Unterschied zwischen operanter und klassischer Konditionierung

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6 Antworten

Wie du in einem Kommentar schon selbst festgestellt hast,handelt es sich um beides. Klassische Konditionierung von Furcht/Ekel und dann operante Konditionierung von Vermeidungsverhalten. Ist auch eine der klassichen Theorien zur Entstehung von Phobien. http://de.wikipedia.org/wiki/Angstst%C3%B6rung#Lerntheoretische_Modelle

In der Kirche wird ihr übel. Der Kontext Kirche wird also mit Übelkeit, einem negativen Reiz verbunden. So weit klassische Konditinierung. Unkonditionierter Stimulus ist Übelkeit, konditionierter Stimulus die Kirche/Messe/Menschenmasse.

Dass sich der Verhaltensradius immer weiter einschränkt ist dann die operante Konditionierung von Vermeidungsverhalten. Das hast du oben schon relativ schön beschrieben. Sie möchte die Übelkeit vermeiden und geht solchen Kontexten aus dem Weg in denen ihr schon ein mal übel war.

Kleiner Hinweis, operante Konditionierung kann nicht nur spontan gezeigtes Verhalten verstärken, sondern nahezu beliebiges. Stichworte shaping und preparedness.

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Rose313 19.03.2012, 23:48

Vielen Dank, Deine Antwort hat mir wirklich weitergeholfen :) Hoffe die Anwendung klappt nun auch bei der bevorstehenden Klassenarbeit.

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Bedenke nebenher auch, dass es womöglich gar nicht unmittelbar die Übelkeit ist, der sie zu entfliehen versucht, indem sie Orte meidet, die mit dem zuerst besuchten etwas gemeinsam haben ("geschlossen", viele Menschen etc.)...

...sondern dass es genau genommen wohl darum ging, sich in der Öffentlichkeit nicht übergeben zu müssen. Das ist ein feiner Unterschied. Sie meidet nicht deshalb die Öffentlichkeit, weil einmal während eines Aufenthaltes in öffentlichem Raum Übelkeit entstanden ist und diese als unangenehm (und auf die Umgebung bezogen) empfunden wurde - sondern weil an dieser Stelle das "Sich-übergeben-Müssen" inmitten all dieser Leute und ohne Rückzugsmöglichkeiten einen Kontrollverlust in der Öffentlichkeit bedeutet haben könnte.

Klassische und operante Konditionierung könnten hier beide zutreffen, wie auch schon in anderen Antworten genannt. Der Punkt, um den es hier bei der Konditionierung geht, könnte jedoch etwas anders bzw. "filigraner" liegen, denn es wird womöglich nicht die Übelkeit ansich sein, die sie generelll fürchtet und die der Grund für das Vermeidungsverhalten ist - von ihr ist zumindest nicht bekannt, dass sie immer schon (oder öfters einmal) an plötzlicher, scheinbar grundloser Überkeit leidet. Also gäbe es hier für sie auch nach dem einmaligen, wenn auch unangenehmen Erlebnis in der Kirche keinen Grund, nun so schnell und stark mit einem auffälligen Vermeidungsverhalten zu reagieren, das sie dann auch noch auf andere Orte überträgt. Es wäre unlogisch, wenn sie hier nun plötzlich davon ausgehen und damit rechnen würde, dies könne nun auch an anderen öffentlichen Orten ständig und täglich passieren - nur, weil es in der Kirche einmal passiert ist.

Warum sollte einem plötzlich dauernd und überall schlecht werden, wenn dies nicht auch vorher schon ein ungeklärtes Leiden darstellte? Dies trifft scheinbar auf sie aber nicht zu! Hier muss es also einen tieferen, "versteckt" liegenden Grund geben, der ein derartig übertragenes Vermeidungsverhalten aus dem Stand heraus produziert und dertart weit treibt - eine "alte" Geschichte, an der dieses einmalige (und eigentlich nicht ungewöhnliche oder schwer zu händelnde) Erlebnis spontan kräftig gerührt haben muss.

Ohne die Patientin und ihre Erfahrungen und Lebensumstände näher und im Detail zu kennen, würde ich bei ihr auf eine Angst vor Kontrollverlust tippen... die ihr sicher aus früher erlebten Situationen (Kindheit?) bereits bekannt ist. Die Erfahrung der plötzlichen Übelkeit inmitten fremder Menschen mag hier nur ein "Sinnbild" für die Unkontrollierbarkeit der Situation in der Öffentlichkeit sein - und sie auf alte Ängste gestoßen haben, die sie womöglich gut "weggepackt" hatte. Die Psyche tut nichts, wovon sie sich nicht einen Vorteil, Beruhigung, Linderung, Kontrolle oder Sicherheit "erhofft". Etwas analytisch - nur so ein Gedanke.

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Ich würde sagen, es handelt sich eher um eine klassische Konditionierung: Denn die Frau hat keinen Einfluss auf den Reiz (Übelkeit) weiterhin ist die Flucht bzw. das Fluchtverhalten auch eher ein Instinkt und dadurch auch eine Reaktion auf die sie keinen Einfluss hat.

Genaueres kannst du hier nachlesen: http://de.wikipedia.org/wiki/Instrumentelle_und_operante_Konditionierung

Ist in der Tat schwer auszudifferenzieren =)

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Rose313 18.03.2012, 15:24

Ja,ist echt nicht so einfach :) Zudem kommt es ja auch zur Generalisierung,da sie erst nur die Kirche meidet und anschließend sämtliche Orte außerhalb ihrer Wohnung. Danke :)

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http://de.wikipedia.org/wiki/Instrumentelle_und_operante_Konditionierung

musste ich so machen weil hier ja leider nur ein link pro antwort erlaubt ist

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Rose313 18.03.2012, 15:22

Danke :) Durch die Artikel habe ich mich heute schon gekämpft, jedoch finde ich, dass bei dem oben genannten Beispiel sowohl die operante als auch die klassische Konditionierung zutreffend sind. Zudem kommt es zur Generalisierung, da sie ja erst nur einen Ort meidet, der sich dann auf alle anderen Bereiche ausweitet.

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ampersand 18.03.2012, 15:31
@Rose313

wenn das ÜBERHAUPT eine kond. ist ?...es ist einfach : angst: sie gibt ihrem fluchtreflex nach....

kond. ist m.e. nach nicht zu treffend in dem (haarsträubend schlechten) beispiel...

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Rose313 20.03.2012, 00:07
@ampersand

Naja,es mag bessere Beispiele geben,aber vllt.geht es meinem Lehrer einfach darum,sich anhand eines komplexeren Beispiels ein paar Gedanken mehr zu machen. Denn das typische Beispiel der klassischen Konditionierung (Hund/Glocke) wäre ja auch langweilig ;) Wir haben erst am Mittwoch wieder Psycho-Unterricht. Ich bin mal gespannt,was er sagt. Und das Beispiel hat er sich nicht selbst ausgesucht, es handelt sich dabei um einen Vordruck aus dem Psychologie-Buch. Ich finde anhand des Beispiels kann man verschiedene Dinge anwenden. Hmmm....also wenn sie jetzt einmal weggelaufen wäre,dann würde ich von Fluchtreflex sprechen. Aber wenn ich irgendwann nicht mehr in der Lage bin meine Wohnung zu verlassen,dann habe ich das Fluchtverhalten konditioniert,weil ich durch dieses Verhalten gelernt habe, dass es mir besser geht. Oder? Ich werd Deine Anmerkung (Fluchtreflex) jedoch am Mittwoch auch mal ansprechen. :) Wer weiß,vllt.gibt es die allgemeingültige Antwort bei diesem Beispiel einfach nicht und es geht wie gesagt eventuell darum, psychologisch von allen möglichen Seiten das Thema auseinander zu nehmen. LG

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