Ungewollte Überstunden Auszahlung

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6 Antworten

Gibt es im Arbeitsvertrag eine Regelung bezügl. der Überstunden? Ist eine Auszahlung oder Freizeit vereinbart? Greift evtl. ein Tarifvertrag mit einer Überstundenregelung? Gibt es eine Betriebsvereinbarung?

Üblicherweise steht Freizeitausgleich vor Auszahlung. Normalerweise gibt es aber auch Regelungen dazu die jedem AN bekannt sein sollten. Wenn es keine Betriebsvereinbarung aber einen Betriebsrat gibt, sollte der sich mal darum kümmern.

Wir haben z.B. ein Stundenkonto mit Plus- und Minusstunden. Ab einer gewissen Anzahl Überstunden werden diese monatlich ausgezahlt. Manche AN möchten die Stunden lieber bezahlt haben und nehmen von diesem Konto keine Freizeit. Andere haben lieber mal einen freien Tag oder gehen auch mal eher.

fpz09 09.03.2014, 21:37

"Gibt es im Arbeitsvertrag eine Regelung bezügl. der Überstunden? Ist eine Auszahlung oder Freizeit vereinbart? Greift evtl. ein Tarifvertrag mit einer Überstundenregelung? Gibt es eine Betriebsvereinbarung?"

Jaein. Das einzige was in meinen Vertrag steht ist folgendes: § 6 Arbeitszeit/Überstunden

  1. Die Arbeitszeit beträgt 40 Stunden pro Woche. Der Arbeitnehmer verpflichtet sich auch einer von den regelmäßigen Verhältnissen abweichenden Arbeitszeit zuzustimmen, wenn dies aus dringenden betrieblichen Gründen erforderlich ist.
  2. Der Arbeitnehmer hat mit Hilfe des Zeiterfassungssystem seine Arbeitszeiten festzuhalten, um damit seine Anwesenheitszeiten zu dokumentieren.

Also praktisch steht da nichts.

Es wird von den Teamleitern "gesagt": "Im Winter baust du Überstunden auf, im Sommer ab." Ich arbeite in einem Versandhaus, in den Wintermonaten findet das Hauptgeschäft statt.

Hört sich gut an, aber praktisch unmöglich. Man kann vielleicht vereinzelt stunden abfeiern, aber du baust Stunden um vielfaches auf. Somit bleibt dir nur die möglichkeit die Stunden auszuzahlen. Genau das möchte ich ungern. Die Abzüge sind viel zu hoch. Genau deswegen sammel ich die stunden an mit dem Hintergedanken, diese Irgendwann abzufeiern oder für den Notfall einiges auszuzahlen.

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fpz09 09.03.2014, 21:49
@fpz09

Mal angekommen, der AG sieht das ich zuviele überstunden habe. Er zahlt mir ungewusst die überstunden aus, zb von 400h auf 120h runtergekappt. Ich frage freundlich um Rückgabe der Überstunden. Dieses wird dann natürlich beneint. Wenn ich vor Gericht dafür klage, wie hoch sind meine Chancen?

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Hexle2 10.03.2014, 05:41
@fpz09

Ich glaube nicht, dass Du mit einer Klage viel ausrichten kannst (ist meine persönliche Meinung).

Mein Vorschlag für die Zukunft wäre die Wahl eines Betriebsrats. Da kann man eine entsprechende Betriebsvereinbarung für die Handhabung der Überstunden mit dem AG abschließen (der muss das dann, ob er will oder nicht).

Da man nach § 1 Betriebsverfassungsgesetz schon ab einer Betriebsgröße von in der Regel mindestens fünf ständigen wahlberechtigten AN, von denen drei wählbar sind, einen solchen gründen kann, steht doch dem nichts im Wege. Da kann sehr vieles geregelt werden das der AG bis jetzt einfach anweisen kann, da es keine vertraglichen Regelungen gibt.

Ebenso sind die Überstunden genehmigungspflichtig auch wenn sie im Arbeitsvertrag vereinbart sind. Tu Dir und Deinen Kollegen einen Gefallen und rege das mal an. Da momentan sowieso überall die Betriebsräte neu gewählt werden (März bis Mai), ist das ein sehr guter Zeitpunkt um sich viele Tips und Hilfe zu holen. Hilfestellungen bieten auch die Gewerkschaften.

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fpz09 10.03.2014, 16:57
@Hexle2

Das Problem ist einfach folgendes: Der besitzer der Firma möchte keinen Betriebsrat. Warum auch immer. In der Vergangenheit haben einige MAV Mitglieder für einen Betriebsrat gestimmt. Nun diese sind in der Firma nicht mehr tätig und haben teilweise auch noch heute schwierigkeiten einen neuen Job zu finden.

Ich persönlich kenne keinen dieser Mitarbeiter und weiss auch nicht ob das zu 100% stimmt. Es wird halt von vielen seiten gemukelt.

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Hexle2 10.03.2014, 22:23
@fpz09
Der besitzer der Firma möchte keinen Betriebsrat.

Das wundert mich nicht wirklich, viele AG wehren sich (auch mit unlauteren Mitteln9 gegen einen Betriebsrat. Dann ist nämlich Schluß mit dem eigenmächtigen Handeln. Da ist dann jemand da, der die Rechte der AN vertritt und den der AG miteinbeziehen muss.

Bei solchen Chefs sollte man, wenn man genug Unterstützer hat, den BR so gründen, dass der AG mit dem Mittel der Entlassung nicht reagieren kann. Man fragt den AG nicht, ob man einen BR gründen darf. Man tut es. Ist er erst einmal gegründet kann ein BR viel Positives erreichen und das nicht nur zum Wohl der AN sondern auch des AG. Nur wissen das viele AG nicht.

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Keine Firma möchte, dass die Arbeitnehmer horrende Überstunden ansammeln und dann plötzlich alle "abfeiern". es läge im Interesse der Firma, es gar nicht so weit kommen zu lassen. Wenn die Überstunden jeden Monat ausgezahlt werden ist das überschaubarer.

fpz09 09.03.2014, 21:19

Das ist richtig und ist mir auch bewusst. Ich habe über jahre meine Überstunden ausbezahlt und auch ein teil abgefeiert. Nur irgendwann hab ich es nicht mehr eingesehen. ca 50 % der ausgezahlten Stunden an das Finzamt abzuliefern, sind mMn viel zu viel. Wenn es nur 30 wären...

Jetzt sammel ich die Stunden an mit dem Hintergedanken diese dann "irgendwann" abzufeiern oder halt für den Notfall einiges auszuzahlen.

Sprich ich will selber bestimmen was mit meinen stunden passiert und nicht gezwungen werden.

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Was ist denn eigentlich Dein Ziel?? "Hat der AG das recht für diese Aktion?" :-) ein wenig verkehrte Welt - so klingt das. Viele Angestellte wären ja froh, wenn ihr Arbeitgeber Überstunden von sich aus zahlen würde. Oder willst Du die "Bezahlung" unbedingt in Freizeit? Wenn dazu nichts geregelt ist, dann kann der Arbeitgeber das wohl frei entscheiden denke ich...

fpz09 10.03.2014, 16:27

Mein Ziel ist es, selbst zu bestimmen was meinen Stunden passiert. Momentan ist es so wie ich es will. Ich kann selber entscheiden ob ich abfeiern will (in maßen) oder auszahlen soll (natürlich auch in maßen). Ich habe in den letzten Jahren etliche stunden ausbezahlt (30 je monat), aber finde die Abzüge zu krass (ca 50%). Genau deswegen habe ich es jetzt sein gelassen und sammel die Stunden für einen großen Freizeit ausgleich an oder wenn es einen Notfall gibt, zum auszahlen.

Wenn aber der AG "eine schlechte Phase hat" und sich die Zeitkonten von einigen Mitarbeitern anschaut, "drosselt" er diese ungefragt runter zb von 400 auf 100. Dies ist schon leider vorgekommen, ich wollte gerne wissen ob das rechtens ist.

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Hallo, das ist ein wenig heftig, 260 Std. auszuzahlen. Aber mal eine Frage, warum hast Du es so weit kommen lassen, mit den vielen Überstunden??? Es wäre doch besser gewesen, die nach und nach auszahlen zu lassen, oder mal ein paar Tage frei nehmen. Da muss der AG auch ein Auge drauf halten wieviel Ü-Std. die Mitarbeiter haben. Da bedeutet in Deinem Fall natürlich hohe Abzüge, um das zu vermeiden, sprich mit dem AG. Viel Glück weiterhin.

fpz09 10.03.2014, 16:43

Nun ist ganz einfach. Ich habe in den letzten Jahren mir etliche stunden ausgezahlt (30 je monat). Irgendwann habe ich es nicht mehr eingesehen, weil die abzüge zu hoch sind auch bei 30h oder gar nur 20h je monat. Diese 380h haben sich jetzt in ca 2,5 Jahren angesammelt. Zum Freizeit ausgleich komme ich nicht richtig, wenig Mitarbeiter viel arbeit. Zudem muss ich natürlich erst meine Urlaubstage verbrauchen.

Wie gesagt meine frage wäre die, ist es rechtens vom AG meine Überstunden auf einen schlag auszubezahlen bzw zu drosseln zb von 400 auf 100 ohne meine zustimmung.

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larry2010 04.05.2014, 20:53
@fpz09

und warum sollte er akzeptieren, das du die überstundne weiter vor dich hinschiebst?

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fpz09 05.05.2014, 22:05
@larry2010

er kann´s akzeptieren oder auch sein lassen. Das ist nicht die frage. Er weiss ganz genau, dass ich nicht meine überstunden auf einen Schlag abfeiern kann (nicht der AG genehmigt meinen Urlaub, sondern mein Teamleiter bzw Vorarbeiter).

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Was sagt denn Dein Arbeitsvertrag über die Abgeltung / Vergütung von Überstunden aus? Gibt es einen Tarifvertrag, der hier Gültigkeit haben könnte?

fpz09 09.03.2014, 21:40

Also das einzige was zu diesem Thema in meinem Vertrag steht ist folgendes:

§ 6 Arbeitszeit/Überstunden

  1. Die Arbeitszeit beträgt 40 Stunden pro Woche. Der Arbeitnehmer verpflichtet sich auch einer von den regelmäßigen Verhältnissen abweichenden Arbeitszeit zuzustimmen, wenn dies aus dringenden betrieblichen Gründen erforderlich ist.
  2. Der Arbeitnehmer hat mit Hilfe des Zeiterfassungssystem seine Arbeitszeiten festzuhalten, um damit seine Anwesenheitszeiten zu dokumentieren.

Also praktisch garnichts

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fpz09 09.03.2014, 21:49
@fpz09

Mal angekommen, der AG sieht das ich zuviele überstunden habe. Er zahlt mir ungewusst die überstunden aus, zb von 400h auf 120h runtergekappt. Ich frage freundlich um Rückgabe der Überstunden. Dieses wird dann natürlich beneint. Wenn ich vor Gericht dafür klage, wie hoch sind meine Chancen?

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ja, das darf er.

fpz09 05.05.2014, 22:05

ok, steht das in einen Gesetzbuch oder ist das ein ungeschriebenes Gesetz vom AG?

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