Was ist der Unterschied zwischen gesetzlichen Krankenkassen und Privatversicherung?

6 Antworten

Die GKV ist in Deutschland Pflicht , damit jeder Zugang zu Ärzten und Krankenhäuser hat .Der Beitrag schließt Leistungen für die Kinder mit ein . ~15% vom Bruttolohn.

PKV wird von Einzelpersonen gewählt , wenn sie mehr als normale Leistungen wünschen und über ein Einkommen über der variablen Bemessungsgrenze haben.

Bundes- und Landesbeamte sind teilweise in einer PKV als Einzelperson versichert . Die Kosten der Leistungen sind festgelegt zwischen den Versicherern und den div. Kassen

Danke für den Hinweis, dass du erst 14 bist.

Die gesetzlichen Krankenkassen zahlen an den behandelnden Arzt Pauschalen, d.h. der Arzt erhält für den Patienten für eine Krankheit immer den gleichen Betrag im Quartal, ganz gleich wie oft der in die Praxis kommt.

Die Privatkrankenkasse bezahlt an den Patienten die an ihn gestellte Rechnung. (Die Rechung muss in kürzester Zeit vom Patienten direkt bezahlt werden. Die Erstattung des Betrages holt er sich von der Versicherung, bzw. von der Beihilfestelle des Staates, die aber nicht immer alles erstatten ). Viele sind aber nicht 100% versichert und erhalten z.B. nur 50% der Rechnung erstattet (z.B. Beamte, weil den Rest der Staat als Beihilfe bezahlt.Der Staat spart sich dabei viel Geld, weil er den Beitrag als Arbeitgeber an die Versicherungen einspart). Die Ärzte können laut Ärzteverordung bis 3,5fachen Satz der vorgegebenen Kosten für die geleistete Arbeit vom Privatpatienten verlangen. Hier holen sich die Ärzte, das was sie bei Patienten mit gestzl. Versicherung nicht verrechnen dürfen. Da wird alles verrechnet, jede telefonische Auskunft, sogar das Porto vom Brief. Fast jede Behandlung ist kompliziert, laut ihrer Aussage, und berechtigt sie dazu den Höchstsatz zu verlangen.

Hallo,

vielleicht hilft das:

Gesetzliche Krankenversicherung (GKV)

- wer pflichtversichert ist (z.B. Azubis), wird auf jeden Fall in der gesetzlichen Krankenversicherung aufgenommen (z.B. unabhängig von den Einnahmen und dem Gesundheitszustand)

- der Beitrag wird prozentual von den Einnahmen berechnet (niedrige Einnahmen -> niedriger Beitrag, z.B. auch als Rentner)

- die Leistungserbringer rechnen direkt mit der Krankenkasse (Krankenkassen können daher ggf. niedrige Preise aushandeln)

- Ehegatte und Kinder können ggf. kostenlos familienversichert werden

- die Leistungen sind für alle Mitglieder einer Krankenkasse gleich, d.h. im Gesetz = Sozialgesetzbuch V geregelt (Ausnahme: Krankengeld). Zwischen den Krankenkassen gibt es Unterschiede aufgrund von evtl. Satzungsleistungen.

- Für viele Leistungen ist eine Zuzahlung zu leisten (oft 10 Euro bzw. 10%).

Private Krankenversicherung (PKV):

- Arbeitnehmer mit einem Bruttoverdienst von mehr als 54.900 Euro jährlich, Selbständige und Beamte können statt der GKV die PKV wählen.

- wenn ein Versicherungsantrag gestellt wird, kann die Versicherung den Antrag ablehnen (wegen der Einkommensverhältnisse oder des Gesundheitszustandes). Bei Vorerkrankungen - auch in der Vergangenheit - kann die Privatversicherung Risikozuschläge erheben.

- Bei falschen oder vergessenen Angaben zu den Gesundheitsfragen kann die Privatversicherung den Vertrag auch noch Jahre später beenden. Jede Krankheit kann entscheidend sein.

- es sind pro Person Beiträge zu zahlen (auch für minderjährige Kinder!).

- auch bei deutlich geringeren Einnahmen sind die Beiträge weiterhin gleich hoch (z.B. Insolvenz, Arbeitslosigkeit, Frührente, Altersrente, Elternzeit).

- die Unterschiede zwischen den verschiedenen Leistungstarifen sind oft größer als die Unterschiede zwischen verschiedenen Unternehmen.

- man kann einzelne Leistungen in der PKV ganz abwählen oder nur sehr gering versichern. Wenn man diese Leistungen später benötigt, kann man das aber nicht mehr versichern.

- Rechnungen kann immer nur der Versicherungsnehmer zur Erstattung einreichen. Das ist für getrennt lebende Ehegatten ioder volljährige Studenten sehr ärgerlich, weil dann immer alle Arztbesuche offen gelegt werden müssen.

- Es gibt viele Leistungsbereiche, in denen viele Privatversicherte weniger Leistungen als in der GKV versichert haben: Reha, Psychotherapie, Haushaltshilfe, Hilfsmittel, Pille/Empfängnisverhütung, Krankengeld bei Erkrankung des Kindes, Verdienstausfall bei Begleitpersonen im Krankenhaus, Fußpflege bei Diabetikern ...

- Rechnungen und ggf. Mahnungen von den Leistungserbringern erhält immer der Versicherte/Patient. Auch wenn die Versicherung nur einen Teil erstattet, ist die komplette Rechnung zu bezahlen.

- Ärzte können bei Privatpatienten Rechnungen nach der GOÄ ausstellen. Ob und wieviel dem Patienten später von seiner Versicherung erstattet wird, ist dem Arzt egal. 

- Viele Privatversicherte haben eine jährliche Eigenbeteiligung vereinbart (z.B. 1000 Euro). Die Versicherung erstattet Rechnungen nur, wenn die Summe der Rechnungen diesen Betrag überschreitet, und auch dann nur den übersteigenden Betrag. 

Noch Fragen offen?

Gruß

RHW

 

 

 

 

 

 

 

Vielen Dank, jetzt ist einiges klarer :)

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@JACE5

Gern geschehen!

Übrigens: Wenn jemand in die PKV wechselt, kann er nur in ganz bestimmten Fällen wieder zurück in die GKV. Ein Wechsel in die PKV ist sehr oft eine lebenslange Entscheidung.

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Vielen Dank für die ausführliche und verständliche Antwort. Sehr hilfreich.

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