Unterschied zwischen Tiefentspannung(Yoga Nidra) und Achtsamkeitsmeditation?

3 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Ich bin Buddhist und habe ein paar Jahre Erfahrung mit verschiedenen Formen von Meditation, so dass ich versuchen kann, es dir zu erklären.

Bei Yoga Nidra geht es darum, den Geist in einen Zustand zwischen Schlafen und Wachen zu bringen, so dass man wie beim Schlaf "auftanken" kann, sich aber seines Zustands bewusst ist, also nicht unbewusst träumt.

Meditation ist dagegen ein Zustand entspannter Achtsamkeit und somit weder schläfrige Trance, noch angespannte Konzentration. Es geht also nicht um besondere Bewusstseinszustände, sondern geistige Präsenz.

Daher ist es kein Wunder, dass du dich bei Achtsamkeitsmeditation wacher fühlst, da Meditation an sich keine Entspannungstechnik darstellt, auch wenn sie heute teilweise so verstanden und benutzt wird.

Was empfiehlst du für mehr innere Ruhe? Ich meditiere täglich 60 Minuten, und dachte, dass ich stattdessen 60 Minuten Nidra praktiziere.

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@LBxRAIDER

Innere Ruhe kann man mit beiden erreichen.

Meditation trägt meiner Meinung nach dazu bei, dass man im Laufe der Zeit eine größere Klarheit entwickelt und sich nicht mehr von angelernten Denkmustern und Emotionen beherrschen lässt.

Dadurch wird als angenehmer Nebeneffekt der Kopf ganz von selbst freier und so ist man natürlich auch gelassener, weil einem nicht mehr tausend unwichtige Dinge durch den Kopf gehen.

Allerdings können bei einer Meditation auch wieder Dinge zurück ins Bewusstsein gelangen, die man bislang nicht wirklich verarbeitet, sondern lediglich verdrängt hatte und die man dann bewusst loslässt.

Es ist keine Therapie, aber auch keine reine Entspannungsübung

Wer stattdessen nur eine reine Entspannungspraxis will, kann auch progressive Muskelrelaxation nach Jacobson oder Autogenes Training nach Schultz machen.

Yoga Nidra kann man vielleicht irgendwo zwischen Meditation und Entspannungsübung einsortieren - ich habe nicht genug Erfahrung mit Yoga Nidra, um es angemessen beurteilen zu können. 

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@Enzylexikon

Eine Frage zur Meditation(ich habe Zweifel. Warum auch immer): Ist das mit der Achtsamkeit durchgehend gemeint? Kann man zwischen durch ein Mantra oder sogar ruhen in der Meditation? Gelegentlich muss ich zu schnell atmen und das ist unangenehm, trotz ohne Einfluss. Ich habe das Gefühl von Hyperventilation.            Ich habe mir das meditieren selber beigebracht.

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@LBxRAIDER

ich habe Zweifel

Zweifel woran?

Es ist überhaupt nicht schlecht kritisch zu denken. Gerade wenn es um Spiritualität geht, meinen viele Menschen, ihren Verstand ausschalten und nur noch "intuitiv" handeln zu müssen.

Das ist meiner Ansicht nach ein Irrtum. Der gesunde Menschenverstand sollte nicht klein geredet werden.

Es gibt ja verschiedene Formen von Meditation und so ist es schwierig, zu verallgemeinernde Aussagen zu vermeiden.

oder sogar ruhen in der Meditation?

Mir scheint so, als würdest du Achtsamkeit als etwas anstrengendes empfinden, so wie intensive Konzentration. Das ist aber nicht gemeint.

Achtsamkeit bedeutet einfach, die Gedanken vorbeiziehen zu lassen und sie nicht gewaltsam zu verdrängen, oder an ihnen zu haften.

Man ist nur der Beobachter, der diese Gedanken einfach vorbeifließen lässt, wie Wolken die am Himmel vorbeiziehen.

Die Achtsamkeit ruht auf dem Meditationsobjekt, während man alle Dinge so geschehen lässt, wie sie eben sind. Die Heizung gluckert, das Auto hupt...einfach wahrnehmen und vorbeiziehen lassen

durch ein Mantra

Es wird bei Meditationen meist ein Meditationsobjekt genutzt - also etwas, worauf sich die Achtsamkeit richtet, so dass die Gedanken nicht haften und ein Gedankenkarusell ensteht.

Das kann Achtsamkeit auf die Atmung, die Haltung, ein Mantra, oder ein visualisiertes Bild sein. All das sind Meditationsobjekte.

Bei Mantras sehe ich das Risiko, dass es sich automatisiert und nur noch als Endlosschleife im Geist abläuft - wie weißes Rauschen.

Ich habe das Gefühl von Hyperventilation

Das kann möglicherweise davon kommen, dass du bislang dachtest, du müsstest dich angespannt konzentrieren. Das wirkt sich dann als Spannung auch auf den Körper aus.

Bei der Meditation gibt es nichts zu erreichen. Daher gibt es auch kein Leistungsdenken, Wer ständig denkt "ich muss ruhiger werden!" oder "Konzentriere dich!" kommt sicher nicht zur Ruhe.

Ich habe mir das meditieren selber beigebracht.

Womöglich entspricht die Technik, die du bislang verwendest, einfach deinen persönlichen Bedürfnissen nicht.

Ich selbst empfehle Einsteigern die Achtsamkeitsmeditation auf den Atem, da sie keine besonderen Fähigkeiten voraussetzt.

Hier habe ich ein 15 Minuten dauerndes Video;

https://www.youtube.com/watch?v=yRzxNpkrpDI

Ich hoffe, diese Antwort war hilfreich. Wenn du noch Fragen hast, helfe ich gerne weiter.

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Vielen Dank für den Stern. :-)

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Es ist der Unterschied zwischen Konzentration und Achtsamkeit. Das sind zwei verschiedene Zustandsformen. Bei Konzentration basierten Methoden ist das Meditationsobjekt meist ein einziges, aber auf jedenfall  ist es bekannt. Bei der Achtsamkeitsmeditation dagegen richtet man die Aufmerksamkeit auf das jeweilige Phänomen, welches gerade präsent ist. Diese Meditationsform ist also stark von Offenheit geprägt und man weiß dabei nicht worauf man im nächsten Augenblick fokussiert. D.h. das jeweilige nächste Objekt ist eher unbekannt.

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