Was sind so die Grundunterschiede zwischen katholischer und evangelischer Glauben?

8 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Einige Unterschiede:

  • die Evangelischen beziehen sich allein auf die Bibel

  • die Katholiken beziehen sich neben der Bibel auch noch auf Texte von Heiligen, von Kirchenvätern und auf Konzilstexte

  • die Evangelischen beten allein zu Gott, Jesus Christus und dem Heiligen Geist

  • die Katholiken beten zu dem dreieinigen Gott und außerdem werden Heilige darum gebeten, dass sie für uns fürbitten mögen

  • die Evangelischen glauben, dass die Gnade Gottes allein ausreichend ist, um alle Sünden zu vergeben

  • die Katholiken glauben, dass wir mit der Gnade Gottes mitwirken sollen

  • die Evangelischen glauben, dass die Ehe nur eine weltliche Angelegenheit ist und wieder aufgelöst werden kann

  • die Katholiken glauben, dass die Ehe ein Sakrament und unauflöslich ist

  • die Evangelischen glauben, dass die Kirche die unsichtbare Gemeinschaft aller Glaubenden ist

  • die Katholiken glauben, dass die Kirche auch die sichtbare Institution mit ihrer Kirchengeschichte und ihren offiziellen Amtsträgern ist

  • die Evangelischen glauben, dass alle Christen prinzipiell dieselben geistlichen Vollmachten haben

  • die Katholiken glauben, dass das Amtspriestertum unverzichtbar ist und dass der Priester besondere Vollmachten hat: Sakramente spenden, Wein und Brot in Blut und Leib Christi wandeln

  • die Evangelischen glauben, dass die Toten erst am Letzten Tag auferstehen werden

  • die Katholiken glauben, dass die Toten sofort nach dem Tod alles mitbekommen, was auf der Erde geschieht, und dass sie selber nach dem Tod einige Zeit lang seelisch gereinigt werden und am Letzten Tag zu ihrer Seele einen neuen Leib hinzubekommen

  • die Evangelischen glauben, dass jeder für sich die Bibel so auslegen und verstehen kann, wie er will

  • die Katholiken glauben, dass jede Auslegung geprüft werden muss am Gesamtkontext und dass die Kirche im Laufe der Jahrhunderte verbindlich sagen kann, wie etwas zu verstehen ist

  • die Evangelischen glauben, dass es genügt, seine Schuld innerlich vor Gott einzugestehen

  • die Katholiken glauben, dass die persönliche Schuld Einfluss auf die Kirche hat, und dass sie deswegen auch vor der Kirche (stellvertretend im Geheimen dem Priester im Beichtstuhl) bekannt werden muss

....es gibt noch etliche weitere Unterschiede, oft sind es leider auch nur Missverständnisse und beide Konfessionen sehen einfach einen anderen Aspekt derselben Sache

31

Im Prinzip ist das schon korrekt, jedoch vermischen sich die Glaubensrichtungen zur Zeit sehr, sehr stark.

Beispiele hierfür wären:

  • Für Katholiken ist die Verehrung von Heiligen (einschl. Maria) von der Kirchenführung nicht "vorgeschrieben"; man kann also auch ein "strenggläubiger Katholik" sein, wenn man mit Heiligen nichts am Hut hat
  • Die Frage, was denn den Begriff "heilige katholische Kirche" (nicht zu verwechseln mit "römisch-katholische Kirche") zu bedeuten hat, wird von sehr vielen Katholiken eher in der "evangelischen" Art beantwortet
  • Was das "Amtspriestertum" angeht, zeigen sich bei "einfachen" Katholiken bereits vereinzelt Zweifel an der aktuellen Line der Kirche
  • gerade in Südamerika (katholisch) lassen sich Bibelgruppen (teils einfache Menschen aus Elendsvierteln) nicht nehmen, die Bibel so auszulegen, wie sie es für richtig halten

Ich gehe davon aus, dass die meisten Unterschiede in wenigen Jahrzehnten hauptsächlich zwar noch auf dem Papier, nicht jedoch in der Realität existieren werden.

3
22

Einwandfrei. DH. Nur zum letzten Punkt: die persönliche Schuld hat nicht nur Einfluß auf die Kirche, sondern hinterläßt Spuren in der Seele und der Welt. Durch die Beichte,werden die Auswirkungen getilgt und die Seele (bis zur nächsten Sünde) geheilt und vollkommen rein..

0
32
@alexander329
Durch die Beichte,werden die Auswirkungen getilgt und die Seele (bis zur nächsten Sünde) geheilt und vollkommen rein.

Stimmt.

Allerdings denken evangelische Christen, dass jeder Christ die Beichte abnehmen kann.

0

In römisch-katholischen Kirche steht zu sehr das Amt im Vordergrund. In einem katholischen Gottesdienst habe ich immer den Eindruck das zuerst der Priester das allerwichtigste ist und das Evangelium eine eher untergeordnete Rolle spielt. Das Problem an der römisch-katholischen Kirche ist das Amtsverständnis - ohne dieses Amt kann kein Gläubiger in den Himmel kommen. Durch das Zwnagszölibat und durch das besondere Verständnis des Priesteramts steht der katholische Priester über den Gläubigen.

Selbst wenn die römisch-katholische Kirche ein evangelisches Glaubensverständnis hätte - diese Auffassung vom Amt ist sehr problematisch. In den evangelischen Kirchen gbit es das allgemeine Priestertum aller Gläubigen.

Ich kann mich mit diesem Amtsverständnis der römisch-katholischen Kirche jedenfalls nicht anfreunden...

LA

Du hast schon richtig erkannt, daß man meist die Denomination unterscheidet, aber kaum die Inhalte. Aber darauf kommt es letztlich an. Maßstab für den Inhalt ist die Bibel. Darauf berufen sich zwar auch die Kirchen, aber Theorie und Praxis bzw. Inhalt und Interpretation klaffen da in vielerlei Hinsicht sehr auseinander. Die RKK sieht sich als heilsnotwendige Einrichtung und beruft sich auf den Papst als angeblich von Jesus eingesetzten Bischoff vor Gott und Petrus als ersten Papst. Das ist biblisch falsch. Ebenso die Marienverehrung, die Messe und die Beichte. Die "Fegefeuerlehre" ist aus den apokryphen Büchern entnommen, die nicht zur Bibel gehören. Ein Zölibat ist für Pastoren ebenso unbiblisch. Das unterscheidet die beiden Kirchen im Groben. In der ev, Kirche gibt es diese Lehren nicht.

Die unbiblische Kindertaufe vollziehen allerdings beide Kirchen. Und in der ev. Kirche gibt es auch weibliche Pfarrer, was ich so aus der Bibel nicht herauslese - eher das Gegenteil. Es gibt bestimmt auch in diesen Kirchen echte Christen und es geht bei Kritik nicht darum Menschen anzuklagen, sondern unbiblische Lehren und Systeme offen zu legen. Hinter dem stehen zwar auch Menschen, aber man kann ja auch guten Willens sein, und sich trotzdem in seinen Ansichten irren. Wer an Gott glauben will, sollte sich weniger an Kirchen und mehr an die Bibel halten und sich gegebenenfalls einer freikirchlichen und bibeltreuen Gemeinde anschließen (Brüder, Baptisten, FeG).

26

Okay vielen Dank! Kurze Frage noch: wo in der Bibel hast du gelesen, dass es nicht vorgesehen ist, dass Frauen Pfarrer werden? :)

1
40
@BerthaDieBaer

das steht nirgendswo in der Bibel. Was aber dort steht, dass Jesus Christus nur Männer zu Aposteln berufen hat, denen er die Binde- und Lösegewalt der Kirche anvertraut hat. Deshalb meint die kath. Kirche, auch nur Männer zu Priestern (als Nachfolger der Apostel) weihen zu dürfen.

1
52
@Raubkatze45

Es steht nicht dort, dass er nicht auch Frauen berufen hat. Nur ist das in der damaligen Zeit und im damaligen Kulturkreis nicht erwähnens- und überliefernswert befunden worden.

0
46
@Raubkatze45

HAllo Raubkatze,

egal, wie man von der Sache her dazu steht, aber das Argument reizt geradezu zu der Feststellung, dass Jesus nur galiläische Juden dazu berufen hat. Was wäre denn jetzt die Folgerung daraus?

0
35
@BerthaDieBaer

BerthaDieBaer: Das hat etwas mit der Schöpfungsordnung zu tun (siehe Epheser 5, 21-33). Männer und Frauen sind vor Gott gleichwertig aber nicht gleichartig. Ich weiß aber, daß das mit dem Predigen und der Gemeindeleitung manche Gemeinden anders sehen und praktizieren. Das teile ich nicht. Frauen dürfen Frauen lehren oder auch Kinder, aber laut Bibel nicht in einer Gemeinde vor allen predigen, weil sie sich damit über den Mann erheben, der das Haupt der Frau ist. Die Gemeinde ordnet sich Christus unter und die Frau dem Mann. Das verlangt, nebenbei gesagt, vom Mann weit aus mehr als von der Frau. Darüber kann man sicherlich eifrig diskutieren, aber es steht nun einmal so in der Bibel und hat gewiss seinen Grund.

1. Timotheus 2, 11-13:

"Eine Frau lerne in der Stille mit aller Unterordnung. Einer Frau gestatte ich nicht, dass sie lehre, auch nicht, dass sie über den Mann Herr sei, sondern sie sei still. Denn Adam wurde zuerst gemacht, danach Eva".

http://daily-message.de/archiv/archiv1967.php

0
32
@Raubkatze45
Was aber dort steht, dass Jesus Christus nur Männer zu Aposteln berufen hat

Nun ja, aber Paulus kennt ein Ehepaar, die (beide) Apostel waren: Andronikus und Junia in Rö 16,7.

Im Mittelalter wurde extra der Name "Junias" erfunden, um die Frau zum Mann erklären zu können. Allerdings nur in der lateinischen Kirche, die Ostkirche hat daran festgehalten, dass Junia eine Frau war. Nun ja, die konnten ja auch besser Griechisch ;)

Weibliche Apostel sind also biblisch.

0
32
@joergbauer
Das hat etwas mit der Schöpfungsordnung zu tun (siehe Epheser 5, 21-33)

Wenn du den Originaltext (Griechisch) nimmst, wirst du da aber in Schwierigkeiten kommen. Denn Eph 5,21-22 lautet wörtlich: Seid gegenseitig untertan, die Frauen den Männern wie dem Herrn.

Paulus ermahnt die Frauen zur Unterordnung und die Männer zur Liebe. Niemand schließt daraus, dass Frauen ihre Männer nicht lieben brauchen. Wieso wird dann gefolgert, dass nur die Frauen sich ihren Männern unterordnen sollen und nicht auch die Männer, obwohl ja Paulus ausdrücklich von gegenseitig spricht?

  1. Timotheus 2, 11-13:

Die Stelle ist nicht leicht zu verstehen. Aber wenn du meinst, sie zu verstehen, dann erkläre mal bitte, was Paulus meint, wenn er in V.15 davon spricht, dass Frauen durch Kinderkriegen gerettet werden.

Es ist keine gute Exegese, aus unklaren Stellen klare Anweisungen zu folgern.

Das teile ich nicht. Frauen dürfen Frauen lehren oder auch Kinder, aber laut Bibel nicht in einer Gemeinde vor allen predigen

Doch, Frauen dürfen prophezeien (1.Kor 11,5); und das geschieht in der Gemeinde. Du folgst offenbar einer Auslegung, die aus der Ermahnung, störende Zwischenfragen durch Frauen abzuschalten, ein generelles Lehrverbot für Frauen macht. Das grenzt schon an BiBaBo.

0
35
@helmutwk

Kein generelles Lehrverbot für Frauen (habe ich ja beschrieben). Aber eben Grenzen, die sich aus der Schöpfungsordnung ergeben und dem, was Paulus schreibt. Eine Frau ist sicherlich ebenso geistbegabt und kann auch prophezeien. Ich teile dennoch die Meinung der Brüdergemeinden in die ich gehe. Sicherlich sollen sich Mann und Frau gegenseitig zuerst einmal dem HERRN unterordnen, so wie die Gemeinde Christus. Und der Mann die Frau ebenso lieben (was ja fast unmöglich ist). Die Frau soll sich ihrem Mann (als dem HERRN) unterordnen und sicherlich der Mann der Frau in Ehrerbeitung nähern, was ja eine gewisse liebevolle Demut beinhaltet. Eine Frau die so geliebt wird, ordnet sich gerne unter, und ein Mann der so geliebt und geehrt wird, wird sich bestimmt nicht als Idiot benehmen und die Frau unterdrücken. Die Frau steht geistlich und nach der Ordnung der Bibel (und darum geht es, siehe Epheser 5, 21-33) nicht über dem Mann und das drückt sich auch dadurch aus, daß sie eben nicht in der Versammlung predigen soll. Aber wer das anders sieht als Christ kann das sicherlich so tun. Gruß!

0
46

Meinen Kenntnissen nach sehr gut beschrieben! DH

2
22

Man kann nicht alles nur aus der Bibel rauslesen-da steht ja nichteinmal das gesamte Leben und Wirken jesu drin.Und Gott hat nachdem die Bibel geschrieben war nicht aufgehört,Kontakt zu den menschen zu haben.Es ist meiner Meinung nach Schwachsinn,etwas als nicht von Gott gewollt darzustellen,weil es nicht in der Bibel vermerkt ist.Das Christentum ist keine Buchreligion,sondern das Buch ist "nur" Hilfe für den Glauben suchenden.

0
32
@alexander329
Man kann nicht alles nur aus der Bibel rauslesen

Nicht alles, aber alles, was zum Glauben und Leben als Christ wichtig ist.

1

Hat evangelischer Bewerber bei katholischer Firma eine Chance

Hallo alle zusammen!

Wie die Überschrift bereits vermuten lässt möchte ich gerne wissen, ob man als evangelischer Bewerber bei einer der katholischen Kirche zugehörigen Firma eine Chance hat den Job zu kriegen? Oder ist das ein Ausschlusskriterium? Falls ja, ist das dann nicht sowas wie Diskrimineriung?

Vielen Dank schonmal für Eure Antworten.

...zur Frage

evangelischer - katholischer Gottesdienst

Hallo,

was läuft eigentlich in einem katholischen Gottesdienst anders ab als im evangelischen?

...zur Frage

Kann man als evangelischer Christ Weihwasser herstellen?

Der Pfarrer in der katholischen Kirche stellt Weihwasser her, indem er Quellwasser und Salz mischt und seinen Segen über das Wasser spricht.

In der evangelischen Kirche wird Weihwasser so gut wie nicht gebraucht, der Pfarrer stellt meines Wissens auch keines her.

Meine Frage ist, ob ich als evangelischer Christ selbst Weihwasser wie oben beschrieben herstellen kann. Oder hätte das keine Auswirkung, hat das keine Kraft? Ist es nur einem Pfarrer möglich, Weihwasser herzustellen oder kann ich es auch selbst segnen?

...zur Frage

worin besteht der unterschied zwischen evangelischer und katholischer kirche?

...zur Frage

Kann mir jmd. ein paar Fragen zum Christentum beantworten?

Hallo,

ich hätte ein paar Fragen zum Christentum gerne beantwortet.

  1. Sind Protestanten und Evangelikanen synonyme Begriffe?
  2. Glauben Protestanten auch an das Alte Testament? (für die Juden ist ja nur das Alte Testament relevant.)
  3. Glauben Katholiken an die gesamte Bibel, also an das AT und auch an das NT?
  4. Erzählt das NT im Grunde nur die Geschichte von Jesus?

Danke,

Mülli

...zur Frage

Was möchtest Du wissen?