Unterschied Mietkauf zu Kauf

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5 Antworten

Ist das ein Mietkauf auf Privatbasis oder von einer Firma/Genossenschaft? Es gibt da ein paar Anbieter auf dem Markt, mal seriöse, mal nicht. Ich gehe auch davon aus, dass sich ein gut bekannter Verfechter für dieses Modell hier äussern wird. ;-)

Meine persönliche Meinung: nicht attraktiv! Warum? Du zahlst i.d.R. eine "Einstandseinlage", die Du bei Genossenschaften irgendwann mal wieder bekommst, i.d.R. nachdem Du die Zeit der Miete hinter Dir hast und dann in Eigentum gehst. Die Einlage wird normalerweise nicht verzinst, verliert also an Wert. Dann wird Dir nach einer gewissen Zeit des Wartens eine Immobilie finanziert, tlw. kannst Du sie Dir selbst aussuchen, manchmal muss man die Immobilien der Genossenschaft (mit möglicherweise überteuerten Wertgutachten) nehmen. Die Immobilie gehört Dir aber nicht(!), Du hast aber zumindest im Grundbuch einen Nießbrauch eingetragen, bist also nicht "nur" Mieter. Du zahlst einen gewissen Prozentsatz der Summe als Miete (irgendwo um die 3,5-4% p.a.), davon hast Du später gar nix! Dann kommen noch 1-2% p.a. oben drauf, was praktisch als Sparanlage bei der Firma/Genossenschaft verbleibt und von dem Immobilien für andere gekauft werden. Nach einer langen Zeitspanne des Mietezahlens und Ansparens (zwischen 15-25 Jahre) wird Dir dann das Haus überschrieben und die Ansparsumme (incl. kleiner Sparzinsen) angerechnet, den restlichen, ursprünglichen Kaufpreis von i.d.R 70% des ehemaligen Kaufpreises musst Du dann über einen regulären Bankkredit stemmen. Wenn Du das nicht kannst: keine Ahnung, wahrscheinlich bleibst Du weiterhin nur Nießbraucher, niemals Eigentümer.

Bei einer klassischen Finanzierung ist man i.d.R. nach 20 Jahren durch, vielleicht auch früher, wenn man am Anfang "ranklotzt" mit Sondertilgung e.t.c. Bei Mietkauf kannst Du mit etwa 35 Jahren rechnen, bis Du wirklich Eigentümer bist!

Ich bin der Meinung, wer sich jetzt kein Haus in klassischer Finanzierung leisten kann, sollte auch von Mietkauf die Finger lassen. Und wer sich die klassische Finanzierung leisten kann, der lässt sich nicht auf das unattraktive Modell des Mietkaufs ein!

Allenfalls eine Zielgruppe könnten die Leute sein, die jetzt noch nix haben aber fest damit rechnen können, zum Zeitpunkt des Endes der Mietzeit auch über die finanziellen Möglichkeiten zu verfügen, die 70% möglichst auf einen Schlag bar zu zahlen!

AndyMu97 05.10.2010, 13:29

Im Wiki-Artikel von nvfl24 wird sehr schön beschrieben, dass Mietkauf so aussehen kann, dass die bis dahin gezahlte Miete auf den Kaufpreis angerechnet wird. Das wäre ein faires Modell, wie es durchaus bei privaten Eigentümern Anwendung findet. Damit bezahlt man praktisch die Immobilie schon ab, aber nicht bei der Bank, sondern beim Eigentümer. Bei dem von mir skizzierten Modell ist die Mietzahlung aber verloren!

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Hallo, ich finde Mietkauf ganz in Ordnung. Man sollte sich den Anbieter genau anschauen.

Bei Genossenschaften sind die Einlagen meistens nicht verzinst, jedoch erhält man dafür Dividentenauszahlungen.

Auf jeden Fall sollte man genau durchrechnen, ob sich die Sache für einen lohnt.

Eine gute Alternative zur Bankfinanzierung ist es auf jeden Fall.

Ohne Schulden, ohne Bank, ohne Schufa und ohne großes Risiko ins eigene Heim find ich ganz in Ordnung.

Bei Interesse kann ich mehr zum Thema sagen.

Absolute Vorsicht geboten! Bei Mietkauf sind hüben wie drüben jede Menge Gauner unterwegs!

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