Uniform bei der Bundeswehr Ausgang?

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5 Antworten

Einiges Richtige und Wichtige wurde schon gesagt, etwas möchte ich noch ergänzen:

Grundsätzlich gilt der Termin der sog. "Grußabnahme" als Fixpunkt, ab dem auch außerhalb der Kaserne (bzw. außerhalb der Aufsicht der Ausbilder) die Uniform getragen werden darf. Der Rekrut muss dazu die Dienstgrade und den korrekten militärischen Gruß sicher beherrschen und auch die korrekte Trageweise der Uniform nachweisen können. Diese Abnahme erfolgt üblicherweise mindestens durch den Zugführer, häufig auch durch den Kompaniechef selbst. Sie erfolgt meistens etwa nach einigen Wochen Grundausbildung.

Allerdings gibt es hier einheitenspezifische Regelungen, weswegen tatsächlich keine für ganz Deutschland gültige Regelung als Antwort gegeben werden kann. So gibt es Einheiten, die das Heimfahren in Uniform erst nach bestandener Grundausbildung erlauben, weil oft erst dann die Litze in der Waffenfarbe und/oder das Barett anstatt der "ordinären" Feldmütze getragen werden dürfen. Vorher gilt die Uniform häufig traditionell als nicht "vollständig". Oft wollen Kompaniechefs auch nicht, dass Rekruten nur mit den zu Anfang üblichen Behelfs-Namensschildern in der Öffentlichkeit herumlaufen (Kofferschilde, handbeschriftete Klettstreifen o.ä.).

Und last, not least: Es gibt schlicht Regionen in Deutschland, in denen Soldaten in der Öffentlichkeit mit Problemen rechnen müssen, wenn sie in Uniform unterwegs sind. Gerade Rekruten, die in der Hinsicht unerfahren und unsicher sind, sollen vor solchen unangenehmen Dingen bewahrt werden. Auch das kann ein Grund sein, warum das Heimfahren in Uniform trotz Grußabnahme nicht gestattet wird.

PS: Bei mir war es klassisch nach der Grußabnahme durch den KpChef erlaubt - die erfolgte an einem Freitagvormittag, und wir wollten natürlich im Anschluss jeder in Uniform heimfahren. Ein paar taten es übrigens tatsächlich in Zivil - man kann die Grußabnahme also tatsächlich auch vergeigen (2003, Mittenwald) :-)

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Jo3591 04.08.2016, 09:03

Als ich in Mittenwald stationiert war (1973), durften wir die Kaserne außerhalb des Dienstes nicht im olivgrünen Moleskin-Arbeitsanzug verlassen, nur im Ausgehanzug mit langer Hose und Halbschuhen oder im kleinen Dienstanzug mit Keilhose und Bergschuhen. Ausnahmen gab es nur für am Standort wohnende "Heimschläfer". Hier gibt es oft standortspezifische Regelungen. Heute scheint das aber aufgeweicht zu sein, ich sehe oft Soldaten/innen im Flecktarnanzug manchmal sogar mit Feldmütze statt Bergmütze oder Barett in der S-Bahn oder am Bahnhof.

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navynavy 04.08.2016, 09:32
@Jo3591

Die Heimfahrt in Flecktarn ist längst der Normalfall - spätestens seit den 1990er Jahren ist der Dienstanzug in dieser Hinsicht stark entwertet worden. Die allermeisten Dienststellen haben ihn als Alltagsanzug längst abgeschafft (mit wenigen Ausnahmen wie höhere Kommandostellen, Karrierecenter, das BMVg o.ä.).

Es ist spätestens seit dieser Zeit üblich, im Flecktarnanzug zum/vom Dienst zu kommen. Auch zu meiner Dienstzeit (2003/04) wurde der Dienstanzug nur noch zu ganz besonderen Anlässen befohlen - ich habe ihn in 9 Monaten Wehrdienst vielleicht drei- oder viermal getragen. Auch die meisten Gelöbnisse fanden in Flecktarn (meist mit Lederkoppel und Bergmütze kombiniert) statt.

Allerdings ist es tatsächlich einheitenspezifisch, wie groß der Wert ist, dem man dem Dienstanzug zumisst. Grundsätzlich ist er aber in der Bundeswehr heute die absolute Ausnahme.

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Uns war es in der AGA auch nach der Grußabnahme noch verboten, in Uniform heim zu fahren. Erst als Gefreiter war es uns gestattet. Aber es kann durchaus sein, dass einige Einheiten das etwas lockerer sehen und es einem nach erfolgreicher Grußabnahme gestatten. Vorher nicht! Und auch nur dann, wenn es euch gestattet ist. Das wird euch der Kompaniechef aber sicherlich noch erklären/erklären lassen.

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GerhardRih 02.08.2016, 19:20

mir wurde es vor vielen Jahren erklärt. bekam Wachdienste über Feiertage . irgendwie war mein Hpm. anderer Meinung wie ich 😃

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Nicht gleich am Anfang, später schon (Wenn man grüßen, ect. gelernt hat)

Du repräsentierst da ja etwas! Ohne zu wissen, wie man sich verhält (Kopfbedeckung, ordentlicher Anzug, keine Mischbekleidung ) kann das natürlich nicht sein.

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Bei mir war das noch solange AGA - nein

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Uniform darfst du nach der Vereidigung tragen! 

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19Sunny96 02.08.2016, 17:07

Die ist kein Maß. NICHT die "Vereidigung". Das limitierende Mittel ist die erfolgreiche Grußabnahme. Erst wenn sich jemand davon überzeugt hat, dass Uniform korrekt getragen werden kann und der militärische Gruß sitzt. 

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tactless 02.08.2016, 17:08
@19Sunny96

Und all das sollte vor der Vereidigung sitzen! Es sei denn, dass die BW in den letzten 12 Jahren seit ich dort fort bin total verweichlicht ist. :) 

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19Sunny96 02.08.2016, 17:34
@tactless

Dennoch kann es sein, dass man auch dann noch nicht darf.

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tactless 02.08.2016, 17:40
@19Sunny96

Kann sein ... ich kenne allerdings niemanden der nach der Vereidigung noch nicht mit Uniform raus durfte. 

Darum hat man sich in der Regel auch so auf die Vereidigung gefreut, weil man dann endlich mit Uniform raus konnte. 

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