Unlogik im Glauben der Zeugen Jehovas?

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12 Antworten

Hallo Fantasya,

zunächst einmal möchte ich mich dafür bedanken, dass Du so eine ausgeglichene und faire Einstellung gegenüber den Zeugen Jehovas hast!

Ich kann gut verstehen, dass Du meinst, hier läge ein Widerspruch in der Lehre vor! An Deiner Formulierung - Du sprichst nicht vom Teufel, sondern vom "Bösen" - erkenne ich dass Du offensichtlich nicht glaubst, dass es sich bei ihm um eine Person handelt. Daher wäre zunächst einmal zu klären, um was oder wen es geht, wenn die Bibel vom Teufel/Satan spricht. Woher kommt dieser eigentlich?

Heutzutage sehen viele in dem Teufel lediglich das Prinzip des Bösen oder eine mythologische Gestalt. Diejenigen, die noch an den Teufel glauben, werden meistens mitleidig belächelt. Die Bibel hingegen beschreibt den Teufel als ein tatsächlich existierendes Wesen, ein Geistgeschöpf, das ursprünglich zu der großen Schar treuer Engel gehörte. Als dieser Engel sich gegen Gott wandte, indem er falsche Behauptungen über Gott aufstellte, um die ersten Menschen dazu zu bringen nicht Gott, sondern ihn anzubeten, machte er sich zu einem Verleumder. Das ist die eigentliche Bedeutung des Begriffes "Teufel". Somit wäre es also falsch, zu behaupten, Gott habe den Teufel erschaffen, da er sich selbst dazu gemacht hat.

In der Bibel werden die Begriffe "Teufel" 33 mal und "Satan" 52 mal gebraucht. Auch Jesus wandte diese Begriffe immer wieder auf dieses abgefallene Geistwesen an. Er sprach von ihm als von einer tatsächlichen Person, die darauf aus ist, Menschen von Gott wegzuziehen. Beispielsweise heißt es im Lukasevangelium: "Sịmon, Sịmon, siehe, der Satan hat danach verlangt, euch wie Weizen zu sichten." (Lukas 22:31) Auch eine Begebenheit im Leben Jesu zeigt, dass der Teufel auf keinen Fall lediglich das Böse im Menschen sein kann. Im 4. Kapitel des Matthäusevangeliums wird erzählt, dass Jesus dreimal vom Teufel versucht wurde. Jesus führte mit Satan ein Zwiegespräch, indem der Teufel versuchte, Jesus dazu zu verleiten, seinen und nicht Gottes Willen zu tun. Könnte es etwa so gewesen sein, dass er von etwas Bösem in sich versucht wurde? Das kann jedoch nicht sein, da die Bibel ihn als sündenlos beschreibt. So heißt es über ihn: "Er beging keine Sünde, noch wurde Trug in seinem Mund gefunden." (1. Petrus 2:22).

Du siehst also, hier liegt eigentlich kein Widerspruch vor. Jehovas Zeugen weisen die Menschen auch immer wieder darauf hin, dass von dem Teufel eine große Gefahr ausgeht, selbst wenn sie dafür belächelt werden. Doch die Warnung vor ihm ist in der Bibel selbst zu finden. Sie sagt: "Wir wissen, dass wir von Gott stammen, aber die ganze Welt liegt in der [Macht] dessen, der böse ist." (1. Johannes 5:19) Es mag zwar etwas überraschend klingen, doch ist es nicht Gott, der diese Welt beherrscht, sondern sein Widersacher, der Teufel. Allerdings wird Gott es ihm nicht für immer gestatten, Druck auf die Menschheit auszuüben. Sein Sohn, Jesus Christus, wird in kurzem entschieden gegen ihn vorgehen. Darüber steht in der Bibel: "Zu diesem Zweck ist der Sohn Gottes offenbar gemacht worden, nämlich um die Werke des Teufels abzubrechen." (1. Johannes 3:8) Wenn die Welt vom Einfluss des Teufels frei geworden ist, wird sich auch eine wichtige Bitte des Vaterunsers erfüllen: "Dein Wille geschehe wie im Himmel so auch auf der Erde" (Matthäus 6:10).

LG Philipp

Der Feind ist auch ein Geschöpf Gottes.

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@Scriptorium

Der Sohn eines rechtschaffenen Mannes, der eine kriminelle Laufbahn einschlägt, wurde auch nicht als Verbrecher geboren.

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@Philipp59

Vielleicht werden Einige doch als Krimineller geboren. Schliesslich hat man in DNA-Analyse noch nicht alles entschlüsseln können!!! ALLE  Informationen von Mensch sind in DNA erhältlich, laut vielen Wissenschaftlern. Jehova wusste vielleicht von Anfang an, was aus einem Engel oder Herub wird.......oder??? 

Und wenn Jehova vorher nicht alles sehen  ko, dann ist er eigentlich gar kein Gott, oder? 

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Schon seltsam, der teufel, ein Geist wird als person gesehen. Der heilige Geist der redet, den man belügen kann, der lehrt, betrübt ist usw. Der wird von zj nicht als Person gesehen ..

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Phillip,

die ZJ sagen z.B. immer, die Bibel sei durchgehend inspririert. Dann sprichst du mit ihnen über Prüfungen und Versuchung fragst sie, ob Gott prüft und versucht. Dann zeigen sie mir einen Bibeltext, der lautet:
,,Niemand sage, wenn er versucht wird, daß er von Gott versucht werde. Denn Gott kann nicht versucht werden zum Bösen, und er selbst versucht niemand."

Kennst du das Vater Unser? Hast du das schon mal gebetet? Und wenn ja, zu wem?

,,Vater unser im Himmel .......und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen."

Fällt dir was auf? Merkst du nicht, dass der Bibeltext nicht wirklich durchgehend inspiriert sein kann, sonder (allenfalls) nur die direkten Obbenfarungen zbw. Prophezeiungen?

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Die Sache ist eigentlich leicht erklärt. Gott hat die Menschen mit denselben guten Charaktereigenschaften erschaffen, die er auch hat.

"Und Gott ging daran, den Menschen in seinem Bilde zu erschaffen..."
(1. Mose 1:27)

Von Natur aus versuchen wir daher eher gute Dinge zu tun. Andererseits sind wir keine programmierten Maschinen. Jeder Mensch hat seinen eigenen freien Willen. Nach der Bibel waren die ersten Menschen vollkommen, also fehlerlos. Doch missbrauchten sie ihre Freiheit und entschieden sich gegen Gottes Vorbild. 

Zu der Frage ob Gott das Böse erschaffen hat: Nein, hat er nicht. "Das Böse" muss nicht erschaffen werden. Es ist schlicht und einfach alles, was nicht dem Wesen/Vorbild Gottes entspricht oder sich nicht mit seinen Grundsätzen vereinbaren lässt. Das Böse gibt es nur, wenn Lebewesen sich gegen Jehova stellen.

Über den Teufel wird z. B. gesagt, dass er ein Engel war. Jehova hat ihn also mit den gleichen guten Eigenschaften ausgestattet, die er auch hat. Wie alle Lebewesen hat er aber auch einen freien Willen. Böse wurde er erst dadurch, dass er diesen freien Willen missbrauchte, sich gegen Gott stellte und die Menschheit zu einer Rebellion veranlasste. Sein Ziel war und ist es, genauso wie Gott angebetet zu werden. Er war auch der 1., der jemals log. Dadurch dass er seine Grenzen überschritten hatte, gibt es überhaupt das Böse.

Zum Thema Bluttransfusion findest du hier etwas:

https://www.jw.org/de/bibel-und-praxis/fragen/bibel-zum-thema-bluttransfusion/#?insight[search_id]=50c22ad9-df08-4ddc-8d49-275064b671b5&insight[search_result_index]=2

Nein, ist es nicht. Gäbe es nichts Böses, wäre das Gute wertlos. Zumindest das weiß Gott/Jehova/ & wie sie alle heißen.

Außerdem habe ich bisher in JEDER Religion, mit der ich mich näher auseinandergesetzt habe, unlogische Dinge gefunden. Am meisten im Christentum und in der Bibel, aber auch bei den Zeugen Jehovas (wobei das nun wirklich nicht mein Fachgebiet ist).

Vielleicht war es ja gut, dass er das Böse erschaffen hat, um uns z. B. Demut zu lehren oder damit wir besser genießen können, wenn uns etwas Gutes wiederfährt oder was weiß ich.

Nein, es ist auf gar keinen Fall widersprüchlich. 

Schöpfergott JHWH hat alles erschaffen, die materielle Welt und die Geistgeschöpfe.

Er hat sowohl den Menschen als auch die Geistgeschöpfe mit einem freien Willen ausgestattet. Er zwingt niemanden, ihm zu dienen. Allerdings sind wir so erschaffen, daß wir, um zu gedeihen und Gelingen zu haben, mit dem Quell allen Lebens, JHWH, verbunden bleiben müssen. 

Sonst ergeht es uns wie einem Ventilator, der, abgeschnitten von der Stromquelle, immer langsamer wird und schließlich stehen bleibt. Das ist Satan und seinen Anhängern passiert.

Natürlich ist das widersprüchig. Alle Religionen sind widersprüchig, was daran liegt, dass sie versuchen überzeugende Argumente  für wackelige fiktiven Konstrukte, welche in keinster Weise gut durchdacht sind, zu finden.

Unsere Welt ist weder eine schöne, noch eine "gute". Nur wenn man sich Scheuklappen aufsetzt um alles was einen stört zu ignorieren und auszublenden, wie es die Religionen gerne propagieren, kann man eine schöne Welt erkennen.

Ein Gott, welcher diese Welt geschaffen hat, kann kein guter Gott sein.

Aber das ist doch keine Erfindung der Zeugen Jehovas. Im Grunde ist das ja Thema aller Christlichen Glaubensrichtungen! Frag doch mal deinen Pfarrer. Er müsste es doch wissen. Er hat doch Theologie studiert.

Da gibt es nur das kleine Problem, dass im evangelischen Glauben (ja, ich bin getauft - aber trotzdem nicht gläubig und auch nicht konfirmiert) kein personifizierter Teufel existiert. Zwar existiert Böses in dieser Welt, aber der Teufel wird nicht, wie bei den Zeugen Jehovas, als Person interpretiert. Da gilt im Grunde, zumindest sehen das die meisten Pfarrer so, dass die Welt grundsätzlich als eine Gute geschaffen wurde, das Böse kommt erst durch die Handlung in die Welt.

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@Fantasya

Das ändert aber nicht viel. Lass das mal außer Acht. Ob Gott den Teufel als Person, oder als "das Böse im Menschen" oder wo auch immer gemacht hat, ist so gesehen zweitrangig. Tatsache ist, dass es da ist. Und Tatsache ist es auch, dass dies von allen mir bekannten Christlichen Kirchen (einschließlich Evangelischen) so gelehrt wird.

Wie schon gesagt: Diese von dir angesprochene Unlogik wird nicht allein von Zeugen Jehovas gelehrt. Die Pfarrer müssten die Antwort als Studierte Prediger des Wortes Gottes doch kennen! Frag einen Evangelischen Pfarrer, frag einen Katholischen Pfarrer, und frag bei der nächsten Gelegenheit Zeugen Jehovas. Wer hat eine befriedigende Antwort?

Vielleicht findet sich hier noch ein Zeuge Jehovas, der dir die Sache besser erklären kann, als ich. Ich kann es dir in diesem Rahmen auf die Schnelle nicht erklären.

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JesSir 4,17-19 Denn unerkannt geht Gott mit uns und prüft uns durch Versuchungen. Furcht und Bangen lässt Er über uns kommen, bis unser Herz von Ihm erfüllt ist. Dann wendet Er sich uns zu, zeigt uns den geraden Weg und enthüllt seine Geheimnisse. Weichen wir ab, so verwirft Er uns und überlässt uns denen, die uns vernichten (den Verwüstern, den "Vögeln des Himmels", die die Zeugen Jehovas so lieben).


Ein Gleichnis für Gottes weisen Rat (Jesaja 28,22-24)

Jes 28,23-24 Nehmt zu Ohren und hört meine Stimme, merkt auf und hört meine Rede: Pflügt oder gräbt oder bricht denn ein Ackermann seinen Acker zur Saat immerfort um?


Gott wechselt die Werkzeuge wie ein Bauer, heil und Unheil, wie's gerade nötig ist. Und ein Hinweis zum Zweck der "Werkzeuge" des Guten und des Unheils bekommen wir von Paulus im:

2. Korinther 12,7 "Und damit ich mich wegen der hohen Offenbarungen nicht überhebe, ist mir gegeben ein Pfahl ins Fleisch, nämlich des Satans Engel, der mich mit Fäusten schlagen soll, damit ich mich nicht überhebe."



Jesaja 45,6-8 Ich bin der Herr und sonst niemand; außer mir gibt es keinen Gott. Ich habe dir den Gürtel angelegt ohne dass du mich kanntest, damit man vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Untergang erkennt, dass es außer mir keinen Gott gibt. Ich bin der Herr und sonst niemand. Ich erschaffe das Licht und mache das Dunkel, . Ich bin der Herr, der das alles vollbringt.ich bewirke das Heil und erschaffe das Unheil Taut, ihr Himmel, von oben, ihr Wolken, lasst Gerechtigkeit regnen! Die Erde tue sich auf und bringe das Heil hervor, sie lasse Gerechtigkeit sprießen. Ich, der Herr, will es vollbringen.


Korrekt!

Das ist der Irrtum vieler Religionen und einer der vielen logischen Fehlschlüsse.

Das Absolut Gute als SEIN kann nicht anders, als das Gute zu SEIN und somit das Gute zu erschaffen und zu schöpfen...

Wäre es anders, wäre es nicht mehr das Absolut Gute...logisch...

Satan, der Inbegriff des Bösen (was Satan zu Anfang nicht gewesen war), ist weder eine Erschaffung noch eine Schöpfung Gottes, sondern die Dualseele Gottes. Satan ist eine Seele Gottes, welcher sich von Gott gelöst und entfernt hatte, weil Satan mit den Schöpfungen und Erschaffungen Gottes nicht einverstanden gewesen war und somit selbst der Schöpfer sein wollte...

Da Satan sich vom Licht und der positiven Schwingung Gottes entfernt hatte, blieb ihm nur die Dunkelheit (Abkehr des Lichts) und die negative Schwingung, welche Satan im Laufe der Zeiten immer negativer und dunkler (im Bewusstsein) werden ließ...

Die Allgüte und Allliebe Gottes für all seine Seelen (wir Menschen sind dies ja auch) ließ Gott dem Satan ein eigenes Universum übergeben, in welchem Satan nun walten uns schalten kann, wie Satan dies möchte und in welchem Satan seine Erschaffungen kreieren kann, wie zB die Dämonen es sind - seelenlose Geschöpfe, welche sich nur von den negativen Energien anderer ernähren können...

Gruß Fantho

Ok ich hab ja schon viel gehört, das aber noch nicht :D Sehe ich es richtig, das du sagst die Dämonen seien Erschaffungen von Satan? Die Dämonen sind (wie Satan) böse Engel, die sich gegen Gott und für's böse entschieden haben

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@Kimboblabla

Wenn Du Satan als Engel bezeichnest und ich Satan und die Menschen als Seelen,

dann müsstest Du uns Seelen ebenso als Engel bezeichnen...

was wir menschliche Seelen jedoch nicht sind..

Engel sind Seelen, welche früher als Menschen all ihre Lernaufgaben, Lernprozesse und karmische Verflechtungen abgearbeitet, aufgelöst und bereinigt haben und nun nicht mehr wiedergeboren brauchen...

Dämonen dagegen sind Erschaffungen Satans, während Seelen keine Erschaffungen (Gottes) sind...

Satan hatte sich nicht für das Böse entschieden, denn das gab es bei Gott nicht. Satan war (ich wiederhole mich) mit den Schöpfungen Gottes nicht einverstanden gewesen und wollte selbst Schöpfer sein.

Das Böse kristallisierte sich bei Satan mit den Zeiten mehr und mehr heraus, da er stets in negativer Schwingung sich befindet...

Seine Geschöpfe (Dämonen) kennen weder das Gute noch das Böse. Sie ernähren sich nur von jener Energie, in welchem sie erschaffen wurden und führen nur das aus, was ihr 'Schöpfer befiehlt'. Was anderes kennen sie nicht, und sie sind sich auch nicht bewusst. Es sind unbewusste Energiewesen, welche von den negativen Energien sich ernähren; auch von jenen negativen Energien, sprich von jenen negativen Gedanken und Gefühle, welche von Menschen kommen...

Gruß Fantho

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Jehova hat die Menschen und Engel als Wesen mit freiem Willen erschaffen und nicht als Roboter.

Das ist im allgemein das 'Theodizee-Problem', das ZJ für sich denkbar einfach gelöst haben bzw. glauben, gelöst zu haben.

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