Unterschied zwischen Rettungssanitäter und Rettungsassistent?

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Die Ausbildung zum Notfallsanitäter (NotSan) ist die höchste nichtärztliche Qualifikation in der präklinischen Notfallmedizin. Sie umfasst 3 Jahre Vollzeitausbildung und schließt mit einem Staatsexamen.

Bis 2014 gab es noch den Rettungsassistenten (RettAss), der nach einer nur einjährigen Ausbildungszeit sein Examen schrieb und dann ein weiteres Jahr praktische Erfahrung sammeln musste um die Berufsbezeichnung zu führen.

"Alte" Rettungsassistenten können je nach Nachweis ihrer beruflichen Erfahrung (Tätigkeitsnachweise) eine Fortbildung zum NotSan absolvieren um dann am Staatsexamen teilzunehmen.

 - (Beruf, Rettungsassistent)

Hallo HaausFraau,

durch Inkrafttreten des "Notfallsanitätergesetzes (NotSanG)" am
01.01.2014 wird der Beruf des Rettungsassistenten durch den Beruf des
Notfallsanitäters abgelöst. Rettungsassitenten können mit einer Ergänzungsprüfung (DEKRA; TÜV etc.) die Qualifaktion zum Notfallsanitäter erlangen.

Der Notfallsanitäter ist die höchste nichtärzliche Qualifikation im Rettungsdienst. Die Ausbildung dauert volle 3 Jahre.

Rettungssanitäter ist die erste Stufe im Rettungsdienst. Er hat eine im Vergleich zum Notfallsanitäter weitaus kürzere Ausbildung (520 Stunden).

Für die Ergänzungsprüfungen zum Notfallsanitäter oder Weiterbildung zum Rettungssanitäter kannst Du gerne in unserem Bildungsportal die Angebote, Kosten und Akademien dazu vergleichen:

https://www.fortbildung24.com/rettungswesen-sanitaeter-notarzt-notaerzte-kurse/suchergebnisse.html

Viel Erfolg und Gruß

Serviceteam FORTBILDUNG24

Hallo!

Da deine Frage noch nicht vollständig beantwortet wurde, hier nochmal im Detail:

  • Rettungssanitäter (RS): eine dreimonatige Ausbildung, bestehend aus 4 Wochen an einer Berufsfachschule, vier Wochen Krankenhauspraktikum (meistens 2 Wochen Anästhesie, eine Woche Intensivstation und eine Woche Notaufnahme, wobei ursprünglich (1977) mal zwei Wochen Anästhesie und zwei Wochen Intensiv vorgesehen waren) und vier Wochen als Praktikant auf einer Rettungswache (die meiste Zeit muss man auf einem Rettungswagen [RTW] mitfahren, es können nur ein paar Tage auf einem Krankentransportwagen [KTW = Omataxi] anerkannt werden). In der Regel muss ein RS auch den Führerschein der Klasse C1 erwerben (LKW bis 7,5 Tonnen), weil viele RTWs heute über 3,5 Tonnen wiegen, sodass man sie nicht mehr mit dem normalen Autoführerschein fahren darf. Ein RS fungiert als Fahrer eines RTWs, oder als Beifahrer/Verantwortlicher/Kommandant/Patientenversorger auf einem KTW. Für letztere Position braucht man auch nicht den C1-Führerschein.

  • Rettungsassistent (RA): Zwei Jahre Ausbildung. Eines in einer Berufsfachschule, dazu noch vier Wochen Rettungswachenpraktikum (wie beim RS), und im Krankenhaus eine Woche allgemeines Krankenpflegepraktikum (Popo wischen auf Station), fünf Wochen Anästhesie, zwei Wochen Notaufnahme und vier Wochen Intensivstation. Am Ende des ersten Jahres steht das Staatsexamen.
    Das zweite Jahr, das "Anerkennungsjahr", wird nach bestandenem Examen unter Betreuung und Ausbildung eines Lehrrettungsassistenten (erfahrener RA mit spezieller Zusatzausbildung) absolviert. In dieser Zeit arbeitet man praktisch wie ein RS (deshalb auch meist der C1 nötig), und kriegt nebenbei eben noch als "Azubi" was beigebracht. Am Ende des zweiten Jahres steht ein "Abschlussgespräch mit Prüfungscharakter" (So der Wortlaut des Gesetzes).  Der Rettungsassistent war bisher der Chef auf dem RTW, und für die Patientenversorgung zuständig. Er war früher die höchste, nichtärztliche Qualifikation im Rettungsdienst, wurde aber durch den Notfallsanitäter abgelöst.
  • Notfallsanitäter (NotSan): Eine dreijährige Berufsausbildung. Anders als beim RS und RA, wo der Auszubildende für die Ausbildung selbst bezahlen musste (oft mehrere tausend Euro) ist der NotSan ein richtiger Ausbildungsjob. Die Kosten trägt der ausbildende Betrieb, und man erhält auch ein Azubigehalt. Der Notsan ersetzt seit 1. Januar 2014 nach und nach den RA, seit 2016 kann man keine RA-Ausbildung mehr machen und ab 2021 dürfen nur noch NotSans als Chef auf dem RTW eingesetzt werden. Für Rettungsassistenten gibt es eine Weiterbildungsmöglichkeit zum NotSan, die abhängig von der Berufserfahrung 6 - 12 Monate dauert.
  • Notarzt: Der Notarzt ist, wie der Name schon sagt, Arzt. Das heißt er hat mindestens sechs Jahre Medizinstudium (inklusive drei Staatsexamina) hinter sich, danach mindestens zwei Jahre Berufserfahrung als Arzt, davon mindestens 6 Monate in der Anästhesie, Intensivmedizin oder Notaufnahme. Dann muss er noch einen 80-Stunden-Fortbildungskurs absolvieren und 50 Einsätze auf einem Notarztwagen oder Rettungshubschrauber als "Azubi" unter einem erfahrenen Notarzt mitmachen, bevor er sich Notarzt nennen darf.
    Der Notarzt ist die höchste Qualifikation im Rettungsdienst und der Chef, sobald er anwesend ist (sonst eben der NotSan oder teilweise noch der RA). Über ihm steht nur noch der leitende Notarzt (ein Notarzt mit mehreren Jahren Erfahrung und einer speziellen Weiterbildung), der aber nur in großen Katastrophensituationen (MANV) von Bedeutung ist.
  • Das Gesindel: Unter dem Rettungssanitäter gibt es noch verschiedene niedere Qualifikationen, die vor Allem für ehrenamtliche Hobbyretter relevant sind. Das wäre zum Beispiel der Rettungshelfer (vier Wochen Kurs), der meistens als Mindestvoraussetzung für den Fahrer eines KTWs gilt. Außerdem noch den Sanitätshelfer (ein Wochenendkurs) und den Sanitäter (drei Wochenenden), auch Einsatzsanitäter genannt. Die Bezeichnung klingt toll, ist aber kaum mehr als ein aufgeblasener Erste-Hilfe-Kurs. Der Name wurde nur so vergeben, dass sich die Ehrenamtlichen toll fühlen können, wenn sie beim Sommerfest im Kindergarten Sanitätsdienst zum Pflasterkleben machen und sich als "Einsatzsanitäter" vorstellen dürfen.

Pfui, schäm dich, Du "Hobby"-Hasser :-)

(aber leider hast Du recht mit dem ehrenamtlichen "Titel-Wildwuchs")

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@hameder

Ich bin kein Hobbyhasser. Ich fahre auch nur noch als Aushilfskraft neben dem Studium Rettung und KTW. Und habe vor das später mal noch als Hobby zu betreiben, als Ausgleich zur Klinik. :-)
Wogegen ich was hab sind Leute die nichts können, womöglich noch arbeitslose Alkoholiker oder sowas sind, die aber dank Wochenendlehrgang im DRK-Ortsverein einen hochtrabenden Titel haben und deshalb auf Sanitätsdiensten so tun als würde ihnen nur noch aus Formalität der Doktortitel fehlen.

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Das ist beleidigend und dummerweise auch falsch. Wen man schon falsche Infos gibt, sollte man ruhig sein.

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