Unterschied "Entmündigung" - "Betreuung" - Gibt es den?

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10 Antworten

Das gibt es nicht mehr: Entmündigung.

Das neue Betreuungsgesetz ist am 1.01.1992 dafür geschaffen worden.

Ein Teil des Familienrechtes, das sich mit Hilfen für psychisch oder Suchtkranke und Behinderte befasst, die eine Unterstützung in ihren rechtlichen Angelegenheiten benötigen. 1992 komplett reformiert, hat es ältere Institutionen, wie die Entmündigung, die Vormundschaft für Volljährige und die Gebrechlichkeitspflegschaft ersetzt. Mit dieser als „Jahrhundertreform“ bezeichneten Reformgesetzgebung war beabsichtigt, den betroffenen Menschen mehr persönliche Rechte und Verantwortlichkeiten zu belassen 

NICHTS darf und kann gegen den Willen des zu Betreuenden gemacht und entschieden werden!

Es sei denn, er/ sie gefährdet sich und andere, dann darf zur Entschärfung der Situation eine Unterbringung erfolgen, aber auch das nur kurzzeitig.

Es ist das Recht eines jeden Bürgers in Deutschland sich bei der regelung seiner Angelegenheiten einen Betreuuer zu besorgen, das kann ein Fremder (vom Gericht bestellter) oder ein selbst bestimmter Mensch (über 18 J.) sein.

Das entscheidet der Betroffene.

Auch welche Bereiche die Betreuung umfassen soll und welche nicht, z. B. Behördenangelegenheiten, Finanzen, Gesundheitssorge, Unterbringung, Aufenthaltebstimmungsrecht usw.

 

Ich hoffe, ich konnte Dir ein wenig helfen, wenn ja freue ich mich über ein Lob.

Alles Gute!

Bea

 

 

 

Immer und über allem steht der Wille des zu Betreuenden!

So darf er selbst auch eine Betreuungsvollmacht ausfüllen und/ oder eine Patientverfügung, diese sind immer zuerst zu achten.

 

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Das Zweite Stimmt.

Es gibt Menschen, die eben betreut werden. Druch Familienangehörige oder auch andere dazu Bevollmächtigte.

Diese Menschen werden betreut, aber sie sind nicht Entmündigt, also Geschäftsunfähig.

Es wurde genau durch diese Gesetzesänderungen versucht, diesen negativen Beigeschmack von einer Betreuung zu entfernen.

Aber solche Änderungen dauern ewig, besonders im allgemeinen Sprachgebrauch überdauern sie viele Jahre.

 

 

 

Warum fragst Du nicht die Wikianer? Die Unterschiede definieren sich aus dem, was notwendig ist. Ein Schwachsinniger, der nichts für sich selbst erledigen kann, braucht andere staatliche Fürsorge als jemand, der nur momentan überlastet ist, weil ihn z. B. Rechtsanwälte so abgezockt haben, daß sein Leben recht ordentlich durcheinander geraten ist und er einige Folgeprozesse führen muß, um aus allem wieder herauszukommen. Sowas passiert sehr häufig, wenn Anwälte versuchen, Geschädigte nach schuldlos erlittenen Schicksalsschlägen zu einem Vergleich zu überreden und sie dazu so mangelhaft aufklären, daß sie kaum Chancen haben, das zu bekommen, was ihnen nach Vertrag und Gesetz zusteht ... Ist so, leider, auch wenn die Häufigkeit, die Routine kaum an die Öffentlichkeit kommt.

also entmündigung heißt für mich, dass man voll über jemanden bestimmen kann, wenn er z.b. nicht mehr zurechnungs- oder entscheidungsfähig ist.

betreuung seh ich mehr als hm... dass man die sachen verwaltet und darüber informiert wird, eben aufpasst und vielleicht en bisschen mitreden kann, aber der andre trotzdem noch mitentscheiden darf.

 

 

1. Früher hieß es "Entmündigung", jetzt heißt es "Betreuung".

mag sein, dass das manche firmen oder so nutzen, als werbespruch oder so. aber ich seh da schon nen unterschied.

Vielen Dank für die bisherigen Antworten. - Aber ich bin jetzt so schlau wie vorher:

Eine Antwort besagt: Früher hieß es "Entmündigung", jetzt gibt es nur noch das Wort "Betreuung". Die Andere Antwort besagt: Entmündigung gibt es auch heute noch, wenn jemand einen Vormund bekommt, wenn er nicht mehr geschäftsfähig ist.

Was ist nun richtig?

Also das ist so: Wenn jemand nicht mehr in der Lage ist, seinen Alltag zu bewältigen, kann man eine Betreuung beim Amtsgericht beantragen. Der Amtsrichter überprüft alle Gegebenheiten und entscheidet  dann, in welchen Bereichen jemand "am Händchen genommen" werden muss. Das können, behördliche, gesundheitliche, finanzielle....... Dinge sein. Wenn der Richter der Meinung ist, dass dieser Mensch überhaupt nichts mehr selbst entscheiden kann, wird der Betreuer zum Vormund.

Dann ist der Betreute praktisch nicht mehr volljährig. Mit der Volljährigkeit wird ein Mensch mündig. Vorher gibt es einen gesetzlichen Vormund (meist die Eltern).

Ich hoffe, ich konnte mich verständlich ausdrücken. 

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die entmündigung gibt es heute nicht mehr..

die betreuung tritt  in kraft, wenn  jemand seine persönlichen angelegenheiten aus welchen gründen auch immer nicht mehr selbst regeln kann,

im prinzip ist das schon so ähnlich - nur der ausdruck ist veraltet und die verfahrensweise heute ist offener

kurz: heute gilt "betreuung"

Na so ganz richtig ist das nicht.  Betreuung kann unterschiedliche Formen und Stufen annehmen. Die sogenannten Berufsbetreuer werden meist vom  Amtsgericht bestellt. Und das legt auch fest, welche  Formen der Sorgen auf den Betreuer übertragen werden.

Z. B. Vermögenssorge, dann entscheidet der Betreuer über Deine Finanzen,

Gesundheitssorge, dann nimmt der dem Betreuten die Zustimmung über die Entscheidungen bezüglich medizinischer Behandlungen, Operationen usw.  ab.

Und so ließe sich das fortsetzen.

Ein Entmündigter darf gar  keine Entscheidungen selbst treffen, maximal wann er aufs Klo geht.

Richtig, das Wort Entmündigung gibt es nicht mehr. Das ist jetzt wirklich die Betreuung.

Eine Betreuung hat verschiedene Abstufungen.

Der Betreuer ist mal nur für die Kontoführung zuständig, er kann aber auch da Aufenthaltsbestimmungsrecht haben.

Es gibt diesen Unterschied heute noch. Ein Betreuter ist nicht unbdingt automatisch entmündigt.  Er wird lediglich in manchen Belangen untertützt.

Aber manchmal gibt es einen Vormund, weil der Betreute nicht mehr geschäftsfähig, also nicht mündig, ist. Dann wird der Betreute zum Mündel und ist tatsächlich entmündigt.

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