Unterhaltsforderung als gesetzlicher Vertreter ohne Sorgerecht - weiß jemand Rat?

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3 Antworten

Der Vater darf hier tatsächlich nicht als gesetzlicher Vertreter des Jungen auftreten... und den Unterhalt für ihn einfordern. Vermutlich ist er sich dessen nicht bewusst bzw. wurde sein Sorgerecht vom beauftragten Anwalt vorausgesetzt und deshalb nicht hinterfragt...

(Dies kommt hier den Fällen gleich, in denen Großeltern die Betreuung eines Enkelkindes übernehmen, und dann nicht selbst den Unterhalt vom barunterhaltspflichtigen Elternteil einfordern können, sondern dies über den eigentlich betreuenden Elternteil erfolgen muss, der den Unterhalt dann weiterreicht...)

Der Mann könnte hier lediglich selbst eine "Aufwandsentschädigung" o.ä. für die Kosten fordern, die ihm durch die Betreuung des Jungen entstehen - was keine Unterhaltsklage wäre...

  • Er könnte sich aber auch an eine "geeignete Stelle" wie z.B. das Jugendamt wenden und darauf drängen, dass die Mutter als allein Sorgeberechtigte ihrer Verpflichtung nachkommt, dafür zu sorgen, dass dem Jungen ausreichend Mittel für seinen Lebensunterhalt zur Verfügung stehen.

Nur, weil die Mutter in den vergangenen Jahren zusätzlich zu ihrem "Naturalunterhalt" (Betreuung) auch noch den "Barunterhalt" für den Sohn geleistet hat, kann sie das nun nicht "aufrechnen" und ihre Unterhaltsleistungen für den Sohn einstellen.

  • Zwar muss bei getrennt lebenden Eltern in der Regel ein Elternteil den Barunterhalt leisten und der andere (bei dem das minderjährige Kind lebt) gewährt dafür den "Naturalunterhalt" in Form von Betreuung, Kochen, Waschen, Putzen....., aber wenn der eigentlich barunterhaltspflichtige Elternteil nicht ausreichend "leistungsfähig" ist oder aber das Einkommen des betreuenden Elternteils wesentlich höher als das des barunterhaltspflichtigen Elternteils ist...., muss der betreuende Elternteil sich ggf. auch noch am Barunterhalt beteiligen (oder diesen ggf. allein aufbringen...)...

Die Mutter war mit dem Umzug des Sohnes zum Vater einverstanden; auch wenn sie allein sorgeberechtigt ist, hat sie mit ihrem Einverständnis dem Vater die "Betreuung bzw. die Beaufsichtigung" des Sohnes zumindest teilweise "übertragen"... 

Sollte der Vater nun kurzfristig das gemeinsame Sorgerecht einfordern, um dann auch Unterhaltsforderungen für den Sohn stellen zu können, würde seinem Antrag vermutlich stattgegeben.... 

Ansonsten trägt die Mutter bis zum 18. Geburtstag des Sohnes auch weiterhin allein die volle Verantwortung für ihr Kind - in jederlei Hinsicht...., woran sie in einem Klagefall bzw. von "geeigneter Stelle" sicher "erinnert" würde....

Ab seinem 18. Geburtstag ist der Sohn dann ja ohnehin allein für sich und seinen Lebensunterhalt verantwortlich - dann können die Eltern nichts mehr gegenseitig für ihn einfordern, sondern nur noch der Sohn etwas für sich von beiden ...

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Sobald das Kind bei ihm lebt, hat er einen gesetzlichen Anspruch auf Unterhalt, völlig unabhängig vom Sorgerecht.

Er kann gar nicht wirksam auf Unterhalt verzichten, da dies gesetzlich nicht erlaubt ist.

Galt auch für Deine Frau.

Da Unterhalt vorrangig Insolvenzschulden gezahlt wird, wäre da aller Wahrscheinlichkeit nach auch Unterhalt zu holen gewesen.

Er würde das gemeinsame Sorgerecht sofort erhalten, Unterhalt ist Deine Frau aber auch ohne schuldig.

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Kommentar von Nightmoon23
17.04.2016, 17:10

Das mein Sohn den Anspruch auf Unterhalt hat ist soweit schon klar.

Es geht viel mehr darum, ob der Kindesvater ohne das Sorgerecht, welches ihm vor Jahren, begründeterweise entzogen wurde, sich als gesetzlicher Vertreter ausgeben darf und eine Kanzlei im Namen meines Stiefsohnes beauftragen darf.

Der korrekte Weg wäre meines Erachtens:

Die Beantragung des Sorgerechts, da der Vater ohne dieses in keinster Weise eine Entscheidung oder die gesetzliche Vertretung übernehmen dürfte.

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Kommentar von rasperling1
18.04.2016, 15:25

Das ist falsch! Nicht der Vater hat einen Unterhaltsanspruch, sondern allenfalls der Sohn. Der Sohn ist aber minderjährig und kann den Unterhaltsanspruch nicht selbständig geltend machen. Der Vater hat kein Sorgerecht, darf also das Kind nicht vertreten. Also die Anwaltskanzlei kurz, aber bestimmt darauf aufmerksam machen und die ganze Sache als gegenstandslos ansehen. 

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nun der vater hat bereits seit 1,5 jahren anspruch auf unterhalt. immerhin lebt das kind schon die gesamte zeit mit zustimmung der mutter bei ihm. das er kein sorgerecht und kein abr hat ist völlig uninteressant. das kann er heilen indem er es gerichtlich einfach beantragt und er das gemeinsame sorgerecht bekommt. warum auch nicht, es steht ihm ja zu.

es ist völlig egal ob die mutter in der vergangenheit unterhalt eingefordert hat oder nicht. der anspruch für die vergangenheit ist verjährt und nicht mehr einforderbar.  natürlich darf der vater unterhalt einfordern, da er ihm ja zusteht. zudem ist er verpflichtet diesen unterhalt zu fordern. ob das kind davon weiß oder nicht ist ebenfalls uninteressant. ihn gehen die dinge der finanzen ihn selbst betreffend und die früheren abreden überhaupt nichts an, dass ist sache der eltern. genauso wie es auch dich nichts angeht, wie die eltern ihre unterhaltssachen klären.

somit ist die forderung völlig legitim und der vater darf überhaupt nicht auf unterhalt verzichten, schon garnicht in seiner situation. wenn die mutter also 1,5 jahre gespart hat jeden monat, dann wird es ander zeit nun den unterhalt frisch berechnen zu lassen. entweder verdient sie genug und ist leistungsfähig oder sie ist es nicht und muss erstmal nicht zahlen, muss sich aber arbeit suchen um den unterhalt leisten zu können.

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