Unterschied von "Gott" zwischen dem Christentum und dem Judentum?

...komplette Frage anzeigen

10 Antworten

Sicher gibt es einen Unterschied zwischem dem Gott oder höchsten Wesen im Judentum sowie im Christentum.

Die jüdische Religion, spätestens nach dem Babylonischen Exil, ist streng monotheistisch. Jesus als Sohn Gottes ist nicht bekannt genauso wenig wie der Heiligie Geist, der aber in der jüdischen Religion sowas wie der Atem Gottes ist. Bei den orthodoxen Juden wird die jüdische Religion noch als Gesetzesreligion aufgefaßt.

Durch verschiedene Einflüsse ist der Gott des Christentums ein trinitarischer Gott, d.h. ein Gott, der aus drei gleichrangigen Wesenseinheiten besteht; nämlich Vater, Sohn und Hl.Geist. Jede dieser Wesenseinheiten hat selbst einen einen gottgleichen Rang. D.h. drei Gottheiten in EINEM. Dies alles ist im Grunde für einen Christen zum Teil unverständlich.Aber das ist die herrschende Doktrin.

Sicher gibt es da Unterschiede - über die schon Bücher geschrieben wurden.

Insbesondere kann das Judentum - natürlich - nichts mit der christlichen Trinität anfangen, sieht sie sogar als Verletzung des strengen Monotheismus an.

Gruß Ragnar

Der Gott ist der gleiche.

DIe Anschauungsweisen der "Anhänger" sind eben unterschiedlich, ein großes Beispiel dafür ist eben z.b. Jesus. Christen sagen, er ist Gottes Sohn, Juden sagen, er ist irgendein Prophet. Aber der Gott an den Juden und Christen glauben ist meiner Ansicht nach der gleiche. Genauso wie der im Islam :)

Der Hauptunterschied zwischen Christen- und Judentum ist wohl der, dass die Christenheit in Jesus Christus schon den angekündigten Messias sieht, die Juden noch auf den Messias warten. Die religiöse Historie der Bibel zeigt, dass ihnen Jesus Christus nicht "gut genug war", weil sie auf einen großen und mächtigen Herrscher warten.

Ich gebe zu, dass ist jetzt ein wenig kurz und ketzerisch ausgedrückt, aber nicht böse gemeint, liebe jüdische Brüder und Schwestern. - Nehmt es mit dem sprichwörtlichen jüdischen Humor auf.

Viele Gläubige damals meinten , man müsse ganz streng eine Reihe von Vorschriften befolgen, um Gott zufriedenzustellen. Jesus hielt aber dagegen:
Nach seiner Ansicht ist Gott kein strenger Kontrolleur oder Aufseher. Laut ihm hat Gott jeden Menschen gern.

Im Alten Testamt ist Gott streng, zornig und sehr launig. Aber im Neuen Testament wird Gott gut, demütig und ausgeglichen.

Da im Christentum die Trinität (Dreifaltigkeit) gelehrt wird, sehen Juden darin einen grosse Verletzung des Monotheismus.

Gott ist immer der Gleiche! Aber der Abfall von Gott brauchte Sühnung, ohne Sühnung wären wir unter dem Gesetz verloren! Deshalb sah es so aus, als sei gott streng und zornig, aber:

Luther Bibel (1912) Also hat Gott die Welt geliebt, daß er seinen eingeborenen Sohn gab, auf daß alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben.

Und in einem alten Weihnachtslied heißt der zweite Vers:

Heute geht aus seiner Kammer

Gottes Held, der die Welt reißt aus allem Jammer.

Gott wird Mensch dir, Mensch, zugute,

Gottes Kind, das verbind’t sich mit unser’m Blute.

1

Gott ist derselbe, nur die beschriebenen Wege zu Ihm sind unterschiedlich.

Hallo Nuxluxor888666

Der Gott, der dem Volk Israel einmal sagte „. . .„Ich bin Jehova, dein Gott, der ich dich aus dem Land Ägypten, aus dem Sklavenhaus, herausgeführt habe.  Du sollst keine anderen Götter wider mein Angesicht haben.“ fügte später noch hinzu: „. . ..Vor mir wurde kein Gott gebildet, und nach mir war weiterhin keiner. Ich — ich bin Jehova, und außer mir gibt es keinen Retter.“ (siehe bitte 2. Mose 20:2, 3 und Jesaja 43:10, 11)

Dieser Gott hat sich bis auf diesen Tag nicht geändert - allerdings sind viele seiner Anbeter sehr wankelmütig.

Vor vielen Jahrhunderten beispielsweise, sagte Gott zu den Israeliten: „Wenn ihr meiner Stimme genau gehorchen und meinen Bund wirklich halten werdet, dann werdet ihr bestimmt mein besonderes Eigentum aus allen anderen Völkern werden, denn die ganze Erde gehört mir. Und ihr, ihr werdet mir ein Königreich von Priestern und eine heilige Nation werden“ (2. Mose 19:5, 6).

Daraus kann man entnehmen, dass die Israeliten ein besonderes Eigentum werden konnten, um als Priester zugunsten der ganzen Menschheit zu dienen, einer Menschheit, die sich ihrem Schöpfer gegenüber mehr oder weniger entfremdet hatte - doch dieses besonderen Verhältnis zu Gott war mit Bedingungen verbunden: : „WENN ihr meiner Stimme genau gehorchen . . . werdet, DANN werdet ihr bestimmt mein besonderes Eigentum . . . werden.“

Währen all der Jahrhunderte danach wurde das jüdische Volk durch von Gott eingesetzte Richter, Könige und Propheten immer wieder an ihre Verpflichtung gegenüber ihrem Gott Jehova erinnert und ermahnt - leider mit wenig Erfolg.

Diese Auf und ab ist übrigens der Hauptinhalt des sogenannten Alten Testamentes!

Wie reagierte Jehova darauf?

„Ich werde dem Hause Israel nicht wieder Barmherzigkeit erweisen, weil ich sie ganz bestimmt hinweg nehmen werde. . . .ihr seid nicht mein Volk, und ich selbst werde mich nicht als der Eure erweisen“ ließ er durch seinen Propheten Hosea im 8. Jahrhundert v. u. Z vorhersagen (Hosea 1:6, 9).

Den abtrünnigen Israeliten wurde also angekündigt, dass sie nicht in Gottes Gunst bleiben werden. Nur einem treuen Überrest war in Aussicht gestellt eines Tages das Vorrecht zu erhalten, „wiederhergestellt“ zu werden und erneut göttliche Segnungen zu genießen (Hosea 1:10).

Dieser Prophezeiung getreu, ließ Gott dann auch zu, dass die Israeliten von ihren Feinden gefangengenommen wurden und dass ihr Tempel zerstört wurde. Sie hatten seine Gunst und seinen Schutz verloren. Nur ein treuer Überrest der Israeliten kehrte 537 v. u. Z. aus der Gefangenschaft zurück, baute Jehovas Tempel wieder auf und erfreute sich abermals seiner Gunst als sein auserwähltes Volk.

Dessen ungeachtet gerieten die Juden in den folgenden Jahrhunderten erneut auf Abwege und unter den Einfluss der griechischen Philosophie — wie zum Beispiel der platonischen Lehre von der unsterblichen Seele. Das wirkte sich auf ihre Anbetung verheerend aus.

Sie haben sich seitdem nie wieder ausschließlich auf die Lehren Mose und der anderen hebräischen Propheten gestützt.

Als dann Jesus, der Sohn Gottes und Gründer des Christentums seinen Dienst auf der Erde begann, tadelte er sehr deutlich, dass viele Juden zum wiederholten Male von der reinen Anbetung Jehovas abgefallen waren, und er sagte deshalb unmissverständlich: „Das Königreich Gottes wird von euch genommen und einer Nation gegeben werden, die dessen Früchte hervorbringt“ (Matthäus 21:43).

Nicht Gott wurde ausgewechselt - sondern unter seinen Anbetern wurde ein Wechsel eingeleitet.

Die meisten Juden beachteten jedoch solche Warnungen nicht, blieben abtrünnig und verwarfen sogar Jesus als Jehovas Gesalbten. Daher ließ Jehova nicht lange danach — im Jahre 70 u. Z. — zu, dass der wieder aufgebaute Tempel erneut zerstört wurde (Matthäus 23:37, 38).

Bis zum heutigen Tag schenkt das jüdische Volk - in seiner Rolle als religiöse Institution - der Aussage ihres Gottes aus Matthäus 17:5 keine Beachtung: „. . . Dieser ist mein Sohn, der geliebte, an dem ich Wohlgefallen gefunden habe; hört auf ihn!“

Deshalb noch einmal: Dieser Gott hat sich bis auf diesen Tag nicht geändert - allerdings sind viele seiner Anbeter sehr wankelmütig.

Natürlich fällt Gott keine Pauschalurteile und deshalb kann man auch nicht sagen, dass der allmächtige Gott alle Juden verwarf.

Fortsetzung


Fortsetzung

Paulus, ein jüdischer Apostel Christi, erklärte dazu:

„Gott hat sein Volk nicht verworfen, das er zuerst anerkannt hat. . . . So hat sich nun auch in der gegenwärtigen Zeitperiode ein Überrest gemäß einer Auserwählung zufolge unverdienter Güte gezeigt“ (Römer 11:2, 5).

Vergleichbar ist das mit einer Hochzeitsfeier zu der viele eingeladen sind, aber nur wenige geneigt sind zu kommen.

Geradeso hatte Gott zunächst das gesamte jüdische Volk eingeladen, sich eines besonderen Verhältnisses zu ihm zu erfreuen, doch nur ein Überrest bewahrte diese besondere Vertrautheit durch seine Treue.

Diesem treuen jüdischen Überrest schlossen sich schon kurz nach Jesu Rückkehr in den Himmel bald viele Nichtjuden an, die Gott ebenfalls dienen wollten.

Darüber schrieb Paulus: „Wenn [uns] nun Gott . . . nicht nur aus den Juden berufen hat, sondern auch aus den [nichtjüdischen] Nationen, was dann? Es ist so, wie er auch in Hosea sagt: ‚Die nicht mein Volk sind, will ich „mein Volk“ nennen‘ “ (Römer 9:22-25).

Dieser Gott ist der Gleiche und wird immer der Gleiche bleiben - ungeachtet dessen, welche selbstgemachten und selbsterdachten Götter Menschen noch erfinden mögen.

Oder mit der Bibel aus Maleachi 3:6 „. . .„Denn ich bin Jehova; ich habe mich nicht geändert. . .“

Doch im Gegensatz zu seinen Anfangsbemühungen, loyal Anbeter zunächst nur aus den Juden zu finden, gewährt er seit Gründung des wahren Christentums niemandem mehr nur aufgrund seiner Abstammung besondere Gunst sondern gibt Menschen jeder nationalen Herkunft die Gelegenheit, ein vertrautes Verhältnis zu ihm zu entwickeln.


Nun ist möglicherweise diese Antwort anders ausgefallen, als Du sie Dir vorgestellt hast - vielleicht hilft sie Dir dennoch etwas weiter.

Aus diesen Überlegungen ergibt sich - wie immer bei solchen Antworten - mindesten eine neue Frage, nämich was unser Schöpfer überhaupt mit seiner Erde vorhat.

http://www.gutefrage.net/frage/hat-gott-einen-plan-was-er-mit-den-menschen-auf-der-erde-erreichen-moechte#answer17685258



0

Also ist Jehova = Gott (grob formuliert)? Und ist Jehova = Gott = Adonai oder hab ich das falsch verstanden?

0
@Nuxluxor888666

Hallo Nuxluxor888666

Danke für Deine Nachfrage - und Du hast das richtig verstanden. Nur ein paar Feinheiten füge ich noch an:

  • JHWH / Jahwe / Jehova oder in Kurzform Jah ist je nach Übersetzung und Aussprache der Name Gottes

  • Gott dagegen ist ein Titel, wie zum Beispiel wie z.B. „König“, „Richter“ oder „Herr“

  • Adonai ist ebenfalls ein Titel (aus der hebräischen Sprache, die griechische Entsprechung lautet Kyrios) und bedeutet ebenfalls Herr. Wenn er sich auf Jehova bezieht wird er in der Regel im Majestätsplural verwendet.

Eine interessante Meldung ist diese:

In einem Schreiben des Vatikans vom 29. Juni 2008 an die Vorsitzenden der Bischofskonferenzen weltweit hieß es, in den letzten Jahren habe sich „die Praxis eingeschlichen, den wahren Namen des Gottes Israels auszusprechen“.

Die unmissverständliche Anweisung: Der Gottesname solle „weder verwendet noch ausgesprochen werden“. Außerdem sei beim Übersetzen der Bibel in heutige Sprachen „das heilige Tetragramm durch ein Äquivalent von Adonai/Kyrios: ‚Herr‘ “ wiederzugeben.

Diese Direktive des Vatikans zielt eindeutig darauf ab, den Namen Gottes aus dem Wortschatz zu verbannen



0

Der Gott ist der gleiche, aber die Juden haben andere Vorschriften als Christen und umgekehrt. Die Juden gehen zum Beten in die Synagoge, die Christen in die Kirche. Außerdem gibt es andere Festtage und die Juden glauben nicht an das neue Testament und sehen Jesus nur als Propheten und nicht als den Messias. :)

Gibt doch eigentlich keinen oder ? Nur bei Jesus sind sich beide Religionen streitig aber sonst ? ;_;

Der gott im AT, ist judentum, ist auge um auge, zahn um zahn, gott, im NT christus ist nächsten liebe.

"Du sollst dich nicht rächen, noch Zorn bewahren gegen die Kinder deines Volkes. Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. Ich bin Adonai." 3. Mose 19, 18

Nur mal so als Bemerkung

0
@BenJoshua

Gerade an diesem Vers ist es gut zu erkennen, dass es dabei eigentlich bedeutet "du sollst deinen nächsten Mitjuden lieben wie dich selbst."

0
@TeeEi

@TeeEi.. das ist deine Auslegung dieser Worte.

Bist du Antisemit?

0
@BenJoshua

das AT ist doch nur für religiös zurückgebliebene, die noch nichts mit der liebe anfangen können, die der christus im NT in die welt brachte.

1
@BenJoshua

Es gibt stichhaltige Belege für diese Auslegung bzw. dafür, dass es früher/ursprünglich so ausgelegt wurde. Und nein, ich bin kein Antisemit.

0

Was möchtest Du wissen?