Unsere Gedanken sind wertlos?

10 Antworten

Nein, da unser Gedanke bzw. unsere Fähigkeit des Denkens ein Schöpfungswerkzeug ist. Mit diesem Werkzeug können wir erschaffen, schöpfen, unsere 'kleine' Welt erbauen, wie auch

zu Selbstreflexionen, Selbstanalysen, Erkenntnissen gelangen, welche uns wachsen und reifen lassen (können)...

Doch jetzt kommt es: Denkprozesse können ohne einem Geist, ohne einem Bewusstsein nicht stattfinden.

Da der Mensch im Grunde eine tote Materie ist (ein atomisiertes, also materielles Geschöpf) und Atome resp. Materie keine Grundlage aufweist, welche einem Denken nahekommt bzw. eine Denkfähigkeit, muss etwas anderes dafür Sorge getragen haben und tragen, dass jener unbelebten Materie die Fähigkeit des Denkens eigen wurde...

Aber: Niemals kann aus einer Substanz ohne jeglicher Voraussetzung eines Denkapparates - was Atome und Elemente ja nicht vorweisen - im Laufe der Zeit eine Substanz mit einem Denkapparat hervorbringen, da bei jeder nächsten Nachkommenschaft auch diese fehlende Voraussetzung gegeben und vorhanden ist... - das ist nur logisch...

Gruß Fantho

Es ist völig uneinsehbar, warum etwas falsch sein sollte nur weil es das Ergebnis eines naturgesetzlichen Prozesses ist.

Der Begriff "wert" braucht einen Bezugspunkt (wert in Bezug auf was ?).

Natürlich gibt es erstmal keinen Grund anzunehmen dass Überzeugungen wahr sind. "Überzeugungen sind schlimmere Feinde der Wahrheit als Lügen" schrieb Nietzsche.. Aber deshalb setzen wir ja auch unsere Überzeugungen in Zweifel und versuchen ihren Wahrheitsgehalt zu prüfen.

Auch wenn Lebewesen bloß aus Materie bestehen (das Adjektiv tot ist diesbezüglich sinnlos), sind belebte und unbelebte Materie unterscheidbar. Das Leben ist eine emergente Erscheinungsform (das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile).

Das Leben hat insbesondere die erstaunliche Fähigkeit entgegen dem Entropiesatz lokal Komplexität zu erzeugen auch wenn hierzu Energie verwendet wird, was dann wieder global zu einer Rettung des Entropiesatzes führt.

Der Begriff der natürlichen Selektion läßt sich im Prinzip in der Form "stabile Strukturen überleben" auch auf unbelebte Materie anwenden.

Es ist völig uneinsehbar, warum etwas falsch sein sollte nur weil es das Ergebnis eines naturgesetzlichen Prozesses ist

Weil das Naturgesetz ein Produkt eines unintelligenten, zufälligen, ziellosen, zwecklosen Urknalls ist, dessen Prozesse auch wieder unintelligent, ziellos usw... ist. Warum sollte dieser unintelligente Prozess etwas intelligentes hervorbringen, was wiederum selber eine "Behauptung" hat intelligent zu sein und das Potenzial hat logisch nachdenken zu können?

Natürlich gibt es erstmal keinen Grund anzunehmen dass Überzeugungen wahr sind

So eine Weltanschauung bekommt ein ziemlich komisches Ergebnis. Folgendes: Ich bin überzeugt, dass die Erde rund ist - Warum? Ich bin überzeugt von den Beweisen
Also schlussfolgernd müsste man alles anzweifeln, denn die Wissenschaft ist ein großer Teil der Wissenserlangung

 sind belebte und unbelebte Materie unterscheidbar

Das heißt jetzt nicht, dass belebende Materie objektiv logisch nachdenken können oder objektives Wissen besitzen

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@JOA999

Mach mal halblang ! Intelligenz ist das, was der Intelligenztest mißt. Die Verwendung der vielen Adjektiva macht deine Aussagen um nichts besser.

Zitat von dir: Warum sollte dieser unintelligente Prozess etwas intelligentes hervorbringen, was wiederum selber eine "Behauptung" hat intelligent zu sein und das Potenzial hat logisch nachdenken zu können?

Antwort: Die natürliche Selektion findet auch im Bereich der unbelebten Natur statt. Ihr Sperrklinkeneffekt sorgt für die lokale Entwicklung von komplexen Strukturen, von denen manche dann als intelligent bezeichnet werden.

Für die Begrenztheit menschlicher Erkenntnis reichen schon die Gödelschen Unvollständigkeitssätze. Aber unsere Welt ist offensichtlich nicht völlig akausal, denn sonst hätte sich so etwas wie ein Gehirn, das vorausplanen kann, nicht durch die natürliche Selektion entwickeln können. Der von dir angesprochene Urknall ist der Zustand der minimalsten Entropie den wir kennen. Die Entropie nimmt statistisch zu, aber trotzdem entstehen dabei "Inseln" zunehmender Komplexität. Und das Leben ist so eine Insel. Übrigens ist der Entropiesatz nur ein Wahrscheinlichkeitssatz der keine Ablaufrichtung erzwingt, sondern nur wahrscheinlich macht (siehe Wiederkehrsatz von H. Poincaree).

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@Littlethought
 Intelligenz ist das, was der Intelligenztest mißt

Intelligenz ist die kognitive Leistungsfähigkeit des Hirns, die mit einem IQ Test messbar ist, aber auch nicht 100% verlässlich

Ihr Sperrklinkeneffekt sorgt für die lokale Entwicklung von komplexen Strukturen, von denen manche dann als intelligent bezeichnet werden

Das beantwortet nicht die Frage. Ist auch immer diese begrenzte Sicht, wo man etwas einfach für gegeben haltet, aber nicht weiter hinterfragt

denn sonst hätte sich so etwas wie ein Gehirn, das vorausplanen kann, nicht durch die natürliche Selektion entwickeln können

Bist du davon überzeugt, dass das Gehirn das Potenzial hat rational & logisch zu denken und objektives Wissen haben kann?

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@JOA999

Das menschliche Gehirn und auch das Gehirn mancher Tere kann vorausplanen und damit die Zukunft antizipieren. Dies hat die Ausbreitung des Menschen und damit sein Überleben bis jetzt stark begünstig. Das Hirn arbeitet probabilistisch. Es spielt keine Rolle wie man das sonst noch bezeichnen mag. Insgesamt habe ich aus deiner Art zu reagieren den Eindruck, dass du keine naturwissenschaftlichen Argumente hören sondern nur eine Bestätigung einer Grundüberzeugung von dir hören willst. Es scheint mir deshalb nicht mehr sinnvoll zu sein, dir noch weiter zu antworten.

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@Littlethought

deine naturwissenschaftlichen Argumente gehen nur bis zu einem gewissen Punkt und ab da nimmst du die Sachen dann als selbsterklärend, als einfach so gegeben. Ich frage dich: Woher kommen die Naturgesetze und Bedingung? Wieso sind die so gegeben und sind sie notwendig?
Kannst du darauf eine Antwort geben?
Wie können unintelligente, zufällige Prozesse, die im Ursprung nach dem Urknall da waren, etwas rationales erschaffen? Jetzt wiederholst du wahrscheinlich wieder mit wissenschaftlichen Sachen und da frage ich wieder "warum ist das so?" und das resultierende Ergebnis: Der Mensch ist auch nur ein Lebewesen aus toter Materie, dessen Gedanken aus gleichgültiger Sicht keinen Wert haben sollte (weil er ein Produkt eines unintelligenten, zufälligen, ziellosen Prozesses ist) und nicht logisch, rational denken & Wissen besitzen kann

Das ist übrigens nicht meine Vorstellung, sondern es gehört denen die sagen der Mensch ist nichts weiteres als ein Produkt des unintelligenten, zufälligen Prozesses

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@JOA999

Die Aufgabe der Naturwissenschaften ist es eine Beschreibungen der Welt zu erstellen auf Grund derer Voraussagen gemacht werden können. Jede naturwissenschaftliche Erkenntnis ist "nur" ein Versuch die gemeinsamen menschlichen Erfahrungen so in eine Form zu bringen, dass sie weitergegeben werden kann. Die sogenannten Naturgesetze sind menschliche Modelle, die durch die Erfahrung nicht widerlegt werden konnten. Die Naturwissenschaften zeigen Zusammenhänge auf, sie geben aber niemals letztendliche Erklärungen. In Einzelfällen konnte gezeigt werden, dass manche Fragen unbeantwortbar sind. Es ist aber grundsätzlich nicht möglich zu zeigen, dass ein naturwissenschaftliches Modell die Welt zutreffend beschreibt. Es höchstens manchmal möglich zu zeigen, dass die existierende Beschreibung falsch sein muß. Dies nennt man dann den Fortschritt der Naturwissenschaft. Du scheinst eine völlig falsche Vorstellung davon zu haben, was die Naturwissenschaften leisten sollen. In einer Unterhaltung mit einem Naturwissenschaftler sind bewertende Adjektive nur Zeichen fehlenden naturwissenschaftlichen Verständnisses. Der Mensch oder auch das Leben, sind Ergebnis von vielen zufälligen Prozessen. Es ist völliger Unsinn Prozesse als intelligent oder als unintelligent zu bezeichnen. Das sind menschliche Wertungen, und Wertvorstellungen brauchen einen Bezug. Auch für den Begriff Materie ist das Adjektiv lebendig oder tot unsinnig. Leben ist eine emergente Erscheinungsform einer spezielle Struktur von Materie.

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@Littlethought
Der Mensch oder auch das Leben, sind Ergebnis von vielen zufälligen Prozessen

Und genau diese Unlogik macht das ganze 'Drumherum' an wissenschaftlichen Erklärungsmodellen obsolet, denn die Wissenschaft kommt über dieses 'Zufall' nicht hinaus.

Dies ist eine unlogische Annahme und daher nicht 'brauchbar', denn:

Das Leben selbst ist kein Ergebnis von irgendetwas und schon gar nicht zufälliger Prozesse, denn dies würde bedeuten, dass zuvor gar kein Leben existiert habe, was jedoch schon per definitionem nicht möglich sein kann, da Leben unsterblich ist und somit auch nicht etwas Erschaffenes sein kann...

Zudem gibt es keinen Zufall, denn 'Zufall' ist der Widerspruch zum Kausalgesetz...

Gruß Fantho

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@Littlethought
Die sogenannten Naturgesetze sind menschliche Modelle, die durch die Erfahrung nicht widerlegt werden konnten

Die Naturgesetze existieren, das ist Fakt, aber die Frage ist woher kommen sie? Wieso sind die so definiert wie sie definiert sind?

Der Mensch oder auch das Leben, sind Ergebnis von vielen zufälligen Prozessen

Und spätestens hier will man nichts mehr einsehen.
Erstens: Wie kommt es überhaupt zu irgendeinem Prozess? Dass da überhaupt irgendetwas in den Gang getrieben wird?
Zweitens: Die zufälligen Prozesse haben dafür gesorgt, dass tote Materie leben. Und diese toten Materie besitzen Intelligenz und haben sinngemäß ein eigenes System in sich. Die Lunge, das Herz, Niere, Blutkörperchen, Immunsystem... alles hat seinen Sinn und Zweck, aber es ist zufällig entstanden.
Dass ungelenkte, willenslose, zufällige Prozesse etwas "herbeizaubern" was Intelligenz besitzt, einen Willen hat, Emotionen hat und sinngemäß funktioniert.
Es ist nicht so, dass alles willkürlich ist und der eine hat sein Auge am Rücken, der andere hat die Nase am Bein, der dritte hat 4 statt 2 Beine, aber sollte ein zufälliger, ungelenkter, willensloser Prozess nicht genau das hervorbringen? Etwas Willkürliches, weil ein zufälliger, unintelligenter Prozess hat keinen Plan und Sinn.

Es ist völliger Unsinn Prozesse als intelligent oder als unintelligent zu bezeichnen

Nein, dafür gibt es ja die Sprache (die nach Intelligenz entwickelt wurde)
Die zufälligen Prozesse, sind zufällig (damit eigentlich auch willkürlich) und von nichts bewusst bestimmt oder gelenkt. Deswegen auch -> unintelligent weil diese zufälligen Prozesse keine Intelligenz oder Willen besitzen. Etwas Unintelligentes kann nichts Intelligentes erschaffen, es sei denn du sagst, dass deine Gedanken auch nur Willkür ist

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Das ist richtig, aber Denken ist dennoch wichtig so wie du es sagst. Ob es wertlos von aussen erscheint ist es für uns dennoch wichtig, es ist wichtig für unser Umfeld und für uns selber. Und man sollte das nicht abschlagen, Denken ist ein Teil von uns. Daher ist es auch manchmal wichtig einfach nichts zu tun und nur in Gedanken zu schweben um unsere Gedanken zu trainieren und eventuell Entscheidung die für uns oder anderes wichtig erscheinen zu treffen. Daher machen Menschen auch gewisse Prozesse um ihr Leben besser gestalten zu können, ich würde sagen dass Meditation auch viel mit den eigenen Gedanken zutun hat und für viele Menschen eine innere Ruhe verschaffen kann.

Wenn meine Gedankenprozesse nur von der Bewegung der Atome in meinem Gehirn bestimmt werden, habe ich kein Recht anzunehmen, dass meine Überzeugungen wahr sind. Deshalb habe ich keine Grundlage anzunehmen, das mein Gehirn aus Atomen besteht 

Das ist leider völliger Stuss, auch wenn das Zitat von einem renommierten Wissenschaftler stammen mag.

Der Fakt, dass 1+1 2 ist, wird nicht durch die Gegebenheit widerlegt, dass unser Geist möglicherweise ein emergentes Phänomen ist, dass aus elektrochemischen Reizen hervorgeht.

Jeder Mensch hat seinen freien Willen, und jeder kann von sich aus zu Gott reden und ihn finden, wenn er es mag.

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