unterscheiden sich die verschiedenen deutschen Dialekte auch grammatikalisch

...komplette Frage anzeigen

7 Antworten

Die Schriftsprache ist von dem mündlichen Sprachgebrauch klar zu unterscheiden, schließlich redest du ja nicht so wie du schreibt und/oder anders rum. Eine schriftliche Norm hingegegen ist festgesetzt (Grammatik, Rechtschreibung und Satzbau), die als "Hochdeutsch" bezeichnet. Da die Menschen eine Kultur bilden, verändern sie je nach Kultur auch ihre Sprache (Sprachkultur). Du musst bedenken, dass während man spricht, man Atempausen einlegen muss, sich Gedanken macht, wie man einen Satz formuliert und welches Wort man auswählt. Weiterhin kommen viele Lückenfüller hinzu wie äh, ehm, quasi, und dann...

Einen Dialekt kannst du sicherlich raushören, aber wohl hast du noch nie einen Text gelesen und sagen können, dass das jemand aus NRW oder Bayern verfasst hat, denn die schriftliche Norm, an der sich die deutsche Schriftsprache orientiert, ist festgesetzt.

:))

In der Pfalz sagt man ja auch immer "der, wo da grad läuft". Das Relativpronomen ist hier z.B. falsch. Man sagt auch manchmal "das Bleistift". Umgangssprache ist zum Beispiel auch "dem seine Jacke", dabei heißt es ja "dessen/seine Jacke". Nur sagt das niemand. Allerdings ist das hier dann nicht direkt ein Dialekt, sondern eher Umgangssprache, wie gsagt.

Nun...spontan würde mir als grammatikalischer Unterschied (Fehler ist es ja nicht) die Umstellung der Namensreihenfolge im Pfälzischen einfallen.

Aus "Emma Mayer arbeitet im Baumarkt" wird im Pfälzischen "Es Mayersch Emma schafft im Baumarkt". Also denke ich, dass das durchaus normal ist. Eine anderer Unterschied wäre die allgemeine Verwendung des Perfekt anstelle des Präteritums.

DerCowboy 23.10.2012, 23:22

Eine anderer Unterschied wäre die allgemeine Verwendung des Perfekt anstelle des Präteritums.

Das ist kein dialektales Phänomen.

0

Hallo,

ja, es gibt auch grammatikalische Unterschiede zwischen den Dialekten.

Zum Beispiel

  • werden zum Teil unterschiedliche Artikel verwendet:

der Teller - das Teller, die Butter - der Butter usw.

(siehe: spiegel.de/kultur/zwiebelfisch/zwiebelfisch-der-butter-die-huhn-das-teller-a-432890.html)

  • Bei der Bildung des Perfekt z.B. bei stehen, sitzen u.a.:

In Norddeutschland wird haben verwendet,

in Süddeutschland wir oft sein verwendet - Wir sind gestanden, Sie sind gesessen.

Da gibt es sicherlich noch mehr Beispiele.

:-) AstridDerPu

Ach, da hätte ich auch noch ein Beispiel:

Der wo etwas irgendwo arbeite tut......

Da gehste bei die Omma, die tut dir dann mal dat Pflaster drauf geben.

Mama, kann ich mit der Lina in die Stadt (gehen wäre korrekt, wird aber nicht ausgesprochen)

Grammatikalisch eine Katastrophe, aber jeder weiß Bescheid ;-)

Kalanndok 23.10.2012, 22:51

"Der wo" ist aber nicht wirklich ein grammatikalischer Unterschied. Der Unterschied besteht einfach darin, dass in den Dialekten das Wort "wo" ein gültiges Relativpronomen ist.

0
Kalanndok 24.10.2012, 09:55
@DerCowboy

Nö...gerade nicht. Die grammatikalische Konstruktion den Nebensatz mit Relativpronomen einzuleiten ist unverändert. Nur das Relativpronomen selbst ist ein anderes Wort.

0
michi57319 24.10.2012, 13:19
@Kalanndok

Bei uns sind alle weiblichen Menschen "es".

S'Melanie ist die Abkürzung für das Melanie ;-)

0

Im Bairischen gibt es keinen Imperfekt. Für ich ging sagt man I bin ganga. Außerdem ist der Artikel oft anders: Die Butter bairisch: der Butter, die Wespe der Wäbbs, die Schokolade der Schogglad, der Tunnel das Tunäll, die Karre der Karrn, das Werkzeug der Wergzeig, die Pappe der Babberdeggl.

oja, der vielfalt sind da keine grenzen gesetzt.

hab grad gelernt, dass bei sinsheim der bach eine sie ist :-). "laufen sie immer die bach entlang, dann grade aus..."

in der pfalz sagt man (auf hochdeutsch) immer: "schöner tag noch!" auch eingeborene akademiker :-). auf pfälzisch heißt es: "schenner daa noch!"

was mir grad so einfällt: kölsch: "der ilse ihr mann." pfälzisch: "der ilse ihr´n mann."

saarlännisch: "mei dochder is letscht woch k´heiert genn." "meine tochter hat letzte woche geheiratet)

muss mal wieder mehr drauf achten. macht spaß :-)

taigafee 25.10.2012, 04:54

in der pfalz sind frauen neutrale wesen, es heißt aber nicht das annemarie, sonden es annemarie, "mir ware geschdern beim onnmarie"

0

Was möchtest Du wissen?