unterschiede vom Passivhaus und normales Haus?

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1 Antwort

Hallo!

man müsste natürlich erst einmal ein "normales Haus" definieren- Bestand oder EnEV 2016 Neubau - ich gehe mal vom letzteren aus:

Die Energie, die man zum Beheizen des Gebäudes benötigt liegt noch etwa 2 bis 3 mal unter dem heutigen Neubauniveau. Die Heizlast statt bei 30-40 W/m² bei 10 W/m². In Heizkosten ist das Ganze nicht mehr sehr relevant, da man statt ca. 400-500 € pro Jahr Heizkosten, nur noch 100-200 € hat. Ca. rechnerische Amortisationsdauer der Mehrkosten eines Passivhauses (die sehr von der Architektur und Sonderwünschen abhängt) ca. 15-20 Jahre unter Berücksichtigung der KfW-Fördermittel. Bei einfachen Gebäuden ohne Erker etc. und Holzbauweisen ist die Wirtschaftlichkeit i.d.R. besser. Ich habe es schon einmal geschafft, eines kostenneutral zum Neubauniveau 1999 zu bauen. 

Die Idee des Passivhauses, als einer der möglichen nachhaltigen Standards für die Zukunft, ist ein Gebäude mit der Luft zu beheizen. Willst du keine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung und eine raumweise Regelung, würde ich mir andere Konzepte anschauen. Der Wirtschaftlichkeitsgedanke beim Passivhaus ist nämlich, die normale Heizungsverteilung - Heizkörper oder Fußbodenheizung weg zu lassen und das Geld stattdessen in eine besser gedämmte Gebäudehülle zu stecken. Wenn man das nicht macht, ist es auch nicht wirtschaftlich....

Pluspunkte kann das Passivhaus im best möglichen Wohnkomfort sammeln, relativ große Unempfindlichkeit gegen Heizungsausfall oder Extremnutzer (oft Mieter) die zu wenig lüften und zuviel Feuchtigkeit produzieren. Wegen Letzerem bauen viele Wohnungsbaugesellschaften im Passivhausstandard, weil der ziemlich Idiotensicher für eine Fehlnutzung ist und deshalb dadurch keine Schimmelpilzschäden mehr auftreten.

Es gibt aber nicht nur das Passivhaus, sondern auch andere Konzepte, wie das Sonnenhaus, Null oder Plusenergiehäuser, wobei letztere ein wenig eine Mogelpackung sind, da die Regeln diese zu berechnen, im Gegensatz zur Passivhausberechnung, nicht sehr realitätsnah sind. Alle heutigen guten Standards erfordern eine gute Detailplanung und keine 0815 Leistung der am Bau Beteiligten.

Ich würde mir heute ein fast Passivhaus als KfW 40 plus-Standard bauen  und versuchen, mit Photovoltaik und einer Miniwärmepumpe die Grundlast des Gebäudes abzudecken und einen kleinen Kaminofen für die 5-10 Tage im Jahr nutzen, um die Spitzenlast zu decken. Ob die Zeit für Batteriespeicher schon reif ist, wird heiß diskutiert. Erst einmal die überschüssigen Solarstrom in Wärme für Warmwasser umwandeln und vielleicht Batterie in 2-3 Jahren nachrüsten... 

LG Arne (Passivhausplaner, -Trainer)

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