Unterschied, PKV, GKV-Pflichtmitglied, GKW-Freiwillig?

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6 Antworten

Verdient der Medizinmann beim freiwillig in der GKV versichertem Mitglied mehr, als beim Pflichtmitglied?

Nein - gleiche Leistung und auch gleiche Kosten.

Gibt es Unterschiede, für den Doc., zwischen den PKV`s?

Ja - denn es kommt darauf an, welche Tarife der Versicherte abgeschlossen hat. Und danach richtet sich auch die Erstattung an den Medizinmann. Unter Umständen, darf der Patient auch einen Teil der Kosten selbst zahlen.

 Wieviel kann der niedergelassene Medizinmann dafür abrechnen?

Die Erstattung in der PKV richtet sich nach der GOÄ oder GOZ - die Beträge für die einzelnen Leistungen kann man hier entnehmen.

https://www.aerztekammer-bw.de/10aerzte/42goae/volltext.pdf

https://www.bzaek.de/fileadmin/PDFs/goz/gebuehrenordnung_fuer_zahnaerzte_2012.pdf

Gruß Apolon

Verdient der Medizinmann beim freiwillig in der GKV versichertem Mitglied mehr, als beim Pflichtmitglied?

Nein.

Gibt es Unterschiede, für den Doc., zwischen den PKV`s?

Teilweise. Es gibt einige Tarife die sogar dann bezahlen wenn der Doc über 3,5 GOÄ abrechnet (manche sogar nur bis 2,3). Nicht jedoch alle, da dort die meisten Tarife am Markt die Grenze ziehen.

Eine solche Aktion kann privat abgerechnet maximal 35-40€ kosten (inkl. AU). In der Regel liegt das im Bereich von 20€ oder darunter, der Patient muss dann dem Arzt aber bereits bekannt sein.

Ob es tatsächlich zwischen Patienten, die bei verschiedenen PKV versichert sind, Unterschiede gibt, wird allenfalls jemand beurteilen können, der solche Abrechnungen vornimmt. Der wird das aber sicher nicht öffentlich machen.

Verdient der Medizinmann beim freiwillig in der GKV versichertem Mitglied mehr, als beim Pflichtmitglied?

Beide Patienten sind in der GKV versichert. Also fällt das Honorar für den Doc gleich aus.

„Freiwillig Versichert“ bedeutet in diesem Zusammenhang nur, dass der Patient in die PKV wechseln könnte, weil sein Verdienst oberhalb der Beitragsbemessungsgrenze liegt.

Gibt es Unterschiede, für den Doc., zwischen den PKV`s?

Nein, der Doc kann den Patienten nach GOÄ verarzten. Die Honorare sind pro Abrechnungscode, den er verrechnet, seit den 80er Jahren des letzten Jahrtausends fixiert und wurden beim Milleniumswechsel nur auf € umgestellt.

Kann man das mal bitte mit Zahlen füllen? Wieviel kann der niedergelassene Medizinmann dafür abrechnen?

Nein, das kann man nicht mit Zahlen füllen, da die Honorarforderung vom Geschick des Arztes beim Schreiben der Rechnungen abhängt. Es gibt Ärzte, die fordern mehr und solche, die fordern weniger …

Anbei noch ein paar Links zur GOÄ und GOZ:

https://www.gesetze-im-internet.de/go__1982/index.html

http://www.gesetze-im-internet.de/goz_1987/index.html

Bitte beachten, die GOÄ stammt aus dem Jahre 1982 und daher stehen die
Preise im Anhang noch in DM! Das gilt sinngemäß auch für die
Zahnmedizin aus dem Jahre 1987!

Beratung – auch mittels Fernsprecher = 80 Punkte; 9,12 DM; 4,66 € Den Preis x 2,3 = 10,72 € für die Beratung. Meistens kommt einiges hinzu …

romkatzi 21.02.2017, 09:11

Für Zahnärzte gibt es seit 2012 eine neue Gebührenordnung!



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wolfgang1956 21.02.2017, 10:38
@romkatzi

Für Zahnärzte gibt es seit 2012 eine neue Gebührenordnung!

Mein Link verweist exakt auf die derzeit geltende GOZ, die aus dem Jahre 1987 stammt. Vielleicht wurde neueren technischen Gegebenheiten Rechnung getragen, doch das GOZ blieb ansonsten wie sie ist!

Früher haben die Radiologen praktisch ausschliesslich geröntgt, inzwischen wird viel häufiger mit CTs und MRTs gearbeitet. Zum Zeitpunkt der Abfassung der Gebührenordnung für Ärzte gab es nur das Röntgen, entsprechend mussten für CTs und MRTs entsprechende Ergänzungen in die GOÄ eingefügt werden.

Das Eingipsen von Knochenbrüchen dürfte auch demnächst im Prinzip entfallen. Inzwischen haben die Chirurgen deutlich bessere Möglichkeiten, die Knochen ruhigzustellen, damit sie besser zusammenwachsen …

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Verdient der Medizinmann beim freiwillig in der GKV versichertem Mitglied mehr, als beim Pflichtmitglied?

Nein.

Gibt es Unterschiede, für den Doc., zwischen den PKV`s?

An sich nicht. Der Arzt schließt einen Vertrag mit seinem Patienten und bekommt von dem auch sein Geld. Wie viel Geld der Patient dann von seiner Versicherung erstattet bekommt variiert natürlich zwischen unterschiedlichen Tarifen. Das hat aber mit dem Arzt nicht mehr wirklich was zu tun (okay, wenn Leistungen über 3,5-fachen Satz versichert sind ist natürlich die Wahrscheinlichkeit höher, dass der Patient tatsächlich eine Honorarvereinbarung unterschreibt).

Für den gesetzlich Versicherten, gleich ob per Pflicht oder freiwillig, bekommt der MM sein Honorar nach dem EBM. Da stehen keine Zahlen fest, sondern es wird jährlich ein Topf verteilt. Kaum jemand begreift wirklich, wie das geht.

Beim gesetzlich Versicherten bekommt er ein Honorar nach der GoÄ. Die lässt für jede Leistung einen Rahmen vom einfachen bis dreifachen Basisbetrag zu. Im Regelfall werden 2,3 abgerechnet. 1,0 sind für die Mitglieder des verhassten Basistarifs und mehr als 2,3 kann er in besonders schwierigen Fällen berechnen.

Die GoÄ beantwortet Deine Fragen. Viel Spass beim Stöbern  :)

jenshiller 20.02.2017, 17:17

Vielen Dank für deine schnelle Antwort und die Lesetipps.

Habe ich richtig verstanden, dass Nutzer des Basistarifs in der PKV beim MM zwar immer noch lieber gesehen sind, als GKV`s (ich verstehe voll und ganz, dass der MM auch Unternehmer ist - ob das gut ist, müsste man gesondert diskutieren), es jedoch schwieriger ist, mehr als den einfachen Faktor anzusetzen?

Danke dir

Jens

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NamenSindSchwer 20.02.2017, 17:36
@jenshiller

Der Versicherte im Basistarif ist Privatpatient also kann der Arzt grundsätzlich einen erhöhten Steigerungsfaktor auf die Rechnung schreiben. Er bekommt sein Geld schließlich direkt vom Patienten. Dieser wiederum wird von der Rechnung nur einen Teil von seiner Versicherung erstattet bekommen und bleibt auf dem Rest sitzen und ist der Angeschmierte.

Leider ein absolutes Unding was von den Ärzten viel zu regelmäßig praktiziert wird. Ein Versicherter im Basistarif erhält eine Bescheinigung in Papierform in der ausdrücklich draufsteht, dass nicht mehr als der 1,2-fache Satz der GOÄ (0,9 bzw. 1,0 für gewisse Bereiche) erstattet wird und die er beim Arztbesuch vorlegen muss. Abgerechnet wird dann häufig trotzdem der 2,3-fache Satz oder noch mehr...und dann ist die Versicherung der Buhmann, wenn nicht alles erstattet wird. Der Arzt ist ja schließlich unfehlbar...

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romkatzi 21.02.2017, 09:21
@NamenSindSchwer

Wenn der Basisversicherte sein Kärtchen vorzeigt muss der Arzt nach den Sätzen des Basistarifs abrechnen, wenn er ein Vertragsarzt der GKV ist. Nur reine Privatärzte dürfen mehr abrechnen.

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NetzBeratung 21.02.2017, 14:33
@romkatzi

Problematische Realität für diese Versichertengruppe ist auch weniger der beschriebene Extremfall als angebliche Terminfindungsunmöglichkeiten der Ärzte.

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Apolon 22.02.2017, 14:08
@jenshiller

dass Nutzer des Basistarifs in der PKV beim MM zwar immer noch lieber gesehen sind, als GKV`s

Nein - dies trifft nicht zu.

Ein GKV-Versicherter kann noch Kranken-Zusatz-Tarife haben, was einem PKV-Versicherten nach dem BASIS-Tarif nicht möglich ist.

Außerdem hat der Basis-Tarif auch noch weitere Leistungseinschränkungen gegenüber der GKV.

Allerdings werden schlaue PKV-Versicherte die bereits im Jahr 2009 PKV-versichert waren nicht in den Basis-Tarif, sondern in den Standard-Tarif wechseln.

https://www.pkv.de/themen/krankenversicherung/so-funktioniert-die-pkv/wem-stehen-standardtarif-und-basistarif-offen/

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Apolon 22.02.2017, 13:58

Beim gesetzlich Versicherten bekommt er ein Honorar nach der GoÄ.

Falsch!  Die GOÄ ist nur für die PKV zuständig, nicht für die GKV.

Und auch der Basistarif gibt es nur bei der PKV.

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NetzBeratung 22.02.2017, 18:43
@Apolon

An der Stelle hätte "privat Versicherte" stehen müssen, wie Du auch hättest bemerken können, da ich *zwei* mal von gesetzlich Versicherten schrieb.

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