Unsichtbare Hand des Marktes - stimmt dies mit der Realität überein?

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3 Antworten

Die "unsichtbare Hand des Marktes" führt nur zu "Idealergebnissen" wenn auch "Idealbedingungen" gegeben sind wie vollkommene Information des Angebots und der Kosten, vollkommen freie Entscheidung kleiner Einheiten usw. - was es nur in idealisierten Modellvorstellungen gibt. In der Realität trifft das nie zu. Die Idealvorstellung hilft dann allerdings, Gründe für Fehlentwicklungen herauszuarbeiten. Allerdings muss das nicht zu Ergebnissen führen, die ALLE für ideal halten, weil die Summe der Einzelentscheidungen nicht zur Erfüllung aller Einzelwünsche führt.

Selbst zu Zeiten von Adam Smith gab es keine idealen Marktgegebenheiten. Die Bildungs- und Vermögensvoraussetzungen waren verschieden, die bürgerliche Marktwirtschaft bildete sich aus einer feudalistischen Wirtschaftsverfassung heraus mit staatlichen Übergängen, aber nie ohne Staat und seinen lenkenden Einfluss. Insoweit war die "unsichtbare Hand" nie ohne lenkende Fesseln. Krisen gibt es allein schon deswegen, weil wir in eine ungewisse Zukunft hinein handeln und die Voraussetzung der vollkommenen Information für die Zukunft nicht gegeben ist. Dazu kommt, dass wir lenkende, politische Entscheidungen, sei es als Volkswillen, sei es als politisch durchgesetzter Willen nie ohne theoretischen Vorstellung über das Funktionieren unseres Handelns treffen, und sich alle unsere Theorien bis jetzt immer als sehr begrenzt erwiesen haben.

Man schaue sich dazu die Auseinandersetzungen zum Thema EURO an. Da sind selbst Fachleute sehr verschiedener Meinung, teils auch je nach politischem Standpunkt oder je nachdem, wer ihr Brotgeber ist. Vertreter von Banken und Börse sehen es gerne, wenn sie möglichst viel "Spielgeld" bekommen. Steuerzahlern schwant nichts Gutes, wenn sie die wachsenden Schuldenberge sehen und die Erfahrung allein der letzten Jahre, dass sie die Spielschulden anderer bezahlen müssen. Die Grundannahme der "unsichtbaren Hand", dass keine marktfremde Macht mitmischt, stimmt NIE - schon gar nicht heute! Allerdings sollte man auch die geschichtliche Erfahrung nicht vergessen, dass der Einparteiensozialismus schneller und mit schlimmeren Folgen abgewirtschaftet hat als unsere machtpolitisch "verdorbene" Marktwirtschaft.

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Hi!

Die Märkte (egal welche) verhalten sich nicht gleichförmig. Sie neigen zu Extremen (im Positiven wie im Negativen). Nur dass das nicht lange gut geht ("der Krug geht nur so lange zum Brunnen bis er bricht", wie man so sagt). Dann kommen die anderen, die entgegengesetzen Kräfte ins Spiel, welche die anfänglichen Tendenzen ins Gegenteil verkehren. Letztendlich mündet dies, über längere Zeiträume betrachtet, in den konjunkturellen Zyklen, wie wir sie seit Anbeginn von kapitalistisch strukturiereten Wirtschaftssystemen beobachten.

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wir machen des auch gerade in wirtschaft;) und wir haben des so gelernt dass zum einem der wettbewerb eben durch absprachen oder kartellbildung außer kraft gesetzt wird und zum anderen kann die unsichtbare hand ja auch nichts gegen ungerecht vermögenverteilung und ungleichnisse im import/export machen.... also so hab ichs verstanden;))

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