Unter den Christen verstehen viele Adam & Eva eher symbolisch und manche nehmen es wortwörtlich (siehe Details)?

13 Antworten

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Ja du hast recht, diese beiden Ansätze sind sehr unterschiedlich. Jedoch verbindet alle Christen ein und dieselbe Sache: Wir glauben alle an Jesus und seinen Opfertod. Und darauf gilt es sich zu fokussieren. Alles andere ist zunächst mal weniger relevant. Es gibt unterschiedliche Konfessionen, die untereinander stärker oder schwächer abweichen, aber man sollte sich auf den gemeinsamen Glauben fokussieren und das ist der Glaube an Jesus.

Ich verstehe es nicht, wenn Leute dann auch noch zwischen Christen Zwiespalt setzen wollen, schließlich arbeiten wir alle auf das gleiche Ziel hin. Ich denke kein Christ kann für sich beanspruchen, die einzig wahre und richtige Bibelauslegung zu haben. Jeder soll wandeln nach seinem Erkenntnisstand und dem, was er mit seinem Glauben und Gewissen vereinbaren kann. Wenn man über Bibelauslegung diskutieren möchte kann man es gerne machen, jedoch sehe ich keinen Grund darin krampfhaft an irgendwelchen Doktrinen festzuhalten. Man sollte sich bemühen, möglichst nahe an die "Wahrheit" heranzutreten, aber es gibt keinen Grund die Spaltungen zu betonen, sondern die Gemeinsamkeiten.

Von daher gibt es für mich auch keinen Grund für bedenken. Die Bibel liefert eben Spielraum bei ihrer Interpretation. Aber die Gemeinsamkeit, dass alle Christen sie als Wort Gottes auffassen sollte stärker überwiegen als die Kluft, die verschiedene Auslegungen mit sich bringen.

Meine persönliche Sicht: Ich nehme die Bibel wörtlich, wenn sie es hergibt. Ich sehe keinen Grund jetzt auf einmal z.B. die Geschichte des Garten Edens und Adam und Eva umzuinterpretieren. Meiner Meinung nach ist das der falsche Ansatz und das aus zwei Gründen: Erstes impliziert man damit, dass alle Menschen vor unserer Zeit die Bibel komplett falsch verstanden haben. Sie nahmen es immer unangefochten ernst, was da drin steht. Gott wäre also irgendwie etwas inkompetent gewesen, wenn er es nicht geschafft hätte den Menschen diesen einfachen Grundsatz (das die Bibel ein "riesiges Gleichnis" ist) zu vermitteln. Und zweitens finde ich, dass man der Bibel mehr vertrauen sollte als dem Menschen. Man sollte eigentlich alle wissenschaftlichen Erkenntnisse und modernen Ansichten anhand der Bibel prüfen und nicht umgekehrt. Stattdessen fügt man sozusagen die Naturwissenschaften als 67. Buch der Bibel hinten hinzu und interpretiert die ganze Bibel nur noch anhand dieses "67. Buches", was aber nicht von Gott kommt, sondern rein menschlichen Ursprung hat. Wenn das aber ein Christ anders sieht, dann akzeptiere ich das und rede gerne vernünftig darüber und verdamme ihn nicht gleich deswegen;)

MFG:)

Sehr gute wertvolle Antwort.

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Nein

Bedenklich wird es erst dann, wenn Menschen die Bibel

  • zu wörtlich nehmen
  • keine anderen Meinungen aufkommen lassen wollen
  • extremistisch veranlagt sind
  • und gewaltbereit

Erst wenn mehrere dieser Punkte aufeinandertreffen beginnt es bedenklich zu werden.

Adam und Eva ist alttestamentarisch. Der christliche Glaube beruft sich jedoch zumeist auf das neue Testament. So ist Auge und Auge und Zahn um Zahn in der christlichen Religion auch nicht mehr zeitgemäß, sondern stattdessen "wenn dir einer auf die linke Wange schlägt halte ihm auch die Rechte hin".

Ich baue meine Religion auf einem einzigen Satz in der Bibel auf "Liebe deinen Nächsten wie dich selbst". Wer dies in seinem Leben stets beachtet wir vor dem jüngsten Gericht die besten Karten haben.

...wenn Menschen die Bibel zu wörtlich nehmen

und

"Liebe deinen nächsten wie dich selbst".

Funktioniert das (zweite Zitat) wirklich in allen Lebenslagen?
Und ist nicht auch das zu wörtlich genommen?

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@Blumenacker

Würde mir Adolf Hitler begegnen hätte ich da auch so meine Probleme, da hilft auch Matthaeus 5 44 nicht "Ich aber sage euch: Liebet eure Feinde; segnet, die euch fluchen; tut wohl denen, die euch hassen; bittet für die, so euch beleidigen und verfolgen". In solchen extremen Begegnungen sollte man auch nach besten Möglichkeiten Stellung dagegen beziehen.

Aber dass ist die Ausnahme von der Regel. Wenn man im Alltag versucht sich in die Gedankenwelt des verhassten Nachbars einzutauchen und dessen Argumente zu verstehen, dann fällt es einem sehr viel leichter ihn zu respektieren und möglicherweise auch ein friedlicheres Zusammenleben zu erreichen.

Hier eine Kurzfassung eines jahrelangen NAchbarschaftsstreits.

Unser Baum viel zu hoch zu nah am Grundstück aber zu alt, dass Nachbar auf Fällen bestehen könnte. Wir haben ihn dann doch gefällt, weil man den NAchbarn verstehen kann wenn sein Garten ein Schattenreich wird.

Gleicher Nachbar, sein Flieder abgebrochen hat unseren neu gepflanzten Pfirsichbaum unter sich begraben. Das sind 16 € gewesen, kein Grund eine Streit anzufangen. Wir haben NAchbar nur aufgefrodert den Rest seines Flieder zu stutzen.

Wir sind immer zu dicht an seiner Hecke in unsere Einfahrt gefahren und selten auch mal den Strauch verletzt. Er setzte eine riesigen spitzen Stein an die Ecke des Grundstücks und wie es kommen musst fuhr sich eines Nachts unser Auto daran fest mit leichten Lackschäden. Es war letztlich unser Fehler. Wir haben uns mit dem Nachbar geeinigt. Sein Strauch kommt weg, an der Stelle haben wir einen kleinwüchsigen Zierbaum gepflanzt, den man aus dem Auto besser erkennen kann als den 15cm hohen Ministrauch des Nachbarn jetzt sehen wir die Einfahrt auch Nachts besser und Problem gelöst.

Alles der gleiche Nachbar und Gründe genug für einen Nachbarschaftskrieg. Wir haben die Fälle immer diplomatisch gelöst und haben heute einen sehr guten nachbarschaftlichen Kontakt.

Das sind Beispiele wie man im Alltag: Liebe deinen Nächsten wie dich selbst umsetzen kann. Man profitiert dabei sogar unmittelbar im Leben und nicht erst nach dem Tot, denn in Frieden leben ist ein Segen.

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@Blumenacker

Liebe führt uns schon in mehr Freiheit. Sie geht auch im Natürlichen. Wir brauchen nur zu lieben - von innen heraus, aus einer Grundeinstellung.

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Hallo Fanta421,

egal, wie ich immer die Bibel gelesen hatte, sie hatte mich wegen zu viel unterschiedlicher Ansätze und Gottesbilder recht verwirrt. Zumal sich in religösen Gemeinschaften, in denen ich war, so viele unterschiedliche Strömungen gebildet hatten: einmal in der Auslegung der Bibel, zum andern in der zeitlich kulturellen Entferung ihrer Zeiten zur Neuzeit mit immer mehr naturwissenschaftlichen anstatt philosophischen Erkenntnissen.

Während Gottelbilder noch exklusiv sein mögen, sah ich damals schon die Welt als etwas Ganzes - und meine damit die naturwissenschaftlich immer genauer beschriebenen natürlichen Dimensionen wie die eher (und immer noch) philosophisch zugänglichen geistlichen Dimensionen. Und so hatte sich auch das Paradies mit Eva und Adam (Ladies first) schnell eingeordnet.

Eva und Adam als erste Menschen

Dieser Ansatz ließ sich (und in meinen Augen auch absolut lässt sich) nicht mit Erkenntnissen einer quasistatischen Entwicklung des Lebens vereinbaren. Ein Engineering, was etwas Neues wie aus einem Labor plötzlich entstehen ließ, war nicht ersichtlich: alle Erkenntnisse sprachen dagegen.

Damit blieb zum einen der historische Ansatz, den Menschen der damaligen Zeit (vielleicht 8000 Jahre schon her) etwas über deren Entstehung nahezulegen - und ggf. dabei selbst die rein natürlichen Mechanismen weder gekannt noch erahnt zu haben.

Paradies, Eva und Adam als Modell

Zum andern musste am Paradies sowie an Eva und Adam noch etwas Besonderes sein. Ein Modell, von dem der Verfasser oder Überlieferer der Geschichte Verständnis hatte haben können, lag nahe. Ich sehe das Paradies als Modell der vereinten geistlichen wie natürlichen Dimensionen der Welt.

Bringen wir Eva und Adam ins Paradies, wären sie in ihren Geschlechtern geistliche wie auch natürliche Menschen. Die Geistlichkeit lässt sich in ihrem Sein, wie sie waren, erkennen (wir sagen oft dazu "nackt"). Im Geistlichen sehe ich persönlich eher ein Sein - und so ist mir die Begrifflichkeit "Sein, wie sie waren" näher (und ich verwende sie auch oft in der Weise).

Im Natürlichen sehe ich hingegen (und beobachte das auch) Prozesse. Die sind in meinen Augen der Raumzeit sowie der ungleichmäßigen Verteilung von Entropie geschuldet. Sprechen wir von Entropie, sprechen wir auch von Zuständen, die im Natürlichen nicht immer und überall zugänglich sind, und durch die diese Prozesse führen. Dem Geistlichen spreche ich eine Raumzeit ab - und sogar eine unendliche Entropie zu: alle Zustände sind gleichermaßen und "instantan" zugänglich - und damit wären wir wieder bei dem Sein.

Haben wir Sein und Prozesse gleichermaßen, gehe ich zunächst von einem geistlichen Fokus aus: das Sein bestimmt die Prozesse: das Natürliche ergibt sich aus dem Geistlichen. So mag ich Eva und Adam im Paradies deuten. Sein (mit der Zugänglichkeit aller raum- und zeitlosen Zustände) bedingt Nähe. Eva und Adam waren mit ihrem Sein, wie sie waren, sich nahe.

Setzen wir den Fokus auf das Natürliche, müssten Prozesse unser Sein bestimmen. Hier mag ich nicht mehr von Nähe ausgehen. Nachdem in der Geschichte Eva und Adam den berühmten Apfel gegessen hatten, lag deren Fokus auf dem Natürlichen. Plötzlich benötigten sie Kleidung, ein Symbol für Abstand und auch eine Art Firewall.

Die Chronologie der Geschichte legt einem zuerst Geistlichkeit und in einer Folge Natürlichkeit nahe. Ich sehe es in der Entwicklung der Menschheit eher umgekehrt: Natürlichkeit - mit späterer Erkenntnis der Gestlichkeit. Damit wird es notwendig, um ein Sein zu ereichen, Prozesse so zu führen, die dem Sein gleichkommen. Das ist eine Teilmenge der Prozesse, die im Natürlichen möglich sind. Es sind in der Folge der Menschheitsgeschichte Religionen entstanden, die solche Prozesse empfehlen und propagieren - ob in Regelwerken oder, wie mit Jesus, mit bewusstem persönlichen Handeln.

Und so lernen wir von Eva und Adam: was unser Ziel sein kann und vielleicht unser allererster Ursprung war: das Paradies.

Mit vielen lieben Grüßen

EarthCitizen

Woher ich das weiß:Eigene Erfahrung – früherer Glaube - heutige Plausibilität vieler Dinge

Das Groteske ist meiner Meinung nach das die Meisten der zahlreichen Glaubensgemeinschaften sehr ernsthaft die Schriften lesen und viele ( nicht alle) verachten Ihre eigne Auslegungen als die einzig wahre und richtige. Einige Glaubensgemeinschaften sagen sogar : wer die Bibeltexte falsch interpretiert steht unter Einfluss von bösen Mächten.

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@EXInkassoMA

Gott hat uns eigentlich ein Gehirn zum Denken "gegeben". Und das eigene Denken neben den Schriften sei eben erlaubt.

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@EXInkassoMA

Niemand wusste, wie die Bibeltexte richtig zu interpretieren waren. Interpretieren wir sie nicht gemäß Gott, gehen sie ins rein Natürliche mit dem Risiko dieser einen von mir angedeuteten Prozesse. Daran könnten finstere Mächte Interesse haben. Sie haben auch an einer Verschleierung in die Richting Interesse.

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@EarthCitizen20

wieso wusste und waren ? Die Unterschiede in den Auslegungen sind ja sind ja nach wie vor da , wie Du selbst geschrieben hattest

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@EXInkassoMA

Bei Eva und Adam vermute ich entweder wirklich eine (heute widerlegbare) Entstehung des Menschen - oder, was mir schlüssiger erscheint, diese prägnant dargestellte Umkehrung des Bewusstseinwerdens natürlich->geistlich in geistlich->natürlich - mit der Implikation, dass wir Menschen von Haus aus geistlich sind knd gerne "heimkommen" dürfen.

Die Überlieferung trifft so auf unterschiedlich Kulturen, Interessen, Intellekte und Zeiten - mit dem Resultat unterschiedlicher Auslegung.

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Danke!

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Hallo Fanta421,

zweifellos vertreten viele die Meinung, Adam und Eva seien erfundene Gestalten und belächeln den Bericht in der Bibel über sie. Sie spricht von diesen beiden jedoch als von Personen, die tatsächlich gelebt haben und von denen das gesamte Menschengeschlecht abstammt. Was soll man nun aber glauben? Ist es mit dem Wissen und den Erkenntnissen der heutigen Zeit zu vereinbaren, Adam und Eva als historische Personen zu betrachten oder sprechen die Fakten dagegen?

Da ist zunächst einmal der kurze biblische Bericht der Genesis über die Erschaffung des ersten Menschen (Adam). Die Bibel berichtet folgendes: "Und Jehova Gott ging daran, den Menschen aus Staub vom Erdboden zu bilden und in seine Nase den Odem des Lebens zu blasen, und der Mensch wurde eine lebende Seele."(1. Mose 2:7).

Ist das, was hier ausgesagt wird, wissenschaftlich korrekt? Nun im "Staub", also in der Erde, sind all die 41 grundlegenden chemischen Elemente, aus denen der menschliche Körper besteht, zu finden. Die Formulierung "aus Staub" ist zwar einfach ausgedrückt ist aber dennoch mit den Tatsachen in Übereinstimmung. Da der Mensch aus etwa 100 Billionen Zellen mit Dutzenden Organen und 9 großen Organsystemen besteht, wäre zu fragen: Wie sollte dieses hochkomplexe und genial konstruierte biologische Gebilde ins Dasein gekommen sein? Wäre es wirklich vernünftig zu glauben, das zufällige Entwicklungen so etwas zustande bringen können? Oder ist es nicht weitaus vernünftiger zu glauben, dass ein intelligenter Designer dahinter steht, wie in dem eingangs zitierten Bibeltext zu lesen ist? Da der Mensch nicht nur eine Anhäufung lebloser Materie ist, sondern Lebenskraft besitzt, stellt sich folgende weitere Frage: Woher stammt diese Lebenskraft? Darauf hat die Wissenschaft bis heute keine Antwort gefunden. Auch kann sie noch nicht einmal genau erklären, was das "Leben" eigentlich ist.

Bemerkenswert ist auch, dass eigentlich das gesamte Menschengeschlecht und damit alle Menschenrassen miteinander verwandt sind. Wie anders wäre es sonst zu begründen, als damit, dass die Menschheitsfamilie auf einen gemeinsamen Vorfahren zurückgeht? Der anatomische und organische Aufbau eines Menschen, egal welcher Rasse er angehört, ist stets identisch. Das wird auch in folgenden Werken gesagt:

Die Wissenschaft bestätigt jetzt, was die meisten der großen Religionen schon immer gepredigt haben: Alle Menschen, ganz gleich, zu welcher Rasse sie gehören, stammen . . . von dem gleichen ersten Menschen ab“ (Amram Scheinfeld, Heredity in Humans, S. 238, Philadelphia und New York, 1972).

Was in der Bibel schon seit Jahrhunderten über Adam und Eva, Vater und Mutter des ganzen Menschengeschlechts, steht, ist das, was die wissenschaftlichen Forschungen ergeben haben: daß alle Völker der Erde eine einzige Familie bilden und einen gemeinsamen Ursprung haben“ (Ruth Benedict und Gene Weltfish, The Races of Mankind [Die Menschenrassen], S. 3, New York, 1978).

Dass Adam nicht lediglich ein Sinnbild der gesamten frühen Menschheit ist, zeigt auch die Bibel selbst. So reiht sie z. B. Adam in verschiedene Geschlechtsregister ein, die eine Aufzählung historischer Personen darstellt. Ein Beispiel dafür ist der Stammbaum Jesu Christi gemäß Lukas, Kapitel 3, Verse 23 - 38. U. a heißt es dort: „Jesus selbst [war], als er sein Werk anfing, ungefähr dreißig Jahre alt und war . . . der Sohn . . . des David, . . . Sohn des Abraham, . . . Sohn des Adam.“ (David und Abraham sind bekannte geschichtliche Gestalten. Ist es daher nicht vernünftig, zu schlussfolgern, dass Adam eine wirkliche Person war? In einem anderen Bibelbuch, Judas 14, heißt es:"„Der siebte in der Linie von Adam her, Henoch, hat . . . prophezeit.“ (Henoch war nicht der siebte in der Linie von der gesamten frühen Menschheit her.)

Auch Jesus Christus sprach von Adam und Eva nicht lediglich als allegorische Personen. Das zeigt der Bericht in Matthäus 19:4,5:"[Jesus] sagte . . .: ‚Habt ihr nicht [in 1. Mose 1:27; 2:24] gelesen, dass der, welcher sie [Adam und Eva] schuf, sie von Anfang an männlich und weiblich gemacht hat und sprach: „Darum wird ein Mann seinen Vater und seine Mutter verlassen und wird fest zu seiner Frau halten, und die zwei werden e i n Fleisch sein“ . . .?‘ “ Diese Aussage Jesu belegt eindeutig, dass er den Bericht in der Genesis als Tatsachenbericht ansah.

Interessant ist auch die Aussage der Bibel in Apostelgeschichte, wo es heißt: "Und er hat aus e i n e m [Menschen] jede Nation der Menschen gemacht, damit sie auf der ganzen Erdoberfläche wohnen, und er verordnete die bestimmten Zeiten und die festgesetzten Wohngrenzen der [Menschen]" (Apostelgeschichte 17:26. Auch hier wird wiederum bestätigt, dass die gesamte Menschheit von einem gemeinsamen Vorfahren abstammt.

Zum Schluss möchte ich noch einen entscheidenden Punkt herausstellen, warum der Glaube an den Genesisbericht über Adam und Eva so bedeutungsvoll ist. Durch diesen Bericht erhalten wir nämlich befriedigende Antworten auf die wichtigsten Lebensfragen, wie z. B.: Woher kommen wir?Welchen Sinn hat das Leben? Warum gibt es so viel Leid und Böses in der Welt und wird das Böse jemals beseitigt? Außerdem wäre die wichtigste biblischen Lehre vom Lösegeld, ohne den Bericht über Adam und Eva nicht zu verstehen.

Das sind nur einige wesentliche Gründe, warum es einen Sinn macht, die biblische Erzählung von Adam und Eva für glaubwürdig zu halten.

LG Philipp

Die christliche Auslegungstradition hat Adam und "den Menschen" verflochten, so wurde der Mensch namens Adam zum körperlich ersten Menschen überhaupt und die Gesamtmenschheit des ersten Kapitels geriet in Vergessenheit. Das Hauptaugenmerk lag hierbei auf der Paradiesgeschichte, die nach Meinung der Gelehrten nicht nur die Entstehung des Menschen detailliert erklärt, sondern auch die Geschlechterordnung klarstellt. Jahrhundertelang galt es als Ketzerei erster Güte, an weitere menschliche Existenz außer oder gar vor Adam zu glauben. Oder dieses zu allem Überfluss auch noch aus der Bibel abzuleiten. Isaac del Peyrere, der Begründer der modernen Präadamitentheorie, konnte ein Lied davon singen.

Eine etwas "modernere" theologische Version dreht den Spieß um und erklärt Adam zum Sinnbild für die ganze Menschheit. Interessant: Hier hält man sich statt an die Paradiesgeschichte lieber an das erste Kapitel. Zum einen kann nicht mal die Theologie leugnen, dass ādām hier ein Artbegriff für den Menschen ist (dazu unten mehr). Zum anderen lässt sich damit auch ganz im Sinne des theologischen Zeitgeistes wunderbar die Gleichberechtigung der Frau begründen, weil es ja heißt, dass Mann und Frau gleichermaßen im Bilde Gottes erschaffen wurden.

In der Bibel sind "der Mensch" schlechthin und der männliche Einzelmensch mit dem Namen Adam noch zwei Paar Schuhe. Das wird nicht nur auf den ersten Seiten deutlich, wo ādām im ersten Kapitel ein Kollektiv, also eine unbestimmte Anzahl Menschen beider Geschlechter bezeichnet und erst im zweiten und dritten Kapitel als Eigenname dient. Im Neuen Testament wird dieses Muster beibehalten und stets zwischen "anthropos" und Adam unterschieden.

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