Universum wächst im nichts?

...komplette Frage anzeigen

8 Antworten

Hallo BPMHunter,

Ich beantworte zuerst die Frage knapp und präzise. Und dann schreibe ich eine etwas längere Erklärung der Antwort und zum Urknall.... ;-)

Universum wächst im nichts?

Das Universum "wächst" in sich selbst. Im Raum entsteht neuer Raum. Dadurch wächst der Abstand der Objekte im Raum. Das Universum expandiert in sich selbst. Es benötigt kein "außen".

Und jetzt zum Urknall - und zur Erklärung....

Betrachten wir uns zunächst einmal selbst. Wir sind "Trockennasenaffen" von knapp 2 Metern Größe, die auf einem unbedeutenden kleinen Planeten hocken, die eine durchschnittliche Sonne in einem langweiligen Winkel einer durchschnittlichen Galaxie umläuft.

Obwohl wir einigermaßen Intelligenz besitzen, so ist unser Vorstellungsvermögen doch allein aus evolutionären Gründen am besten bei den Dingen, die wir aus dem Alltag kennen. Dinge in der Größenordnung 1/10 Millimeter bis einige Kilometer Größe können wir uns gut vorstellen. Bereits die 150 Millionen Kilometer zur Sonne wirklich anschaulich zu begreifen wird schon schwierig. 

Wir merken die Begrenztheit unseres Vorstellungsvermögens ja nicht nur bei den astronomischen Entfernungen, sondern schon erheblich trivialer bei den Zahlen, die wir in den Nachrichten bei der Verschuldung Griechenlands hören.

Kurz: Wir kommen hier beim Universum insgesamt an etwas, was unser Gehirn so nicht als Ganzes kennengelernt hat. Unser Verstand sucht nach Behelfslösungen. Wir vergleichen mit unseren Erfahrungen.

Und heraus kommt zwangsweise so etwas wie Deine Frage: Wir stülpen unsere Alltagserfahrungen einfach dem Universum als Ganzem über in der Art "das Universum muss doch....".

Zum Beispiel Dein "es muss sich doch auf irgendetwas befinden". Klar. In unserem Alltag befinden sich alle Dinge auf etwas drauf oder in etwas drin. Nun stülpen wir dieses Bild kurzerhand dem Universum über und fragen "Wo ist es denn drauf oder drin?"

Damit haben wir aber, ohne es uns wirklich bewusst zu machen, dem Universum bereits Eigenschaften dazupostuliert, die es vielleicht gar nicht hat.

Die korrekte Frage muss daher lauten "muss denn das Universum in etwas drin sein oder auf etwas drauf sein?" - Du merkst den Unterschied? Zu Deiner Schlussfolgerung über die Paralleluniversen kommst Du nur, weil Du das Postulat nach einem "außerhalb" bereits oben in Deine Gedankengänge hineingesteckt hast.

Wenn wir über etwas, wie dem Universum als Ganzes nachdenken, dann müssen wir erst einmal sehr genau fragen, was Physiker wirklich mit dem Begriff "Urknall" meinen. Nur so können wir falsche, aus unserem Alltag stammende Vorstellungen vermeiden.

Und nach dieser Vorrede können wir uns das jetzt zusammen anschauen

-------------------- Muss leider im Kommentar weitergehen, dieser sch... Editor lässt mich nicht mehr weiter schreiben. Aaaargh ------------------------------------

uteausmuenchen 20.07.2015, 15:52

----------------- weiter geht's ---------------------------------

ich meine das was davor war, war leer, wie ein leerer raum, so verstand ich es zumindest,

Da stülpst Du schon wieder Alltagsvorstellungen über die echten physiklaischen Aussagen.

Der Raum und die Zeit und die uns bekannten Naturgesetze entstehen erst beim Urknall. Der Urknall passiert nicht an einem bestimmten Punkt in der Zeit, die Zeit beginnt erst da.

Ohne "Zeit" und "Raum" machen unsere Alltagsbegriffe wie "davor" oder "außerhalb" aber gar keinen Sinn. Was ist nördlicher als der Nordpol? Besonders, wenn es keinen Nordpol gibt?

Nur: Keine Zeit, kein Raum und keine Naturgesetze - das kann man sich eben wieder nicht vorstellen. Was machen wir? (Und unzählige unsäglich schlechte Dokus?) Wir stellen uns einen leeren Raum vor, schön finster, und plötzlich macht es wusch - Explosion.

Aber das hat nicht viel mit dem zu tun, was die Physik mit "Urknall" meint.

--------------------------

Aussagen darüber, was zum Urknall geführt hat, haben immer spekulativen Charakter. Weil wir hier nicht mehr das machen können, was wir in der Naturwissenschaft immer machen müssen: Unsere Vorstellungen an Beobachtungsdaten prüfen. Man kann nur aus bestätigten Modellen hinaus extrapolieren - und schauen, ob diese Modelle "unten" ein Universum ausspucken, das dieselben Eigenschaften hat, wie wir sie hier messen.

Ein solches Modell stellt Josef Gaßner in diesem Video vor: 

https://www.youtube.com/watch?v=hrJViSH6Klo&list=PLmDf0YliVUvEgDUehKfOmvaZmDQRFyZTG

Dauert leider 1,5 Stunden, dürfte aber alle Deine Fragen ("was ist da explodiert" etc.) wirklich ausreichend beantworten. Und vor allem physikalisch sauber... ;-)

Ganz knapp gesagt:

Wenn das Universum in einem dichten, heißen Anfangszustand angefangen hat, dann müssen wir es mit der Physik beschreiben, die die Welt des Allerkleinsten beschreibt: die Quantenmechanik. Und die eröffnet durchaus ein paar Möglichkeiten für die Entstehung aus dem "Nichts".

Vielleicht hast Du schon einmal etwas von Heisenbergs Unschärferelation gehört?

Auf den allerkleinsten Maßstäben ist die Welt unscharf. Die Natur kann daher keinen Wert exakt festzurren, sondern ist auf der Welt des Allerkleinsten immer ein "brodelndes Etwas", das um Werte schwankt. Diese Schwankungen können dazu führen, dass es der Natur schlicht unmöglich ist, dass "Nichts" existiert. Denn auch der Wert "Null" wäre damit nicht scharf möglich und im "Nichts" wäre ein ständiges Kommen und Vergehen von Möglichkeiten.

Nun kann das "Nichts" warten - denn es gibt ja keine Zeit - bis eine dieser kommenden und gehenden Möglichkeiten (Quantenfluktuationen) geeignete Eigenschaften mitbringt: In diesem kurzzeitig existierenden "Etwas" kommt es zu einem Phasenübergang, der Energie freisetzt. Durch diese Energiefreisetzung kann die Energieschuld ans Nichts beglichen werden und der virtuelle Quantenzustand wird real, muss also nicht mehr zerfallen.

In der unvorstellbar kurzen Zeit dieses Phasenüberganges ist dieser Zustand aber in etwas, was Physiker ein "falsches Gleichgewicht" nennen. Das kann einen negativen - also nach außen gerichteten Druck ausüben. Und dieser Druck erzeugt die schlagartige Expansion des jungen Universums beim Urknall.

Ich fürchte, das ist jetzt etwas unverständlich, wenn es so in 2 Absätzen zusammengefasst ist. Vielleicht schaust Du mal in den verlinkten Vortrag. Der Josef Gaßner macht das richtig gut. Nimm Dir eine Tüte Chips und höre es Dir gemütlich an.

=)

Grüße

1
uteausmuenchen 20.07.2015, 15:57

... und wenn Dir 1,5 Stunden wirklich zu viel sein sollten, dann versuchst Du es einmal mit diesem Podcast hier:

http://scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/sternengeschichten/

Für Dich wäre da interessant die Folgen 69 und 70, beide nur wenige Minuten lang.

Florian Freistetter hat das damals aufgenommen, als man - etwas vorschnell - gehofft hatte, eine Art Nachhall dieser schlagartigen Expansion (der inflationären Phase) beim Urknall gemessen zu haben. Das musste leider zurückgezogen werden. Ein direkter Nachweis steht also noch aus.

Für die Aussagen der Physik über den Urknall sind diese Folgen aber weiter hin interessant. (Ebenso wie die 4 darauffolgenden).

Grüße

1

Um das Wachsen des Universums (d.h. die Expansion des Raumes um uns herum) zu verstehen, hilft es, sich klar zu machen, dass alle Materie im durch uns beobachtbaren Teil des Universums -- und auch weit darüber hinaus -- sich verhält wie eine riesige Staubwolke, die sich ständig in dem Sinne verdünnt, dass große Abstände zwischen den einzelnen Schwerpunkten dieser "Staubwolke" (den Galaxien oder ganzen Haufen von Galaxien) ständig größer werden.

Wir selbst sitzen sozusagen auf einem der Staubkörner (unserer Erde) oder in einem dieser Staubkörner (unserem Sonnensystem). Wir können beobachten, wie die Staubwolke um uns herum sich langsam aber unaufhaltsam verdünnt und so immer mehr Galaxien so große Entfernung von uns bekommen, dass durch sie abgestrahltes Licht, uns zu erreichen, länger unterwegs sein müsste, als das Universum (als Staubwolke) existiert.

Die Galaxien, die eben im Begriff sind, über unseren Beobachtungshorizont hinaus zu wandern -- um sich uns dann gar nicht mehr bemerkbar machen zu können -- sind von uns heute etwa 46 Milliarden Lichtjahre entfernt. 

Siehe auch http://greiterweb.de/spw/Unser-Universum-und-seine-Zukunft.htm .

Mit dem Urknall Sind erst Raum und Zeit entstanden. Davor war wahrscheinlich nichts. Der urknall war aber nicht sichtbar da beim Urknall keine Atome oder gar Photonen entstanden sind sondern die kleinsten möglichen Teile aus denen sie bestehen (Quarks usw.) was soviel bedeutet dass der Urknall wie schon gesagt nicht sichtbar ist. Das Universum dehnt sich aus.Ins nichts. Um einen Raum(und damit auch Zeit) zu beschreiben muss da erstmal etwas sein. Somit dehnt sich unser Universum ins nichts oder kopliziert gesagt in und um sich selbst aus.welche form es dabei annimmt weiss keiner.solltest du das herrausfinden dann lade mich bitte zu deiner Nobelpreisverleihung ein.

In dieser Singularität die du da nennst sind keine Planteten oder Galaxien enthalten.Wie der Name schon sagt ist eine Singularität nur eine einzige Sache. Wir befinden uns in einer Welt mit 4Dimensionen (Länge breite höhe/tiefe Zeit) Planeten und Glaxien sind im Laufe der 14,7MRDJahren nachh dem Urknall durch Physikalische vorgänge wie Gravitation entstanden.

BPMHunter 19.07.2015, 13:42

schon klar.. aber ich tu mir bei der vorstellung schwer, und physikalisch gesehen gibt es kein nichts, meiner meinung nach muss sich das universum in ein raum befinden, weil wohin wächst es sonst, und dieses nichts ist doch unendlich lang? eig, die wissenschaft also die racketen sind noch zu langsam, aber was würde sich hinter unserem universum also irgendwann muss man doch an einer mauer oder soetwas anstossen, auch wenn wir es nie erreichen werden, aber was spielt sich dahinter ab? und wohin führen eig die schwarzen löcher? führen die vielleicht uns hinter das universum? oder wohin führt ein schwarzes loch eg?

0
NEEWILLIGNET 19.07.2015, 14:18
@BPMHunter

Wenn man theoretisch ans ende des undiversums fliegen würde so würde man nict gegen eine Mauer oder so fliegen sondern man selbst wäre somit der äusserste Punkt des Unversums. Physikalisch kann es ein Nichts geben. Ein totales Vakuum wäre schon mal ein ähnlicher zustand. Ein schwarzes Loch ist ein extrem massereiches Objekt welches eine so starke Gravitation erzeugt sodass nichteinmal das licht sich dem entgegensetzten kann. Rechnet man das aussehen(ja das geht) eine schwarzen loches aus so führt es leider zu einer Singularität da sich alles nur in eine Richtung bewgen kann. also führen schwarzelöcher nicht an einen Ort sondern in mehr in ein nichts. Dort ist noch weniger als im nichts xD

0

Vllt ist dir bekannt dass die ART und SRT die physikalischen Geschehnisse erklären können bis zurück als nach dem Urknall die Planck-zeit vergangen ist. Dafür arbeitet man z.Z an der String-theorie, der Schleifenquantengravitation usw. Mit diesen soll man die physikalischen Ereignisse vor dem Urknall erläutern können.

Ich glaube nicht dass das eine sache des verstehens ist. Das alles laesst sich eig nicht wirklich belegen und erklaeren, denn aus nichts kann nichts entstehen und irgendetwas muss dagewesen sein aber das was wiederum da gewesen ist muss doch auch aus etwas enstanden sein oder etwa nicht?

Das was die Menschen sagen laesst sich nicht belegen und das ist alles nur glaube.

BPMHunter 19.07.2015, 13:32

vielleicht ist das universum unser nichts, und früher schwirrten gase herum der den urknall verursachte, im prinzip besteht alles aus gasen, aber meiner meinung müsste es eventuell mehrere universen geben, ich meine das die gravitation beim ersten mal hin gehauen hat? unrealistisch?

0
NEEWILLIGNET 19.07.2015, 13:38
@BPMHunter

Wenn es mit der Gravitation und somit mit dem leben und somit zu dieser Unterhaltung nicht beim ersten mal hingehauen hat dann würden wir uns evtl. Garnicht unterhalen

0
BPMHunter 19.07.2015, 13:43
@NEEWILLIGNET

ich meinte mit mein kommentar, dass es mehrere parallelen gibt zu universen, sprich das es eventuell noch ein anderes gibt, theoretisch gibt es ja ein ende von unserem, was spielt sich aber dahinter ab? vielleicht wie gesagt gibt es parallelen? weil das es beim ersten mal nicht hingehauen hat kann ja passieren oder?

0

Eine Theroie die mit einer Neuen mathematik rechnet sagt das es vor unserem universum ein Anderes gab das den urknall auslöste..Also könnte das auch irgentwan daselbe mit unserem geschen wen es sich wieder zusamenzieht.

NEEWILLIGNET 19.07.2015, 13:39

Welchen Grund hätte das Universum sich wieder zusammenzuziehen??

0
BPMHunter 19.07.2015, 13:45

auch eine interessante theorie, aber das würde auch wie ich schon vorher sagte bedeuten das wir parallelen haben?

0
BPMHunter 19.07.2015, 13:48

wobei NEEWILLIGNET hat auch irgendwie recht, warum sollte es sich zusammenziehen, es könnte eher sein das es sich absplittet?

0

Es könnte sein, dass es früher ein ähnliches Universum gab, welches durch 1 größer und größer werdendes schwarzes Loch zusammengezogen wurde und als die komplette Materie des Universums GENAU nebeneinander war explodierte es im Urknall

BPMHunter 19.07.2015, 13:52

würde sinn machen irgendwie, gibt ja eine theorie das es nicht beim 1. mal hingehauen hatte mit der gravitation, dann entstand irgendwann ein schwarzes loch vielleicht wie du sagtest saugte alles ein und da ein schwarzes loch wie ein drichter ist entstand reibung, dadurch wärme also hitze und die gase kamen zusammen und explodierten, jedoch müsste dann die gravitation zu leicht gewesen sein, denn wäre die gravitation leichter würde alles in gas aufgehen.

0
Onix1025 19.07.2015, 13:56

Ich denke mal das irgendwann einfach der Druck zu hoch wurde und das schwarze Loch zerfiel. Und daraufhin hat sich die ganze Masse voneinander weggestoßen

0
BPMHunter 19.07.2015, 14:01
@Onix1025

ist das möglich? wobei.. wäre die gravitation zu hoch gewesen könnte das eig zu treffen.. aber kann man ein schwarzes loch mit druck vernichten? ich meine da bräuchte man schon sehr viel druck

0
Onix1025 19.07.2015, 14:45

Ich schätze mal, dass wenn du das ganze Universum auf 1 Punkt konzentrierst genug Druck entsteht oder?

0

Was möchtest Du wissen?