Unterschiede: Notfallsanitäter, Notarzt, Ersthelfer, Rettungssanitäter, Sanitäter?

5 Antworten

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https://de.wikipedia.org/wiki/Rettungsfachpersonal

Ich habe aber gerade Schreiblaune.

  • Ersthelfer

Da kommt es auf den Kontext an. Prinzipiell ist jeder, der im Unglückfall vor Eintreffen der Profis hingeht und schaut ob er helfen kann, ein Ersthelfer. Davon abzugrenzen ist der betriebliche Ersthelfer, was quasi ein Erste-Hilfe-Kurs unter strengeren Auflagen ist und alle zwei Jahre wiederholt werden muss. Jeder Betrieb muss Vorgaben erfüllen, wie viele Ersthelfer in der Belegschaft sind.

  • Sanitäter

Darunter kann man so ziemlich jeden verstehen, der eine rote Jacke trägt und kranken Menschen hilft. Das ist meist die Bedeutung, wie sie Zeitungen o.ä. verstehen.

Im Engeren Sinne ist damit meist ein Sanitätshelfer gemeint; die Sanitätsdienstausbildung ist die übliche Ausbildung im ehrenamtlichen Bereich (Sanitätsdienst, Katastrophenschutz). Sie umfasst quasi eine erweiterte Erste Hilfe mithilfe einfacher Medizingeräte, beispielsweise die Sauerstoffgabe. Die Ausbildung umfasst oft 48 Unterrichtseinheiten, das sind ein paar Abende und ein paar Samstage.

  • Rettungsanitäter (RS)

Ist eine professionelle Qualifikation, aber keine Berufsausbildung. Sie wird oft im Rahmen eines FSJ/BFD im Rettungsdienst erworben und umfasst (in Vollzeit) 4 Wochen Schule, 4 Wochen Praktikum auf einer Rettungswache und 4 Wochen Praktikum in einer Klinik. Dabei erlangt man u.a. einen Eindruck, welche Medikamente man verwenden kann, wie man einen Venenzugang legt usw., um bei solchen Maßnahmen assistierend tätig werden zu können. Selbst dürfen diese Maßnahmen nicht durchgeführt werden.

In den meisten Bundesländern darf ein RS als medizinisch Verantwortlicher auf einem Krankentransportwagen (KTW) eingesetzt werden sowie als "2. Mann" (Fahrer und Zuarbeiter) auf dem Rettungswagen (RTW).

  • Notfallsanitäter (NFS)

3-jährige Berufsausbildung und das Höchste, was man als nichtärztliches Rettungsdienstpersonal erreichen kann. Vorgesehen als medizinisch Verantwortlicher auf dem RTW und als Fahrer+Zuarbeiter für den Notarzt im Notarzteinsatzfahrzeug (NEF). Die Ausbildung umfasst nicht nur "welche Medikamente gibt es wofür", sondern auch ganz konkret, an welcher Stelle des Körpers sie wie wirken, was kombiniert werden kann und was nicht... dazu kommen die Anlage von venösen Zugängen, eine externe Schrittmachertherapie, maschinelle Beatmung... Das alles lernt der NFS bei seiner Ausbildung. Nur, was davon er tatsächlich anwenden darf, darüber ist man sich noch nicht einig.

  • Notarzt

Ein Arzt (studierter Mediziner, Studium dauert 12 Semester) mit der Zusatzqualifikation als Notarzt. Das ist keine eigene Facharztausbildung, sondern es existieren in den Bundesländern unterschiedliche Voraussetzungen, was einen zum Notarzt macht; z.B. braucht man mal eine Facharztausbildung und mal nicht. Oft sind Notärzte Fachärzte für Anästhesiologie, also Narkoseärzte. Das liegt daran, dass diese Fachrichtung die meiste Praxis mit Schmerzbekämpfung, Narkoseeinleitung, Punktierung von Venen und maschineller Beatmung hat. Das ist genau das, was im Notfalleinsatz gebraucht wird... und Oma Schneiders Küche ist halt auch keine vollausgestattete Intensivstation, es muss also auch unter ungünstigen Bedingungen klappen.

In deiner Liste fehlt noch der Rettungshelfer. Das ist quasi eine abgespeckte Version der Ausbildung zum Rettungssanitäter (das Klinikpraktikum fehlt) und qualifiziert in vielen Bundesländern zum "2. Mann" auf dem Krankentransportwagen.

Woher ich das weiß:Beruf – Ich arbeite im Rettungsdienst

Vielen Dank für Ihre Hilfe ich habe noch eine Frage

Unswahr der Rettungshelfer?

Herzlich Dank:)

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@HE5510
Unswahr der Rettungshelfer?

Ähm... joa. Der Rettungshelfer. Was ist damit?

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@RedPanther

Ich meine können sie mir auch Details zum Beruf Rettungshelfer geben?

Sie haben mir echt geholfen danke

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@HE5510

Das ist kein Beruf, sondern eine Qualifikation. Die ermöglicht es in einigen Bundesländern, dass man als Fahrer eines Krankentransportwagens eingesetzt wird. Ist sozusagen das unterste Level, auf dem man ein Auto fahren darf, das Blaulichter auf dem Dach hat... allerdings braucht man die im Krankentransport nur äußerst selten.

Krankentransport ist letztendlich wie Taxifahren. Nur, dass die Passagiere aus gesundheitlichen Gründen keine öffentlichen Verkehrsmittel nutzen können und dass es meist Transporte zwischen Arztpraxen, Krankenhäusern und Pflegeheimen sind.

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@RedPanther

Wenn Sie selten genutzt werden wer übernimmt dann das Fahren?

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@HE5510

Es ist kein großer Mehraufwand, jemanden statt zum Rettungshelfer gleich zum Rettungssanitäter auszubilden. Also setzt man einfach zwei Rettungssanitäter auf den Krankentransporter, dann können die sich abwechseln mit fahren und Patienten betreuen.

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@RedPanther

Was ist IHRE Meinung, sollte man lieber Rettungshelfer oder Rettungssanitäter oder Notfallsanitäter werden?

(Ich möchte ehrlich gesagt bzw. Interessiere mich für's Fahren mit Blaulicht und Dem Sanitäter assistieren?

Wäre Rettungshelfer somit geeignet für mich?

Was ist ihre Meinung?

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@HE5510

In meinen Augen ist der Rettungshelfer nicht wirklich zu was gut.

Wenn man eine Weile im Rettungsdienst arbeiten möchte, z.B. wenn man nach der Schule erst in 1-2 Jahren studieren möchte, dann ist der Rettungssanitäter gut. Dafür würde ich aber beileibe kein Geld in die Hand nehmen, sondern ein FSJ oder BFD machen, da gibts die Ausbildung umsonst.

Wenn man den Rettungsdienst langfristig beruflich machen möchte, sollte man schon die richtige Berufsausbildung machen, also den Notfallsanitäter. Allerdings hat man da relativ schleche Chancen, wenn man nicht vorher schon Rettungssanitäter ist ;)

Ich möchte ehrlich gesagt bzw. Interessiere mich für's Fahren mit Blaulicht

Wenn das der einzige Grund ist, weshalb du im Rettungsdienst arbeiten willst, dann vergiss die Idee schnell wieder! Das macht zwischen vielen Stunden, in denen du mit Patientn sprichst, sie behandelst und in Krankenhäusern versuchst dem richtigen Arzt zu übergeben, nur wenige Minuten au.

Das wäre in etwa so, als würdest du Schreiner werden, weil du gerne im Baumarkt einkaufst.

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Ersthelfer: dieser Begriff umfasst eigentlich jeden, der ohne einen beruflichen Hilfsauftrag inne zu haben, als erstes Hilfe leistet, auch Fachpersonal hat während seiner Freizeit keinen beruflichen Hilfsauftrag, wird daher in der Freizeit auch von der Bezeichnung "Ersthelfer" umfasst, der Laie bezeichnet mit "Ersthelfer" jedoch zumeist Personen, welche über einen erste Hilfe Kurs verfügen und kein Fachpersonal sind.

Sanitäter: diese Bezeichnung führen ehrenamtliche Mitglieder des Sanitätsdienstes der Bereitschaften, welche an einer organisationsinternen Sanitätsdienstausbildung teilgenommen haben, dies ist in der Regel ein Lehrgang von 48 Unterrichtseinheiten, keine praktische Ausbildung im Krankenhaus und/oder im Rettungsdienst, das hat daher vom Umfang her nichts mit einer rettungsdienstlichen Ausbildung zu tun. Der Begriff "Sanitäter" wird hauptsächlich vom deutschen Roten Kreuz (DRK) verwendet, andere Hilfsorganisationen verwenden für derartig ausgebildete Helferinnen und Helfer die Bezeichnungen Sanitätshelfer, Sanitätsresthelfer oder Einsatzsanitäter, gemeint ist aber immer eine Person, mit einer organisationsinternen Ausbildung.

Rettungshelfer: diesen hast du nicht in deiner Auflistung benannt, da es ihn aber gibt, erwähne ich ihn. Rettungshelfer ist eine nicht durch bundeseinheitliche Vorschriften geregelte Qualifizierung, etabliert hat sich in ihrer Ausbildung das sogenannte "320 Stunden- Programm", wonach die Ausbildung 160 Stunden Lehrgang mit schriftlicher und praktischer Prüfung und ein Praktikum von ebenfalls 160 Stunden umfasst, das je nach Örtlichkeit zu 80 Stunden im Krankenhaus und zu 80 Stunden im Rettungsdienst oder ausschließlich im Rettungsdienst abzuleisten ist. Rettungshelfer sind zweite Personen und Fahrer im qualifizierten Krankentransport, in der Notfallrettung kommen sie heutzutage im modernen Rettungsdienst eigentlich nicht mehr zum Einsatz.

Rettungssanitäter: dessen Ausbildung basiert auf den "Grundsätzen zur Ausbildung des Personals im Rettungsdienst (Rettungssanitäter)" des Bund- Länder- Ausschusses Rettungswesen, sogenanntes "520 Stunden- Programm". Es sind vier Module, zuerst sind mindestens 160 Stunden Grundlehrgang, dann 160 Stunden klinische Ausbildung (i.d.R 80 Stunden in der Anästhesie/OP und 80 Stunden Notaufnahme oder Intensivstation), danach dann ebenfalls 160 Stunden Praktikum im Rettungsdienst an einer anerkannten Lehrrettungswache, davon sollen mindestens 80 Stunden an einer Rettungswache mit einem Notarztstandort abgeleistet werden und zuletzt erfolgt der mindestens 40 umfassende Rettungssanitäter- Abschluss-/Prüfungslehrgang mit der Abschlussprüfung (120 Minuten schriftliche Aufsichtsarbeit, 20 Minuten mündliche Prüfung und ebenfalls 20 Minuten praktische Prüfung). Der Rettungssanitäter betreut selbstständig nicht- Notfallpatienten im qualifizierten Krankentransport auf einem Krankentransportwagen (KTW) und ist in der Notfallrettung zweite Person (Assistenz des höher-qualifizierten Notfallsanitäters oder aktuell noch des Rettungsassistenten bei der Versorgung von Notfallpatienten) und zugleich ist er auch der Fahrer des Rettungswagens.

Notfallsanitäter: ist am 01.01.2014 durch das Notfallsanitätergesetz (NotSanG) neu als Berufsbild eingeführt worden und hat damals die zweijährige Ausbildung zum Rettungsassistenten abgelöst, diese wird seither nicht mehr angeboten. Die Ausbildung zum Notfallsanitäter dauert drei Jahre, 1.920 Stunden Unterricht an einer staatlich anerkannten Schule für Notfallsanitäter, 720 Stunden praktische Ausbildung in einem geeigneten Krankenhaus und 1.960 Stunden praktische Ausbildung im Rettungsdienst an einer genehmigten Lehrrettungswache. Die Ausbildung schließt mit der staatlichen Prüfung am Ende des dritten Ausbildungsjahres ab. Notfallsanitäter kommen eigenverantwortlich als verantwortliche Fachkräfte auf Rettungswagen in der Notfallrettung zum Einsatz, aktuell auch noch Rettungsassistenten.

Notarzt: Der Notarzt ist zunächst einmal Arzt, er muss also über ein erfolgreich abgeschlossenes Studium der Humanmedizin verfügen. Um dann als Notarzt im Rettungsdienst tätig werden zu dürfen, benötigt der Arzt noch die "Zusatzbezeichnung Notfallmedizin", die genauen Vorgaben hierzu machen die die Ärztekammern der einzelnen Bundesländer, nach der Musterempfehlung der Bundesärztekammer umfasst diese Weiterbildung jedoch: mindestens zwei Jahre Tätigkeit im Krankenhaus als fertiger Arzt, davon mindestens sechs Monate in der Anästhesie, Intensivmedizin oder in der Notfallaufnahme, einem 80 stündigen Lehrgang in der allgemeinen und speziellen Notfallversorgung, sogenannter "Notarztkurs" und mindestens 50 Notarzteinsätze unter der Aufsicht und Anleitung eines erfahrenen, verantwortlichen Notarztes (Praktikum). Eine abgeschlossene Facharztausbildung braucht ein Notarzt in Deutschland allerdings keine. Notärzte sind heutzutage kaum noch als Hauptberuf Notärzte sondern "normal" als Arzt im Krankenhaus angestellt+ 3,4 Dienste als Notarzt im Monat.

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@Rollerfreake

Ach ja, der Notarzt kommt zum Einsatz, wenn der Notfallpatient unmittelbar am Notfallort einer ärztlichen Behandlung bedarf, also in der Regel bei lebensgefährlichen Zuständen und/oder wenn am Patienten Tätigkeiten vorgenommen werden müssen, zu denen rechtlich nur ein approbierter Arzt die Berechtigung hat. Er kommt dann in der Regel mit einem Notarzteinsatzfahrzeug (NEF) hinzu, kann den Patienten sofern keine ärztliche Transportbegleitung erforderlich ist wieder verlassen oder aber ihn im Rettungswagen zum Krankenhaus begleiten.

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Ich erkläre die einzelnen begriffe quasi in aufsteigender Reihenfolge, also fange mit dem an, der am wenigsten kann/darf und ende mit dem, der am meisten kann/darf.

1. Ersthelfer:

Wenn du einen Führerschein hast, oder mal ein erste Hilfe hilfe kurs belegt hast, bist sogar du schon ein Ersthelfer. Genau genommen ist jeder ein Ersthelfer, der hilft und nicht einfach weg geht oder gafft.

2. Sanitätshelfer (hast du vergessen, gibts auch noch):

Ein Sanitätshelfer hat schon etwas mehr wissen, als man beim eh-kurs lernt. Man kann damit auf einem Rettungswagen zwar aushelfen, kann aber selbst nicht allzuviel machen. Man kann einen SanHe auch schon machen, bevor man 18 ist.

3. Rettungssanitäter:

Rettungssanitäter können schon etwas mehr. Eigentlich alles, was mit erste Hilfe und dem Equipment auf dem Rettungswagen (rtw) zu tun hat. Außer Medikamente geben.

4. Notfallsanitäter

Das upgrade vom Rettungssanitäter zum notfallsanitäter sind die Medikamente. Man darf als notfallsanitäter zwar nicht alle Medikamente geben, aber doch schon einige.

5. Notarzt:

Der Notarzt kommt nur bei bestimmten Einsätzen zum Einsatz. Beispielweise bei einem Herzinfarkt. Er kommt in einem eigenen Fahrzeug, also nicht auf dem rtw, sondern auf dem Notarzteinsatzfahrzeug (nef) zum Einsatz dazu. Er kann im Gegensatz zum notfallsanitäter alle btw deutlich mehr Medikamente geben.

Übrigens: der, der die höchste Ausbildung an dem Einsatzort hat, trägt die Verantwortung und kann den anderen sagen, was sie tun sollen. Also wenn ein rtw allein am Einsatzort ist, gibt der Notfallsanitäter dem Rettungssanitäter die Kommandos, sobald aber ein Notarzt dazu kommt, ist er der chef.

PS: einen Sanitär gibt es so nicht, das ist der Überbegriff für die einzelnen arten von Sanitärn

Doch, den Sanitäter gibt es, beim DRK werden die ehrenamtlichen Helfer/innen des Sanitätsdienstes so bezeichnet, Sanitätshelfer ist die Bezeichnung der Johanniter, bei den Maltesern werden derartig qualifizierte Helfer als Einsatzsanitäter bezeichnet und beim ASB wieder anders.

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Rettungssanitäter ist ein ein Sanitäter bei der Rettung

Sanitäter sind z. B auch beim militär vertreten da sagt man dann dann dementsprechend ...sanitäter

ein ersthelfer kannst auch du sein wenn du einen mind 8 stündigen kurs gemacht hast sie sind die ersten maßnahmen die gemacht werden sollten bei notfällen z.B wenn einer eine offensichtlich stark blutende wunde hat ihm helfen diese zu versorgen oder bei bewusstlosen einen atemcheck zu machen und dann in die stabile seitenlage zu bringen

notfallsanitäter ist eine erweiterung des Rettungssanitäters der einem bei zusatzkompetenzen auch mehr zulässt

und ein notarzt ist der notfallmediziner der für die rettung tätig ist und bei schlimmeren notfällen auch alarmiert wird

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung
notfallsanitäter ist eine erweiterung des Rettungssanitäters der einem bei zusatzkompetenzen auch mehr zulässt

Joa.... nur mal so 3 Jahre Ausbildung im Vergleich zu 3 Monaten. Eine klitzekleine Erweiterung.

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So schwer ist das ja wohl nicht das auf Google zu suchen.

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