Unterschied zwischen Hochdeutsch und Standarddeutsch/Hochsprache?

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3 Antworten

"Hochdeutsch" hat zwei Bedeutungen: Einmal ist es ein Synonym zu Standarddeutsch und meint dann dasselbe. Wegen der Benennungsgleichheit schwingt bei "Hochdeutsch" allerdings auch die soziolinguistische Konnotation von "Hochsprache" im Unterschied zur Sprache des "gemeinen Volks" mit bzw., schlimmer: die wertende Konnotation von sozial hochgestellt und sozial niedrig. Das kommt noch aus der Zeit, als die Leute im Alltag Dialekt gesprochen haben und Hochdeutsch nur in offiziellen Begegnungen, im Kontakt mit Behörden oder wenn sie Leuten aus anderen Regionen begegneten. Nur die Gebildeten sprachen Hochdeutsch. Die Opposition ist hier Hochdeutsch zu Dialekt.

In der Dialektologie bezeichnet "Hochdeutsch" die Gruppe von Dialekten, die an der 2. Lautverschiebung (auch Hochdeutsche Lautverschiebung) teilgenommen haben. Das sind alle Dialekte, die nicht Niederdeutsch sind. Der Begriff leitet sich hier aus der landschaftlichen Bestimmung her: die Dialekte der landschaftlich höher gelegenen Gebiete gegenüber denen aus dem Flachland. Die Opposition ist hier Hochdeutsch zu Niederdeutsch.

Das ist zum Teil begründet dadurch, dass das heutige Standarddeutsch aus der Meißnerischen Kanzleisprache entstanden ist, einer hoch standardisierten Verwaltungssprache mit Ostmitteldeutsch als Ausgangspunkt. "Mitteldeutsch"* ist eine Variante des (dialektologischen) Hochdeutschen, zwischen der Benrather Linie (Isoglosse, Trenner zwischen Niederdeutsch und Hochdeutsch im weiteren Sinne (Hochdeutsch im engeren Sinne plus Mitteldeutsch): maken-machen-Linie) und der Speyerer Linie (Trenner zwischen Mitteldeutsch und Hochdeutsch im engeren Sinne (Oberdeutsch): Appel-Apfel-Linie; "Äppeläquator"). Für die niederdeutschen Sprecher war das alles nicht Niederdeutsch = Hochdeutsch.

Wegen seiner Mehrdeutigkeit, die nur vom Kontext aufgeschlüsselt werden kann und auch noch Wertungsaspekte aufweist, verwendet man für die soziolinguistische Betrachtung (1. Absatz) besser "Standarddeutsch", für die dialektologische Betrachtung (2. Absatz) besser "Mitteldeutsch" bzw. "Oberdeutsch".


* Siehe beigefügte Graphik.

Mitteldeutsche Dialekte; nördlich davon Niederdeutsch, südlich davon Oberdeutsch - (Hochdeutsch, standarddeutsch bzw. hochsprache)

wenn hochdeutsch ein dialekt sein soll, was ist dann schriftdeutsch? dialekte zeichnen sich u.a. dadurch aus, dass sie eben eine ganze palette von vokalen und konsonanten nicht oder anders als schriftdeutsch aussprechen.

angeblich ist der raum um hannover das einzige gebiet in deutschland, in dem das reinste hochdeutsch ohne den ansatz irgendeines akzentes gesprochen wird.

Standarddeutsch ist eine Normung der deutschen Sprache bzw. das Ergebnis einer Normung. Dafür sind Gremien von Sprachwissenschaftlern zuständig, die sich dazu mit sämtlichen Standardvarietäten befassen.

Mit Hochdeutsch meint man das Standarddeutsch. Man sagt auch Schriftdeutsch dazu.

Das Wort Hochdeutsch wird auch zur Abrenzung gegen das Niederdeutsche verwendet. In Norddeutschland hat sich das Standarddeutsch also Hochdeutsch gegen das Niederdeutsche durchgesetzt.

Nach den Theorien, die im Wikipedia dargestellt werden, gibt es keinen wesentlichen Unterschied bzw. überhaupt keinen zwischen Standarddeutsch und Hochdeutsch.

Google die Begriffe mal. Es ist einiges dazu zu finden.

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