Unterzuckerung durch kohlenhydratarme Ernährung? Und wenn ja, welche Folgen?

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"Atkins" ist lediglich eine Form von Low-Carb, es gibt auch reichlich andere Diäten mit ähnlichen Ansätzen. Man muss auch sehen, dass bei Atkins die vielkritisierte Eingewöhnungsphase mit "möglichst viel Fleisch und Fett" nur ein paar Tage gemacht werden soll - danach geht es in eine viel gemäßigtere gemüsereiche Kost über.

So wie ich das sehe machst du also nicht wirklich Atkins, sondern eher eine Bodybuilding-Diät mit extrem viel Eiweiß (sogar extra noch Shakes/Pulver!). Das sehe ich sehr wohl kritisch, da kann ich mir auch Stoffwechselentgleisungen, Nierenprobleme etc. vorstellen.

Mach's einfach nicht so krass, lass das Eiweißpulver und die Shakes weg, die brauchst du für einen gesunden und normalen Muskelaufbau nicht (für Profi-Bodybuilding ggf. schon). Du darfst auch sehr wohl Fette und Öle zu dir nehmen, das tut der ketogenen Diät keinen Abbruch. Eine gewisse Menge ist sogar zwingend lebensnotwendig (Stichwort essentielle Fettsäuren = Omega-3 bzw. -6)!. Magerquark mit Leinöl liefert genau das.

Zum Thema Unterzucker: Strengenommen kommt es natürlich zu einer Unterzuckerung, das wird ja auch angestrebt. Erst dadurch fängt der Körper an Fett (und Eiweiß - deswegen ja Muskeltraining und nicht zu wenig Eiweiß essen) abzubauen.

Diese Unterzuckerung ist aber nicht krankhaft, sondern im Rahmen der Ketose (Energiegewinnung aus Fett und Eiweiß statt Kohlenhydraten) völlig normal. Der Körper ist auf Hungerperioden sehr wohl vorbereitet und geht davon nicht kaputt. Im Gegenteil, die ständige "Einzuckerung" ist erst für viele Krankheiten ursächlich.

Fakt 1: Der Körper braucht zwingend Eiweiß und Fett (essentielle Amino- und Fettsäuren), sonst folgt Krankheit und Tod. Sehr fettarme Däten sind daher viel gefährlicher als jedes Low-Carb!

Fakt 2: Der Körper braucht nicht zwingend Kohlenhydrate um zu funktionieren. Er kann aus Fett und Eiweiß selbst Kohlenhydrate herstellen (Gluconeogenese).

Natürlich sollte man es nicht übertreiben, sondern dem Körper Zeit lassen den Stoffwechsel umzustellen. D.h. langsam anfangen, genug trinken (z.B. hydrogencarbonatreiches Mineralwasser, Kräutertee) um Nierenprobeme und Übersäuerung zu vermeiden. Dazu viel und abwechslungsreiches Gemüse, ein paar Nüsse/Kerne/Ölsaaten, dann sehe ich da kein Problem.

Vielen Dank für die umfangreiche Antwort. Du hast mir sehr geholfen. :-)

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Wenn du Sport machts, solltest du natürlich erstmal überlegen, worum es dir dabei überhaupt geht. Wenn du dich nur dazu "quälst", um eine bessere Figur zu bekommen, dann wirst du mit Low Carb und Kraftsport sicherlich Erfolg haben, zumindest, solange du das aushälst und eventuelle körperliche Signale (Hunger auf Kohlenhydrate, körperliche Schwäche) ignorieren kannst. Falls du Sport machst, weil es dir Spaß macht und weil du deine körperliche Leistung steigern möchtest, kann ich nur davon abraten, sich auf irgendwelche Experimente einzulassen, sondern da ist es das Beste, einfach auf den Körper zu hören und das zu essen, worauf man Lust hat. Der Körper weiß selbst am besten, was er gerade braucht.

Aus gesundheitlicher Sicht halte ich gar nichts von kohlenhydratarmer Ernährung. Sicher ist der Körper dazu in der Lage, Proteine in Kohlenhydrate umzuwandeln. Das kostet einen gewaltigen Aufwand und verhilft dadurch auch kurzfristig zum Abnehmen. Aber man belastet den Körper auch sehr einseitig, anders als bei einer gewöhnlichen Mischkost, bei der man alle Stoffwechselprozesse (und beteiligte Organe) gleichermaßen ausnutzt. Bedenken bezüglich Nieren- und Leberschäden kennst du ja wahrscheinlich bereits. So oder so wird dich dein Körper früher oder später so oder so überlisten und du wirst dem Hunger auf schnell verfügbare Energie aus Kohlenhydrate nicht mehr widerstehen können. Gerade dann, wenn du Sport machst und diese Energie brauchst. Und spätestens dann wirst du dank Jojo-Effekt die Konsequenzen zu spüren bekommen.

Absolut gar nichts halte ich von Eweißpulvern. Das ist eine reine Marktetingmasche und bringt nur dem Produzenten/Verkäufer etwas. Man muss sich vor Augen halten, dass auch mit intensivem Training nur eine geringe einstellige Anzahl an Kilogramm Muskelmasse pro Jahr antrainieren kann. Der größte Teil der Eiweißzufuhr wird darauf verwendet, beschädigte Muskelfasern zu reparieren. Bei der Menge an Eiweiß, das für zusätzlichen Muskelaufbau notwendig ist, handelt es sich um ein paar Gramm pro Tag. Da die meisten Menschen in Industrieländern aus der alltäglichen Ernährung ohnehin deutlich mehr Eiweiß zu sich nehmen, als sie wirklich brauchen, benötigt auch niemand Nahrungsergänzungsmittel für den Muskelaufbau und muss auch bei intensivem Kraftraining nicht auf einen besonders hohen Eiweißgehalt in der Ernährung achten. Das ist vielleicht ein altes Märchen aus den 70ern. Also um deinen Geldbeutel zu schonen, kann ich nur empfehlen, auf Pülverchen zu verzichten. Der Nutzen ist gleich null.

ganz kurz: die atkins-diät wurde inzweischen in den u.s.a. als gesundheitsgefährdend eingestuft. nicht ohne grund, sie stellt eine mangelernährung dar, bauchschmerzen, verstopfung, mattigkeit, kraftlosigkeit etc. stellen sich ziemlich schnell ein. frage um dich rum, wer diese diät mitgemacht hat, wie lange und mit welchen ergebnissen. du wirdst mit sicherheit erfahren, dass niemand dauerhaften erfolg damit hat, was auch kein wunder ist.

Is schon ein paar Jahre her, dass die Frage eine Frage war..... heut kann ich was dazu sagen. Ich hab von Sept. 2015 bis April 2016 Low carb gelebt (nebenbei nicht ein Gramm abgenommen) bin dann aber so in Unterzucker gerutscht, dass meine Ärztin mir dringend zum Abbruch geraten hat. Das ist ja nun auch schon beinahe ein Jahr her, aber der Unterzucker ist nach wie vor ein Problem. Dabei habe ich meine Ernährung nun auf das Gegenteil umgestellt, also High carb und low fat..... (wieder kein Gramm abgenommen) aber das bekommt mir, im Blick auf den Unterzucker, bedeutend besser. Trotzdem geh ich nie ohne Traubenzucker aus dem Haus. Es sind vor allem die Sehstörungen, die sehr unangenehm und belastend sind.

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