Unter Junkies.

5 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Ich provoziere ein wenig, in der Hoffnung, dass dein Intellekt damit umgehen und es einordnen kann:

Nichts macht einen so unangreifbar gegen Verletzungen, wie das Gefühl, so sehr über andere erhaben zu sein, dass sie einen nicht tangieren können. "Was stört es eine Eiche, wenn eine Sau sich an ihr kratzt?"

In der Zeit vorher, in denen du noch im Einklang mit dir, deiner Seele und deinen Emotionen warst, warst du vor allem auch eines: Verletzlich.

Intelligente Menschen verarbeiten Verletzungen in aller Regel über ihren Verstand. Indem sie sich Zusammenhänge erklären und Strategien erarbeiten, suchen sie nach Wegen aus der Misere. Gerade bei intelligenten Teenagern ist dabei oft eine starke Psychologisierung zu beobachten.

Indem sie Verhaltensweisen analysieren, schaffen sie sich eine Art "innere Systematik", ein perfektes Schubladensystem, in das sie jedwedes Verhalten einsortieren können - ihr eigenes inklusive.

Das gibt ein Gefühl von Sicherheit und Überlegenheit: Man weiß, was Sache ist, erhebt sich über die Dinge und erreicht damit das, was man am meisten braucht: Die Seele vor Verletzungen zu schützen.

Da das bei Otto-Normal-Mitmensch recht schnell langweilig wird, braucht es stärkere Kicks, um das Gefühl von Überlegenheit und damit Sicherheit aufrechtzuerhalten. In deinem Fall sind das die Menschen, die du als "verloren" bezeichnest. Indem du dich mit ihnen umgibst, verstärkst du dein subjektives Gefühl von Sicherheit.

Dein Verstand sagt dir: Dort werde ich nie enden, denn ich bin unberührbar für das Schicksal anderer und damit unangreifbar gegen eigene Schicksalsschläge. Wenn du kiffst, schaffst du dir deine eigene Wahrheit, denn natürlich hast du nichts gemein mit den "Verlorenen", denen ihr Leben irgendwann entglitten ist. Du hast ja alles im Griff: Die Droge und deine Gefühle sowieso.

Du machst andere zu deinen Statisten, degradierst sie zu Figuren in deinem Kopfkino, um dich selbst nicht mit dem beschäftigen zu müssen, vor dem du dich am meisten fürchtest: Deinen Gefühlen, deiner Unzulänglichkeit, deiner Angst vor dem Scheitern. Solange es anderen um dich herum schlecht geht, kannst du deine eigene Ausweglosigkeit ausblenden.

Dass dein Konzept nicht aufgeht, beginnst du gerade zu spüren. Es wäre eine wirklich gute Idee, wieder damit zu beginnen, auf deine Gefühle zu hören. Die Sicherheit, die du dir kraft deines Intellekts erschaffen hast, trügt. Sie wird irgendwann zusammenbrechen wie ein Kartenhaus und wenn du Pech hast, dich in genau die Tiefen reißen, auf die du im Moment noch so gefällig herabblickst.

Um wirklich zu leben muss man sich berühren lassen. Auch wenn das manchmal Schmerz, Angst und Trauer zur Folge hat. Andernfalls bleibt man in seinem eigenen Leben nur Zuschauer.

Vieles in deinem Text kann ich ziemlich gut nachvollziehen. Aber wieso das alles nicht aufgeht, das verstehe ich nicht ganz...

Danke für diese großartige Antwort.

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@HaKyPeHb
Aber wieso das alles nicht aufgeht, das verstehe ich nicht ganz…

Es wird dich - eher früher als später - nicht mehr zufriedenstellen, deine Kicks aus zweiter Hand zu erleben, indem du nur Zuschauer bleibst.

Menschen sind soziale Wesen, und das Abenteuer, das sich aus einer echten Interaktion ergibt, ist um so vieles spannender, dass die Neugier dich von der Zuschauertribüne wieder auf die wirkliche Bühne holen wird.

Es ist ein bisschen wie mit dem Drogenkonsum: Am Anfang flasht einen die neue Erfahrung, aber sie wird von Mal zu Mal schaler und öder und dient irgendwann nur noch dazu, sich selbst zu bedienen.

Ich bin ziemlich sicher, dass dein wacher Verstand sich nicht mehr lange mit dem Zweitbesten zufrieden geben wird. Auch der Umgang mit Schmerz und Enttäuschung setzt unglaubliche Energie in uns frei.

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Ich würde dir gerne jetzt, eineinhalb Jahre später, nochmal danken. Danke!

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Du solltest nicht so viel med. Bücher lesen. Als Laie liest man nur das, was man lesen will. Man hört nur in sich hinein und findet alles was man haben könnte. Außerdem fühlst Du Dich als Übermensch. Glaubst Du wirklich, dass alle Dich so gesehen haben wie Du in Deinen ersten Zeilen schreibst? Das Du mit den Menschen, die Drogenprobleme haben und in miesen Wohnungen wohnen verkehrst ,ist ein Zeichen dafür, dass Du Dich besser fühlst als die Anderen. Du bist nichts Besonderes. Lass Dich mal psychologisch beraten. Das ist ein ganz gut gemeinter Rat.

Ja ich bin mir ziemlich sicher, dass das zutrifft. Ich hatte die Bestätigung dafür oftmals von anderen bekommen. Danke für die Antwort. Ich werd's mir überlegen.

Aber wieso ist das verkehren mit diesen Menschen ein Zeichen dafür, dass ich mich über andere stelle?

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@HaKyPeHb

Du schreibst , dass Du es genießt, wenn Du siehst was mit den Menschen passiert.

Anfälle usw. Daraus schließe ich es. Und sei mir nicht böse, ich weis wie es aussieht , wenn einer epileptische Anfälle hat. Es ist kein angenehmer Anblick. Findest Du das interessant?

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@11101947

Anfälle war dann das falsche Wort. Ich meinte damit plötzliche Veränderung ihrer Wahrnehmung. Dh. plötzlich sind wir bzw. sie in einem Bus, Flugzeug und begeben uns nach Malibu oder whatever.

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Ich denke mal, du hast Angst vor Nähe, vielleicht Minderwertigkeitsgefühle und suchst daher die Gesellschaft von Menschen "unter deinem Niveau", weil du das Gefühl hast, dass sie dir nicht zu nahe kommen und nicht gefährlich werden können. Komm runter von deinem hohen Ross zu den normal Sterblichen und such dir ein Gegenüber auf Augenhöhe. Ich schreibe das, weil ich mich in der Schulzeit genauso verhalten habe. Allerdings bin ich dann in den Alkoholismus geraten und erst nach 27 Jahren wieder rausgekommen. Inzwischen bin ich fast genauso lange wieder trocken und kann Nähe zulassen, wenn sie sich bietet. War aber ein langer Weg. Vielleicht geht es bei dir schneller

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