Uni, Jura: Ist das in Ordnung oder macht der Prof was er will?

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4 Antworten

Ich fange zwar erst mit Jura im Winter an, aber schon ich sehe hier die Probleme.

1. Anwenden eines BGH Urteils auf einen Fall ist keine wissenschaftliche Arbeit, heißt im Grunde stellt es ein Plagiat dar, so sind eben die wissenschaftlichen Regeln. Das war sogar schon bei mir im Abi so.

2. Ein BGH Urteil muss auch zur Rechtslage passen. Ist das Urteil von 1972 und die Rechtslage hat sich geändert, so ist das natürlich absolut falsch.

3. Die Begründung, da hat sich der BGH eben geirrt zweit schon, dass es hier einen Wandel in der Rechtsprechung gegeben haben muss. Früher gab es Rechtsprechungen vom BGH die Vergewaltigung in der Ehe für nicht strafwürdig hielten. Weil eben die Rechtslage so war. Heute stimmt es nicht mehr.

4. Ich habe schon angefangen ein paar Fälle zu lösen, dabei ist mir aufgefallen, dass es oft auf die aktuelle Auslegung von einzelnen Wörtern ankommt. Wenn sich die geändert hat, weil die alte nicht mehr zeitgemäß ist, dann ist auch der Fall falsch.

Aber wie gesagt das wichtigste ist, dass es keine eigene Leistung darstellt. Ich habe mal die Prüfungsordnung von der Uni angeguckt an die ich gehen werde und da steht auch das so ein Fall automatisch als nicht bestanden gewertet wird. Du bist also mit 5 Punkten noch gut bedient, denn eine juristische Leistung nach wissenschaftlichen Kriterien ist das nicht.

Aber wie gesagt ich studiere noch nicht Jura, ich lese nur schon viel um mich vorzubereiten.

malebenfragen 11.08.2017, 13:56

Oh und noch was. Das mit dem exakt. Das steht wirklich in jedem Anfängersachen das ich bisher gelesen habe: Fälle sind selten exakt gleich. Meistens ist ein kleiner Teil der am Anfang nicht auffällt geändert. 

http://www.juraexamen.info/

Da lese ich so gut wie alles was veröffentlicht wird. Da stand auch irgendwo das man nie denken soll ein Fall sein genau wie einer den man schon bearbeitet hat.

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Gearloose 11.08.2017, 13:58

Das war eine ganz gewöhnliche Hausarbeit, nichts wissenschaftliches. Entscheidung war aktuell.  Im Strafrecht war einmal eine Dozentin der Ansicht, ein Faustschlag mit Folge des Verlusts einiger Zähne wegen der Aussage "Deine Freundin geht mit jedem" sei gerechtfertigt (Nothilfe). 
Viel Spaß bei den Juristen.

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malebenfragen 11.08.2017, 14:06
@Gearloose

Das war eine ganz gewöhnliche Hausarbeit, nichts wissenschaftliches. 

Dann hast du absolut nicht verstanden was eine Hausarbeit ist, nichts für ungut. :D

Schon im Abi wird einem doch bei den Hausarbeiten erklärt wie wissenschaftlich gearbeitet wird. Ich war auf einer Privatschule aber das wird doch auch in normalen Schulen beigebracht (wenn nicht sogar besser), zumindest aber doch im Studium.

Wenn das in einer Hausarbeit war, und weitgehend alles abgeschrieben wurde ohne eigene Überlegungen zu machen bzw. sogar der Stil übernommen wurde vom Urteil. Dann ist das ein Plagiat.

Was nun den speziellen Fall mit der Dozentin betrifft, dazu kann ich nichts sagen. Zum einen ist mein juristisches Fachwissen nicht besonders groß zum anderen kenne ich die ganze Situation nicht.

Zum anderen fehlt das wichtigste, die Begründung. Wenn die Dozentin das gut begründet. Ich habe mal eine Vorbereitungs- Vorlesung hier in Bonn besucht. Da hat eine Professorin beim Tag der Offenen Tür erklärt worauf es bei Jura ankommt.

Wichtig ist die Begründung, das Studium soll zeigen: Derjenige kann herleiten und begründen. Genau das fehlt, wenn man eine BGH Entscheidung plagiiert.

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Droitteur 11.08.2017, 16:42

Weil deine Antwort mir gefällt, will ich an dieser Stelle hinzufügen, dass es sich bei der Aussage des Professors wohl um eine Provokation handelt. "Dann hat sich der BGH eben geirrt!" schreit ja wohl danach, dass da der eine oder andere Streit und Argumente vermisst wurden^^

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Damit wirst du leben müssen, alternativ kannst du natürlich gegen die Beurteilung klagen.

Dein Prof wird seine Meinung ja wohl begründet haben! Und natürlich ist das dann in Ordnung.

Konntest du denn begründen/erklären oder hast du bloß zitiert?

Gearloose:

Dein Professor hat dir sicher auch - befragt oder auch nicht - die Fundstelle genannt.

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