Unwissender Ungläubiger will sich mit religiösen Texten beschäftigen - Wo anfangen?

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23 Antworten

Also am ältesten ist die Thora. Die kommt auch in der christlichen Bibel wieder vor, heißt dort "Altes Testament", ist etwas anders übersetzt und hat eine andere Reihenfolge. Aber prinzipiell die gleichen Inhalte.

Leichter verständlich ist aber das "Neue Testament". Aus dem Grund würde ich damit anfangen. Du kannst das sogar online lesen, z.B. unter www.bibleserver.com

Nun musst du dich noch für eine Übersetzung entscheiden. Es gibt hier katholische und evangelische Übersetzungen. Recht einfach verständlich ist die "Gute Nachricht Bibel", ich weiß aber jetzt nicht, ob die katholisch oder evangelisch ist. Aber wundere dich nicht, wenn du dort etwas liest, was du zwar schon so ähnlich, aber mit einem etwas anderen Wortlaut gehört hast. Das liegt daran, dass es aus einer anderen Übersetzung ist.

Fang am besten mit den Evangelien an. Es gibt davon vier: Matthäus, Markus, Lukas und Johannes. Das waren vier Männer, die ca. 80 Jahre (wenn ich mich nicht täusche) n. Chr. diese Geschichte aufgeschrieben haben.

Das Alte Testament würde ich im nächsten Schritt angehen, z.B. Genesis 1,1 (Erschaffung der Welt), die Geschichte mit der Sintflut (Noah), es gibt da noch ein paar weitere Schlüsselszenen, die jeder kennt, der einmal Religionsunterricht hatte. Ich kann sie dir aber nicht alle nennen. Und mit dem Koran kenne ich mich gar nicht aus.

Hallo Julian 444,

von Andrastos hast du hier den Tipp, die Hauptschriften aller drei "Buchreligionen" zu lesen.

Andrastos hat allerdings gemeint:

1.) alle 3 Religionen meinen ihr Gott sei der einzig wahre und alle anderen führen nicht zur Erlösung

2.) alle 3 Religionen sagen man soll gegenüber Glaubensbrüdern ein guter Mensch sein, aber Heiden werden Menschenrechte mehr oder weniger aberkannt.

3.) alle 3 Religionen unterdrücken auf die eine oder andere Weise das weibliche Geschlecht und ordnen sie dem Mann unter.

Bitte um Beispiele wo dies nicht zustimmt.

Zu 1: Alle drei Religionen meinen den einen Gott und sind der Auffassung, dass Allah, Gott der Christen und der Jahwe des Altentestaments (Juden) der gleiche Gott ist. Das ist dann also schon richtig, dass ihr Gott der wahre und einzige Gott ist. Speziell für das Christentum ein Zitat von Kardinal Ratzinger (Benedikt XVI.):

Die Zugehörigkeit zur katholischen Kirche ist keine unabdingbare Voraussetzung zur Erlangung des Seelenheils. Diese Aussage geht aus dem Dokument, Das Christentum und die anderen Religionen" hervor, das die Internationale Theologenkommission des Vatikans in einem vier Jahre dauernden Beratungsprozeß unter Vorsitz von Joseph Kardinal Ratzinger erarbeitet hat. In dem Papier heißt es: „Die grundlegende Frage ist heute nicht, ob die Möglichkeit besteht, daß Menschen das Heil auch dann erlangen können, wenn sie nicht zur sichtbaren katholischen Kirche gehören: Diese Möglichkeit wird heute als theologisch sicher angesehen."

Zu 2: Im neuen Testament findest du das Gleichnis vom barmherzigen Samariter, der gerade nicht Glaubensbruder der Juden , sondern Feind war!

Im Alten Testament:

(Ex 23,21: Hat dein Feind Hunger, gib ihm zu essen, hat er Durst, gib ihm zu trinken ..

Ex 23,4-5 Wenn du dem verirrten Rind oder dem Esel deines Feindes begegnest, sollst du ihm das Tier zurückbringen. 5 Wenn du siehst, wie der Esel deines Gegners unter der Last zusammenbricht, dann lass ihn nicht im Stich, sondern leiste ihm Hilfe!)

Verhalten gegenüber Fremden: Lev 19,33-34

33 Wenn bei dir ein Fremder in eurem Land lebt, sollt ihr ihn nicht unterdrücken. 34 Der Fremde, der sich bei euch aufhält, soll euch wie ein Einheimischer gelten und du sollst ihn lieben wie dich selbst; denn ihr seid selbst Fremde in Ägypten gewesen. Ich bin der Herr, euer Gott.

Zu 3: In Gen 1 die Formulierung, die unterschiedslos und gleichwertig Mann und Frau nennt und damit weit über das Niveau der damaligen Zeit hinausgeht:

….Gott schuf also den Menschen als sein Abbild; als Abbild Gottes schuf er ihn. Als Mann und Frau schuf er sie. 28Gott segnete sie und Gott sprach zu ihnen: Seid fruchtbar und vermehrt euch, bevölkert die Erde, unterwerft sie euch und herrscht über die Fische des Meeres, über die Vögel des Himmels und über alle Tiere, die sich auf dem Land regen. …

Eine weitere Stelle: Paulus bei Eph 5, 22: Ihr Frauen, ordnet euch euren Männern unter… hört sich schon provokativ an. Aber hier wird eine bestehende Familienordnung und Rollenverteilung vorausgesetzt und als Bild genommen für das Verhältnis zwischen Christus und der Kirche. Abgesehen davon geht die Vorstellung von Paulus weit über das hinaus, was in der damaligen Zeit üblich ist. Im Zusammenhang sieht das dann so aus:

21 Einer ordne sich dem andern unter in der gemeinsamen Ehrfurcht vor Christus. 22 Ihr Frauen, ordnet euch euren Männern unter wie dem Herrn (Christus); 23 denn der Mann ist das Haupt der Frau, wie auch Christus das Haupt der Kirche ist; er hat sie gerettet, denn sie ist sein Leib. 24 Wie aber die Kirche sich Christus unterordnet, sollen sich die Frauen in allem den Männern unterordnen. 25 Ihr Männer, liebt eure Frauen, wie Christus die Kirche geliebt ……..hat 28 Darum sind die Männer verpflichtet, ihre Frauen so zu lieben wie ihren eigenen Leib. Wer seine Frau liebt, liebt sich selbst.“

Ein weiteres Beispiel aus dem Islam: Im Koran ist festgelegt, dass die Frau die Hälfte von dem erben solle, was ein Mann bekommt. Das hört sich unterdrückend an. Der Hintergrund ist allerdings, dass in vorislamischer Zeit die Frau überhaupt nichts erbte, da in der Stammesgesellschaft die Frau bei einer Heirat ggf.in den fremden Stamm überging und der Stamm dann wirtschaftliche Verluste hätte. Mohammed wollte aber diese Stammesvorschriften „knacken“, konnte aber keine vollständige Gleichberechtigung durchsetzen. Seine Koranvorschrift war sozusagen der Finger, der eine Richtung wies. Traditionelle Islamisten sehen allerdings her mehr den Finger, aber nicht mehr die Richtung.

Was erbt denn die Frau laut Christentum??? Bevor du behauptest, dass das islamische Erbrecht für Frauen unterdrückend ist, informier dich erst mal "richtig"!! Es ist nämlich alles andere als unterdrückend!!! Die Frau muss ihr Eigentum nämlich nicht "rausrücken", sondern hat das Recht es nuuuuur für sich allein zu verbrauchen! Anders als der Mann, der mehr erbt als sie, ist sie nicht zur Verpflegung der Familie und Eltern verpflichtet! Somit findet der Ausgleich statt, ja sogar eine Bevorzugung der Frau!Die Frau muss sich nämlich nicht abrackern und arbeiten wie ein Kerl und erbt trotzdem und kann damit tun und lassen was sie will! Hört sich verrückt an, oder? Weil das im Westen unvorstellbar ist!!! Da steht der Mann mit der Frau im Lidl an der Kasse und sie muss den Geldbeutel auspacken und die Hälfte zahlen! Und weil wir grad beim Thema sind: der Islam verleiht als erste Religion überhaupt der Frau ein Recht auf Eigentum und ein Recht auf Erbe!!! Informier dich mal wann diese Rechte im Westen "erkämpft" wurden!! Mehr als 1000 Jahre später!! ;)

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@DinaNur

Hallo DinaNur,

deine Informationen: Vielen Dank! Sehr hilfreich.

Ich galube aber, du rennst bei mir offenen Türen ein. Ich hatte geschrieben: "Das hört sich unterdrückend an". Es scheint mir, dass du dir speziell diesen Punkt herausgenommen hast, aber nicht weitergelesen hast. Es hört sich eben nur so an, ist es aber überhaupt nicht.

Meine Absicht war, einmal darzustellen, dass das islamische Erbrecht eben nicht unterdrückend ist, sondern, dass Mohammed versucht hat, mehr Rechte für Frauen durchzusetzen, als es in der vorliegenden Stammesgesellschaft gegeben war. Es ist ihm aber leider nicht gelungen, eine vollständige Gleichstellung durchzusetzen.

Der Fehler, der in der Koraninterpretation für meine Begriffe gemacht wird: Der Koran wird als unveränderliche Offenbarung betrachtet, und damit ist die Quote, die Hälfte zu erben, als festgeschrieben betrachtet worden. Das war aber überhaupt nicht die Absicht Mohammeds.

Noch ein weiterer Punkt, wo sich die Achtung vor der Frau im Islam zeigt: Bei den Beduinenstämmen geht (oder ging früher) der Mann vor der Frau, und die Frau trug das Gepäck.

Auch das hört sich unterdrückend an, ist es aber nicht! Der Gedanke, der dahinter steht: Der Mann geht vor der Fau und muss die Hände (für die Waffen) frei haben, um die Frau zu schützen.

Der Fehler, der hier gemacht wird: Man versucht, ein Verhalten in einer anderen Kultur mit den Maßstäben der eigenen Kultur zu beurteilen - und das geht eben nicht.

Ich hoffe, du verstehst mich. Durch den Kontakt und durch Gespräche mit Moslems habe ich eine hohe Achtung vor dem Islam. Es ist mit aufgefallen, dass man mit Moslems sehr viel eher in ein religiöses Gespräch kommt als mit Angehörigen der eigenen Konfession.

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Jetzt hast du mich beruhigt! Danke für deine schönen und lieben Worte. Ich freue mich sehr, wenn man mal wieder auf jemanden stößt, der so schön nachdenkt wie du!!

Ich hab es womöglich falsch verstanden und hatte gleich den Drang zur Berichtigung :)

Liebe Grüße !!

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Geh sonntags erst einmal zur Predigt in die Kirche, damit Du erst einmal weißt, worauf es im Glauben eigentlich ankommt. Auch kirchliche Jugendstunden könnten Dir helfen, die es bestimmt auch bei Euch gibt. Wenn Du bisher gar keine Ahnung hast, ist Bibel usw. schon etwas schwierig zu begreifen.

Schon deine Wortwahl finde ich extrem komisch. :3

Du bezeichnest dich selbst als "unwissenden Ungläubigen", was ja schon schlussfolgert, welche Antworten du haben möchtest und dass du schon eine starke Meinung herausgebildet hast..

Ein Atheist ist nicht unwissend - im Gegenteil sogar. :3

Religionen und religiöse Texte sind interessant, aber in einem historischen Kontext - in einem religiösen Kontext sind sie nichts weiter als von Menschen für Menschen geschriebene fiktive Werke.

Du solltest daher dich eher fragen, wieso du dich jetzt plötzlich als unwissend bezeichnest - was überzeugt dich denn so von Religionen?

Lg

Du bezeichnest dich selbst als "unwissenden Ungläubigen" ...

Diese Bezeichnung ist, wenn man den Rest der Frage durchliest, sicherlich richtig:

Das Wort "ungläubig" kann bedeuten, dass man sich intensiv mit Religionen beschäftigt hat, deren Vorstellungen genau kennt und dann zu dem Schluss gekommen ist, dass man an diese Dinge nicht glauben kann.

Es kann aber auch bedeuten, dass man sich noch nie damit befasst hat.

Um diese beiden Varianten zu unterscheiden, verwendet der Fragesteller das Wort "unwissend".

Sofern ich die Frage richtig verstanden habe, sucht der Fragesteller nach Literaturempfehlungen, mit der er vom "unwissenden Ungläubigen" zum "wissenden Ungläubigen" (wenn ich diese Ausdrücke so verwenden darf) werden kann.

Er will nicht vom "Ungläubigen" zum "Gläubigen" werden.

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Lies einfach Bibel und Koran, aber nicht wie eine Schullektüre, sondern langsam... Versuch den Hintergrund zu verstehen, in die Tiefe zu gehen. Recherchier nach, wenn du nicht weiter kommst... Überprüfe ob das gelesene mit der Vernunft und dem Herzen in Einklang steht. Und wenn Gott will, dass du "gläubig wirst" wirst du dich schon für die wahre Richtung entscheiden, inshallah.

So, wie ich das verstanden habe, würde ich dir empfehlen erstmal bei den historischen und philosophischen Grundgedanken anzufangen. Ich würde also zuerst einmal die Entstehung vieler Religionen durchforsten und mich dann mit Philosophen beschäftigen, die die Beweggründe analysiert haben etc. Im Anschluss würde ich dann den Koran, Bibel, Tora, Pali Kanon etc. lesen. Vielleicht schaust du zu den jeweiligen nebenbei nach Büchern, die das auch ein wenig erörtern und nicht nur stumpf darstellen.

Zu den einzelnen Kategorien findet man auf bspw. Amaz** einige gute Bücher.

Viel Erfolg!

Du kannst die Bibel lesen und Auslegungen. Am Besten fängst du mit dem Johannes-Evangelium an. Du kannst dich auch im Archiv von Daily-Message umsehen und dir interessante Texte heraus suchen zu bestimmten biblischen Aussagen. Ansonsten empfehle ich dir in einer freiklirchliche Gemeinde in die Bibelstunde/Jugendtreff/Hauskreis zu gehen. Gemeinsam lernt es sich leichter. Zudem kannst du dir Predigten anhören - die gibt es zahlreich im Internet. Zum Bsp. bei Sermon-online. Alles Gute.

http://daily-message.de/writer1.php

Welche Texte sind im Sinne eines Gesamtbildes noch zu empfehlen?....

Sigmund Freud: Totem und Tabu, um zu verstehen wie es zur Religionsausbildung kam, auf die Herrschaft von religiös begründeter Gewalt bis hinein in die Gegenwart

& dann lese von Prof. Philip G. Zimbardo: Der Luzifer- Effekt. Die Macht der Umstände und die Psychologie des Bösen.

letzt genanntes Buch beschäftigt sich auch mit den Auswirkungen des blinden Gehorsamsein müssens ... der Angsterzeugung ... fahr' zur Hölle.... bis zu dem... die persönliche Verantwortlichkeit zu verwässern, anderen, "Gott" "Luzifer" zuzuschreiben, oder den Regierungen :( wenn Menschen zu Ungeheuern werden... <-vom Hexenhammer, über die Nazis bis zu Abu Ghraib ->

m.l.G. ;) h

Ps .. hier noch die Bezugsdaten... Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg 2008, ISBN 978-3-8274-1990-3.

Am besten fängst du mit den Wikipediaartikeln an. Weder die Bibel noch der Koran sind auf sich allein gestellt wirklich nützlich um die Religion als solche zu verstehen. Ein Priester oder dergleichen wäre eine bessere Informationsquelle.

Ansonsten gibt es Fachliteratur.

P.s. Der Koran ist der jüngste Text.

Ein Priester oder dergleichen wäre eine bessere Informationsquelle.

... weil die ja so eine unparteiische Sicht haben...

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@beamer05

zu priestern würde ich nicht raten ich kannte nur einen Priester der bei solchen Fragen nicht versucht hat einen gleich zu konvertieren und der ist leider schon seit 10 Jahren im Ruhestand.

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Vergleiche die verschiedenen Antworten auf Fragen,die du dir stellst und denke darüber nach.Wenn du auf die ursprünglichen Sprachen der religiösen Bücher Auslegungen und Sinn der Wörter bekommen möchtest-mußt du dich bei Wissenschaftlern kundig machen.Ich lese mir gern die wissenschaftlichen klaren Aussagen von Joseph Ratzinger durch.

Wenn dein Gottesbild sich mit keiner Religion deckt, sollte es dich nicht verzweifeln lassen, denn Gott passt nicht in menschliche Erklärungsversuche,Denn wer kennt schon Gott? Ich finde die Bergpredigt wunderbar, sie ist eine Ergänzung und Auffüllung und Erneuerung des alten Testaments. Der Koran ist 600 Jahre nach Chr .entstanden.Das neue Testament 300 Jahre nach Chr. und das alte Testament wurde 70 nach Chr, zusammengefasst zu einem Stück.weil da alle Juden in die Welt hinaus getrieben wurden, Vorher wurde das meiste mündlich erzählt. In der Gefangenschaft in Babylon wurden auch schon die ersten Texte geschrieben.die auf Erzählungen beruhen. Falls du dich für den Monotheistischen Gott entscheiden solltest,so sind es 3 große Religionen die den Selben Gott unterschiedlich anbeten. Daher kannst du sehen, das viele Menschen eine andere Ansicht von Gott haben, und es wohl sehr schwer werden wird sie je unter einen Hut zu bekommen.

Wenn du dich mit dem Christentum beschäftigen möchtest, könntest du am Anfang vielleicht eines der 4 Evangelien des Neuen Testaments und danach den Römerbrief lesen. Hilfreich kann eine Bibel mit einem guten Bibelkommentar sein, z.B. die MacArthur Studienbibel (gibt es kostenlos auf Sermon-online .de) oder der Walvoord Bibelkommentar.

Auf Sermon-online gibt es viele interessante Predigten zu verschiedensten Themen. Sehr empfehlenswert finde ich diese Seite: http://www.gottesbotschaft.de/?pg=3048 Auch die anderen Artikel auf der Homepge sind sehr interessant und können helfen, einen Überblick über einen biblisch fundierten christlichen Glauben zu bekommen.

Ich würde mit dem Neuen Testament anfangen, und zwar den Evangelien und der Apostelgeschichte. So kannst du lesen, wie Jesus gewirkt hat, und was die unmittelbaren Auswirkungen waren.

Erst mal Gratulation zu deiner Entscheidung! Mit deiner Einstellung eröffnen sich dir ganz neue Einsichten in diese Thematik. Es ist nie zu spät! Mit sorgfältigen Übersetzungen und fundierter Literatur kannst du nichts falsch machen.

http://www.gutefrage.net/tipp/buchtipps-zur-bibel

PS: Der Koran ist am jüngsten.

Moin,

hier auf GF sind die verschiedensten Leute unterwegs, die eher Spaß daran haben, sinnlose Standpunktdiskussionen auszulösen, als diejenigen, die wirklich etwas beitragen können. Somit rate ich, dir einfach dir selbst ein Bild davon zu machen, schließlich fragst du danach.

Um die Traditionshintergrund dieses christlich geprägten Umfelds zu verstehen, lohnt es mit dem Alten Testament anzufangen. Darauf braut das Neue Testament auf. Wenn du dir dann noch die orientalische Kulturlandschaft anschauen möchtest, kannst du mit dem Koran weitermachen. Wenn es in die Richtung der indischen Religionen gehen soll,.. so ist natürlich die jeweilige Primär- Literatur zu empfehlen.

Ich würde die Texte auf Deutsch lesen, in einer dir verständlichen Art, sodass man nicht nach drei Seiten das jeweilige Buch wieder zuklappt. Ich mein,.. du willst ja nicht gleich eine Exegese betreiben...

Wenn man mit der primären Literatur durch ist, was je nach Ausdauer und Lust eine Weile dauern kann,.. käme sekundär Literatur, wie Einleitungen in das Neue Testament, Kommentare,.. (eigenständige Textsorten) uvm. in den Focus.

Folgende Lektüre fand ich sehr erhellend:

  • Die Bibel (AT und NT)
  • Schabbat (über das Judentum) von Lea Fleischmann
  • Buddhismus für Dummies von Jonathan Landaw und Stephan Bodian
  • Das Gilgamesch-Epos herausgegeben von Stefan Maul und wesentlich älter als Bibel, Koran und Co.

Eventuell auch für dich interessant aber fand ich schwer zu lesen:

  • Die Edda
  • Die Bhagavad Gita

Atheist bin ich aber trotzdem geblieben ;-)

Du willst die Texte der Religionen verstehen. Tut mir Leid, dich enttäuschen zu müssen, aber das ist unmöglich.

Die Idee, man könne einen Text "verstehen" setzt letztlich voraus, dass Texte einen festen, ihnen zu eigenen Sinn haben, auf den man bei ihrer Interpretation stoßen kann. Und wenn man diesen Sinn gefunden hat, so die Theorie, hat man den Text "verstanden".

Aber Texte haben, gebaut wie die einzelnen Aussagen und Begriffe, aus denen sie bestehen, keinen festen Sinn.

Deshalb kann man Texte auch nicht verstehen, sondern nur interpretieren. Und wenn du das machen willst, dann würde ich dir raten, dich mit den verschiedenen Exegesemetoden für religiöse Texte zu befassen. Du findest sie im Internet.

Und wenn du dann eine Methode gefunden hast, die dir zusagt, dann kannst du dir einen religiösen Text nehmen, er dich besonders interessiert, und ihn interpretieren.

Hoffe, ich konnte helfen.

Du willst die Texte der Religionen verstehen.

Das hat der Fragesteller mit keinem einzigen Wort gesagt.

Er will die Religionen selbst - und nicht deren Texte - verstehen. Die Texte sind für ihn nur Mittel zum Zweck, um die Religion verstehen zu können.

Es ist vor diesem Hintergrund (siehe andere Antworten) noch nicht einmal klar, ob der Fragesteller für diesen Zweck wirklich einen religiösen Text, oder doch lieber ein "Lehrbuch" nehmen sollte.

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@martin7812

Der Fragesteller sagt, er wolle die Religionen verstehen. Jetzt mal davon abgesehen, dass für die das Selbe gilt wie für ihre heiligen Texte: Aus dem Fragtext geht für mich hervor, dass der Fragesteller Religionen mit ihren heiligen Schriften gleichsetzt.

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Wenn du wirklich "unparteiisch" an die Sache rangehen willst (was ich nicht so wirklich glaube), empfehle ich dir, eine Einführungsliteratur zu nehmen, die einen Überblick über deutlich mehr Religionen gibt als das Christentum und den Islam.

Ich habe mich mit so ziemlich ALLEN Religionen der Menschheit beschäftigt. Dafür habe ich ca. 40 Jahre gebraucht. Am ehesten kann ich den Wotanismus empfehlen, eine Form des Animismus germanischer Prägung. Besonders beachtenswert ist dessen Aussage:

Besser gar nicht geopfert, als zu viel geopfert,

besser gar nicht geglaubt, als zu viel geglaubt.

Wenn du willst, werde ich dir die Aussagen des Wotanismus kurz zusammen fassen.

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