Unsichtbare Hand (Adam Smith) Ich kann mit der bildlichen Vorstellung nichts anfangen?

3 Antworten

Wenn jemand im Rahmen gesellschaftlichen Miteinanders auch sein eigenes Wohl im Auge hat, ist er noch lange nicht egoistisch. Adam Smith zeigt, dass es keine Heiligen braucht, um eine zu aller Wohlstand führende Wettbewerbswirtschaft zu erhalten. Es reicht, wenn jeder seine Belange im Auge hat, wohl wissend, dass er im Rahmen einer sehr differenzierten Arbeitsteilung sein Bestes gibt wie jeder andere und im Austausch miteinander die Informations- und Verteilungsketten so laufen, dass letztlich ein wirtschaftlich erfolgreiches Miteinander für alle herauskommt.

Es handel sich ja nicht um einen Markt, wie oft vereinfacht gesagt wird, sondern viele Märkte werden über die Preise und Mengen miteinander koordiniert. Der über alle Märkte wirkende Austausch von Informationen und Wertungen ist dabei getragen von den Interessen der Individuen, die auf den Märkten ihre Wertungen zusammenführen. Das Problem dabei ist, sich das als einen dynamischen Prozess vorzustellen, für den es nie ein statisch stabiles Optimum gibt sondern immer nur ein Schwanken um die beste Kombination.

Die "unsichtbare Hand" ist eine Metapher für diese im Hintergrund wirkende Dynamik, die von keinem Individuum als eigene Vorstellung angestrebt wird, sondern die sich aus dem Zusammenwirken der vielen ergibt. Smith hat diese Metapher gegen die Wirtschaftstheoretiker des Feudalismus gerichtet, die sich nicht vorstellen konnten, dass ohne die strengen Zügel des Adels und der Kirche Wirtschaft für alle funktionieren könnte. Heute fallen Liebhaber der sozialistischen Diktatur und Zentralwirtschaft gern wieder in feudalistisches Denken zurück, weil sie mit dynamischen Wirkungen nichts anfangen können. Sie meinen, das Heil nur in der Reglementierung finden zu können und natürlich soll nach ihren Vorstellungen reglementiert werden. Respekt vor den individuellen Wertzuordnungen und persönlichen Entscheidungen der Individuen ist ihnen ein Greul. Diese Reglementierer sind egoistisch, weil sie glauben, dass sie allein das Heil für alle in der Tasche hätten.

Ich hab es mir immer sehr bildlich als große Hand, die die Richtung weist, vorgestellt. So wissen alle, wo sie investieren müssen und welche Wirtschaftszweige gewinnbringend sind, und das vereint sie auch. Denke in der Metapher ist die Hand gleichbedeutend mit der Rationalität und dem Gewinn als Ziel der Subjekte. :)

Hoffe das hilft!

Es ist nur eine Metahpher für gar nichts.
Bestenfalls Marktgläubigkeit.

Der Markt an sich funktioniert anarchisch "wenn jeder an sich selber denkt, ist am Ende an jeden gedacht".
Weshalb es den Staat braucht, um den Rahmen zu setzen, innerhalb dessen die Wirtschaft zu funktionieren hat.

Das jedoch ist eher ein Konjunktiv, im Angesicht neoliberaler Poltik.

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