Untermieter verweigert Zugang zum Zimmer zwecks Neuvermietung und behauptet, er hätte Schreiben des Untervermieters nicht bekommen. Was tun?

7 Antworten

Deine Kündigung gem. § 549 BGB düfte zu diesem Monatsende unwirksam sein, da der Vermieter die Mietsache des Untermieters überwiegend mit seinen Möbeln ausstatten muß und nicht die "Gemeinschaftsräume" - mit der Folge, daß Du nur gem. § 573 c BGB oder § 573 a BGB kündigen kannst.

In der Regel besteht an den Gemeinschaftsräumen nur ein Nutzungsrecht des Untermieters.

Für eine ordentliche Kündigung gem. § 573 c BGB benötigst Du als Vermieter einen berechtigten Kündigungsgrund, wie z.B. Eigenbedarf. Den Eigenbedarf mußt Du dann auch im Kündigungsschreiben begründen.

Falls Du keinen berechtigten Kündigungsgrund hast, kannst Du Deinem Untermieter ohne Angabe von Gründen gem. § 573 a BGB kündigen, dann müßtest Du allerdings Deine Kündigungsfrist - je nach Mietdauer - mind. von 3 auf 6 Monaten verlängern.

Er hat jedoch an der hölzernen Zimmertür mit Schrauben einen Riegel
angebracht, der in eine von ihm geschlagene Kerbe im Türrahmen einrasten soll und dann mit inem Vorhängeschloss abgeschlossen wird.

.Die baulichen Veränderungen an seiner Zimmertür muß er auf seine Kosten zurückbauen und den Ursprungszustand wiederherstellen. Da es sich um eine bauliche Veränderung handelte benötigte er hierfür auch Deine ausdrückliche Zustimmung.

Das Schloß kannst Du nicht in Eigenmacht entfernen.

Ebensowenig kann man ihn zwingen den Erhalt des Kündigungsschreibens schrifltich zu bestätigen.

Ich berufe mich dabei auf § 549 Abs. 2 Nr. 2 BGB

Der bezieht sich aber nicht auf Ausstattungen der Gemeinschaftsräume, sondern auf die Mietsache, bzw. das Zimmer an sich.

Wenn ich dem Zimmer also nicht mindestens ein Bett und ein Schrank zur Verfügung gestellt wurde, ist die Kündigung unwirksam.

Was mache ich, wenn er mir und den Interessierten den Zugang verwehrt?

Mag übertrieben klingen, aber die einzige Möglichkeit wäre es, eine einstweilige Verfügung vor Gericht zu erwirken, wenn er sich weigert.

Das Zimmer darfst Du definitiv nicht ohne seine Zustimmung betreten. Er ist Besitzer der Mietsache.

Ich berufe mich dabei auf § 549 Abs. 2 Nr. 2 BGB und § 573c Nr. 3 BGB. Da ich selbst in dieser Wohnung wohne und die komplette Einrichtung in den Gemeinschaftsräumen ("Funktionsräumen") stelle, die er auch mitbenutzt, wie es auch im Untermietvertrag steht, sollte die Kündigung zum Monatsende zulässig sein.

Da irrst du. Die gemeinschaftlich genutzten Räume sind irrelevant. Hat er in seinem Zimmer seine eigenen Möbel? Dann gilt die 3-monatige Frist und du darfst auch nur mit einem der wenigen rechtlich zulässigen Gründe kündigen. Alternativ kannst du dich mit ihm auf einen Aufhebungsvertrag einigen, wenn er mitspielt.

Kann ich, wenn er nicht da sein sollte, das Schloss entfernen, ohne dass er mich wegen Hausfriedensbruch, wie er es schon angekündigt hatte, anzeigt?

Nein, das darfst du nicht. Zumal - wie oben erklärt - deine Kündigung unwirksam sein dürfte.

Bezieht sich diese Frage auf denselben Untermieter?

https://www.gutefrage.net/frage/ausserordentliche-fristlose-kuendigung-unwirksam-wenn-untermieter-doch-noch-zahlt?foundIn=user-profile-question-listing

Da hast du doch schon genug Kündigungsgründe aufgelistet.

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@DarthMario72

Genau um den geht es. Es ist eine extrem beschissene Situation hier und als ich den Riegel mal testweise für eine Minute leicht zugeschoben hatte, stand zwei Minuten später die Polizei bei mir in der Wohnung. Er wollte mich wegen "Freiheitsberaubung und Nötigung" anzeigen. Als ich ihn in einem klärenden Gespräch darauf angesprochen habe, sagte er, er wolle mir zeigen, dass er auch "anders könne" und ich ja jetzt bei der Polizei aktenkundig sei. Psychoterror.
Ich leide unter diesem Mitbewohner und ich bin derjenige, der alles begründen und nachweisen und ertragen muss? Weil ich "Vermieter" bin?

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