Unser Transplantationsgesetz - wie kann es so sein?

3 Antworten

Ich bin vor 30 Jahren mit 17 an die Dialyse gekommen, damals war die Wartezeit noch durchschnittlich 2,5 Jahre, mit 20 wurde ich transplantiert. Meine Niere hat mehr als 23 Jahre gehalten, seit 2013 muss ich wieder zur Dialyse. Ich dialysiere nachts im Zentrum und arbeite Vollzeit (am PC). Man kann also durchaus damit leben, nicht nur überleben.

Solange wir keine Widerspruchslösung bekommen, wird der Mangel an Organen in Deutschland leider immer ein Problem sein. Und Kinder haben an der Dialyse viel größere Probleme als Erwachsene, weil sie z.B. in ihrer körperlichen Entwicklung stehen bleiben. Daher ist die Dringlichkeit viel höher.

Hallöle,

ich wäre zunächst mal dafür unsere Gesetzgebung in puncto Organspende zu ändern!

Ich habe schon extrem oft gehört: "Ich hätte kein Problem damit meine Organe zu spenden." und kurz danach dann leider: "Ähm, nö, ich habe noch keinen Organspendeausweis..."

Ich finde es sollte hier dringend die Gesetzgebung geändert werden und zwar so, dass jeder automatisch Organspender ist, außer er hat sich schriftlich irgendwann dagegen erklärt. Ausnahmen natürlich für z.B. Leute, die nicht selbst ihren Willen erklären können etc. Man könnte dadurch ja so viele Leben retten!

Ich habe schon seit ca. 25 Jahren einen Organspendeausweis und eine dafür ideale Patientenverfügung. Ich würde mich echt freuen, wenn etliche mehr das auch von sich sagen könnten.

Ich drück Dir alle Daumen und Zehen die ich habe, dass Du möglichst schnell eine neue Niere kriegst und alles super klappt!!!

Toi toi toi! 🍀

wölfin

Ein solche Gesetzesänderung wäre in meinen Augen zutiefst unethisch.

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@klugshicer

Warum? Jeder hat doch nach wie vor die Möglichkeit eine Organspende abzulehnen.

Ich finde es viel schlimmer, wie viele Personen nur deswegen sterben müssen, weil die Leute zu faul sind oder es immer wieder vergessen einen Organspendeausweis auszufüllen, obwohl es nur eine Minute dauert!

Ich habe leider schon mehrfach in der Verwandtschaft miterleben müssen, was es heißt um's Überleben zu kämpfen und verzweifelt darauf zu warten, dass noch rechtzeitig ein passendes Organ gefunden wird, bevor der Tod vor der Tür steht.
Ich hätte übrigens auch kein Problem damit, wenn nur potentielle Organspender auch Anrecht auf ein "Ersatzorgan" hätten.


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@diewoelfin0815

Ich glaube nicht dass die Leute zu faul sind einen Organspendeausweis auszufüllen. 

Es dürfte viel mehr so sein, dass ein Großteil der Bevölkerung Organtransplantation eher ablehnend gegenübersteht.

Für mich würde u.a. auch keine Implantation von Organen toter Menschen in Frage kommen, weil der Gedanke mein Leben mit Leichenteilen zu verlängern unerträglich ist.

Ich möchte im Beisein meiner Familie eines natürlichen Todes sterben und nicht ausgeweidet wie ein Schlachtvieh auf dem OP-Tisch - wohl möglich noch unter großen Schmerzen auf Grund einer falschen Hirntoddiagnose.

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Ich halte eh nichts von Organspende auf Basis einer Hirntoddiagnose, aber Dir bleibt immer noch die Lebendspende unter Verwandten.

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