Unterschied Chemiker, Biochemiker, Biologe?

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5 Antworten

Dann würde ich für Deine Recherchen die Webseite der Bundesagentur für Arbeit, Berufenet, vorschlagen:

https://berufenet.arbeitsagentur.de/berufenet/faces/index?path=null 

Wenn Du "Chemiker, Biochemiker oder Biologe" in das Suchfenster eingibst erhälst Du eine Liste der Berufe/Studiengänge (nicht allgemein "Chemie" usw eingeben, sonst kommen auch alle nicht-akademischen Ausbildungen).

Für Chemiker gibt es 23 Einträge, für Biochemiker 5 und für Biologen 20. Es gibt einige Redundanzen und auch einige wenige Überschneidungen, aber generell sind das jeweils distinkte Studiengänge mit stellenweise stark unterschiedlichen Schwerpunkten.

Ein Wechsel von einem zum anderen Studiengang innerhalb des Studienfachs ist je nach Ausrichtung nicht unbedingt einfach und der Wechsel zu einem anderen Fach ist ohne einen teilweisen Neustart nicht zu bewältigen.

Z.B. ist in Biologie ein MS in Molekulare Medizin nicht ohne Abschlüsse in zusätzlichen Modulen möglich, wenn man einen BS in Humangenetik hat.

Allerdings ist das auch von Bundesland zu Bundesland und von Uni zu Uni verschieden. 

Wenn Du die Unterschiede herausarbeiten willst kannst Du auf jeden der angegeben Berufe klicken um grundlegende Information zu bekommen und dann auf die weiterführenden Links zu KURSNET wechseln wo eine Liste der Hochschulen zum Fach angegeben wird - die meisten Hochschulen haben eine recht gute Internetpräsenz und geben weiter Informationen zu den Studieninhalten.

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mgausmann 05.10.2016, 15:56

Also der Wechsel zwischen Chemie und Biochemie ist meines Wissens nach zumindest an den meisten Unis in den ersten Semestern mit wenig Aufwand verbunden. Zu Beginn sind beide Studiengänge sehr ähnlich, da die Biochemiker zunächst überwiegend Chemie-Module belegen.

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Kurzer Abriss (jeder Bereich ist SEEEEEHR vielfältig):

Chemiker:

Anorganische Chemiker:
Entwickeln die Synthesen neuer Stoffe, führen diese durch, entwickeln Katalysatoren, die bestimmte Reaktionen günstiger durchführen lassen o.ä.
Anorganische Chemie: Vor allem Keramiken, Metalle, Metallkomplexe, Katalysatoren, vieles findet in der Elektronik Verwendung
Im Labor alles unter Luftausschluss und oft bei hohen Temperaturen. Allerdings hat die heutige Anorganik auch viel mit Organischer Chemie zu tun, da hier auch Liganden synthetisiert werden. Nanomaterialien gehören auch in diesen Bereich (Mit der Physikalischen Chemie... AC und PC haben oft gleiche Forschungsfelder, die einen Synthetisieren, die anderen Vermessen/Berechnen)

Organische Chemie: Arzneimittel, Kunststoffe, Insektizide, Optimierung & Entwicklung von Reaktionen für die Industrie. In der Ausbildung mit sehr viel Laborarbeit verbunden, die Maßstäbe reichen hier von Mikrolitern bis Liter-Maßstäbe.

Physikalische Chemie: Vor allem Polymerchemie, Entwicklung von Kunststoffen mit spezifischen Eigenschaften, also eher Materialwissenschaft. Auch Entwicklung von Solarzellen, LEDs, und und und... eher der Physikalisch-Mathematische Teil des Ganzen

Theoretische Chemie: Nischenfeld, eher an Unis, Berechnung von allerlei Zeugs

Biochemiker: Alles was mit Proteinen zu tun hat. Isolation von bestimmten Proteinen aus Zellen, oft vor allem Enzyme. Daraufhin oft Aktivitätsuntersuchungen mit den Enzymen, dadurch oft Aufklärung von biochemischen Mechanismen und damit Krankheiten im Körper. So können Pharmakologen/Biochemiker Wirkstoffe modellieren, die dann meist von organischen Chemikern hergestellt werden. Alles eher im sehr kleinen Maßstab (Mikroliter-Milliliter).

Biologie/Biochemiker: Genetische Untersuchungen, Züchten von Zellkulturen und und und... in dem Bereich kenn ich mich nicht so aus.

Zoologen und Botaniker gibt es zwar unter Biologen, doch dort gibt es kaum Jobs. Fast alle Biologen landen früher oder später wohl eher im Mikrobiologischen/genetischen Bereich.

Hoffe das brachte einen kleinen Einblick.

Und bevor alle meckern: Ja ich habe sicherlich einige Felder übersehen und das ganze vielleicht etwas pauschal formuliert, aber besser als gar nichts ;)

LG
mgausmann

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Biologe : beschäftigen sich eher um Natur Tiere erforschen alles
Chemiker : forschen zB über chemische Reaktionen  , Sauerstoff , Kohlendioxid , und alles mögliche
Biochemiker : Experementieren mit. Substanzen aus der Natur

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PeterJohann 04.10.2016, 23:33

Naja, in Biologie sind die Botanik und die Zoologie mittlerweile wohl eher der kleinste Teil. Ohne Mathe, Chemie, Biochemie & Informatik bleibt man im schlimmsten Fall bei Biodiversität hängen und kann dann bestenfalls für Greenpeace oder eine Behörde Hamster zählen.

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Chemie kannst du alles mögliche mit machen organische chemie anorganik physikalische chemie etc...., Biologie ehr flora fauna Zellen genetik etc. ...., dann noch Biochemie das wären dann allerdings chemische prozesse im der natur auch genetik zellen alles mögliche auch

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Sie haben jedoch etwas gemeinsam - leider nach dem Studium das Problem, (k)einen Job zu finden .

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PeterJohann 04.10.2016, 23:36

Du musst in einer anderen Industriegesellschaft leben als ich. Chemiker, Biochemiker und Biologen (mit Schwerpunkten Humangenetik, Molekulare Medizin, Immunologie, Bioinformatik...) sind immer noch gesucht. Allerdings gibt es keinen echten Markt für Bachelor- und nur wenig für Masterabschlüsse...

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October2011 05.10.2016, 03:51
@PeterJohann

Wo werden denn promovierte Biologen und Biochemiker gesucht?

Es gibt im beiden Bereichen immer noch viel zu viele Absolventen und keinen akedemischen Mittelbau an den Unis. Nach ein paar Postdocs wird's schwierig bis unmöglich an der Uni eine unbefristete Stelle zu finden.

Die Pharmaindustrie hat zwar einen Bedarf an Biologen und Biochemiker, braucht aber längst nicht so viele Arbeitnehmer.

Sehr viele Biologen /Biochemiker kommen daher langfristig fachfremd unter.

Daher meine Frage: Wo werden denn promovierte Biologen und Biochemiker denn so dringend gesucht?

Mal was zum nachdenken, hier diskutieren Studenten und fertige Biologen ihre Berufsaussichten:

http://www.studis-online.de/Fragen-Brett/read.php?11,564413

October

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PeterJohann 05.10.2016, 12:18
@October2011

Vielleicht solltest Du auch mal auf den Seiten nachschauen, die nicht nur die Enttäuschung derer widerspiegeln, die leider den falschen Schwerpunkt gewählt haben (die meisten negativen Kommentare kommen anscheinend von der Traditionsbiologen).

 Die Industrie, egal ob Großindustrie oder Mittelstand, (Pharma, Chemie, Biotech) und die Medizinbranche (Uniklinik bis Untersuchungslabore) bietet gute & interessante Möglichkeiten für promovierte Naturwissenschaftler mit einem relevanten Schwerpunkt.. 

Allerdings, und das habe ich ja auch schon vorher festgestellt, gilt das eben nicht für "traditionelle" Biologen.

Um ein Gesamtbild zu bekommen wäre der Besuch von anderen Webquellen, die nicht ganz so sehr dem Jammer verfallen sind, von Vorteil. Z.B. studycheck, GDC, VBio, VCI... selbst die Arbeitsmarktdaten der Bundesagentur geben gute Informationen, wenn man die Statistiken mit anderen Daten korreliert. Dazu gibt es die diversen Einkommen-/Gehalts-Check-Seiten, die teilweise auch die statistische Basis erwähnen.

Allerdings gilt hier mehr noch als bei anderen Berufen, dass eben nur gute Qualität auch gute Chancen hat und neben dem relevanten Studienschwerpunkt zählt eben auch echtes naturwissenschaftliches Verständnis, Diversifikation (generell systemübergreifendes Wissen) und Güte des Abschlusses.

Ich habe jedenfalls zu viele Studenten erlebt die mit Chemie oder Biochemie angefangen haben, dann merkten, dass sie den Ansprüchen nicht genügen, zu Biologie wechseln, dort in den eher hard-core-naturwissenschaftlichen Bereichen auch nicht reüssieren um dann bei Biodiversität und als Arbeitsloser oder als Hamsterzähler fürs Amt zu enden.

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Huflattich 05.10.2016, 12:28
@PeterJohann

Du kannst es drehen und wenden wie Du willst der Berufseinstieg also Jobs zu finden ist nicht leicht .Aber ich sage immer wer für einen Job "brennt" der hat immer noch die besten Karten .....

Wer in den genannten Bereichen tätig sein möchte, hat die besten Karten am ehesten noch im Chemiebereich .

Habe es gerade am eigenen Leib erlebt, da mein Sohn erst in Biotechnologie den Bachelor und dann in Chemie den Master gemacht hat .

Zugegeben er hat jetzt schon einen Job, dazu muss man jedoch erwähnen, dass er schon neben dem Abitur eine Doppelqualifikation gemacht hatte also Abi und nach einem zusätzlichem Jahr am Kolleg Chemisch Technischer Assistent war....

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