Unterhaltsregelung, meine Freundin zieht zu mir in mein Haus und bringt drei Kinder mit wo der Vater nicht zahlt, muss ich jetzt für die Kinder aufkommen?

7 Antworten

Wenn beim leiblichen Vater nichts zu holen ist, leider ja! Dann ist nichts zu holen beim Vater wahrscheinlich dauerhaft. Ich kenne das, war bei meinen Kindern nicht anders.

Wenn sie jetzt von H4 lebt und ihr zusammenzieht, dann seid ihr eine Bedarfsgemeinschaft (wegen des gemeinsamen Kindes sofort bei Einzug, Heirat ist nicht unbedingt notwendig) und das bedeutet, es gibt nur noch H4, wenn das Einkommen für alle Personen der Bedarfsgemeinschaft nicht ausreicht. Der Unterhalt für deine Tochter wird aber angerechnet.

Es gibt dann noch Elterngeld und Kindergeld und eben dein Einkommen. Ggf. könnte Wohngeld und Kinderzuschlag beantragt werden. Wird aber schwierig, weil ein eigenes Haus ja auch noch da ist, da gibt es keine Miete.

Die Ansprüche gegen den leiblichen Vater bleiben natürlich weiter bestehen, auch wenn das nicht viel bringt.

Du bist gegenüber den Kinder deiner Freundin nicht unterhaltspflichtig. ABER: Sobald Deine Freundin zu Dir zieht, bildet Ihr alle gemeinsam eine so genannte Bedarfsgemeinschaft. Bei der Berechnung, ob ihr dann noch Hartz 4 zusteht, wird dann Dein Einkommen mitgerechnet und quasi durch 5 (bald 6) geteilt. Es kann sein, dass sie dann kein Hartz 4 mehr bekommt oder nur noch weniger als bislang. Faktisch musst Du dann leider trotzdem auch für die drei Kinder (zumindest teilweise) aufkommen.  

Wenn ihr ein gemeinsames Kind habt, bildet ihr von vorne herein eine Bedarfsgemeinschaft.

Dein Einkommen wird also auf den Gesamtbedarf angerechnet. Dabei hast du auf Erwerbseinkommen einen Freibetrag von 100 € plus 20 % vom Mehrverdienst bis 1.100 €

Für die Kinder wird ja Kindergeld gezahlt. Natürlich bleiben ihre Ansprüche gegen ihren Vater erhalten. Wenn diese dokumentiert sind, können sie ihn auch nach Erreichen der Volljährigjkeit selbst verklagen. Das ist aber meistens zwecklos.

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