Unkaputtbares Fahrrad

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6 Antworten

Ein Fahrrad verschleißt immer ein wenig und unterschiedliche Einsatzgebiete erfordern auch unterschiedliche Räder.

Wenn du im Alltag lange Strecken zurecklegen willst, käme deinen Vorstellungen z.B. das VSF Fahrradmanufaktur T-900 Rohloff sehr nahe.

Robuster Stahlrahmen, sowas hält im Zweifel bei sachgemäßer Anwendung (also keine Sprünge oder so) über 100 Jahre, keine unnötigen Verschleißteile wie Federgabel und hochwertige Komponenten, die für einen geringen Wartungsaufwand sorgen. So hält z.B. eine Kette bei einer Nabenschaltung wie der Rohloff je nach Fahrstil zwischen 5 und 20 mal so lange (ca. 20.000-30.000km kannst du mit einer Kette fahren, das Ritzel sollte dann rumgedreht werden, damit sich die Zähne von der anderen Seite abnutzen, nach der zweiten Kette sollte das Ritzel dann erneuert werden), wie bei einer Kettenschaltung, zumal der Chainglider-Kettenschutz beim T-900 noch dafür sorgt, dass der Schmutz weitestgehend bis komplett draußen bleibt. Die Rohloff-Nabe selbst wurde schon mehrere hunderttausend male verkauft, darunter sind viele Modelle schon über 100.000km gelaufen und bisher gab es nicht einen Getriebeschaden. Kleine Macken wie nicht verharzte, mehr rastende Freilauffedern oder verstellte Gangrasterung behebt Rohloff oftmals auch außerhalb der Garantie noch auf Kulanz. Nur ein Ölwechsel alle 5000km oder einmal im Jahr, je nachdem, was früher eintritt, ist fällig.

Die Hydraulikbremsen von Magura bieten natürlich Potential für Undichtigkeiten, die du bei V-Brakes nicht hättest, aber Magura ist üblicherweise sehr robust, Undichtigkeiten eher selten. Dafür bremsen die Dinger verdammt gut. Bei einer Felgenbremse nutzen neben den Bremsklötzen natürlich auch die Felgen ab, wobei die auch Potential von 30.000-60.000km haben. Die verbauten Felgen sind doppelt geöste Alu-Hohlkammerfelgen, da ist es eher unüblich, dass mal neu zentriert werden muss. Die Felgen würden bei Scheibenbremsen geschont, da würden dann die Bremsscheiben abnutzen, aber so ein Rad mit Scheibenbremse ist eher Utopie. Also muss man damit leben, nach laaaaaaaaaanger Zeit (wann, verraten einem bei modernen Felgen ja die Indikator-Streifen) mal neue Laufräder einspeichen zu müssen, die Naben (vorne Nabendynamo, hinten Nabenschaltung) kann man ja übernehmen.

Die Reifen (Mäntel) Schwalbe Marathon halten ebenfalls recht lange, wenn du auf einen korrekten Luftdruck achtest (kauf dir eine Standluftpumpe mit Manometer, durch die Kevlar-Einlage vom Pannenschutz kannst du nicht richtig fühlen, ob du schon richtig Druck hast, außerdem brauchen die Marathon einen enorm hohen Luftdruck, den du mit einer Handluftpumpe kaum erreichen kannst) halten die auch schon mal 20.000km, und zwar ohne Panne, weil durch die Kevlar-Einlage kaum oder garkeine Splitter, Steine oder sonstige "Lochmacher" mehr durchdringen können.

Tretlager (Innenlager) und Steuersatz sind eigentlich auch Verschleißteile, aber mit enormer Haltbarkeit.

Wenn du dir vor Augen hälst, dass Wartung und Verschleißteile bei jedem Rad vorhanden sind, bist du mit diesem Modell oder z.B. auch einem Gudereit SX-R (das wäre dann in Alu, etwas leichter) nahe an deiner Vorgabe "im Alltag unkaputtbar" so ziemlich am nächsten dran.

Für Downhill oder Gelände natürlich völlig ungeeignet, aber das hast du ja auch nicht vor, aber auf Straße, Radweg, Feldweg und Waldweg unschlagbar.

Es würde nach der theorie schon gehn, würde halt ne menge asche kossen so ein fahrrad

Jup, das stimmt wohl leider. Aber es wäre halt eine Investion in die Zukunft, weil es eine Menge Ärger erspart, die man sonst wieder und wieder hätte. Ohne, dass ich jetzt als Panasonic oder Sonim-Werbefigur dastehe, denn das bin ich nicht, würde ich doch gern mal den Spruch von Sonim hier nehmen, denn der passt wunderbar:

Built for life.

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@cew93

Aber dann stellt sich noch die frage, ob solche räder aus irgendwelchen kunststoffen rentabler sind, als aluräder, und der umwelt ist alu sicher auch lieber (vorrausgesetzt es wird recycled)

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@alienants

Nicht ganz richtig (der Umweltgedanke).
Alu herzustellen kostet unmengen an Energie. Kunststoff ist da tatsächlich ökologischer. Lässt sich auch wunderbar recyclen.

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@LieberScholli

Die frage ist, welcher kunststoff das verwendet werden müsste. Wenns ein Duroplast ist, der sich nur einmal verformen lässt, gehts schon schwerer zu recyclen. Und für kunststofferzeugung braucht man einiges an erdöl. Tatsächlich braucht die aluminiumherstellung garnicht so viel energie, für die masse was rauskommt. Hab das alles mal gelernt als chemiker^^

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Selbst bei Verzicht auf allen überflüssigen Schnick-Schnack (Federung etc.) bleibt ein Fahrrad ein Verschleissartikel, schon allein, weil längere Haltbarkeit mit zunehmenden Produktionskosten verbunden ist. Das richtige Maß zwischen den Anforderungen Haltbarkeit und Preis zu finden, ist nur ein Aspekt bei der Fahrradvermarktung. Der Rahmen kann 100 Jahre halten, aber Räder, Lager, Kette u.v.a. verschleissen. Wenn du Fahrräder vermarkten möchtest, musst du sie in China bauen lassen. Wie das optimale Fahrrad für den Gelegenheitsfahrer aussieht, weiss ich.

Klar gibt es das. Im Reiseradsektor gibt es ne Menge Raeder, oft mit Roloff- Naben, immer mit Nabendynamo. Stahlramen, etwas oversized, und gute Einstellung durch den Monteur...halt 20 Jahre oder laenger.

Was es nicht gibt: das Alltagsrad, ohne Schaltung, mit Nabenstrom.

Kauf Dir n BMX ;-)
Da sind keine überflüssigen Teile dran und einmal eingestellt braucht man da auch nicht wieder dran rumschrauben. Das Ding kann auch gerne mal aus einer Halfpipe rausgeschossen werden und überlebt locker einen 7 Meter Sturz.
Unter "normalen Bedingungen" musst Du nur auf Scherben achten. Sonst kann das ohne weiteres Schrauben mehrere 10 Jahre halten (sofern man das nicht im Supermarkt, im Baumarkt oder bei Amabay kauft).

sondern wirklich Räder, die prinzipiell nicht kaputtgehen, egal, was man damit macht.

Kurze Antwort: Nein. Aber geh mal zum Fahrradfachladen, dort wirst du bestimmt sehr robuste Mountainbikes vorgestellt bekommen.

Natürlich würds funktionieren, aufs material kommts an, irgendein spezialkunststoff wird da schon herhalten

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Das sagte man mir bei Laptops und Handys auch. Und wenn man sein Handy bei 100°c im Ofen backen kann, ohne, dass es auch nur ausgeht, dann stimmt da doch was nicht.

Wie gesagt, ich hätte die ganzen Beispiele nicht angeführt, wenn ich nicht gewusst hätte, dass sowas prinzipiell möglich ist.

Natürlich hat auch Panasonic seine Grenzen und Sonim auch. Aber wenn man selbst sowas sensibles wie einen Mikrochip so hart schützen kann, dann muss das doch bei einem rein mechanischem Teil komplett wie denen eines Rades relativ problemlos möglich sein.

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@cew93

Ein Mikrochip, der einmal sauber eingelötet ist, nicht zu heiß wird, ... ist eigentlich das haltbarste an jedem elektronischen Gerät.

Dass die Toughbooks robuster sind, liegt an vielen Faktoren. Erstens ist Panasonic generell eine Marke, die hohe Ansprüche an sich selbst stellt, auch deren Fernseher haben eine enorm niedrige Ausfallquote (rein statistisch kann man in der Zeit, in der man einen Panasonic nutzt, drei Samsungs verschleißen, und so schlecht steht Samsung in der Zuverlässigkeit auch nicht dar). Und die Fernseher sind nicht gummiert und wasserdicht versiegelt. Vielmehr setzt Panasonic bei kritischen Komponenten (bei Elektronik sind das meistens die Elkos, also die Elektrolytkondensatoren) auf hochwertige Marke - Panasonic stellt ja selbst Elkos her, und wenn sie keine aus eigener Produktion nehmen, dann Rubycon, Nichicon oder andere japanische Konkurrenten. Dann sind die Geräte auf extra robust gebaut, also für Leute, die ihr mobiles Büro auch mal fallen lassen. Wir können ja mal eine Zeitreise machen, welche Handys ich noch aktiv im Einsatz kenne, ich selbst nutze z.B. immer noch ein Samsung SGH-E900 (hat weit mehr als fünf Jahre auf dem Buckel) und kenne Leute, die mit einem Siemens S65, Nokia 8210, Nokia 6110, ja gar einem Siemens S6 noch heute rumlaufen - die Dinger funktionieren, wurden aber auch nur "ordnungsgemäß" benutzt. Und die waren nicht auf Outdoor getrimmt. Wenn ein Hersteller seine Geräte aber extra-robust baut, konstruiert er sie auch gewissenhafter durch, was auch Einfluss auf die Qualität hat.

Solang nicht das leidige Thema Elkos reinspielt, ist Elektronik ansich sehr robust. Problematisch wird es bei mechanischen Teilen (Lüfter -> Überhitzung -> Das kann schon mal zu einem Elektronikausfall führen). Und alle Robustheit des Toughbooks nützt dir nix, wenn die Mechanik der Festplatte verreckt, dann sind die Daten weg. Die Festplatte selbst ist nämlich keine Sonderanfertigung, sie steckt nur evtl. geschützt und stoßgedämmt im Gehäuse. Kaputtgehen kann sie wie jede normale Desktop- und Notebook-Platte aber auch. Meist ist die Mechanik dort das Problem.

Auf die mechanischen Teile eines Fahrrades wirken teilweise enorme Kräfte, das ist mit der Belastung, die Elektronik im sachgemäßen Einsatz aushalten uss, garnicht zu vergleichen. Sicher gibt es hochwertigere Materialien, die länger halten. So verschleißen Rennradfahrer, die schon wegen des Gewichtsvorteils mit Kettenschaltung fahren, ihre Ketten nicht schon nach 1000km, wie Ottonormal-Fahrer mit Kettenschaltung - das hat aber einerseits mit dem Fahrstil zu tun (nur bestimmte Gangkombinationen fahren, sodass die Kette nicht zu schräg läuft), andererseits aber auch mit dem Material. Wenn du die teuren Ketten kaufst, kannst du das auch haben. Aber irgendwo sind da Grenzen. In sofern, du kannst den Verschleiß mit kleveren Konstruktionen minimieren, ggf. mit anderen Nachteilen (Beispiel Rohloff-Schaltung, ein Musterbeispiel an Zuverlässigkeit, Langlebigkeit und Verschleiß der Peripherie - eine Kette an einer Rohloff hält halt ungleich länger als an einer Kettenschaltung - aber dafür alle 5000km oder 1x jährlich Ölwechsel - oder die Teile sind einfach nur ungleich teurer), aber jedes mechanische Teil ist irgendwann am Ende seiner Belastungsgrenze.

Du kannst dir natürlich ein Custom-Made Rad bauen, mit Rohloff-Nabe, SON-Nabendynamo (im Gegensatz zu den auch sehr guten Shimanos haben die SON austauschbare Industrielager), Innenlagern und Steuersatz von Campagnolo, Campagnolo- oder Rohloff-Kette, Magura-Scheibenbremsen, ... Alles nur vom Feinsten. Aber verschleißfrei ist das nicht - nur deutlich verschleißärmer als alles andere. Und 10x so teuer wie ein ebenfalls sehr robustes und verschleißarmes VSF T-900 Rohloff oder Gudereit SX-R

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