Unterschied zwischen Krankenkassen-und Privatversicherung?Interessiert mich nur:)

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5 Antworten

Zu erst einmal die Bedingungen... fast jeder Bundesbürger ist verpflichtet, sich in einer gesetzlichen Krankenversicherung zu versichern, entweder über seinen Arbeitgeber, Sozialträger (z.B. Arbeitsamt oder JobCenter) oder Freiwillig.

Private Krankenvollversicherungen sind dahin gehend aber nur für Arbeitnehmer, die im Monat über die Grenze kommen (ca. 3.600 Euro) oder Selbständige. Alternativ können sich beide auch freiwillig in einer gesetzlichen Krankenversicherung versichern.

Als drittes gibt es die Private Krankenzusatzversicherung. Diese kann jeder abschließen.

Zur gesetzlichen: Der Beitrag wird entweder von oben genannten Stellen oder bei freiwilliger Versicherung, vom Versicherten selber bezahlt und richtet sich immer Prozentual am Einkommen, bis zu einer Obergrenze. Die Leistungen sind klar: ca. 95% sind per Gesetz (Sozialgesetzbücher, z.B. SGB V) vorgeschrieben. Ca. 5% sind Leistungen, die über die gesetzliche Pflicht hinaus gehen und nicht durch ein gesetzliches Verbot verboten sind (ja es gibt Sachen, die darf die Kasse lt. Gesetz nicht übernehmen, z.B. Sehhilfen bei Volljährigen mit min. 30% Sehstärke). Ärzte und Co. können ein mal im Quartal mit der Krankenkasse abrechnen (die GKV ist der Leistungsempfänger, nicht der Patient!) und dabei jeden Fall ein mal im Quartal abrechnen; bsp.: im Quartal (3 Monate) erkrankt ein Versicherter 3x an Erkältung. Er geht jedes mal zum Arzt und wird untersucht und behandelt. Der Arzt kann die dafür vorgesehen Pauschale aber nur ein mal im Quartal abrechnen... eben egal ob der Versicherte 1, 2 oder 20 mal wegen der selben Sache kommt (mit Ausnahme einiger weniger Ausnahmen).

Bei der gesetzlichen ist das anders. Der Beitrag richtet sich hier nicht nach dem Einkommen, sondern nach dem persönlichen Risiko. Das heißt Alter, Gesundheitszustand, ausgeübter Beruf und je nach dem was er als Leistungen haben will. Wichtig: In jedem Tarif gibt es einen Selbsterhalt, den man selber wählen kann. Der SE ist der Anteil, den man im Jahr selber zahlen muss, bevor die Kasse einspringt. Um so höher der SE, um so geringer der Beitrag. Leistungsempfänger bei der PKV ist immer der Patient und somit bekommt er jedes mal eine Rechnung, die er selber bezahlen darf. Danach kann er diese bei seiner PKV einreichen und bekommt, nach Abzug des jährlichen SE den Rest erstattet. Bei großen Rechnung ist es auch möglich, dass die PKV diese direkt an den Leistungserbringer zahlt (z.B. ein Krankenhaus). Leistungen der PKV werden nach der GOÄ (Gebührenordnung der Ärzte) und der GOZ (Gebührenordnung der Zahnärzte) abgerechnet und die liegen weit höher als die der GKV. Ebenfalls kann ein Arzt jedes kleine Detail immer wieder abrechnen bei einem PKV Versicherten und nicht nur einmal im Monat, wie bei der GKV. Das ist auch der Grund, wieso PKV Patienten bevorzugt behandelt werden, obwohl dies rechtlich nicht zulässig ist (unter anderem Verstoß gegen das Gleichbehandlungsgesetz). Welche Leistungen die PKV übernimmt, hängt wie gesagt davon ab, was versichert wurde.

Die private Krankenzusatzversicherung ist dafür gedacht, Lücken gerade in der GKV zu schließen. So werden z.B. keine Sehhilfen von der GKV übernommen oder Zahnersatz nur zu 50% (ggf. Plus Bonus (Bonusheft) 65%). In solchen Fällen kann man Zusatzversicherungen abschließen, die nur in diesem Fall greifen. Das gleiche gilt z.B. für Krankenhaustagegeld, Einbettzimmer, Chefarztbehandlung. PKV versicherte können dies direkt in ihren Vertrag bei der PKV mit aufnehmen oder bei einer anderen Versicherung eine Zusatzversicherung abschließen... Sinn je nachdem wo es günstiger kommt (bei gleicher Leistung).

Grundsätzlich: Die meisten Menschen sind GKV pflichtig... nur Selbständig und höher verdienende kommen da raus und können, wenn sie wollen, von der PKV profitieren.

Achtung: Einmal PKV und es gibt so gut wie keine Chance, selber wieder in die GKV zu wechseln. Ausnahme: Einkommen sinkt unter die Grenze von etwas über 3600 € im Monat oder man wird arbeitslos und dann über den Leistungsträger GKV versichert.

Viel Text ja, aber kürzer geht es wirklich nicht ^^ Noch Fragen? Dann her damit.

Scaver, Kaufmann im Gesundheitswesen (bei einer sehr großen GKV ^^).

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lillykissi 02.04.2013, 01:24

Nee,keine Fragen mehr:)Das ist eigentlich mehr als ich wissen wollte,danke für die ausführliche Beschreibung xD

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Scaver 02.04.2013, 10:12
@lillykissi

Nicht zu danken, ist halt genau mein Beruf und das auch noch nicht sooo lange, daher bin ich da im Detail in der Materie ^^ Freut mich wenn ich helfen konnte :)

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Hallo,

bestimmte Personen können in Deutschland zwischen der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) und der privaten Krankenversicherung (PKV) wählen: Beamte, Selbständige, Arbeitnehmer mit einem Jahresbruttoverdienst über 52200 Euro

Wenn man sich für die PKV entschieden hat, kann man meist nicht wieder in die GKV wechseln.

Die meisten wechseln in die PKV, um Beiträge zu sparen. Manche erwarten bessere Leistungen.

Die Leistungen in der PKV sind je nach gewähltem Tarif sehr unterschiedlich. Es gibt viele Tarife, die schlechtere Leistungen als die GKV bieten. Es gibt auch PKV-Tarife, die bessere Leistungen als die GKV bieten. Wenn man jung und gesund ist, kann man die Tarife aber nur sehr schlecht voneinander unterscheiden (es fehlen da die Erfahrungswerte und nicht alle Infoquellen sind zuverlässig).

Wenn man wegen der Beitragsersoparnis wechselt, sieht das zunächst sehr verlockend aus. Es gibt aber einige Punkte, die später für böse Überraschungen sorgen können: bei Familiengründung zahlt man pro Person Beiträge (auch für Kinder und nicht berufstätige Ehegatten), bei geringeren Einnahmen bleiben die Beiträge gleich (Wirtschaftsflaute, Kurzarbeit, Arbeitslosigkeit von ehemals Selbständigen, unbezahlter Urlaub, Studium ab 30 Jahren, Elternzeit ....)

Die PKV kann Antragsteller ablehnen (meistens wegen des Gesundheitszustandes, manchmal wegen der Zahlungsfähigkeit/Schufa). Bei leichteren Erkrankungen werden ggf. Zuschläge zum Beitrag erhoben.

Wenn die Gesundheitsfragen auf dem Versicherungsantrag nicht zu 100% korrekt angegeben wurden, kann die Versicherung auch Jahre später den Vertrag beenden.

Noch Fragen?

Gruß

RHW

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Private KV sind für Einzelpersonen in der Regel billiger. Als Faustregel kann man sagen, dass ein 30-Jähriger etwa die Hälfte von dem zahlt, was ihn die gesetzliche Krankenkasse kosten würde. Das ist der wesentliche Grund dafür, dass jemand in die PKV geht.

Man kann die Versicherung mit Selbstbeteiligung abschließen, dann wird sie vielfach noch billiger.

Leistungen sind zum Teil besser.

Es gibt bei (manchen) Ärzten Vorteile bei der Terminvergabe, manchmal sogar bei der Wartezeit. Die Ärzte verdienen halt an Privatpatienten wesentlich mehr.

Wenn man heiratet und den Ehepartner und ggfs. sogar Kinder mitversichern muss, kehrt sich i.d.R. der Kostenvorteil um. Jede Person muss separat versichert werden.

Im Alter steigen die Beiträge. Aus der Rente bekommt man trotzdem nur den Zuschuss, den es für die gesetzliche KK geben würde.

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privat geht in vorkasse wird deshalb bevorzugt und alles gestellt normale krankenkassen übernemen nicht alles privat ist auch teurer

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kosy3 31.03.2013, 10:41

Das kann man so pauschal nicht sagen:

  1. Private übernehmen auch nicht alles. Nur das, was man versichert hat. Bei den Privaten gibt es auch den sog. Basistarif. Damit ist nicht mehr abgesichert als bei einem Kassenpatienten.

  2. Die Privaten sind nicht immer teurer. Die Kasse berechnet den Beitragssatz nach Prozenten vom Einkommen, die Privatversicherung nimmt einem pauschalen Beitrag unabhängig vom Einkommen. Ich habe mich deshalb für die Private Versicherung entschieden, weil ich bei einer Kassenversicherung mehr als das Doppelte hätte bezahlen müssen, bei weniger Leistung.

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privat patienten werden vorgezogen (kurze wartezeiten ob beim arzt oder auch wenn eine ct oder mrt gemacht werden soll) viele leistungen wie massage werden besser übernommen, anrecht auf einzelzimmer in kliniken.............. daher teurer!!!!!!

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Scaver 31.03.2013, 06:28

Naja Anrecht auf Einzelzimmer nur, wenn man es auch mit versichert. Wenn nicht, ist der Beitrag auch günstiger, aber man hat den Anspruch auch nicht mehr. Muss ja jeder selber wissen, ob es ihm das Wert ist oder nicht.

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