Unterstellung Anzeigen mit Zeugen?

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3 Antworten

Hallo DriftNooB,

es kommt ganz da drauf an, wie sich die Unterstellung abgespielt hat. Grundsätzlich währe es möglich, dass durch die Handlung die folgenden Straftatbestände erfüllt sind:


§ 185 StGB - Beleidigung

Die Beleidigung wird mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe und, wenn die Beleidigung mittels einer Tätlichkeit begangen wird, mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.


§ 186 StGB - Üble Nachrede

Wer in Beziehung auf einen anderen eine Tatsache behauptet oder verbreitet, welche denselben verächtlich zu machen oder in der öffentlichen Meinung herabzuwürdigen geeignet ist, wird, wenn nicht diese Tatsache erweislich wahr ist, mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe und, wenn die Tat öffentlich oder durch Verbreiten von Schriften (§ 11 Abs. 3) begangen ist, mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.


§ 187 StGB - Verleumdung

Wer wider besseres Wissen in Beziehung auf einen anderen eine unwahre Tatsache behauptet oder verbreitet, welche denselben verächtlich zu machen oder in der öffentlichen Meinung herabzuwürdigen oder dessen Kredit zu gefährden geeignet ist, wird mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe und, wenn die Tat öffentlich, in einer Versammlung oder durch Verbreiten von Schriften (§ 11 Abs. 3) begangen ist, mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.


Alle drei Delikte sind reine Antragsdelikte, dass heißt die Tat wird nur dann verfolgt, wenn ein Strafantrag gestellt wurden.

Da Du schreibst, dass das Ganze in der Schule war, gehe ich mal davon aus, dass Du noch Jugendlicher bist. Liege ich damit richtig, kannst Du den Strafantrag noch nicht alleine Stellen, sondern Deine Eltern müssen en Strafantrag mit unterschreiben.

Die Frage ist nur, ob sich der ganze Aufwand lohnt.

Es ist gut möglich, dass je nachdem was vorgefallen ist, die Staatsanwaltschaft das Verfahren aus den verschiedensten Gründen einstellt

Wird das Verfahren nicht eingestellt, musst Du und Deine Freunde sehr wahrscheinlich als Zeugen aussagen.

Fällt der Täter noch unter das Jugendstrafrecht, kann er nicht zu der im Gesetz genannten Geld.- oder Freiheitsstrafe verurteilt werden, sondern muss lediglich mit einer Erziehungsmaßregel rechnen.

Du solltest Dir als gut überlegen, ob es aus Deiner Sicht wirklich erforderlich ist, dass die Person bestraft wird, vor allem da mit keiner wirklichen Strafe zu rechnen ist.

Die Sache würde nur:

  1. Dich und wenn Du noch nicht volljährig bist Deine Eltern viel Zeit kosten
  2. der Polizei viel Zeit kosten
  3. der Staatsanwaltschaft Zeit kosten
  4. dem Gericht Zeit kosten
  5. was natürlich auch viel Gel kostet, welches dann der Steuerzahler zahlen muss.

Schöne Grüße
TheGrow

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Unterstellen ist nicht strafbar.

Deshalb waere eine Anzeige sinnlos.

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Kommentar von DriftNooB
09.11.2015, 20:44

Ja ich meine das etwas anders, aber ich kann ja mal mein Anwalt fragen was die Person sagen muss damit ich sie anzeigen kann.

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Wenn die "Unterstellung" deftig genug ist und ggf. Auswirkungen auf Deine Behandlung durch Andere, Arbeitgeber, Lehrer etc. hat, dann ggf.

Leider schreibst Du nicht was Dir "unterstellt" wird.

Das nennt man dann "üble Nachrede"! Allerdings sollte es schon massive Auswirkungen haben, denn die Polizei ist kein Kindergarten und wird nicht jeden "Müll" aufnehmen.

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