ungewollte neuschulden in der eröffneten privatinsolvenz

...komplette Frage anzeigen

3 Antworten

Grundsätzlich ist es so, dass neue Schulden nicht in die alte Insolvenz fallen und es dafür eben auch keine Restschuldbefreiung gibt. Mit diesen Schulden wirst du also leben müssen. Selbst wenn du Restschuldbefreiung bekommst, müsstest Du dann mindestens 10 Jahre warten, bis du einen neuen Insolvenzantrag stellen kannst, wenn du damit wieder Restschuldbefreiung erhalten möchtest.

Es ist aber schon sehr merkwürdig, dass plötzlich 10.000 EUR aus so einer Sache entstehen sollen. Das ist nicht wirklich nachvollziehbar, da gebe ich Northcore Recht.

Vielen Dank für deine Antwort. Aufgrund unserer PI, haben wir unser Haus freihändig verkauft und Schulden bei der DB abbezahlt. Der Verkauf brachte ca. nur die Hälfte des wertes vom Haus. Naja uns war es damals wichtig dass wir nicht Zwangsversteigert wurden. Im August 2009 mussten wir ausziehen und haben schließlich ein Angebot unseres Nachbarn und Freundes angenommen. Wenn wir in seinem Haus das Bad fertigstellen das sich damals noch vollständig im Rohbau befand und Hausmeistertätigkeiten auf seinem Grundstück übernehmen, können wir die nächsten 10 Jahre mietfrei bei ihm wohnen, was wir auch im Mietvertrag vereinbart haben. Im August 2010 meldete sich ein Zwangsverwalter bei mir und forderte Miete. Naja mein Freund musste Antrag auf Regelinsolvenz stellen und ihm wurde vom Gericht ein Zwangsverwalter zugeteilt. Da ich nicht bereit war irgendetwas zu bezahlen, ging es schließlich vor Gericht. Ich habe verloren!!! Unser Mietvertrag der ein mietfreies Wohnen vorsieht wurde vom Gricht in 2. Instanz völlig abgeblockt. Mit der Begründung eines eventuellen Scheinvertrages und es war auch kein Baukostenzuschuss im Mietvertrag festgehalten. Alles zusammen 2 Jahre Miete a. mtl. 300,-€ plus Kosten vom Zwangsverwalter, plus Kosten meines Anwalts, plus Gerichtskosten. Eine genaue Forderung liegt mir noch nicht vor. Aber mir wird jetzt schon schlecht wenn ich alles zusammenzähle. Vieleicht ist es jetzt für dich nachvollziehbar. Glaub mir bitte ich weis nicht was ich machen soll. Ich bin 56 Jahre erhalte eine kleine Frührente von 620,-€ und habe noch 350,-€ nebenverdienst. Meine Frau befindet sich in der WHP und ich immer noch im eröffneten Verfahren. Unsere Insolvenz wurde im Mai 2009 fasst vor 3 Jahren eröffnet. Hast du einen Rat für mich! Ich wäre dir sehr dankbar. Meine Frage bitte!!! Der Mietvertrag und die ganze Sache sind ausschließlich nur auf meinen Namen gelaufen. Bekommt meine Frau probleme, kann ich gepfändet werden? Ich weis viele Fragen und dann bis zum Ende die EIDV. LG an alle von Sgiswelt.

0
@Sigiswelt

So wie es aussieht, handelt es sich ja tatsächlich um Verbindlichkeiten, die nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens (05/09) entstanden sind. So wie sich der Sachverhalt anhört ist das wirklich Pech. Solche Mietverträge sind aber immer sehr kritisch und führen gerade bei einer Zwangsverwaltung immer wieder zu erheblichen Problemen.

Diese neuen Schulden, die nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens entstanden sind, kann man aber unter keinem Gesichtspunkt als Altverbindlichkeiten ansehen. Deshalb gibt es dafür leider keine Restschuldbefreiung.

Wenn es so ist, dass der Mietvertrag nur von dir geschlossen wurde, dürfte sich das Urteil ja eigentlich auch nur gegen dich richten, oder? Wenn das Urteil nur gegen dich vorliegt, ist deine Frau auch nicht betroffen. Sie muss also keine Angst haben, dass gegen sie vollstreckt wird.

Eine Pfändung bei dir wäre zwar denkbar, wird aber praktisch auch ins Leere laufen. Alles, was bei dir pfändbar ist, musst Du ja im Rahmen der Insolvenz/Wohlverhaltensperiode ohnehin schon an den Insolvenzverwalter/Treuhänder abgeben. Es bleibt dann ja kein pfändbares Einkommen. Also würde der Gläubiger leer ausgehen.

Aus meiner Sicht musst du auch keine Versagung der Restschuldbefreiung wegen Begründung neuer Schulden befürchten. Nur dann, wenn man unangemessen neue Schulden begründet, droht eine Versagung der Restschuldbefreiung. So wie sich deine Schilderung anhört, würde ich das nicht als unangemessene Begründung neuer Verbindlichkeiten einstufen.

Allerdings wirst Du damit leben müssen, dass du diese Schulden für viele Jahre mit dir mitschleppen wirst.

0
@ThomasKeller

Hallo Thomas. Vielen Dank für deine hilfreichen Worte, bitte verzeih, dass ich mich jetzt erst melde wegen Osterferien.

Ja!!! Das Urteil richtet sich nur gegen mich. Die Gerichtskosten wurden auf 332,- € festgelegt, die ich natürlich auch in den nächsten Tagen bezahlen werde. Der Streitwert wurde auf 7950,- € vom Gericht festgelegt, worüber sich natürlich die Anwälte freuen und jeder Anwalt hat mir ca. 1400,- € in der 2. Instanz in Rechnung gestellt. Ehrlich gesagt bin ich mit diesen Beträgen total überfordert zumal ja noch die Mietforderung dazu kommt. Ich habe diese neuen Schulden nicht gewollt und absolut nicht damit gerechnet, dass man von einem ZV. so abkassiert werden kann und ich meine Investitionen und all die Arbeiten die ich in der Mietwohnung geleistet habe abschreiben muss. Ausser Spesen nichts gewesen. Naja! Ich habe mich schweren herzens dazu entschlossen, all diese Forderungen nicht zu bezahlen - wozu ich auch nicht in der Lage bin. MfG Sigiswelt.

0
@Sigiswelt

Das ist natürlich sehr misslich. Jetzt bekommst du vielleicht in deinem alten Verfahren Restschuldbefreiung und bist schon wieder verschuldet. Ich würde versuchen, auf die neuen Gläubiger zuzugehen und diesen die Situation klar darzulegen. Mach ihnen deutlich, dass sie in den nächsten Jahren keine Chance haben, Geld von dir zu bekommen. Vielleicht gelingt es damit, einen Quotenvergleich auszuhandeln indem du den Gläubigern jeweils 10 oder 15 % anbietest. Wenn Sie das machen könntest du den Betrag vielleicht in Raten bezahlen. Das ist nur eine Möglichkeit, aber eine andere sehe ich leider nicht.

0
@ThomasKeller

Hallo Thomas. Ich glaube mit dem Quotenvergleich -das ist die Lösung.

Ich werde auf die neuen Gläubiger zugehen und diese Möglichkeit nutzen. Vielleicht habe ich auch einmal ein bisschen Glück in meinem Leben und alles wird wieder Gut. Es wäre zu schön um wahr zu sein.

LG von Sigiswelt !!! Du hast mir sehr geholfen Thomas, Vielen Dank.

0

Hast mal mit dem iv da drüber gesprochen? man kann ja nicht einfach geld verlangen wenn es unentgeldlich schriftlich festgehalten worden ist.

Wenn du einen Vertrag hast über unentgeldliches WWohnen wie setzen sich dann die 10000.- euro zusammen??

Was möchtest Du wissen?