Unterschied zwischen Nährstoffaufnahme von Tier und Pflanzenprodukten?

7 Antworten

Nein,

Proteine sind aus Aminosäurenketten über Peptidbindungen aufgebaut. Bausteine der Proteine sind bestimmte als proteinogen, also proteinaufbauend, bezeichnete Aminosäuren, die durch Peptidbindungen zu Ketten verbunden sind. Beim Menschen handelt es sich um 21 verschiedene Aminosäuren. Auf acht Aminosäuren ist der menschliche Organismus besonders angewiesen, denn sie sind essenziell, was bedeutet, dass der Körper sie nicht selbst herstellen kann, sondern mit der Nahrung aufnehmen muss. Die Aminosäurensequenz eines Proteins – und damit sein Aufbau – ist in der Desoxyribonukleinsäure (DNA) codiert. Der dazu verwendete genetische Code hat sich während der Evolution der Lebewesen kaum verändert. In den Ribosomen, der Proteinproduktionsmaschinerie der Zelle, wird diese Information verwendet, um aus einzelnen Aminosäuren eine Polypeptidkette zusammenzusetzen, wobei die je von einem Codon bestimmten Aminosäuren in der von DNA vorgegebenen Reihenfolge verknüpft werden. Erst mit der Faltung dieser Kette im wässrigen Zellmilieu entsteht dann die dreidimensionale Form eines bestimmten Proteinmoleküls. Die Polypeptidketten von Tieren sind zwar nicht absolut identisch mit denen von Menschen, aber doch ziemlich ähnlich, weshalb in tierischen Nahrungsmitteln für den Menschen, z. B. Huhn, Rindfleisch, Fisch, Eier, Milch etc. Eiweiße enthalten sind, die für den menschlichen Körper komplett sind, während in den sämtlichen pflanzlichen Nahrungsmitteln Eiweiße enthalten sind, die nicht komplett sind. Das bedeutet für uns, dass unser Organismus die Eiweiße, welche vom Tier stammen, auch als komplett erkennt und deshalb auch als komplett speichert. Die Eiweiße die hingegen unser Organismus aus den pflanzlichen Nahrungsmitteln aufnimmt, erkennt unser Organismus als nicht komplett und daher speichert er es als Baustein um es mit anderen Bausteinen zu komplettieren. Polypeptidketten sind nicht nur artspezifisch, sie sind auch menschenspezifisch. Das bedeutet: Das Eiweiß von Frau Müller ist nicht identisch, mit dem Eiweiß von Frau Ackermann. Und die Eiweiße von Frau Müller und Frau Ackermann, sind nicht identisch mit dem Eiweiß von Frau Bauer. Jeder Organismus baut sich daher sein völlig individuelles Eiweiß und das am besten aus den unfertigen Eiweißketten, die wir vornehmlich aus pflanzlicher Nahrung erhalten. Weil die Zusammensetzung der unterschiedlichen Proteinbausteine zu einer kompletten Eiweißkette Arbeit bedeutet, baut sich der Organismus nur so viel wie er benötigt, der ganze Rest nicht benötigter Proteine, kann problemlos wieder ausgeschieden werden. Stammen jedoch die Eiweiße aus tierischen Nahrungsmitteln, wirft sie der Körper nicht einfach weg, sondern lagert sie ein, als komplette Eiweißzusammensetzungen. Je mehr tierische Eiweiße wir mit der Nahrung zu uns nehmen, desto mehr wird davon gespeichert. Und weil es sich ja nicht um körpereigene Eiweiße handelt, entstehen irgendwann größere Probleme: So beginnt der Körper mehr und mehr Abwehrprozesse in Gang zu setzen. So können eine ganze Reihe unterschiedlichster Krankheiten entstehen: Adipositas, Diabetes, Gicht, Rheuma, Osteoporose, Angina pectoris, Neurodermitis, Krebs …. um nur einige häufige Erkrankungen zu nennen. Die Bioverfügbarkeit pflanzlicher Nahrungsmittel ist aber weit besser als deren Ruf. Das Eiweiß von Haferflocken in etwa, ist zwar nicht zu nahezu 100 Prozent verfügbar wie im Falle von tierischem Eiweiß, aber immerhin schon zu rund 60 Prozent. Bei Kartoffeln ist das im Übrigen ganz ähnlich, auch deren Verfügbarkeit liegt bei um die 60 Prozent. Eine noch höhere Verfügbarkeit haben Sojabohnen mit etwa 75 Prozent. Darum empfiehlt es sich, die unterschiedlichen pflanzlichen Lebensmittel bei der Zusammenstellung und Zubereitung zu kombinieren. Wer beispielsweise Getreide mit Hülsenfrüchten kombiniert, kommt spielend auf eine Bioverfügbarkeit von 100 Prozent.

Jedes Protein besteht aus etwa 10-12 essentiellen (müssen über die Ernährung zugeführt werden) und noch einigen nicht-essentiellen Aminosäuren. Nur wenn 1x alle Aminosäuren kombiniert werden können, "entsteht" ein Protein. Fehlt ein Aminosäure in der Kette (auch wenn die anderen zur genüge vorhanden sind) funktioniert das aber nicht.

Bei Kichererbsen (Hülsenfrüchte) zum Beispiel, sind gewisse Aminosäuren sehr hoch und gewisse andere eher niedrig. Würdest dich ausschließlich von Kichererbsen ernähren, stimmt es, dass das Protein für dich "minderwertiger" ist als zB ein Steak. Is ja auch logisch, ist der tote Muskel eines Tieres der fast identisch ist wie unserer.

Isst du aber über den Tag verteilt Kichererbsen und auch zB Nudeln oder Nüsse, vervollständigen sich die Aminosäureprofile dieser Lebensmittel gegenseitig und es entsteht insgesamt ein ebenso hochwertiges Protein.

Ja und nein.

Die Verfügbarkeit hängt nicht so sehr von der Herkunft ab; Eiweiß aus Pilzen und Soja z.B. hat eine höhere Verfügbarkeit als das aus Rindfleisch.

Wichtiger ist die Wertigkeit, d.h. wie gut die Mengen der aufgenommenen Aminosäuren dem tatsächlichen Bedarf des Körpers entsprechen, und wie viele essentielle Aminosäuren dabei sind.

Hierzulande ist die Versorgung mit Eiweiß aber so gut, dass es kaum einen Unterschied macht, ob du deine Proteine überwiegend aus pflanzlichen oder tierischen Lebensmitteln bekommst. Jeder Deutsche nimmt im Schnitt täglich 100 g Eiweiß zu sich, 70 g wären schon ausreichend.

Das ist richtig. Je nach Inhaltsstoff können wir gewisse Stoffe überhaupt nicht aus Pflanzen gewinnen weil uns die Enzyme dazu fehlen.

Der Grund ist einfach: Die Zellen von Pflanzen besitzen feste Zellwände die unser Körper nicht verarbeiten und nur schwer zerstören kann. Tierische Zellen haben solche Zellwände nicht, sie können also von unserem Körper leicht geknackt und verarbeitet werden.

Das ist wie ein Arbeiter der Pakete auspacken soll. Als Werkzeug hat er eine Schere. Solange Pappschachteln ankommen (tierische Zellen), hat er kein Problem damit sie zu öffnen. Sobald es aber Holzkisten sind (pflanzliche Zellen), fällt die Arbeit ungleich schwerer. Die Anzahl der Arbeiter bleibt immer ungefähr gleich und die Zeit die sie zur Verfügung haben um die Kisten zu öffnen, ebenso.

Also gewinnen sie aus derselben Menge an Pappschachteln weitaus mehr Rohstoffe als aus den Holzkisten.

So funktioniert auch unsere Verdauung.

Pflanzliches Eiweiß z.B. können wir zu etwa einem Drittel verarbeiten wenn ich die Zahlen richtig im Kopf habe. Also aus 100 Gramm pflanzlichem Eiweiß, erhalten wir in etwa 30-35 Gramm Eiweiß für unseren Körper.

Tierisches Eiweiß wird fast restlos aufgenommen. Mit kleinen Abweichungen. Wir erhalten also aus 100 Gramm tierischem Eiweiß auch 90-100 Gramm Eiweiß für unseren Körper. Ebenfalls wenn ich die Zahlen richtig im Kopf habe.

Der Grund ist einfach: Die Zellen von Pflanzen besitzen feste Zellwände die unser Körper nicht verarbeiten und nur schwer zerstören kann. Tierische Zellen haben solche Zellwände nicht, sie können also von unserem Körper leicht geknackt und verarbeitet werden.

Aka Ballasstoffe. Wie "unwichtig" die für die Ernährung sind, kannst du dir hier nachlesen: https://de.wikipedia.org/wiki/Ballaststoff

So funktioniert auch unsere Verdauung.

Genau, deshalb wird pflanzenbasierte Ernährung, maximal ergänzend mit 4-600g Fleisch in der Woche - zB von der DGE und (allen?) anderen Ernährungsgesellschaften - ausdrücklich empfohlen. Das ist eine gesundheitliche Maximalempfehlung für Fleisch wohlgemerkt. "Weil wir Pflanzen nicht gut verdauen können und Fleisch uns so gut bekommt." Gibt es darüber hinaus auch eine Maximalempfehlung für Obst & Gemüse? Nein.

 Also aus 100 Gramm pflanzlichem Eiweiß, erhalten wir in etwa 30-35 Gramm Eiweiß für unseren Körper.

Einzelne pflanzliche Lebensmittel wie eine Linse haben natürlich ein schlechteres Aminosäureprofil als ein Steak. Kombiniert man aber die Linse mit Getreideprotein (also zB mit Couscous) - was in jedem 0815 Gericht der Fall ist - ergänzen sich die Aminosäuren zu ebenso hochwertigem Protein. Auch bekannt als biologische Wertigkeit. Im Bezug auf das Protein macht es also null Unterschied ob du Steak oder ne Tofu-Bowl mit Nüssen und Reis isst.

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@Trashtom

Wie der Namen "Ballaststoff" bereits sagt, handelt es sich um Ballast. Um Material dass der Körper nicht braucht. Als "unwichtig" habe ich sie nie bezeichnet, ich sprach hier nur von der Verwertbarkeit. Dein Strohmann ist also hinfällig.

Ja, es gibt durchaus Maximalgrenzen für pflanzliche Ernährung. Gerade bei Säuglingen ist das der Fall, schon mal orange Babys gesehen weil ihre Eltern ihnen nur Karotten-Produkte zu essen geben? Ich schon.

Nur setzten Ernährungsratgeber selten die Obergrenzen für pflanzliche Produkte an, weil sie zum Einen gegen die Fleischindustrie propagieren und zum Anderen ohnehin kaum jemand von sich aus diese Grenzen überschreitet.

Es geht nicht um die Aminosäurenprofile, sondern darum dass die Aminosäuren und die Eiweiße in Pflanzen anders verpackt sind als in Fleisch und daher schlechter für den Körper zugänglich sind. Auch Mischungen ändern nichts an der Verpackung, also den robusten pflanzlichen Zellwänden.

Du zeigst das du nicht verstanden hast was ich hier beschreibe.

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@Andrastor

Wie der Namen "Ballaststoff" bereits sagt, handelt es sich um Ballast. Um Material dass der Körper nicht braucht. Als "unwichtig" habe ich sie nie bezeichnet, ich sprach hier nur von der Verwertbarkeit. Dein Strohmann ist also hinfällig.

Strohmann? Du erweckst hier den Eindruck, dass man Pflanzen nicht oder schlecht verdauen kann und führst das auf Ballaststoffe zurück. Du stellst das dar, als wären wir Fleischfresser bei denen Gemüse einfach durchfällt. Ballaststoffe haben wichtige Funktionen im Körper. Das wirst du wohl kaum bestreiten können.

Ja, es gibt durchaus Maximalgrenzen für pflanzliche Ernährung. Gerade bei Säuglingen ist das der Fall, schon mal orange Babys gesehen weil ihre Eltern ihnen nur Karotten-Produkte zu essen geben? Ich schon.

Seit wann ist ein Baby "dass du gesehen hast"und völlig unsinnig mit Karotten vollgestopft wird ein Referenzwert für pflanzen-basierte Ernährung? Schwachsinniger gehts wohl kaum.

Es geht nicht um die Aminosäurenprofile, sondern darum dass die Aminosäuren und die Eiweiße in Pflanzen anders verpackt sind als in Fleisch und daher schlechter für den Körper zugänglich sind.

Proteine aus Hülsenfrüchten und Nüssen sind wirklich sehr sehr schwer für den Körper zugänglich.

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@Trashtom

Ja, ein klassischer Strohmann. Nie habe ich dargestellt was du in meinen Beitrag hinein interpretierst, deine Vorwürfe diesbezüglich sind also reine Strohmänner.

Das ist kein Schwachsinn, sondern nichts weiter als eine logische Folge einer Überdosis. Wie gesagt werden die Grenzwerte von Erwachsenen kaum erreicht, aber es gibt sie. Darum ging es. Dein Argument man könne nicht zu viele Pflanzen essen, ist damit widerlegt.

Alle pflanzlichen Proteine sind schwerer zugänglich als tierische. Siehe meine Metapher mit den Arbeitern und den Kisten.

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@Andrastor

Ja, ein klassischer Strohmann. Nie habe ich dargestellt was du in meinen Beitrag hinein interpretierst, deine Vorwürfe diesbezüglich sind also reine Strohmänner.

"Nein" ist kein Argument.

Du behauptest hier, dass pflanzliche Ernährung damit gleichzusetzen ist, eine Holzkiste mit einer Schere zu öffnen und das ist schlicht falsch. Sogar konservative Ernährungsgesellschaften tendieren zu einem sehr hohen Anteil von pflanzlicher Ernährung und legen für Fleisch ein Maximalwert von 300-600g in der Woche (!) fest. Vielleicht liegts daran, dass die leicht zu öffnende Pappschachtel zur Hälfte voll mit Scheiße ist, um bei deiner Metapher zu bleiben.

Dein Argument man könne nicht zu viele Pflanzen essen, ist damit widerlegt.

Du hast damit (maximal arrogant) "widerlegt," dass man sich nicht ausschließlich von Karotten ernähren kann. Dein "Argument" ist wahrlich ein ernährungswissenschaftliches Wunder.

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@Trashtom

Klar wird empfohlen viele Pflanzen zu essen. Da sie so schlecht verdaut werden können, hat man nichts davon wenn man weniger Pflanzen isst.

Ich bin jedoch nicht hier um dir beizubringen wie unsere Verdauung funktioniert. Daher werde ich auch nicht weiter meine Zeit mit dir verschwenden.

Ich habe die Faktenlage geklärt, wenn du diese nicht akzeptieren kannst, ist das nicht mein Problem. Deine Aussagen habe ich widerlegt, du meine jedoch nicht.

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Es ist richtig, dass die Bioverfügbarkeit von Nährstoffen in Tierprodukten höher ist. Allerdings scheint das kein Vorteil zu sein, denn auch die Mortalität ist höher.

"Die Aufnahme von tierischen Proteinen ist mit einem höheren Sterberisiko verbunden als die von pflanzlichen Proteinen. Das ergaben nun zwei Langzeitstudien."

https://www.pharmazeutische-zeitung.de/2016-07/studie-pflanzliche-eiweisse-gesuender-als-tierische/

"Wie zahlreiche Studien gezeigt haben, ist eine hohe Hämeisenzufuhr aus Fleisch und Fleischprodukten mit verschiedenen Krankheiten assoziiert, einschließlich Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes und Krebserkrankungen."

https://www.diagnostisches-centrum.de/fach-infos/gemischtes-vermischtes/130-fachartikel/fachartikel-eisenstoffwechsel/1312-gesundheitsrisiko-haemeisen

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