Unterschied zwischen Normale Krankenkassen und Private?

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6 Antworten

Hallo,

Deutschland ist einer der wenigen Staaten, in denen es neben der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) auch eine private Vollversicherung (PKV) gibt. In den meisten Staaten ist die GKV für alle Pflicht und die PKV ist immer nur eine Ergänzung.

In Deutschland können Beamte, Selbständige und Arbeitnehmer mit mehr als ca. 50.000 Euro jährlichem Bruttoverdienst in die PKV wechseln. Wer in eine PKV wechselt, kann nur in ganz bestimmten Ausnahmefällen zurück in die GKV wechseln.

Einige Unterschiede:

GKV:

• Familienangehörige ohne Einkommen sind meist kostenlos mitversichert

• die Beiträge sind vom Einkommen abhängig (bei niedrigem Einkommen oder überraschend gesunkenen Einkommen ein Vorteil)

• die Leistungen sind bis auf das Krankengeld für alle Versicherten gleich

• die Krankenkasse prüft die Leistungserbringer (nicht die Versicherten)

• die Leistungen werden von der Krankenkasse direkt an den Leistungserbringer bezahlt

PKV:

• für jeden Angehörigen sind Extra-Beiträge zu zahlen (z.B. Neugeborene oder der arbeitslos gewordene Ehegatte)

• die Beiträge sind unabhängig vom Einkommen (z.B. auch bei Arbeitslosigkeit, als Rentner, in Elternzeit); bei lebenslang hohem Einkommen ein Vorteil

• die Versicherten erhalten eine Privatrechnung: die Versicherung prüft diese Rechnung und der Versicherte erhält nur Leistungen, die das Maß des Notwendigen nicht übersteigen, erstattet. Der Leistungserbringer hat aber dennoch gegenüber dem Patienten Anspruch auf Bezahlung.

• evtl. Mahnungen vom Leistungserbringer erhält der Versicherte.

• in der PKV enthalten viele Tarife einen Selbstbehalt, d. h. Leistungen werden nur erstattet, wenn alle Leistungen zusammen in dem Jahr diesen Selbstbehalt übersteigen (z.B. 500 oder 1000 Euro).

• die Leistungen in der PKV ist nach Tarifen eingeteilt: wenn man bestimmte Tarife mit weniger Leistungen gewählt hat oder bestimmte Zusatztarife nicht gewählt hat, fehlen unter Umständen wichtige Leistungen: z.B. Kuren/Reha, Psychotherapie, Hilfsmittel. Ergotherapie, kieferorthopädische Behandlung, Hebammenhilfe, Taxifahrten ....

Vielleicht interessant:

http://www.focus.de/finanzen/versicherungen/krankenversicherung/tid-5429/kranken....

.bundderversicherten.de/app/download/BdV-PKV-Broschuere.pdf

Noch Fragen?

Gruß

RHW

Bei den gesetzlichen Krankenkassen zahlst Du Deinen Beitrag prozentual vom Einkommen berechnet, egal, wie krank der wie gesund Du bist. Wer viel Einkommen hat, zahlt viel Beitrag, wer wenig Einkommen hat, zahlt wenig Beitrag. Man nennt das Solidarprinzip. Die Reichen finanzieren die Armen, die Gesunden die Kranken. Das Leistungsangebot ist für jeden gleich.

Bei der privaten Versicherung kannst Du Dir aussuchen, wogegen Du Dich zusätzlich versichern möchtest. Dadurch kannst Du bei Leistungserbringern (Ärzte, Krankenhäuser) besser behandelt werden. Oftmals nimmt man Dich zeitiger dran, da man für Dich ja mehr Geld von der Versicherung erhalten kann. Manchmal behandelt man Dich aber auch mit überflüssigen Methoden, die nicht unbedingt nötig wären, dem Leistungserbringer aber Geld in die Kasse spült (oftmaliges Röntgen zum Beispiel: für Dich irgendwann schädlich, für den Arzt finanziell gut). Das kostet Dir natürlich extra Beitrag. Der Beitrag wird risikoabhängig berechnet, egal wieviel oder wiewenig Einkommen man hat. Das heißt, wer gesund und jung ist, hat ein niedriges Krankheitsrisiko und zahlt wenig. Wer alt ist, hat ein höheres Krankheitsrisiko und zahlt mehr.

Viele junge gutverdienende Leute ärgern sich, wenn sie gesetzlich versichert sind, dass sie so viel zahlen müssen, obwohl sie wegen guter Gesundheit nie was brauchen. Viele davon, die die Möglichkeit haben, wechseln dann zur privaten, um Beiträge zu sparen. Wenn sie dann alt sind und krank werden, wird dort aber der Beitrag höher. Wegen Krankheit entfällt dann auch noch deren Einkommen und dann wirds finanziell eng. Genau diese Leute wollen dann zurück zur gesetzlichen, da die ja dann wieder billiger wäre. Wenn das so ginge, wären alle gesunden Gutverdiener in der privaten und würden sich Beitrag sparen und der privaten Versicherung Ausgaben sparen und alle älteren Wenigverdiener in der gesetzlichen und würden dort wenig Beitrag zahlen aber höhere Kosten verursachen, die die gesetzliche Versicherung nicht finanzieren kann, da die Besserverdienenden bei der privaten sind. Zum Schutz der gesetzlichen Kassen hat der Gesetzgeber dem einen Riegel vorgeschoben, so dass man von der privaten nicht mehr so einfach zur gesetzlichen zurück kann (ab 55 überhaupt gar nicht mehr). Man muss sich also entscheiden, ob man das Solidarprinzip wählt , wo Kranke und Arme von Gesunden und Gutverdienern getragen werden (jeder kann ja mal alt und krank und wenigverdienend werden) oder ob man sich risikoorientiert versichert. Der Weg zur privaten ist deshalb oft eine Einbahnstrasse ohne Rückkehr.

Bei der privaten Kasse gehst du erst mal in Vorkasse, das bedeutet, du musst erst einmal die Rechnung zahlen, bevor du sie erstattet bekommst. Du kriegst schneller Termine beim Arzt, die rechnen dir auch richtig was ab bis zu 4.9 Prozentsätzen. Gynäkologische Untersuchungen finden bei jedem Besuch statt und alles andere muss immer gemacht werden. Wenn du gesetzlich versichert bist, kosten diese Versicherungen extra und werden nur gemacht, wenn man wirklich ernsthaft krank ist. Termine gibt es auch erst, wenn man am abnippeln ist, außer man sagt denen, dass man Schmerzen hat, denn Schmerzpatienten dürfen nicht abgewiesen werden!

denn Schmerzpatienten dürfen nicht abgewiesen werden!>

Dies sollte so sein. Die Realität sieht manchmal aber ganz anders aus, leider.

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Der Unterschied hat sich bald - Gott sei dank - erledigt. Kanns irgendwie nicht nachvollziehen, dass man Menschen wirklich derart in einem Zweiklassensystem behandelt...

Ich empfehle sehr die privaten Krankenkassen.

Als Privatpatient beim Arzt kann das angenehm sein. Als Privatversicherter Kosten nicht oder nur teilweise bzw. sehr verspätet zu erhalten, kann unangenehm sein.

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Wenn du Privatversichert bist wirst du besser behandelt. Ich würde dir die Private empfehlen.

Als Privatpatient beim Arzt kann das angenehm sein. Als Privatversicherter Kosten nicht oder nur teilweise bzw. sehr verspätet zu erhalten, kann unangenehm sein.

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