Untermieter wurde verhaftet, was tun?!

...komplette Frage anzeigen

4 Antworten

1) Kündigung: Ordentliche Kündigung mit 3-Monatsfrist, kein Kündigungsinteresse notwendig!

  1. Unmöblierte Untervermietung

Befinden sich in den untervermieteten Raum keine dem Hauptmieter als Vermieter gehörenden Möbelstücke, erleichtert das Gesetz die Kündigung des Hauptmieters gegenüber dem Untermieter dahingehend, dass er kündigen kann, ohne dass er sich auf ein berechtigtes Interesse berufen muss.

(Hinweis: Aus Gründen des Mieterschutzes muss ein Vermieter in der Regel eine ordentliche Kündigung mit einem berechtigten Interesse begründen. Nur dann ist die Kündigung sozial gerechtfertigt. Beispiel: Eigenbedarf. Die dafür maßgebliche Vorschrift des § 573 BGB ist insoweit bei unmöbliert untervermietetem Wohnraum nicht maßgebend).

a. Kündigungsfrist bei unmöbliertem Wohnraum: 3 Monate plus …

Maßgebend ist in diesem Fall § 573a II BGB. Allerdings verlängert sich die normale Kündigungsfrist von 3 Monaten um weitere 3 Monate (§ 573a II, I S. 2 BGB). Somit beträgt die reguläre Kündigungsfrist 6 Monate!

Beträgt aufgrund der Dauer des Mietverhältnisses die normale Kündigungsfrist nach 5 Jahren bereits 6 Monate, ergibt sich im Fall der Kündigung eines unmöblierten Zimmers gegenüber dem Untermieter eine verlängerte Kündigungsfrist von 9 Monaten (nach 8 Jahren Mietdauer ergibt sich eine Kündigungsfrist von 9 Monaten + 3 Monate = 12 Monate).

b. Alternative: Berechtigtes Interesse

Der Hauptmieter kann als Vermieter einer verlängerten Kündigungsfrist allerdings in dem Fall ausweichen, indem er sich auf ein berechtigtes Interesse im Sinne des § 573 BGB beruft. In diesem Fall ist die Kündigung sozial gerechtfertigt (z.B. Eigenbedarf, erhebliche schuldhafte Verletzung der vertraglichen Pflichten des Untermieters). Dann gilt die normale Kündigungsfrist von 3 Monaten.

Quelle: http://www.mietrecht.org/untervermietung/kuendigungsfristen-untermietvertrag/#1-Unmoeblierte-Untervermietung

2) Für eine fristlose Kündigung fehlt es an einem Grund aus dem Mietverhältnis, die Verhaftung liegt im privaten Bereich des Mieters.

3) Fehlen zwei aufeinanderfolgende Monatsmieten kan fristlos gekündigt werden.

4) Möbel und persönliche Habe müssen auf Kosten des Vermieters geräumt und eingelagert werden; Frist zur Abholung und Kostenerstattung an Mieter setzen, Anschrift notwendig (evtl. JVA?). Zustellung durch Einwurf in des Briefkasten des Mieters wohl unzulässig da bekannt ist daß er hiervon keine Kenntnis nehmen kann.

p.s. Wegen Schulden wird in D. niemand in Haft genommen (Ausnahme: Haftbefehl zur Abgabe der EA, meist nur wenige Stunden), allenfalls Betrugstatbestände oder andere Eigentumsdelikte wären Grundlage eines Haftbefehls.

Hi,

ich würde mal ein Mieterbund aufsuchen und mich beraten lassen.

Wenn er dem Typ kündigt, muss er auch für den Transport und die Einlagerung der Möbel sorgen und kann sich das Geld erst nach der Haft wieder holen. Ob er aber das Geld bekommt ist wohl eine andere Frage.

Ich würde den Typ noch eine Chance geben und nach der Haft die 2 fehlenden Mieten einfordern.

Gruß

verhaftung ist kein kündigungsgrund.

wenn der seine miete weiterhin bezahlt, was ja kein problem ist, wenn er nen dauerauftrag hat, dann sehe ich gar keine problem, wenn der mal 55 tage nicht da ist..

Den Job hat er wohl erst seid gestern. Davor die 2 Monate bezog er ALG. Also glauben wir kaum das das Arbeitsverhältniss weiterhin bestehen bleibt, wenn der neue Arbeitgeber erfährt das er in Haft ist.

Mein Kollege macht sich auch gedanken um sein ansehen, den die Nachbarn haben mitbekommen das der Untermieter abgeführt wurde.

Er will ihn jetzt einfach nur noch aus der Wohnung raus haben, verständlicherweise. Es waren auch keine Freunde, er war einfach nur ein Untermieter.

0
@brentano83

jetzt hör mal auf mit "glauben wir", "vermuten wir".

nochmal: verhaftung ist kein kündigungsgrund und wenn der seine miete zahlt, oder das amt oder wer auch immer (ist nicht eure beuastelle), dann kann der kollege ihn auch nicht "so einfach aus der wohnung raushaben"...

0
@Sunflowermix

Du weißt aber schon wo wir hier sind?! gutefrage.net Wenn wir es wüssten würden wir wohl kaum hier anfragen, und daher können wir nur vermuten wie es jetzt abläuft. Gegenfrage, woher willst du wissen das da im August noch Miete kommt?! Ich als Arbeitgeber würde das Arbeitsverhältniss auflösen. Ergo ist das JobCenter eigtl wieder für ihn zuständig, aber wir wissen nicht wie sich das verhält wenn jemand in Haft ist! Weißt du es? Dann beantworte es bitte und zitiere nicht nochmal das die Verhaftung kein kündigungsgrund ist, denke das hast du mit deinem ersten Post schon beantwortet.

0
@Sunflowermix

was soll man da nicht verstanden haben, du sagtest die Verhaftung ist kein Kündigungsgrund. Ok, ist halt so., haben wir verstanden. Und mehr hast du auch nicht beantwortet, bzw sogar falsch beantwortet, wenn man dem Link hier unten folgt wird das JobCenter keine Miete Zahlen. Das Arbeitsverhältniss wird aufgelöst da der Job, bzw der Arbeitsvertrag gestern erst Unterschrieben wurde, er kommt nicht auf Arbeit (sitzt ja in Haft), also Kündigung. Ergo wie soll er im August Miete zahlen? Gar nicht! Keine Arbeit, kein ALG, keine Miete.

Tschö

0

Anwalt fragen ist die beste Möglichkeit

Was möchtest Du wissen?