Unterhalt: Schüler (18) Rausschmiss

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7 Antworten

Im Falle eines Rausschmisses wäre deine Mutter in der Tat unterhaltspflichtig. Den Unterhalt könntest du direkt von ihr fordern und bei Bedarf vor Gericht einklagen. Die Kindergeldauszahlung an dich müsstest du direkt selbst beantragen.

Aus deiner Fragestellung entnehme ich, dass dein Mutter alleinerziehend ist. Daher stellt sich die Frage, wie viel Geld deine Mutter monatlich zur Verfügung hat. Deiner Mutter steht je nach Einkommen ein Betrag zu, der nicht unterschritten werden darf.

Einfach ausgedrückt: Verdient deine Mutter zu wenig, bekommst du weniger oder gar keinen Unterhalt.

Daher stelle ich hier mal die Frage in den Raum, ob es keine Möglichkeit gibt, sich gegenseitig soweit zu respektieren und dem Anderen so viel Freiheit zu lassen, dass ein geordnetes Leben unter einem Dach möglich ist. Das sollte unter zivilisierten Menschen doch eigentlich möglich sein.

Herbert123321 06.02.2015, 22:18

Dann tut es mir leid die Frage missverständlich formuliert zu haben. Meine Mutter ist nicht alleinerziehend.

Leider ist auch ein harmonisches Zusammenleben (Das was ich mir seit Jahren wünsche) nicht möglich. Ich habe schon mehrmals versucht Familienhilfen zu konsultieren oder anderweitig für Klärung zu sorgen, jedoch half dies alles nichts.

Weißt du ob mir neben dem Unterhalt noch weitere Zuschüsse zustehen, sollte der Unterhalt, wie du meinst, zu gering um zu leben sein ?

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Interesierter 06.02.2015, 22:25
@Herbert123321

Da in der Fragestellung nur von der Mutter die Rede war, jedoch der Vater nicht auftauchte, ging ich davon aus. Sorry!

Worum geht es denn eigentlich bei eurem Streit? Nach meiner Erfahrung gehören zum streiten immer mindestens 2 Personen. Meist geht es bei Generationskonflikten um schulische und berufliche Perspektiven, allgemeines oder spezielles Desintresse, Drogen oder Probleme mit Freund/Freundin. All diese Punkte können nur mit Offenheit, jedoch nicht im Streit geklärt werden. Hier ist Deeskalation angesagt.

Ich kann dir sagen, dass es immer zu Zerwürfnissen kommt, wenn Kinder gegen ihre Eltern das Jugendamt ins Haus holen. Hier muss ich dir sagen, dass das keine friedensstiftende Maßnahme sondern eigentlich nur der letzte Ausweg sein sollte.

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Herbert123321 06.02.2015, 22:33
@Interesierter

Es handelt sich weniger um Streits, sondern mehr um "Konflikte über Gesetzmäßigkeiten". Beispielsweise wurde ich, bis ich ca. 13 Jahre alt war mein einem Gürtel verprügelt, wenn ich zu laut war.

Ich weiß, dass es nicht sehr glaubwürdig klingt, aber generell wirkt es so, als ob meine Eltern grundlegend ein Problem mit mit Erziehungsmethoden haben. Gewalt stand und steht beinahe an der Tagesordnung. Wie gesagt, zivilisierte Lösungsversuche, sorgen nur für mehr Gewalt...

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Interesierter 06.02.2015, 22:42
@Herbert123321

Was darf ich unter "Konflikte über Gesetzmäßigkeiten" und unter "zivilisierten Lösungsversuchen" verstehen.

Prügel mit einem Gürtel sind schon "extrem"! Allerdings schreibst du, du seist mittlerweile 18. Das bedeutet, dass du seit 5 Jahren nicht mehr mit dem Gürtel geschlagen wirst. Ich will dir hier nicht zu nahe treten. Jedoch ist es schwierig einen Rat zu geben, wenn man die genauen Begleitumstände nicht kennt.

Ich habe selbst einen Sohn, der diesen Monat 16 wird. Glaub mir, das ist nicht immer einfach. Auch bei uns ist ab und an dicke Luft. Trotzdem halte ich Gewalt für keine Lösung, da sie kein Vertrauen bildet, sondern zerstört.

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Wenn sie Dich rausschmeißt, ist sie nach wie vor zu Unterhalt verpflichtet, ja. Falls sie den nicht leisten kann, weil sie nicht soviel Geld hat, kannst Du evt. auch Hartz Iv beantragen, wenn aufgrund der Gewalt ein Härtefall besteht. Ich würde mich an das Jugendamt wenden , um solche Fragen zu klären.

Herbert123321 06.02.2015, 22:07

Beim Jugendamt traf ich, trotz Unterstützung mehrerer Gutachter auf taube Ohren.

Hat sie, wenn sie mich rauswirft und ich Unterhalt verlange, noch die Möglichkeit einer "Rückzieher" zu machen und muss sie mir schriftlich geben, dass ich "rausgeworfen" wurde ?

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Midgarden 06.02.2015, 22:12
@Herbert123321

Natürlich kann sie einen Rückzieher machen - wenn Du so gerne unabhängig wärst, solltest Du Dich auf die eigenen Füße stellen und nicht nur schauen, wer Dich finanziert

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Ratlos88 06.02.2015, 22:08

Hartz IV ist nicht die Antwort auf alles. Wenn es um Unterhalt geht, gibt es noch diverse andere Kassen (z.B. Unterhalts- und Ausbildungskassen) die vorher angezapft werden. Prinzipiell erhalten Schüler kein Hartz IV (Sofern sie Haushaltsvorstand sind), allenfalls Ausbildungsbafög.

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Ganz so einfach ist das nicht ... 1. Der Barunterhalt hängt von den wirtschaftlichen Verhältnissen der Mutter ab 2. Kindergeld kannst Du i.d.R. nur bekommen, wenn Deine Mutter einwilligt 3. Selbst mit 670€ kämst Du nicht über die Runden, denn wirklich ALLE Kosten müßtest Du davon bestreiten (Warmmiete, Müllabfuhr, GEZ, Wasser, Strom, Lebenmittel, Körper- und Kleiderpflege, Schulmittel etc.)

Herbert123321 06.02.2015, 22:11

Habe ich denn noch Anspruch auf weitere Zuschüsse, sollte dieser Fall eintreten ? Etwa SchülerBAFöG ?

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Midgarden 06.02.2015, 22:18
@Herbert123321

Ob Du Anspruch auf Ausbildungsförderung hast, mußt Du beim Amt für Ausbildungsförderung Deines Kreises klären

Allerdings kannst Du evtl. Zahlungen nicht einfach aufaddieren - einige Leistungen werden miteinander verrechnet.

Und über allem steht: jeder ist verpflichtet, seinen Beitrag zum Lebensunterhalt zu bringen - öffentliche Mittel (also Gelder des Steuerzahlers) sollen kein sorgenfreies Leben garantieren, sondern nur akute Not überwinden

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Interesierter 06.02.2015, 22:30

Die Mutter wird schon einwilligen. Die Kindergeldzahlung wird mit dem Unterhalt verrechnet, was letztlich ihr wieder zugute käme.

Weiter kann ich dir nur absolut zustimmen.

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Generell sind die Eltern erst einmal unterhaltspflichtig, sofern sie über die nötigen Mittel verfügen, dennoch muss Unterhalt in vielen Fällen eingeklagt werden, wenn die Verhältnisse speziell sind.

Geh mal zum Sozialamt in deiner Gemeinde, dort wird man es Dir genau erklären. Ein "Rausschmiss" ist übrigens nicht so ganz einfach. Aber ja, duchaus möglich.

Herbert123321 06.02.2015, 22:08

Inwiefern ist der "nicht so ganz einfach" ?

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hallo, > seit Jahren ist häusliche Gewalt im Spiel

auf beiden Seiten?

das ist eine schwierige Situation in der du bist, und das tut mir leid für dich...

Dein Weg sollte zum Jugendamt führen dort bekommst du auf all deine Fragen eine Antwort.

rausschmeissen sagt sich so leicht, ich bin mir sicher, dahinter verbirgt sich Hilflosigkeit, bedenke das in deinen nächsten Schritten, alles gute Goonz

Herbert123321 06.02.2015, 22:15

Die häusliche Gewalt ist einseitig gegen mich gerichtet, ich bin körperlich gar nicht in der Lage Gewalt in die andere Richtung zu verüben.

Das Jugendamt wurde schon oft einbezogen, dort stoß ich allerdings trotz mehrerer Gutachten auf taube Ohren...

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Goonz 06.02.2015, 22:19
@Herbert123321

hmmm auf taube Ohren solltest du beim Jugendamt nicht stoßen, denn die sind gerade was deine Situation angeht zwingend zuständig. Hast du jemand der dich zum Jugendamt begleiten kann und der ein wenig Druck macht? Gewalt anzuwenden ist das allerletzte, es bestünde auch die Möglichkeit einer Anzeige, und dann muss das Jugendamt reagieren, viel Glück

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ja sicher muss sie dich dann finanzieren

ja, mit einem anwalt vor gericht musst du das durchsetzen

Interesierter 06.02.2015, 22:19
ja sicher muss sie dich dann finanzieren

Diese Aussage ist so pauschal nicht richtig. Der Mutter stehen Beträge zu, die nicht unterschritten werden dürfen. Verdient sie zu wenig, gibt es auch keinen oder nur verminderten Unterhalt.

Ausserdem muss die Mutter, selbst wenn sie es könnte, nicht alles finanzieren. Die Unterhaltssätze sind genau geregelt. Wer sich mit diesen Zahlen genauer befasst, stellt sehr schnell fest, dass es sehr schwierig ist, von diesen Sätzen zzgl. Kindergeld tatsächlich alle Kosten zu decken.

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