Unternehmen gründen - Rechtsform? - Gewerbe? - eigener Fantasiename

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3 Antworten

  1. Wenn ihr einen "Firmennamen" haben wollt, ist eine GbR nicht richtig. Die könnt ihr zwar "die AppKings" nennen, aber trotzdem wärdt ihr noch immer die "Klaus und Klaus GbR"

  2. Die Ug könnte ihr dagegen wirksam "Die App Kings UG (haftungsbeschränkt)" nennen.

  3. Wenn hat gesagt, ihr müßtet 25 % vom Umsatz zurück legen? 25 % des Jahresgewinns muss zurück gelegt werden, bis die 25.000,- Kapital für die Umwandlung in eine Voll-GmbH vorhanden ist. Aber beim Gewinn ist ja Euer Gehalt auch schon abgezogen.

  4. Auf die UG läuft dann die Gewerbeanmeldung.

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Vor Phantasie-Namen kann man nur abraten. Potentielle Geschäftspartner fragen tatsächlich nach, warum man nicht mit seinem "richtigen" Namen firmiert. Das gilt sogar bei kleinen Kapitalgesellschaften.

Einzelunternehmer haben die Möglichkeit mit einem Unternehmensnamen zu agieren. Verpflichtend müssen aber die bürgerlichen Namen immer in der Nähe aufgeführt werden. Dieses sollte auch für eine GbR gelten. Wobei ich wegen der gegenseitigen Haftung und der Infizierung der GbR durch private Geldprobleme zusätzlich destabilisiert werden kann.

Zum Begriff Firma. Firma ist rein handelsrechtlicher Begriff. Es ist der Name unter dem ein Kaufmann klagt oder verklagt werden kann. Aber auch ohne Kaufmannseigenschaft hat man den ladungsfähigen Namen zu verwenden - Er wird dann nicht als Firma bezeichnet.

Das sind Grundlagen. "bereits einige Zeit damit beschäftigt" sollte anders aussehen.

Die Gewinnrücklage der UG ist zwingend, allerdings wird da kein Geld auf ein Sparbuch gebracht. Der Gewinn steht nur nicht zur Ausschüttung bereit. Die Bezahlung von Betriebsausgaben ist aus diesen Mitteln natürlich gestattet. Wäre ja komisch: Eine UG kann eine Lieferanten-Rechnung nicht bezahlen und sagt seinem Lieferanten, wir müssen das Geld erst dem Amtsgericht nachweisen. In acht Jahren haben wir dann den Rest auf die 25.000 eingespielt...

Gründung und Anmeldung fallen zeitlich häufig nahe zusammen. Bei vorbereitenden Maßnahmen meldet man häufig noch kein Gewerbe an. Sondern erst, wenn man allgemeinen wirtschaftlichen Verkehr teilnehmen will. Wobei es nicht ganz eindeutig ist, ob man während der vorbereitenden Tätigkeiten noch auf die Gewerbeanmeldung verzichten kann und soll. Schließlich wollen auch gerade Großhändler häufig einen Nachweis über die Unternehmerschaft haben.

Wenn Ihr bisher schon tätig gewesen seid, dann war das mit der Aufteilung von Einnahmen vermutlich noch sehr einfach. Man einigt sich in der Regel: Jeder bekommt die Hälfte. Doch wird es jetzt anders.

Ein ganz normaler Ablauf: Person A schaltet Anzeigen und spricht potentielle Kunden an. Die Tätigkeit dauert 20 Stunden. Person B programmiert aus den gesammelten Informationen eine App, benötigt aber noch eine Lizenz. A ist einverstanden die Lizenzgebühr von 50 Euro zu zahlen.

Als GbR wird jetzt eine Rechnung über 1.500 Euro gestellt. Es kommt jetzt immer die Ansage, dass man sich zusammen um die Werbung kümmern will und das mit dem Beispiel nicht passt. Doch tut es. Weil niemals der Einsatz gleich ist. Auch bei der Produktion bzw. beim Programmieren nicht.

Wie soll also die Lizenzgebühr behandelt werden? Auch wenn A vielleicht nicht einverstanden ist und meint, dass B dies in kurzer Zeit hätte selber schreiben können.

Wovon bekommt nun jeder einen Anteil und welchen? Programmieren höher bewertet als Werbung?

Was ist mit den entstehenden Werten? Wem werden sie zugerechnet? Was ist mit der Feststellungserklärung beim Finanzamt? Wer erstellt die Steuererklärung?

Empfehle Euch eingehend die Haftungsprobleme einer GbR zu prüfen. Auch ein Marketingkonzept ist in der Regel nötig. Dazu kommen noch Vereinbarungen über die Rechte und Pflichten der Gesellschafter. Auch was beim Ausscheiden einer Person zu erfolgen hat.

Was man vorher gemeinschaftlich und freundschaftlich besprechen kann ist super und macht in der realen Situation schon keinen Ärger. Doch nehmen wir das Beispiel mit Eurer Unternehmensbezeichnung. Gemeinsam werden 40 Seiten gestaltet. Man hat sich also schon eine kleine Reputation erarbeitet. Was ist beim Ausscheiden dem weichenden Gesellschafter dafür zu zahlen? Wie soll der Wert ermittelt werden?

Man kann wirklich so viele Dinge aus der Praxis nennen. Einer benutzt den eigenen Computer, der andere schafft sich einen auf Kosten der GbR an. Steuerliche Folgen sind da auch zu bedenken und wieder auch die Haftung.

Auch wenn es komisch anmutet einen Businessplan für ein Nebenerwerbs-Unternehmen zu schreiben. Dieses solltet Ihr tun und als Grundlage für einen Gesellschaftsvertrag (GbR) oder für die Geschäftsführer-Verträge zu nehmen. Letzteres natürlich nur, soweit die Regelungen überhaupt zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer getroffen werden dürfen.

Wünsche Euch viel Erfolg.

P.S. Jedes Jahr haben wir in Deutschland etwa 250.000 Gründungen(im Sinne der Gewerbeanmeldungen). Etwa ebenso groß ist die Zahl der Gewerbeabmeldungen. Jetzt könnt Ihr Euch vorstellen, dass die meisten deswegen scheitern, weil sie vor dem Start die Notwendigkeit von ausreichend Hirnschmalz nicht erkannt haben.

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Ich stimme wfwbinder da gänzlich zu. Zu beachten ist noch, dass nicht jeder Name einfach verwendet werden darf. Falls ihr euch entscheidet eine UG zu gründen, muss der Name z.B. aussagekräftig und unterscheidbar von ähnlichen Unternehmen sein.

Die einzelnen rechtlichen Vorschriften habe ich aber auch nochmal verständlich zum Nachlesen zusammengefasst: http://www.gründungslog.de/einen-geeigneten-namen-fur-das-unternehmen-wahlen/

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