Unterversicherung - Abzug wegen Unterversicherung

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Du hast völlig Recht. Es gibt wirklich viele Leute, vor allem Studenten oder junge Leute (erste eigene Wohnung) die keine großen Werte in der Wohnung haben. Ich als Berater bestehe bei solchen Kunden auch nicht auf die volle Versicherungssumme, die lt. Unterversicherungsverzicht eigentlich vereinbart werden müßte, vermerke dies aber im Beraterprotokoll. Denn schafft dieser Kunde sich von Zeit zu Zeit mehr Hausrat an, kann er schnell in die Unterversicherung geraten. Das muß der Kude wissen.

Die Versicherung bzw. ein Gutachter muß nachweisen, dass ein Kunde wirklich unterversichert ist. Das ist er, wenn der Wert des Hausrats die Versicherungssumme übersteigt. (Nach der Formel qm Wohnfläche X 650) wie Du richtig schreibst.

Aber auch jemand, der sein Hausrat nach dieser Formel versichert kann unterversichert sein. Er hat zwar den Unterversicherungsverzicht, aber er bekommt maximal die Versicherungssumme ausbezahlt.

Fazit: Die Versicherungssumme der Hausratversicherung richtet sich immer nach dem tatsächlichen Widerbeschaffungswert des Hausrats,

Die Wohngebäudeversicherung wird ja meist nach "Art und Ausstattung" berechnet (Wert nach 1914) sodass hier kaum eine Unterversicherung möglich ist.

Erstmal Danke für die ausführliche Antwort!

Mir ist jetzt aber noch nicht klar, bei wem die Beweispflicht liegt.

Suzi schreibt, dass der VN das Recht hat gegen eine Unterstellung der VR vorzugehen und du schreibst, dass der VR eine Unterversicherung nachweisen muss. Wie ist die Regelung nun?

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@Torchmann

Suzi hat sich da besser ausgedrückt als ich.

Die Versicherung prüft, und wenn der VN mit dem Ergebnis nicht einverstanden ist, kann er dagegen vorgehen, und muß dann aber nachweisen, dass er nicht unterversichert ist.

Das kann er durch Fotos und vor allem durch Anschaffungsbelege. Manchmal ist aber auch das nicht Aussagekräftig, wenn man beispielsweise an Unterhaltungselektronik denkt. Denn da ist ja vieles günstiger, als noch vor 10 Jahren. Und da die Versicherung ja den Widerbeschaffungswert in gleicher Art und Güte bezahlt...

Es geht ja auch nicht darum, ob die Versicherung nun überhaupt nichts leistet, wenn jemand unterversichert ist. Deshalb sind Streitigkeiten deswegen sehr selten. Sie leistet ja. Aber eben dann nur Prozentual. Meist entsteht eine Unterversicherung, weil der VN immer nur eine neue Anschrift mitteilt, nicht aber die neue Wohnungsgröße. Eine erneute Beratung, weil der Vertrag beispielsweise schon 10 Jahre läuft, und nie überprüft wurde, lehnen viele ab.

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Sofern Unterversicherungsverzicht nicht vereinbart ist, kann der Versicherer im Falle eines Teilschadens die Schadenzahlung in dem Verhältnis kürzen, in dem die Versicherungssumme zu dem Versicherungswert steht. Dazu ist natürlich eine Prüfung und Ermittlung des aktuellen Versicherungswertes erforderlich. Wenn der Versicherer Unterversicherung unterstellt, hat der Versicherungsnehmer das Recht, nachzuweisen, dass keine Unterversicherung vorliegt.

Völlig richtig, und auf den Punkt gebracht.

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Die Unterversicherung muß eigentlich nachgewiesen werden - wenn der Versicherer sie behauptet, muß man u.U. zivielrechtlich dagegen kllagen und trägt das Risiko, teuer zu verlieren

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