Unterrichtsgestaltung zum Afghanistan-Krieg 1979-89?

... komplette Frage anzeigen

3 Antworten

1.Es war kein Krieg in dem Sinne. So gesehen ist Afghanistan seit 200 Jahren im "Krieg".

2.Und da wären wir beim Kern des Übels. Die Einmischung der Kolonialmacht Grossbritanien und die mehr oder minder willkürlichen Grenzziehungen der Kolonialherren. Afghanistan ist ein typisches Produkt der Kolonial-Epoche. Viele zusammengewürfelte Stämme und Völker, deren Konflikte und Unterschiede von immer neuen aussenstehenden Mächten ausgenutzt/missbraucht/nstrumentalisert werden. Bis heute. Sofern die Vorgeschichte. Hier gehört auch ein kurzer Abriss zur ethnischen Zusammensetzung Afghanistans hin.

3.Der eigentliche Konflikt um den es dir gehen sollte hat 1978 angefangen und nicht 1979.

https://de.wikipedia.org/wiki/Saurrevolution

Du solltest aber Wikipedias antikommunistische Lügen weglassen. Es gab keine Friedenszeit. die Jahre vor 1978 waren genauso blutig und konfliktbehaftet.

Dem kommunistischen Umsturz ging eben ein pro-amerikanischer Umsturz voraus.

Der Coup von Amin in 1979 veranlasste de UdSSR direkt einzugreifen um die Macht der Kommunsten zu sichern.Der Sturm vom Palast des Amin war der Anfang ams 27.12.1979.

Seitdem standen das sowjetische Kontingent und die afghanischen Regierungstruppen im Konflikt den Mudschaheddin gegenüber, die vn der NATO unterstpützt wurden. Nicht nur idirekt. Nachweislich kämpfeten auch amerikanische und französische Spezialeinheiten in Afghanistan.

4.Kalter-Krieg und Stellvertreterkriege. Die USA haben von den Briten den radikalen Islamismus "geerbt". Diesen haben schon britische Geheimdienste für ihre Zwecke missbraucht. Im Kalten Krieg haben die USA versucht islamistische Bewegungen gegen Regerungen, die ihnen nicht passen auszunutzen. Die Unterstützung der afghanischen Mudschaheddin fällt in dieses Raster.

5.Etappen:

1979-1980 Stationierung sowjetischer Truppen in wichtigen Stützpunkten.

1980-1985 der eigentliche Krieg mit grossangelegten Operationen, die Kontrolle über das Land sichern sollten. Es blieb aber ein Partisanenkrieg in den Bergen und man konnte auch nicht amerikanische Waffenlieferungen aus Pakistan unterbinden, da diese teilweise auf Trampelpfaden durch die Berge erfolgten. In dieser Zeit wurden auch Regierungstrupen ausgebildet. Man sieht aber heute noch wie wenig effektiv solche Strategien sind. In Irak, Afganstan usw. stehen die USA heute vor dem Problem.

1985-1987 sowjetische Truppen gingen über zur Unterstützung der Regierungstruppen aus der Luft und mit Spezaleinheiten, während die regulären Truppen nur noch zur Sicherung der Stützpunkte eingesetzt wurden. Es gab schon zuder Zeit einen teilweise Truppenabzug von Seiten der SU.

1987-1989 sog. Versöhnungspolitik. Es wurde offenbar, dass die Gruppierungen in Afghanistan zueinander finden sollten. Die Sowjetunion zieht sich nach und nach zurück. Letzendlich gab es auch nach dem Abzug Konflikte. aber letzendlich liessen wieder die aussenstehenden Mächte Afghanstan nicht in Ruhe und so ist es jetzt durch die USA und NATO besetzt.

Grundsätzlich wichtig ist die ethnische und idelogische Vielfalt, die zu Konflikten führt. Alles andere ist ein Produkt davon.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Du solltest dich mit den politischen Zielsetzungen und Maßnahmen der letzten afghanischen Regierungen (u.a. Taraki und Karmal) beschäftigen.
Das sind Regierungen, die vor Ausbruch des (Bürger-) Krieges von der Sowjetunion unterstützt wurden.

Du wirst (bzw. deine Mitschüler und evtl. auch dein Lehrer werden) vielleicht überrascht feststellen, dass diese Ziele verdammt dem ähneln, was einer heutigen Wunschliste der Westmächte für Afghanistan entspricht, die die Grundlage für die dauerhafte Intervention in diesem Land bildet.

Zugespitzt formuliert könnte man behaupten, dass die Westmächte selbst an die Stelle der mit Hilfe der Westmächte (vor allem der USA) vertriebenen Sowjets getreten sind, ...um eine ganz ähnliche Politik wie diese durchzusetzen - nur dass man zwischendrin eben den islamistisch-terroristischen Widerstand gewaltig gestärkt hat.

Insgesamt ein Lehrstück an politischer Weitsicht!

Dein Einstieg könnte also sein:

Du schreibst links an die Tafel einige Punkte des Regierungsprogramms der von der SU unterstützten Regierung Taraki; rechts gegenüber schreibst du
Ziele der heutigen internationalen Unterstützer der afghanischen Regierung.
Allgemeine Verblüffung: Es sind praktisch dieselben.

Die Frage, die sich zwangsläufig ergibt:

Wofür wurde dann noch mal von westlicher Seite die islamistische Kriegspartei unterstützt?

Wohlgemerkt:

Meine Antwort lautet nicht einfach: für nichts.Denn es gibt neben den innerafghanischen ja noch eine Anzahl weiterer Aspekte.

Aber so ein Einstieg könnte vielleicht doch neugierig machen.

 

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Du könntest einen Bogen zur aktuellen Flüchtlingskrise schlagen (es sind auch einige aus Afghanistan dabei) und dann die Kurve zum Krieg kriegen. 

Da könntest du gleich aktuelles mit historischem verknüpfen, was oftmals hilft, dass die Zuhörer eher Zugriff zum Thema finden.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Was möchtest Du wissen?