben kreativ sein! 

Ich habe schon seit längerem keine Motivation mehr, irgendetwas zu machen, ich esse, um satt zu sein. Ich esse normal viel und nach wie vor vegan aber zur Zeit gebe ich einen Fi** darauf, ob es gesund ist und manchmal sogar ob es vegan ist, obwohl ich eigentlich immer so begeistert dahinterstand und auch gesund leben wollte aber das ist mir alles irgendwie egal geworden. Meine Haare mache ich auch nicht mehr, ich wasche sie einfach einmal die Woche, sie fetten eh nicht und mache dann irgendeine Frisur, die meist mehrere Tage bestehen bleibt. Meine Klamotten sind mir auch nicht mehr so wichtig und meinen Sport habe ich längst aufgegeben. Meine größten Hobbys, Lesen und Geschichten schreiben, verschwinden langsam auch.

Ich bekomme die einfachsten Sachen nicht mehr geregelt und bin überfordert mit Schule und Arbeit (Berichte schreiben, Angebote planen und durchführen, für Klausuren und Prüfungen lernen, Fahrschule und lernen...), was auch meiner Mutter und in der Arbeit meiner Anleitung auffällt. 

Ich möchte nicht, dass ich Mitleid bekomme oder irgendetwas in der Art, viel mehr hoffe ich, dass jemand eventuell Erfahrungen in dem Gebiet hat und mir sagen kann, ob es ratsam wäre, dass ich Hilfe hole. Keine Ahnung, ob in Form einer Therapie, ob ich zum Psychiater oder Psychologen sollte oder was auch immer. Nur diesen einen Rat wünsche ich mir, dass ich weiß, ob es sinnvoll wäre oder ob das alles nur "Pipifax" ist und ich damit einfach klarkommen muss. 

Telefonseelsorge kann ich mir nicht vorstellen und reden kann ich auch mit keinem Angehörigen, da ich erstens immer denke, ich sei überall unerwünscht und es würde niemanden interessieren (auch wenn das manchmal irrsinnig ist) und ich nicht wirklich Personen habe, mit denen ich reden kann. 

Ach und mit "Rede mit deinem Partner/Freund" ist das auch nicht so einfach, da ich keinen Partner habe und auch überhaupt keine Lust darauf habe. Ich könnte es mir nicht (mehr) vorstellen, eine Beziehung zu haben, das würde ich ganz und gar nicht wollen. Mit Liebe, Beziehungen, Nähe und so etwas habe ich es gar nicht so. 

Danke. 

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Kommentar von julekatze1999
04.02.2017, 20:40

PS. Ich bin weiblich und 17 Jahre alt. 

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Schaden würde es dir nicht mal eine Therapeutin auf zu suchen . Letztendlich kann sie oder er, dir besser als jeder hier auf "Gutefragenet" sagen ob eine Therapie nötig wäre . Es ist sicherlich  für dich interessant heraus zu finden in wie weit die zwangsgedanken, die selbstverletztungen und die depressiven Episoden zusammenhängen . Vielleicht erfährst du viel Neues über dich selber und verstehst dein Verhalten somit besser. Man merkt ja das du deine Symptome nicht wirklich einordnen kannst bzw selber nicht weißt , ob das Ausmaß stark ist oder nicht ..
Genau dafür wäre ja eine Therapie da, um das mal alles besser unter die Lupe zu nehmen ..
Finde aufjedenfall dass das ein triftiger Grund ist eine Psychotherapie zu beginnen..schon alleine das man bei kleinsten Schwierigkeiten ans sterben denkt, steht in keinem normalen Verhältnis. Das zeigt wie empfindlich du reagierst, genauso deine Selbstverletzung ..also würde dir da aufjedenfall eine Therapie raten und hoffe das die dich weiter bringen wird auf deinen Weg !!!
Und nein keine Frage ist überflüssig , mach dir da keinen Kopf, denn jeder hat seine individuellen Probleme und es würde mich da sehr wundern , wenn es jemanden bis ins kleinste Detail so gehen würde wie dir... Viel Erfolg !!

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Jep geh zum Psychologen, er wird dir sicherlich dabei helfen diese Probleme in Grenzen zu halten.

Aber geh da wirklich hin denn es könnte sehr gefährlich für dich werden.

Denn auch wenn du dich jetzt selbst bestimmen kannst und deine Selbstattacken zügeln kannst könnte das sehr schnell nicht mehr der Fall sein.

Hole dir unbedingt äußere Hilfe!!!

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